Die wertvolle Lebenszeit, die ich bereits mit dem Herumärgern über schlecht gemachte Software verbracht habe, dürfte sich inzwischen in Monaten messen lassen. Und auch heute mussten wieder mehrere kostbare Minuten ungenutzt ihr Leben lassen, unbarmherzig erschlagen vom Sekundenzeiger meiner stockrationalen Herrenarmbandzeitmesseinrichtung.
Auf Heise entdeckte ich heute früh einen Artikel über eine neue kostenlose KI-Foto-App, mit der man per Texteingabe Bilder erstellen kann. Natürlich griff ich sofort zu, lud die App herunter, installierte sie auf meinem Büro-PC und startete sie in freudiger Erwartung. Mein Lieblingstestmotiv „Dinosaurier am Strand“ quittierte die App zunächst mit der Meldung, irgendein „Model“ müsse erst heruntergeladen werden.
Also schön, die knapp vier Gigabyte hatte ich dann auch noch Zeit. Etwas später erschienen tatsächlich mehrere Bilder mit Lebewesen an einem Strand, aber wie Dinos sahen sie eher nicht aus. Eines war eindeutig als Schildkröte mit einem Dackelkopf zu identfizieren. Überrascht und geistesabwesend vergaß ich glatt, eine Kopie als Beweis für meinen Blog zu sichern.
Die Präzisierung des Eingabetextes zu „T-Rex am Strand“ brachte dann tatsächlich dinoähnliche Kreaturen zum Vorschein, diese hatten allergings ausnahmslos mindestens ein Bein zu viel.
Nachdem ich die Vorgaben weiter präzisiert hatte und den Renderknopf betätigte, meinte die App erneut, sieben Gigabyte an „Models“ herunterladen zu müssen.
Plauz! – schon platzte mir der Kragen! Gibt es eigentlich nirgendwo mehr so was wie Qualitätsmanager, die ihre Produkte auf Herz und Nieren überprüfen? Ist wirklich niemandem aufgefallen, dass es extrem störend ist, wenn man eine bereits installierte App endlich nutzen will und keine schnellen Ergebnisse erzielen kann, weil das Programm sich selbst im Weg steht? Warum zum Teufel wird nicht alles, was nötig ist, beim ersten Mal installiert, damit man anschließend sofort kreativ werden und loslegen kann?
Ich bin inzwischen zu alt für den Scheiß und habe keine Zeit mehr zu verschwenden für so einen Unsinn. Wenn Ihr euch zu dumm anstellt, liebe Entwickler, fliegt die App halt wieder runter. Der nächste Anbieter steht bestimmt schon bereit.
Nicht ganz so einfach gestaltet sich das Problem mit dem neuen Druckertreiber für den Bürodrucker. Der Drucker wird benötigt und er wiederum benötigt einen Treiber. Ohne die beiden geht es nicht.
Nun benötige ich aber wegen meiner gestalterisch-kreativen Tätigkeit einen Postscripttreiber, ein in der Druckbranche allgegenwärtiger Begriff, der zumindest theoretisch bessere Farbtreue ermöglichen soll, weil statt des büroüblichen RGB-Modells das professionellere CMYK-Modell genutzt wird. Der alte Treiber unterstützte nur RGB (was verwunderlich ist, weil jeder Drucker in CMYK arbeitet, nämlich mit den Farben Cyan, Magenta, Yellow und Key, was für Schwarz steht).
Ich installierte also den CMYK-Postscript-Treiber, der den Drucker auch umstandslos erkannte und richtig benannte, aber beim Drucken zum Schwarzweißdrucker degradierte. Farbe? Nicht mehr möglich!
Seit über 30 Jahren plage ich mich nun bereits mit Drucktechnik herum, von A4 bis A0, und es war nicht ein einziger Drucker dabei, der keine Probleme gemacht hätte. Nicht mal einer!
Nehmen die Hersteller zu viele Drogen oder saufen sie heimlich bei der Arbeit? Ich verstehe es nicht. Wenn statt farbigen Bildern plötzlich nur Schwarzweiß im Ausgabefach liegt, so was muss doch irgendwem auffallen!
