Menü Schließen

Wikileaks eine terroristische Organisation?

Zumindest behauptet das Peter King, ein führender republikanischer US-Politiker. Kein Wunder, denn die Veröffentlichungen von Wikileaks bringen endlich einmal Licht in die schmutzigen kleine Geschäfte von US-Militär und Geheimdiensten. Wenn diese in Zukunft nicht mehr im Verborgenen operieren können und der internationale Imageschaden größer ist als das eigentliche Problem, das beseitigt werden sollte, so wird sich vielleicht in der Welt tatsächlich etwas ändern. Und wenn die USA und ihre Verbündeten in Zukunft dem natürlichen Lauf der Dinge weniger ins Handwerk pfuschen, so haben sie mehr Zeit, sich um ihre eigenen Probleme zu kümmern, und der Terrorismus dürfte von selbst verschwinden, denn gegen wen sollte der sich auch richten, wenn es keine Feinde mehr gibt?

Feuer!

Shanghai: Ein Hochhaus steht in Flammen. Komplett. Stundenlang. Aber es stürzt nicht ein. Verflixt noch mal, was war da bloß los mit den Twin Towers des World Trade Centers im September 2001? Der Tag an dem zwei Hochhäuser durch einen Brand in einer Hand voll Stockwerken nach nicht mal einer Stunde einstürzten und noch ein drittes Gebäude mitrissen, das eigentlich weit genug weg stand, gar nicht von Trümmern getroffen wurde und trotzdem Stunden später wie aus dem Nichts zusammenbrach. Ob da nicht doch vielleicht … die Regierung … selber …?
Aber nein, ausgeschlossen, so etwas böses würden die Amerikaner doch nie tun!

Vom Ende der Menschheit

Soeben bei „Markt“ im WDR: Bei einer, dem äußeren Anschein nach, seriösen Familie klingelt seit einem Jahr das Telefon. Jeden Morgen. Um 04.45 Uhr. Und es ist niemand dran. Vor kurzem hat sich die, dem äußeren Anschein nach, seriöse Familie dann entschlossen, bei der Telekom um Hilfe zu bitten, was nebenbei bemerkt nicht viel brachte, weswegen sich „Markt“ in die Geschichte einmischte, was dann doch etwas brachte, nämlich gesegnete Ruhe.
Aber kann das sein? Ist es wirklich möglich, daß sich eine, dem äußeren Anschein nach, seriöse Familie monatelang von einem Telefon terrorisieren läßt? Jede Nacht aufsteht? Schlaftrunkend ans Telefon geht? Nur um jedes Mal auf’s Neue festzustellen, daß niemand dran ist? Ist die Menschheit wirklich schon so verblödet?

„Bester Abend“

Ich habe gerade Post bekommen. Von „Hansi“. Elektronisch natürlich. Er schreibt mir, er habe sich am „WE“ mit seiner „ex-Freundin“ getroffen „die“ er „schon immer extrem geil fand“. Und sie wären in einem „schnes Restau-rant“ essen gegangen. „Dannach“ trinken sie bei ihm einen „Kaffee“ aus dem im nächsten Satz ein „kaffee“ wird, der dann im weiteren Verlauf bei Sekt und „rum zu machen“ endet. Die falsche Schreibweise von „Viia-gra“ ist dann wohl der Spamordnervermeidung geschuldet. Erstaunlich jedoch die Grammatik in „Erstaunlich, es hatte nur etwa 25 Minuten gedauert hat als Sie angefangen hat zu wirken.“ „groesser“ mit Doppel-S und fehlendem Ö kann man noch verstehen – Tastaturen im Ausland kennen diese Glyphen einfach nicht. Und daß es bei Spam-Marketing vor allem auf Masse ankommt und das Geschäft offenbar hervorragend funktioniert, ist auch bekannt. Dennoch erstaunt es mich, daß es überhaupt funktioniert: Unseriös, nervtötend, nicht ungefährlich (aufgrund von Zahlung per Kreditkarte) und vor allem „feh-lerver se-ucht“.
Das widerspricht allem, was ich in sämtlichen Marketingschulungen jemals gelernt habe.

Der Terror geht weiter

Ein islamistisches* Terrorkommando soll geplant haben, den Sitz des Deutschen Bundestages in Berlin zu stürmen, Geiseln zu nehmen und mit Schußwaffen ein Blutbad anzurichten. Wollen wir also in unserem ureigensten Interesse hoffen, daß das klappt und es die Richtigen trifft. Denn ich frage mich ernsthaft, wer mehr Schaden in der Welt anrichtet, unserer Regierung oder der Terrorismus.

* Was zum Scheitan ist eigentlich der Unterschied zwischen „islamisch“ und „islamistisch“? Hier steht’s …

Vor zehn Jahren

Weil wir gerade beim Thema Handy sind: Vor zehn Jahren war ich felsenfest davon überzeugt, ich benötige kein Handy, was nicht einmal gelogen war, denn keiner, den ich kannte, hatte ein Handy, wozu also selber eins anschaffen?
Irgendwann zeigte mir mein drittbester Kumpel – genau, der mit dem Eifon – mir sein nagelneues Siemens S25 mit Farbdisplay. Und sofort spürte ich in der Magengegend wieder dieses Kribbeln und Ziehen, was ich schon als Kind immer verspürte, wenn ich in der Berliner Berliner Straße vor dem Schaufenster des Spielzeugladens stand und genau wußte, daß ich mir das tolle bunte Spielzeug nicht kaufen können würde, weil die Zahlen in meinem Taschengeldheft viel kleiner waren, als die auf dem Preisschild. Oder wie dieses noch viel stärkere, fast schmerzhafte Kribbeln und Ziehen, das ich immer empfand, wenn ich im Intershop* zwanzig Zentimeter entfernt und doch aufgrund des Sicherheitsglases unerreichbar, die unschuldig blinkenden Lichter der damals hypermodernen Hifianlagen von JVC und Technics bewunderte, nicht etwa weil die Ziffern auf dem Preisschild nicht denen auf den bunten Scheinen in meinem monatlichen Briefumschlag entsprachen, sondern weil auf den Schildern ein kleiner, zusätzlicher Buchstabe stand, der auf den Scheinen fehlte. Ein D. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß es zwar auch im Osten Hifi-Anlagen gab, aber deren Charme unterschied sich von dem der blinkenden JVC-Anlagen in etwa so, wie der von Fahrrädern und Raumschiffen. Oder eben Eifon und Siemens S25.
Jedenfalls dauerte es keine halbe Stunde bis ich ebenfalls ein S25 in den Händen hielt, auch wenn es anfangs nur den Zweck erfüllte, das Kribbeln und Ziehen zu beseitigen.
Leider wurde unsere intime Zweisamkeit durch einen plötzlichen Unglücksfall auseinandergerissen. Beim Fahrradfahren verlor ich mein geliebtes Handy. Da dieses Modell zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr erhältlich war und die Nachfolger nur noch mit Schwarz-Weiß-Displays ausgestattet waren, rief ich bei Siemens an und fragte nach, ob es denn bald wieder ein Gerät mit Farbdisplay geben würde. Die Frage wurde verneint, mit der Begründung … Achtung, jetzt kommt der Knaller: Farbdisplays hätten beim Nutzer keine Akzeptanz und es gäbe keinen Markt dafür.
Nun, wenn man – wie bei Siemens – eine gigantische Personaleinstellungstestmaschinerie und am Ende trotzdem nur einfallslose, unkreative und armselige Mitarbeiter in wichtigen Positionen hat, darf man sich nicht wundern, wenn man irgendwann eine ganze Unternehmenssparte, wie das Mobiltelefongeschäft, dichtmachen muß. Sowas wie das Eifon hätte auch ein Technologiekonzern wie Siemens erfinden können.

* Wer den magischen und unvergeßlichen Intershop-Duft noch einmal erleben möchte, sollte seinen Teppich mal mit Sapur-Teppichpulver reinigen. Auch wenn sich die Rezeptur in den letzten Jahren wohl mal geändert hat, gleicht der aktuelle Duft doch noch sehr dem Intershop-Original.