Ich bin ja, trotz einiger Rückschläge in letzter Zeit, noch immer felsenfest davon überzeugt, daß uns das Schicksal unterwegs durchs Leben kleine Hinweise zusendet, um uns auf den rechten Weg zu führen. Mit kurzen Beispielen unterlegt habe ich das auch in meinem Buch beschrieben, im Abschnitt „Niemandsland“.
Gestern nun war es mal wieder soweit: Seit Anfang dieses Monats steht mein geliebtes Golfilinchen nämlich sicher geschützt in einer Garage hinterm Haus, was man in einer Großstadt wie Berlin durchaus als Sechser im Lotto bezeichnen darf. Gleich am ersten Tag lernte ich den weisen alten Mann kennen, der die Garage neben mir hat, und in seiner unendlichen Weisheit und unerschöpflichen Lebenserfahrung riet er mir sogleich, die offenen Türen unbedingt mit den dafür vorgesehenen Stangen zu sichern, damit der Wind sie nicht zuschlägt. Doch als der leichtsinnige, fast fünfzigjährige Jungspund, der ich nun mal bin, schoß ich seine Warnung natürlich in ebendiesen. Also in den Wind.
Gestern nun, auf dem Weg in die Sonntagssonne, öffnete ich die Garagentüren, schoß in den Wind, setzte mich ins Auto und ließ den Motor an. Vorsichtshalber, induziert durch eine düstere Vorahnung, elektrokurbelte ich noch das Fenster herunter, um im Ernstfall die sich schließende Tür mit der Hand aufhalten zu können.
Leichter Druck aufs Gas, doch eine höhere Macht ließ mich die Kupplung weiter gedrückt halten …
Peng!!! Mit lautem Knall hämmerte der in den Wind geschossene Wind die Tür gegen den Rahmen. Wäre ich nur eine Sekunde früher losgefahren, hätte die aus schwerem Holz gefertigte Tür mir den Kotflügel zertrümmert. Schwein gehabt!
Ja, liebe Schicksalswinke – ich verspreche, Euch in Zukunft etwas ernster zu nehmen! Wenn Ihr mir versprecht, Euch mir gegenüber noch etwas deutlicher zu offenbaren.


