Soeben bei „Markt“ im WDR: Bei einer, dem äußeren Anschein nach, seriösen Familie klingelt seit einem Jahr das Telefon. Jeden Morgen. Um 04.45 Uhr. Und es ist niemand dran. Vor kurzem hat sich die, dem äußeren Anschein nach, seriöse Familie dann entschlossen, bei der Telekom um Hilfe zu bitten, was nebenbei bemerkt nicht viel brachte, weswegen sich „Markt“ in die Geschichte einmischte, was dann doch etwas brachte, nämlich gesegnete Ruhe.
Aber kann das sein? Ist es wirklich möglich, daß sich eine, dem äußeren Anschein nach, seriöse Familie monatelang von einem Telefon terrorisieren läßt? Jede Nacht aufsteht? Schlaftrunkend ans Telefon geht? Nur um jedes Mal auf’s Neue festzustellen, daß niemand dran ist? Ist die Menschheit wirklich schon so verblödet?
Ich habe gerade Post bekommen. Von „Hansi“. Elektronisch natürlich. Er schreibt mir, er habe sich am „WE“ mit seiner „ex-Freundin“ getroffen „die“ er „schon immer extrem geil fand“. Und sie wären in einem „schnes Restau-rant“ essen gegangen. „Dannach“ trinken sie bei ihm einen „Kaffee“ aus dem im nächsten Satz ein „kaffee“ wird, der dann im weiteren Verlauf bei Sekt und „rum zu machen“ endet. Die falsche Schreibweise von „Viia-gra“ ist dann wohl der Spamordnervermeidung geschuldet. Erstaunlich jedoch die Grammatik in „Erstaunlich, es hatte nur etwa 25 Minuten gedauert hat als Sie angefangen hat zu wirken.“ „groesser“ mit Doppel-S und fehlendem Ö kann man noch verstehen – Tastaturen im Ausland kennen diese Glyphen einfach nicht. Und daß es bei Spam-Marketing vor allem auf Masse ankommt und das Geschäft offenbar hervorragend funktioniert, ist auch bekannt. Dennoch erstaunt es mich, daß es überhaupt funktioniert: Unseriös, nervtötend, nicht ungefährlich (aufgrund von Zahlung per Kreditkarte) und vor allem „feh-lerver se-ucht“.
Das widerspricht allem, was ich in sämtlichen Marketingschulungen jemals gelernt habe.
Ein islamistisches* Terrorkommando soll geplant haben, den Sitz des Deutschen Bundestages in Berlin zu stürmen, Geiseln zu nehmen und mit Schußwaffen ein Blutbad anzurichten. Wollen wir also in unserem ureigensten Interesse hoffen, daß das klappt und es die Richtigen trifft. Denn ich frage mich ernsthaft, wer mehr Schaden in der Welt anrichtet, unserer Regierung oder der Terrorismus.
* Was zum Scheitan ist eigentlich der Unterschied zwischen „islamisch“ und „islamistisch“? Hier steht’s …
„Haben Sie Angst vor dem Islam?
Letztes Jahr sind 60.000 Deutsche am Alkohol krepiert!
Haben Sie Angst vor Riesling?“
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko dieses Jahr war nicht das erste von Menschen gemachte Unglück dieser Art. Im Jahr 1980 riß vermutlich eine schiefgelaufene Ölbohrung einen kompletten See mitsamt Schiffen und Bohrtürmen in den Abgrund. Die Spiegel-Schwester „Eines Tages“ hat die Geschichte aufgeschrieben.
Weil wir gerade beim Thema Handy sind: Vor zehn Jahren war ich felsenfest davon überzeugt, ich benötige kein Handy, was nicht einmal gelogen war, denn keiner, den ich kannte, hatte ein Handy, wozu also selber eins anschaffen?
Irgendwann zeigte mir mein drittbester Kumpel – genau, der mit dem Eifon – mir sein nagelneues Siemens S25 mit Farbdisplay. Und sofort spürte ich in der Magengegend wieder dieses Kribbeln und Ziehen, was ich schon als Kind immer verspürte, wenn ich in der Berliner Berliner Straße vor dem Schaufenster des Spielzeugladens stand und genau wußte, daß ich mir das tolle bunte Spielzeug nicht kaufen können würde, weil die Zahlen in meinem Taschengeldheft viel kleiner waren, als die auf dem Preisschild. Oder wie dieses noch viel stärkere, fast schmerzhafte Kribbeln und Ziehen, das ich immer empfand, wenn ich im Intershop* zwanzig Zentimeter entfernt und doch aufgrund des Sicherheitsglases unerreichbar, die unschuldig blinkenden Lichter der damals hypermodernen Hifianlagen von JVC und Technics bewunderte, nicht etwa weil die Ziffern auf dem Preisschild nicht denen auf den bunten Scheinen in meinem monatlichen Briefumschlag entsprachen, sondern weil auf den Schildern ein kleiner, zusätzlicher Buchstabe stand, der auf den Scheinen fehlte. Ein D. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß es zwar auch im Osten Hifi-Anlagen gab, aber deren Charme unterschied sich von dem der blinkenden JVC-Anlagen in etwa so, wie der von Fahrrädern und Raumschiffen. Oder eben Eifon und Siemens S25.
Jedenfalls dauerte es keine halbe Stunde bis ich ebenfalls ein S25 in den Händen hielt, auch wenn es anfangs nur den Zweck erfüllte, das Kribbeln und Ziehen zu beseitigen.
Leider wurde unsere intime Zweisamkeit durch einen plötzlichen Unglücksfall auseinandergerissen. Beim Fahrradfahren verlor ich mein geliebtes Handy. Da dieses Modell zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr erhältlich war und die Nachfolger nur noch mit Schwarz-Weiß-Displays ausgestattet waren, rief ich bei Siemens an und fragte nach, ob es denn bald wieder ein Gerät mit Farbdisplay geben würde. Die Frage wurde verneint, mit der Begründung … Achtung, jetzt kommt der Knaller: Farbdisplays hätten beim Nutzer keine Akzeptanz und es gäbe keinen Markt dafür.
Nun, wenn man – wie bei Siemens – eine gigantische Personaleinstellungstestmaschinerie und am Ende trotzdem nur einfallslose, unkreative und armselige Mitarbeiter in wichtigen Positionen hat, darf man sich nicht wundern, wenn man irgendwann eine ganze Unternehmenssparte, wie das Mobiltelefongeschäft, dichtmachen muß. Sowas wie das Eifon hätte auch ein Technologiekonzern wie Siemens erfinden können.
* Wer den magischen und unvergeßlichen Intershop-Duft noch einmal erleben möchte, sollte seinen Teppich mal mit Sapur-Teppichpulver reinigen. Auch wenn sich die Rezeptur in den letzten Jahren wohl mal geändert hat, gleicht der aktuelle Duft doch noch sehr dem Intershop-Original.
Seit geraumer Zeit schon habe ich mich über all die Mängel und Macken meines HTC Touch Pro 2* geärgert, die HTC auch in der dritten Firmwareversion nicht beheben wollte oder konnte. Nun hat es sich aber ergeben, daß sich Apple in all seiner Großmut doch dazu durchringen konnte, die Eifons in Deutschland frei zu verkaufen, also ohne Knebelvertrag und Abzockpreise durch das rosa Monster. Dies hat mein drittbester Kumpel zum Anlaß genommen, sich ein Eifon 4 zu holen, für dessen verlängerten Vertrag er nun zwei Jahre lang zehn Euro mehr bezahlen muß. Zwei Jahre – das sind 24 Monate mal zehn Euro, macht … Momentchen mal, Taschenrechner … zwei … vier … mal … eins … null … genau! 240 Euro. Für diesen Betrag, so mein drittbester Kumpel, würde er mir sein Eifon 3GS überlassen.
‚Nicht übel‘ denke ich, und schon habe ich Flutschi – wegen des glatten, handschmeichlerischen Gehäuses mit gern-mal-der-Hand-entgleitenden Eigenschaften hat das Dreier-Eifon diesen Spitznamen – in der Hand. Dank meines scharfen Auges entdecke ich auch sofort ein paar Verarbeitungsmängel: Ein Luftbläschen in der Displayscheibe, einen Beschichtungsfehler knapp darüber und natürlich die obligatorischen Risse im Gehäuse. Leider schon drei Monate über die Garantie, aber versuchen kann man’s ja mal. Und tatsächlich: Apple läßt Kulanz walten und schickt mir ein nagelneues Gerät! Komisch – vor drei Jahren habe ich Apple noch gehaßt.
Der Verkauf des HTC brachte dann noch mal 130 Euro in die Kasse, unterm Strich habe ich also ein neues Eifon für … ach, das könnt Ihr Euch selbst ausrechnen …
* Für alle die es nicht kennen: Das HTC Touch Pro 2 ist ein Smartphone** mit großem Display, ausziehbarer Tastatur und vielen tollen Funktionen, die nur leider nicht immer so funktionieren, wie sie sollen.
** Ein Smartphone ist ein großes Handy***.
*** Ein Handy ist ein tragbares Telefon**** ohne Kabel, mit dem man ohne Festnetzanschluß andere Leute anrufen kann.
**** Was ein Telefon ist? Verdammt noch mal, wie bist Du nur ins Internet***** gekommen?.
***** Internet? Drück einfach auf auf diesen Knopf!
„Wie kommen wir nur an diese verdammte Vorratsdatenspeicherung?“ „Kein Problem, Herr Innenminister, schmuggeln Sie doch einfach eine Kofferbombe in irgendein deutsches Flugzeug. Sie muß ja, oh welch‘ Zufall, gar nicht an Bord gelangen.“
Soso, da wollen uns unsere Politiker also weismachen, daß ein wutschnaubender, fanatischer und zu allem entschlossener Terrorist eine zu Übungszwecken gefertigte Attrappe verschickt, sozusagen als letzte Warnung!
Ach ja, und noch was: Die zusätzlichen, schwer bewaffneten Polizisten werden sicherlich eine Menge ausrichten können, gegen frisch rasierte, gutgekleidete Terroristen, die inmitten von hunderten anderen Reisenden ganz relaxt und freundlich lächelnd ihre, mit 20 Kilo Sprengstoff gefüllten Rollies gemütlich an ihnen vorbei in den nächsten ICE schaffen.
Und weiter lesen wir: Wegen der gefakten Kofferbombe ist die Terrorgefahr größer als je zuvor! Ob damit die von den westlichen Geheimdiensten ausgehende Terrorgefahr gemeint ist?
