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Ein deutlicher Wink des Schicksals

Ich bin ja, trotz einiger Rückschläge in letzter Zeit, noch immer felsenfest davon überzeugt, daß uns das Schicksal unterwegs durchs Leben kleine Hinweise zusendet, um uns auf den rechten Weg zu führen. Mit kurzen Beispielen unterlegt habe ich das auch in meinem Buch beschrieben, im Abschnitt „Niemandsland“.
Gestern nun war es mal wieder soweit: Seit Anfang dieses Monats steht mein geliebtes Golfilinchen nämlich sicher geschützt in einer Garage hinterm Haus, was man in einer Großstadt wie Berlin durchaus als Sechser im Lotto bezeichnen darf. Gleich am ersten Tag lernte ich den weisen alten Mann kennen, der die Garage neben mir hat, und in seiner unendlichen Weisheit und unerschöpflichen Lebenserfahrung riet er mir sogleich, die offenen Türen unbedingt mit den dafür vorgesehenen Stangen zu sichern, damit der Wind sie nicht zuschlägt. Doch als der leichtsinnige, fast fünfzigjährige Jungspund, der ich nun mal bin, schoß ich seine Warnung natürlich in ebendiesen. Also in den Wind.
     Gestern nun, auf dem Weg in die Sonntagssonne, öffnete ich die Garagentüren, schoß in den Wind, setzte mich ins Auto und ließ den Motor an. Vorsichtshalber, induziert durch eine düstere Vorahnung, elektrokurbelte ich noch das Fenster herunter, um im Ernstfall die sich schließende Tür mit der Hand aufhalten zu können.
     Leichter Druck aufs Gas, doch eine höhere Macht ließ mich die Kupplung weiter gedrückt halten …
     Peng!!! Mit lautem Knall hämmerte der in den Wind geschossene Wind die Tür gegen den Rahmen. Wäre ich nur eine Sekunde früher losgefahren, hätte die aus schwerem Holz gefertigte Tür mir den Kotflügel zertrümmert. Schwein gehabt!
     Ja, liebe Schicksalswinke – ich verspreche, Euch in Zukunft etwas ernster zu nehmen! Wenn Ihr mir versprecht, Euch mir gegenüber noch etwas deutlicher zu offenbaren.

„The Jungle Book“ oder „Gehört nicht in Kinderaugen!“

Wenn Samstagnachmittag über den Schwarzweißfernseher meiner Eltern die Flimmerstunde mit Prof. Flimmrich flimmerte, und zufällig mal wieder die russischen Märchenfilme mit der Hexe Baba Jaga und ihrem sich auf einem Hühnerbein drehenden Hexenhäuschen liefen, dann empfand ich etwa Zehn­jähriger das schon als ziemlich gruselig. Wie gruselig muß dann ein nicht mal fünfjähriges Kleinkind einen perfekt animierten, dreidimensionalen Tiger empfinden, der hinter Mogli, dem minderjährigen Haupthelden des gerade angelaufenen Kinofilms „The Jungle Book“ hinterherjagt?
     Anscheinend ziemlich gruselig, denn die Kleinkinder um mich herum verfielen bei den etwas heftigeren Szenen jedesmal in hektisches Angstgeplapper, das auch durch gutes Zureden der begleitenden Eltern nicht einzudämmen war.
     Das Buch las ich übrigens auch schon in frühestem Kindesalter, und ich fand es sehr spannend, wortgewaltig und bildhaft, also ganz so, wie ein gutes Buch sein sollte. Allerdings habe ich sowohl den Verlauf der Geschichte als auch die eher verhaltende „Äktschn“ etwas anders in Erinnerung, als sie sich heute im Film präsentierte. Sagen wir mal, gegen den Film ist das Buch eher ein Laumann. Es kommt nicht eine Sekunde Langeweile auf, einfach weil es ständig etwas zu entdecken gibt. Und überhaupt, die Tiere: Perfekt animiert und vollständig verschmolzen mit der realistisch wirkenden Umgebung, so daß es unmöglich ist, zu sagen, was davon noch real gefilmt und was im Computer entstanden ist. Etwa in der Szene, wo Mogli auf dem Bär sitzend den Fluß entlangschwimmt. Während man im Film „Titanic“ die am Schiffsrumpf entlangplätschernden Wellen noch eindeutig als computeranimiert zu identifizieren vermochte, so bewegt sich der flauschige Bär völlig natürlich im klaren Wasser, mit nassem Pelz, Licht­reflex­ionen und Piapapo. Dazu noch ein paar lustige Sprüche („das ist keine Dschungelregel, das ist Propaganda!“) und ein „heißes“ Finale, schon hat man einen unterhaltsamen Familienfilm. Vorausgesetzt, man läßt die Kinder zu Hause.
     Unbedingt bis zum Schluß ansehen sollte man sich auch den Abspann, dort durften sich die 3D-Animateure nämlich nochmal so richtig schön kreativ austoben!

Der Sultan und der giftige Gartenzwerg

Das Wichtigste gleich zum Anfang: Ich mag sie nicht. Alle beide. Nicht den türkischen Präsidenten Erdogan – irgendwie erinnert der mich an Stalin. Also schon rein optisch. Und auch nicht Jan Böhmermann. Er ist ein Nichts. Eine Null. Eine Witzfigur. Ein pubertierendes, dürres Jüngelchen. Ein giftiger Gartenzwerg, der sich das Maulaufreißen nur darum erlauben kann, weil er von Sicherheits­schleusen und Wachleuten sicher geschützt im kuschelwarmen Fernsehstudio sitzt. Müßte er sein lockeren Sprüche vis-à-vis den Opfern seines Spottes wiederholen, würde er vermutlich keine Silbe herausbekommen, denn er sieht mir eher nicht danach aus, als würde er die unvermeidlichen Erwiderungen zehn Runden lang durchstehen.
     Ich finde auch seinen Humor nicht komisch. Aber das muß ich ja nicht, die Geschmäcker sind halt verschieden. Doch was er da in seinem … nennen wir es ersatzweise ruhig mal „Gedicht“, solange bis uns etwas Besseres dafür einfällt. Was er da neulich abgesondert hat, dürfte mit Satire eigentlich nichts mehr zu tun haben. Diejenigen, die sich jetzt hinstellen und laut „Satire darf alles“ in die Welt rufen, sollten sich mal genau überlegen, ob sie diese Meinung immer noch vertreten würden, wenn ein guter Freund, der Lebenspartner, die Eltern, die Kinder oder gar sie selbst die Zielscheibe dieser Beleidigungen geworden wären. Und zwar öffentlich im Fernsehen und vor tausenden Zuschauern. Man mag über Erdogan denken, was man will, doch derartige Angriffe hat niemand verdient, auch er nicht. Neben den Gesetzen, welche die Pressefreiheit, die Freiheit der Kunst und auch der Satire behandeln, gibt es auch noch Gesetze, mit denen ehrverletzende Beschimpfungen und Beleidigungen geregelt werden. Und das ist auch gut so, denn man stelle sich vor, jeder könnte jeden beschimpfen und ungestraft damit durchkommen, indem er hinterher behauptet, das sei doch bloß Satire gewesen. Unsere Gesellschaft würde wohl erheblich darunter leiden, denn niemand hätte mehr die Möglichkeit, juristisch gegen solche Angriffe vorzugehen. Mobbing in der Schule, auf der Arbeit und im Alltag, das alles wäre dann nicht mehr juristisch zu ahnden.
     Aber das alles wollte ich nur mal beiläufig erwähnen, was mich derzeit wirklich brennend interessiert, ist Folgendes: Jetzt, nachdem Jan Böhmermann bekanntgegeben hat, vorerst zu pausieren, wovon lebt er da eigentlich? Bekommt er sein vermutlich fürstliches Gehalt, bezahlt aus dem allseits beliebten Rundfunkbeitrag, also auf Kosten des Steuerzahlers, auch weiterhin oder muß er Flaschen sammeln gehen? Gefährlich wäre Letzteres auf jeden Fall nicht, denn er hat ja nun Polizeischutz. Auch auf Kosten des Steuerzahlers.
     Halt, noch was, nur für die Anwälte: Das Nichts, die Null, die Witzfigur, das pubertierende, dürre Jüngelchen und der giftige Gartenzwerg sind selbstverständlich Satire!

Am Vorabend der Revolution

Bereits in meinem Buch schrieb ich, daß soziale Ungerechtigkeiten in Frankreich stets ein heißes Eisen sind und zu mehr oder weniger heftigen Aus­ein­ander­setzungen führen. Nun isses also mal wieder soweit, die Nachrichten vermeldeten soeben, daß es in Frankreich zu schweren Ausschreitungen kam. Die Regierung unter Staatspräsident Hollande versucht wohl gerade, eine Arbeitsrechtsreform durchzusetzen. Laut Medien sollen die Ausschreitungen bereits revolutions­ähnlichen Charakter gehabt haben. Kein Wunder, könnten die Folgen für die französischen Arbeitnehmer doch ähnlich verheerend sein, wie für deutsche Arbeitnehmer die Agenda 2010, die in den unmenschlichen und unerträglichen Hartz-4-Gesetzen gipfelte, und zwar mit allen drastischen Nebenwirkungen, wie Sklaverei durch Androhung von Sanktionen, 1-Euro-Jobs und daraus resul­tierender Armut durch zu niedrige Renten, die übrigens auf Grund der Renten­anpassung mittlerweile auch Menschen mit ganz normalem Einkommen betrifft. Wie etwa mich.
     Fragt sich nur, warum es in Deutschland nicht auch entsprechende Reaktionen auf der Straße gab, als die Agenda umgesetzt wurde. Wie die Schäfchen ließen wir uns von SPD und Grünen zur Schlachtbank führen, und die Gewerkschaften machten munter mit.
     Aber vielleicht mahlen die deutschen Arbeitnehmermühlen einfach nur etwas langsamer, denn wenn man den aktuellen Umfragen Glauben schenken darf, so steht es um die etablierten Parteien derzeit gar nicht gut. Die SPD schrammelt teilweise schon unterhalb der 20-Prozent-Marke entlang und die Grünen dümpeln irgendwo bei der Hälfte dahin, gleichauf mit der AfD. Die hat übrigens ver­sprochen, Hartz 4 abzuschaffen und durch eine „aktivierende Grund­versorgung“ zu ersetzen. Dies wird allerdings von unterschiedlichen Seiten teilweise recht hart kritisiert, insbesondere mit Blick auf die vorgeschlagene Privatisierung der Arbeits­losenversicherung. Die Kommentare reichen von „Abschaffung des Solidargedankes“ bis hin zum „Abbau des Sozialstaates“. Es bleibt also offen, ob das, was derzeit schon unmenschlich und schlimm ist, noch viel schlimmer werden kann. Immerhin ist die Sozialhilfe ja noch im Grundgesetz verankert. Also wenn mich das mal nicht beruhigt …

Die Russen sind ja sooo gemein!

Am heutigen 1. April, dem Weltjubeltag aller Scherzkekse, versucht doch RT Deutsch tatsächlich, die unteren Extremitäten der deutschen Bundeskanzlerin mit flüssigen Harnausscheidungen zu kontaminieren. Oder auf gut Deutsch – ihr ans Bein zu pinkeln. Denn auch wenn am Ende des Artikel schon die Auflösung steht, so weiß man doch aus vergangenen Schmutzkampagnen – auch wenn überhaupt nichts dran war, es bleibt immer was hängen!

Pecher als Pech

In meiner Nachbarschaft steht ein Haus, dessen Bewohner in den vergangenen fünfzig Jahren einen freien, südseitensonnigen Blick auf die Grünfläche eines relativ großen Innenhofes genießen durften. Leider gehörte das Gelände einem anderen Eigentümer, der Anfang letzten Jahres beschloß, das Gelände zu roden und ein großes Mehrfamilienhaus darauf zu errichten, was den Nachbarn mit dem Sonnenblick wohl nicht sonderlich gefallen dürfte, denn sie starren nun auf eine Betonwand. Im Norden keine Sonne, im Süden keine Sonne mehr, das ist wirklich Pech. Dachte ich zumindest, bis ich dieses Foto sah

Eine Ausreisewelle gigantischen Ausmaßes

In letzter Zeit erfuhr man bereits aus verschiedenen Medien, daß viele Flüchtlinge wieder zurück in ihre Heimatländer flüchten, weil sich ihre Illusionen vom eigenen Haus oder schnellen Reichtum nicht erfüllt haben. Manchmal auch nur, weil sie von der öden, alles und jeden zu Tode langweilenden, klebrig-zähen Bürokratie furchtbar angepißt sind. Was ich durchaus nachvollziehen kann, denn ich liege momentan auch gerade mit mehreren Behörden im Clinch.
     Doch jetzt könnte eine Ausreisewelle gigantischen Ausmaßes bevorstehen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben nämlich beschlossen, unter anderem die Lindenstraße mit arabischen Untertiteln auszustrahlen. Ehrlich Leute, wenn die Flüchtlinge das sehen, gibt es garantiert kein Halten mehr! Krieg, Hunger, Elend … nichts von all dem ist so schlimm wie die Lindenstraße! Jedesmal, wenn ich da zufällig hineingerate, verspüre ich auch das dringende Bedürfnis, einen Ausreiseantrag zu stellen.
     Wieso eigentlich ausgerechnet Arabisch? Warum nicht Chinesisch? Oder Grönländisch? Oder … Guatemaltekisch?

Himmel hoch jauchzend, zu Tode „gefliegt“?

Verehrter Scheich Ahmad ibn Sa’id Al Maktum,

bei RT Deutsch muß man heute leider lesen, dass Ihr bei Emirates Eure Piloten solange überlastet, bis sie krank werden und die Gefahr besteht, daß sie vom Himmel fallen. Elf Tage Dienst am Stück ohne Pause und gegen den Biorhythmus!
     Sagt mal, habt Ihr sie noch alle? Ihr gefährdet damit Menschenleben! Seid Ihr noch nicht reich genug, dass Ihr für Geld auch noch Leben riskieren müsst? Was glaubt Ihr, wieviele Milliarden sind genug? Gibt es da irgendeine Zahl? Oder lautet sie einfach nur „meeehhhr“?
Ich bin ja noch immer ein großer Dubai-Fan, aber mit Emirates fliege ich nach diesem Skandal garantiert nicht mehr dorthin!

Ohne Grüße!
Sunlion Sonniglöw

Von O bis O

Von Oktober bis Ostern soll man seine Winterräder drauflassen, heißt es.
     Morgen ist Ostern! Es ist also mal wieder Zeit für die Sommerlatschen. Dabei hatte ich glatt schon vergessen, wie schwer die Dinger sind … Und es ist jedesmal wieder eine echt schmutzige Angelegenheit. Danach hat man sich eine entspannende Dusche ehrlich verdient!