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The Big Short oder Der Wahnsinn hat Methode

Heute ausnahmsweise mal eine positive Kinokritik von mir. Und ich mach’s auch ausnahmsweise mal kurz: The Big Short, ein Film über die Hintergründe des Bankencrashs im Jahr 2008. Was langweilig klingt, ist erstaunlich kurzweilig, teilweise spannend und humorvoll inszeniert. Wer wissen will, was damals hinter den Kulissen ablief und auch einen tieferen Einblick in den Jargon des Bankgewerbes sucht, ist in dem Film gut aufgehoben. In einer Nebenrolle ist auch Brad Pitt zu sehen, aber die Hauptrollen spielen tatsächlich die Banken, und wir reden hier nicht über die filmüblichen Phantasiegebilde, nein – hier hatte jemand wirklich einen furchtbar dicken Haß auf die Branche, denn die in den Skandal verwickelten Protagonisten, wie etwa die Deutsche Bank oder Alan Greenspan, werden bei vollem Namen genannt. Und wer hinterher noch den aktuellen Werbeversprechen großer Banken glaubt, im Grundtenor von „Wir meinen das ernst“ oder „Wir haben verstanden“, der hat nichts verstanden. Oder nicht mehr alle Münzen in der Dose.

Weihnachtlicher Verpackungswahnsinn

Heute gewähre ich Euch mal einen klitzekleinen Einblick in den reichhaltigen, Mount-Everest-gleichen Geschenkeberg dieses Weihnachten: Eine Weihnachtsbaumkugel mit Disney-Motiv und lausigen fünf* Schokoladenstückchen mäßigen Geschmacks. Dafür ist die Kugel aus hochwertigem, dickwandigem Aluminium, versehen mit edlem Vierfarbdruck. Hätte Disney mehr Geld in die Schokolade und weniger in die Verpackung gesteckt, wäre das Ganze umweltfreundlicher und deutlich geschmackvoller geraten. Eine Kugel aus Pappe hätte sicherlich auch gereicht.
     Wobei – vielleicht sind die Kugeln ja für mehrfache Nutzung konzipiert, dann wäre zumindest die Qualität der Verpackung durchaus beeindruckend.

* Ich weiß, auf dem Bild sind nur vier zu sehen. Es … öhm … gab da leider …
einen kleinen Zwischenfall.

Wer präsentiert sein Buch schon nackt?

Also echt jetzt? Welcher Schriftsteller macht den sowas?
Na ich! Ich mach sowas! Seht selbst:

Sexy, gelle?
     Etwas weniger sexy ist, dass ich leider noch immer keinen Verlag gefunden habe, daher war mein Buch bisher nur online erhältlich, läuft dort jedoch erstaunlich gut. Und da kamen dann plötzlich auch ein paar Ewiggestrige, also Leute, die noch Schallplatten hören (eine Technologie aus den Dreißigern) und Faxgeräte benutzen (eine Technologie aus den Siebzigern) und sagten: „Jaja, ich würde ja Dein Buch auch gern lesen, aber elektrisch, also ich weiß nicht, ich hätte es doch lieber in Papierform.“
     Oookeee … Bücher (eine Technologie aus dem … nee, warte mal – noch vor dem Mittelalter!) muß man auch anfassen können! Deshalb habe ich nun mal rumgeforscht und herausgefunden, daß man Bücher auch selbst und einzeln herstellen kann. Beim Copyshop anner Ecke nämlich. Die drucken dort den Inhalt aus, befestigen diesen dann mittels Heißkleber im kunterbunten Einband und fertig ist das Taschenbuch! Das sieht so echt aus, daß man echt glauben könnte, das Ding kommt echt aus’m Buchladen! Echt jetzt! Leider ist das Ganze nicht besonders günstig, alles zusammen inklusive Porto für Deutschland kostet so ein Buch dann locker … eine echt lange Stange Geld. Und da muß ich noch zum Copyshop laufen, denn eine teure Fahrkarte würde mich sofort ins finanzielle Verderben reißen! Aber dafür kann ich Euch auch gern individuelle Widmungen vorne mit reindrucken und ein Autogramm dazukritzeln, wenn Ihr wollt. Also sowas wie: „Danke, Schnuffi, für schöne Stunden zu dritt“. Oder: „Lern endlich lesen, Schatz“. Individuell maßgeschneiderte Literatur, sozusagen.
     Also dann, Anfragen bitte per Technologie aus den Neunzigern an sonny.burnett@t-online.de.

Google, es reicht!

Zuerst zeigte Google nur kleine Anfälle von Erinnerungslücken, etwa wenn es sich nicht mehr an die richtigen Straßennamen erinnern konnte. Dann bezichtigte mich der Suchmaschinengigant plötzlich unlauterer Dinge, obwohl ich nur das tat, was ich immer tat, nämlich suchen. Später nervte Google plötzlich mit dem Einblenden von kleinen Cookie-Hinweisen am oberen Bildrand, was einer neuen EU-Richtlinie zum Schutz der Internetbenutzer geschuldet war, die jedoch wie ein Geschwür immer größer wurden und bald die ganze obere Hälfte der Suchergebnisse einnahmen, so als würde Google davon ausgehen, daß die Benutzer irgendwie sehbehindert sind. Kurz darauf meinte Google, mich jedesmal per E-Mail daran erinnern zu müssen, daß ich mich gerade in das Backend dieses Blogs eingeloggt habe. Gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht, weil es sich nicht abschalten läßt und man demzufolge keine Wahl hat. Als Antwort darauf bastelte ich mir ein spezielles Google-Spam-Filter für mein E-Mail-Konto, was dazu führte, daß der Spuk endete.
     Doch den Gipfel der Nutzergängelung hat Google nun damit erreicht, daß man sich erstmal durch einen Haufen Formulare klicken muß, bevor man die eiligst ersehnten Suchergebnisse betrachten darf. Dummerweise reicht es nicht, sich einmal da durchzuquälen, denn das Ergebnis wird als Cookie gespeichert, der beim Schließen des Browsers wieder gelöscht wird, was bedeutet, beim nächsten Suchvorgang erscheint wieder das dämliche Formular. Zudem habe ich den leisen Verdacht, die Suchergebnisse haben sich in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert.
     Weißte was, Google? Jetzt reicht’s! In Zukunft benutze ich Bing, die sind zwar nicht ganz so schlau, aber wenigstens nerven sie nicht! Und tschüß …

PS: Mal sehen, wie lange Google das durchhält, bevor sie alle Nutzer vergrault haben und die Werbeeinnahmen einbrechen!

PPS: Wenn ich’s mir recht überlege, dann hat die Überschrift des Formulars „Bevor Sie fortfahren“ schon etwas von einer selbsterfüllenden Prophezeihung, oder?

Ich habe gesündigt!

Liebe Selbsthilfegruppe,

mein Name ist Sunlion und ich habe etwas Unaussprechliches getan! Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen deutschen Schlager gekauft. Für richtiges Geld. Kein Witz!
Aber der Song ist echt ein Ohrwurm:

James Bond Null-Null-Irgendwannreichtsauchmal

Ich weiß auch nicht, soll ich jetzt nochmal was über James Bond schreiben? Hab gerade mal meinen Blog durchgenudelt und festgestellt, daß die letzte Bondkritik auch schon wieder fast auf den Tag genau drei Jahre her ist. Meine Güte, wie die Zeit vergeht!
     Keine Ahnung, woran es liegt, entweder reißen mich die Filme in letzter Zeit einfach nicht mehr so vom Hocker, weil man irgendwann Verfolgungsjagden, Schießereien und Schlägereien aus wirklich jeder erdenklichen Perspektive schon mal gesehen hat, oder die Filme neuerdings nur noch lieblos heruntergekurbelt werden, oder weil ich schlicht und ergreifen einfach mal schon ein ganzen Stück weit hinterm Jordan und damit nicht die passende Zielgruppe bin.
     Sagen wir mal so: Während ich Adeles Bond-Song erst scheiße fand und nach dem Anschauen der gelungenen Titelsequenz in meine Top-10 der besten Filmtitel aufnahm, fand ich Sam Smiths neuen Bond-Song auch nach dem Anschauen noch scheiße, was er selbst aber angeblich wohl auch so sieht.
Einige der humorvollen Sprüche waren hingegen wirklich witzig. Etwa als Q Bond seine neue Uhr überreicht und der fragt: „Kann die irgendwas? – „Ja, sie zeigt die Zeit an.“ Und die ohne sichtbare Schnitte gedrehte, fünf Minuten lange Anfangssequenz war auch sehr nett. Danach sind ein Haufen Leute tot oder obdachlos oder beides, wofür sich Mister Bond wie üblich rechtfertigen muß und wie immer erstmal außer Dienst gestellt wird. Woran er sich auch diesmal selbstverständlich nicht hält und munter weiter durch die Gegend marodiert. Dann vernascht er eine trauernde Witwe, Miss Geldpfennig hingegen kriegta auch diesmal wieder nicht rum, oder sie ihn, wer weiß das schon. Anschließend dringt er in eine Veranstaltung der größten Verbrecherorganisation der Welt ein, und zwar einfach so, und nachdem er entdeckt wurde, flieht er wieder, auch einfach so. Also echt, Leute, da ist ja die Kaufhalle umme Ecke besser bewacht!
     Zwischendurch zieht sich der Film immer mal wieder etwas hin, unterbrochen von ein wenig Äktschn, bis Bond endlich die handelsübliche Hauptdarstellerin triff, die sich wie üblich erst etwas ziert, sich dann aber doch flachlegen läßt. Danach wieder laaange Zeit nix von Bedeutung, bis sich die beiden in die Höhle des Bösewichtdarstellers wagen, was ich deshalb so despektierlich formuliere, weil der milchgesichtige Christoph Waltz als Bösewicht einfach nur eine lächerliche Witzfigur abgibt, und zwar in jedem Film, den ich bisher mit ihm gesehen habe. Ehrlich, da fürchte ich mich mehr, wenn Mutti ruft, ich soll mal in die Küche kommen! Keine Ahnung, was Hollywood in dem Mann sieht, aber die Hauptrolle in der Roy-Black-Story, wo ich als Komparse mitwirken „durfte“, paßte irgendwie besser zu ihm.
     Schließlich kommt unser Roy Black auf die brilliante Idee, dem armen James ein paar Löcher ins Gehirn zu bohren, um so eine Funktion nach der anderen auszuknipsen, aber wie das so bei Bösewichten ist, sie sind ein kleines bißchen doof, und so vergißt Roy leider, Bonds Betthäschen ordentlich festzubinden, was die natürlich hemmungs- und rücksichtslos ausnutzt und Bond aus seiner mißlichen Lage befreit. Daraufhin begann ich zu sinnieren, wie Herr Black es denn bei derlei unprofessioneller Planung überhaupt geschafft hat, sich an die Spitze der globalen Verbrecherelite zu kriminalisieren, weshalb ich mich urplötzlich mit der Tatsache konfrontiert sah, daß ich wegen meiner Grübelei die mittlerweile wieder langweilig gewordene Handlung nicht mehr mitbekommen hatte und desorientiert durchs digitale Zelluloid mäanderte.
Und so rupfte ich die Reißleine, zupfte die Notbremse, warf Ballast ab und ritt zu meinen Ahnen. Oder auf gut Deutsch – ich verließt totmüde das Kino. Soll’n ’se doch alle ohne mich vor sich hinsterben …

Die Menschheit verblödet doch nicht langsam. Sie verblödet schnell!

Heutzutage begegnen einem Dinge im Leben, die kann man eigentlich gar nicht mehr begreifen. Die sind so skurril, daß man einfach nicht drauf kommt, welcher geniale Kniff sich wohl dahinter verbergen mag. Ich persönlich vermute ja, es steckt mal wieder einfach nur Dummheit dahinter. Denn anders ist die merkwürdige Erscheinung nicht zu erklären, daß erwachsene Menschen, die irgendetwas mit ihrem Handy filmen, das Gerät hochkant halten, statt quer, obwohl doch meines Wissens 99,99979 Prozent aller auf dem Markt befindlichen Monitore im Querformat entwickelt wurden. Was wiederum seinen tieferen Grund in der menschlichen Anatomie hat, nämlich weil die Augen nebeneinander angeordnet sind und unser Sichtfeld daher eher breit statt hoch ist. Die Augen übereinander sähe auch ganz schön scheiße aus.
     Lieber Gott! Irgendwie ist die Welt von heute nicht mehr meine Welt. Ich weiß, ich habe oft gesündigt. Immer und immer wieder. Und heute auch schon zweimal. Aber ich bitte Dich, wenn Dir auch nur noch ein Fünkchen an mir liegt … nimm mich hinfort!

Shut the fff… Firefox up!

Endlich mal was echt Praktisches: Der neue Firefox 42 hat ein kleines Lautsprechersymbol im Tabreiter spendiert bekommen, mit dem man unerwünscht plärrende Webseiten per Klick stummschalten kann. Das las ich neulich schon im Zusammenhang mit einem anderen Browser und fragte mich, warum Firefox das nicht auch hat. Sehr praktisch, da momentan gerade die Unsitte um sich greift, ungefragt Werbevideos automatisch zu starten, die einem dann mächtig den Tag versauen können, wenn man beim Surfen gerade laut Musik hört.
     Außerdem verhindert Firefox jetzt die Verfolgung durch Webseiten, die den Wunsch des Benutzers, nicht getrackt werden zu wollen, einfach ignorieren. Standardmäßig funktioniert das zwar nur in privaten Fenstern, aber über about:config und Änderung des Eintrags privacy.trackingprotection.enabled auf true klappt das auch mit normalen Tabs. Manchmal haben Entwickler anscheinend doch den einen oder anderen lichten Moment.

Die Drogen und der Tod

Nicht, daß ich’s ihm nicht gönnen würde. Sieben Jahre Haft für Drogenhandel trotz Jugendstrafmaß finde ich durchaus angemessen. Von mir aus könnten es auch siebzehn sein. Aber der Abstand zu dem skandalösen Urteil im Todesfall Ronny K., wo der Haupttäter mit nur viereinhalb Jahren davongekommen ist, erstaunt mich doch sehr. Es zeigt sich mal wieder, wie wenig ein Menschenleben in Deutschland wert ist.

Rente mit 85

Nu isses soweit! Die Industrievertreter sind völlig durchgedreht. Vielleicht haben sie zuviel Tai Ginseng geschnüffelt oder ein paar Ilja-Rogoff-Knoblauchpillen zuviel eingeworfen. Aber anscheinend meinen die das ernst: Rente mit 85!
     Ich glaube, ich geh schon mal meine Bandscheiben alphabetisch sortieren …