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Tipps für potentielles Kanonenfutter

Die Wiedereinführung der „freiwilligen“ Wehrpflicht scheint beschlossene Sache zu sein. Doch vor die Teilnahme am staatlich verordneten Hacken, Hauen und Stechen hat Kriegsgott Mars die Musterung gesetzt, denn nur mit der bürokratisch korrekten körperlichen und geistigen Fitness ist es gestattet, andere Menschen dahinzumeucheln.
     Nicht jedes potenzielle Kanonenfutterhäppchen ist damit einverstanden, darum suchen Verweigerer schon seit Jahrhunderten nach der besten Methode, aus der Todeslotterie auszusteigen.
     Die Epoch Times liefert hierzu nun ein paar – im wahrsten Sinne des Wortes – existentielle Tipps, Zitat: „Ein Drogentest stellt sicher, dass keine Suchtproblematik vorliegt; bestehende Alkoholabhängigkeit oder gescheiterte Entzugsversuche führen ebenfalls zur Ablehnung.“
     Es könnte also hilfreich sein, barfuß oder mit Jesuslatschen, gehüllt in ein buntes Batikshirt, mit struppigen Rastalocken, dampfender Fluppe im Mundwinkel und dem leeren Blick eines Menschen, der seinen inneren Frieden bereits vor dem Müsli-Frühstück verloren hat, beim Wehrkreiskommando zu erscheinen. Obligatorisch ist eine natürliche, pathologische Unpünktlichkeit, denn man will ja verdeutlichen, dass auf nichts im Leben Verlass ist, schon gar nicht auf den Kameraden im Schützengraben nebenan.
     Als Gesprächsthema mit dem Musterungsoffizier empfiehlt sich wirres Gestammel über „Peace“, „Systemkritik“, „Death Metal Techno als Therapie“ und die beunruhigend negative Energie von behördlichen Formularen. In den kunstvoll eingeflochtenen längeren Gesprächspausen nicke man bedeutungsvoll, als höre man Stimmen aus einer anderen Galaxie.
     Beim Drogentest sollten die roten Balken sich an der maximal messbaren Höchstdosis den Kopf stoßen – nicht nur wegen der konsumierten Substanzen, sondern aus purer Überforderung durch so viel Klischee.