Menü Schließen

Die guten Samariter

Vor ein paar Jahren bin ich mal über ein Video gestolpert … nein, nein – nicht dieses Video! Und die Vorwürfe wurden auch alle wieder fallengelassen!
     Ich hab also im Internet ein Video entdeckt, bei dem ein Roboterarm irgendwelche interessanten Dinge veranstaltet hat. Noch viel interessanter jedoch war die im Hintergrund vor sich hindudelnde Musik, über die ich trotz moderner Musikerkennungssoftware keine Informationen finden konnte. Nun hab ich’s mal wieder versucht, und siehe da – der Name der Band ist Isambard, und sie haben mehrere interessante, dem Ohrenschein nach aufwendig produzierte Alben herausgebracht. Doch man kann sie leider nicht kaufen! Weder bei Amazon noch bei iTunes ist der Name gelistet. Stattdessen bieten die Musiker alle Alben kostenlos auf ihrer Webseite zum Herunterladen an.
     Ja also Kinners, so geht das aber nicht! Seid Ihr denn alle verrückt geworden? Ihr müßt doch auch mal etwas essen, Eure Miete bezahlen, Strom und Gas, Mutti einen Blumenstrauß mitbringen und vielleicht mal das eine oder andere neue Instrument kaufen! Kein Spendenknopf, kein Paypal-Konto! Das kann ich doch nicht annehmen! Da krieg ich gleich ’n schlechtes Gewissen. Ich glaub, ich schick Euch einfach mal ’ne Mail und frage, wo ich Euch die Geldscheine hinschicken soll. Ihr Guten Ihr!

PS: Nachdem ich gerade im Fitneßstudio drei Stunden lang Zeit hatte, die Alben mal grob durchzuhören, meine ich, eine vage Vorstellung darüber zu haben, warum die Plattenfirmen die Band nicht ins Programm aufnahmen. Nicht etwa weil die Musik schlecht ist oder so, sie werden nur ganz einfach nicht gewußt haben, wohin damit. Und ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht. Man müßte wohl eine neue Schublade anlegen, mit der Beschriftung: „Rockpopklassikorgel­punk­techno­elektrofilmzitateklanglärmmischmaschcollagen. Eine wirklich wüste Mischung. Wenn die Alben denn überhaupt etwas gemeinsam haben, dann daß sie gänzlich ohne Gesang auskommen, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann. Trotzdem alles sehr kreativ, interessant und hörenswert!

Unerträgliche TV-Tussis

In der WDR-Sendung „Der Haushalts-Check“ untersucht Moderatorin Yvonne Willicks gerade das Thema Waschmittel. In einer Szene steht sie mit einem Tisch voller Flaschen und Päckchen in der Fußgängerzone und testet, ob die Passanten genau genug dosieren können. Dabei regt sie sich über das Gewicht einer Fünf-Kilo-Flasche auf*, weil sie findet, daß es sich mit dieser aufgrund ihres hohen Gewichts nur schlecht dosieren läßt, was ihr eine der angesprochenen Passantinnen auch bestätigt, als sie versehentlich etwa zuviel Gel in den Meßbecher schüttet. Daraufhin wirken beide irgendwie ratlos und verstört. Auf die Idee, das überschüssige Gel doch einfach wieder in die Flasche zurückzukippen, kommen beide nicht. Und ich bekomme trotz Schaumstoffüllung spontan wieder Kopfschmerzen. Schnell – wo ist die Fernbedienung?

*Ej, Alte, denn geh halt mal ’n bisch’n ins Fitneßstudio, würde Dir eh nich‘ schaden, nich‘? Nich‘?

„Jurassic World“ oder „Ich glaub, ich krieg ’n Herzkasper“

Über zwanzig Jahre ist das nun schon wieder her, und es kommt mir vor, als wäre es erst letzte Woche gewesen: 1993 pilgerte ich ins Kino Alhambra in Westberlin, um mir Jurassic Park, den Urvater aller erwähnenswerten Dinofilme anzuschauen, denn die alten Schinken mit in Stop-Motion-Technik bewegten Knetfiguren kann man eigentlich nicht mitzählen. Regisseur Steven Spielberg löste mit diesem Meisterwerk eine Dinomanie ohne Gleichen aus und beeindruckte mit nie zuvor gesehenen, computeranimierten Sauriern, die dem damaligen Publikum die Kinnlade herunterklappen ließen und den Schweiß auf die Stirn trieben. Das angsterfüllte Plärren der viel zu kleinen Kinder, die trotz der Altersbeschränkung auf zwölf Jahre mit in den Film geschmuggelt wurden, hallt noch heute in meinen Ohren.
     Ein paar Jahre später legte Teil zwei noch eine Schippe drauf, es gab mehr Tiere und spektakulärere Szenen zu sehen. Der dritte im Bunde nervte dann ein wenig durch seine hysterisch im Wald herumkreischenden Darsteller, war aber auch durchaus spannend und sehenswert.
     Der neue Film verfährt nach bekanntem Muster: Firma will Menschen beglücken, Bösewicht will Profit machen und nicht auf den warnenden Warner hören. Wie auch in den Teilen davor geht das natürlich schief und die Dinos fressen sich durch das menschliche Buffet. Wäre es nur das, hätte ich mir den Weg ins Kino vermutlich gespart, denn nichts ist weniger aufregend, als der Aufguß vom Aufguß vom Aufguß vom Aufguß. Diesmal jedoch kommt noch eine weitere Attraktion hinzu – die dritte Dimension. Wenn die Dinos also schon mal in 3D über die Leinwand stampfen, dann kann man sich das ruhig noch ein viertes Mal antun.
     Einigen Szenen sieht man den Computer deutlich an, ulkige Größen­verhältnisse, merkwürdig verwaschende Kreaturen, die als Herde über eine Graslandschaft rennen oder im Wald neben einem Fluß herumstehen und die in Booten umherfahrenden Menschen beobachten. Auch die wie Fledermäuse umherflatternden Flugsaurier hätten etwas mehr Realismus vertragen, denn ein flugfähiges Tier mit solcher Spannweite dürfte sich in Wirklichkeit erheblich langsamer bewegen. Dazu ein Hubschrauber, der so klein aussieht, als wären er nur ein Spielzeug. Ganz besonders doof: Ein paar abgerichtete Velociraptoren, die zusammen mit Menschen auf die Jagd gehen, erscheinen nicht besonders glaubwürdig. Auch merkt man, das Steven Spielberg als Coproduzent anscheinend ein paar Tips gegeben hat, denn zunächst sieht man von den Tieren recht wenig, ein von ihm erfundener Kniff, um die Spannung zu steigern, den er bereits in „Der weiße Hai“ erfolgreich anwandte, weil die Haiattrappe ständig defekt war und er deshalb eine Notlösung finden mußte.
     Aber für all das entschädigen die wirklich wichtigen Szenen, etwa wenn der neuerschaffene Hybrid-Dino oder die Raptoren durchs Bild laufen. Auch der Showdown am Ende, wenn der furchteinflößende T-Rex losgelassen wird und aus seinem dunklen Verlies auftaucht, während das verletzliche, kleine Menschlein direkt davorsteht. Solche Szenen treiben einem sofort das Adrenalin ins Blut, vermutlich ein uralter Reflex aus der Zeit, als sich die Menschen noch nicht an der Spitze der Nahrungskette befanden und als leicht zu fangender, etwas grätiger Zwischensnack auf der Speisekarte der Saurier standen.
     Nie zuvor sahen Dinosaurier so echt, so lebendig, so furchteinflößend und gleichzeitig so faszinierend aus. Wer ein schwaches Herz hat, sollte sich den Film daher besser nicht in 3D anschauen.

Dichter geht’s nicht

Dieses Wochenende gelang es meinem forsch forschenden Forscherhirn doch tatsächlich, neben den Schlafschlümpfen noch eine weitere menschliche Gattung zu identifizieren. Ich nenne sie den Penetrantparker. Er hat die eigenartige Eigenart, sich auf einem riesengroßen, öffentlichen Parkplatz, auf dem noch unzählige freie Plätze deutlich erkennbar vorhanden sind, genau neben mein Auto zu stellen, und zwar so dicht, daß er beim Aussteigen selber kaum noch aus der Tür kommt. Ist das nun ein besonderer Hinweis auf Geselligkeit? Oder ein versteckter Fingerzeig seiner Zuneigung? Oder einfach nur Dummheit, angesichts der horrenden Kosten für Lackreparaturen? Wenn ich doch nur wüßte, was in solchen Menschen vorgeht …

Schlafschlümpfe im Wunderland

So wie ich aussehe, bin ich meistens auch drauf: Lustig, flauschig und ein klein wenig pelzig, dazu noch rücksichtsvoll, hilfsbereit sowie lieb und nett zu jedermann. Während ich mich also tagtäglich bemühe, möglichst nirgends anzuecken, nicht im Weg zu stehen und beim Shoppen meinen Einkaufswagen irgendwo in abgelegenen, dunklen Ecken parke, wundere ich mich immer öfter über diese merkwürdige Spezies, der ich bei meinen wöchenendlichen Einkaufstouren begegne. Eigentlich ärgere ich mich über sie, aber mein ehemaliger Klavierlehrer Achim hat empfohlen, sich über andere weniger zu ärgern und stattdessen zu denken – ei, das ist aber erstaunlich! Also wundere ich mich lieber, statt mich zu ärgern.
     Diese Kreaturen habe ich übrigens Schlafschlümpfe getauft, und heute fand ich bei Kaufland heraus, daß sich deren Anzahl synchron zur Zeitnot verhält, der man momentan unterworfen ist. Je eiliger man es hat, desto gehäufter ihr Auftreten. Und man erkennt sie auch sofort an ihrem Verhalten: Versucht man, seinen Einkaufswagen möglichst schnell durch die Gänge des Einkaufszentrums zu steuern, kommt garantiert sofort hinter einer Ecke ein Schlafschlumpf hervorgesprungen und blockiert mit langsamem Umherschlendern das zügige Vorwärtskommen. Gern parken sie auch ihre Einkaufswagen nebeneinander im Gang, sodaß es unmöglich ist, sie einfach zu umfahren, während sie gedankenverloren, der Welt entrückt und fasziniert von all den tollen, bunten Dingen in den Regalen, vor sich hinstaunen. Was um sie herum passiert, wird in diesem Moment völlig ausgeblendet, man könnte hinter ihnen splitterfasernackt herumspringen, sie würden es nicht bemerken. Wirklich, ich hab’s ausprobiert! Selbst wenn man sie anspricht, wachen sie nicht auf und wandeln fröhlich weiter durchs bunte Warenwunderland.
     Auf keinen Fall sollte man nach mehrfach erfolglosem Ansprechen ihren Wagen eigenmächtig zur Seite rollen, darauf reagieren Schlafschlümpfe sehr empfindlich. Sie mögen es nicht, aus ihren schönen, bunten Träumen gerissen zu werden. Das überlasse man lieber der Kassiererin, deren Bekanntgabe der Gesamtsumme den Schlafschlümpfen urplötzlich soetwas wie einen Weckimpuls vermittelt, der sie zu der Erkenntnis gelangen läßt, es wäre nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich auf die Suche nach dem in irgendeiner Tasche verborgenen Portemonnaie zu machen. Ab da hat man es dann allerdings fast schon überstanden, das Zusammensammeln des passenden Kleingeldes, centgenau abgezählt, dauert erfahrungsgemäß selten länger als fünf Minuten.
     Ehrlich, manchmal habe ich das Gefühl, die da oben machen uns irgendwas ins Trinkwasser! Oder zu wenig davon.

Heim ins Reich

Die Russen beherrschen das schmierig-glatte Politparkett derzeit so überlegen, dass es eine richtige Freude ist, ihnen dabei zuzuschauen. Erst das Husarenstück mit den syrischen Chemiewaffen, wo sie in letzter Sekunde einen amerikanischen Angriff verhinderten, dann das Jonglieren im heiklen Ukrainekonflikt, wo sie sich nahezu ohne Blutvergießen und im Einklang mit dem Völkerrecht* die Krim heim ins russische Reich holten und so den strategisch wichtigen Zugang zur Krim sicherten, neue Bündnisse schmiedeten und der Weltbank paroli boten. Und nun das perfekte Pokerblatt mit Griechenland. Ich schätze, sie werden Griechenland hinter den Kulissen bereits ihre Unterstützung zugesichert haben, sobald das Land pleite ist und den Euro mit in den Abgrund gerissen hat.
     Denen gelingt in letzter Zeit aber auch wirklich alles, was sie in die Hand nehmen. Respekt!

* mehr oder weniger, darüber kann man sich bestimmt trefflich streiten.

Ein guter alter Freund

Beim Abendspaziergang im Internet stolperte ich gerade über einen meiner besten Freunde aus den Achtzigern, mit dem ich mich regelmäßig einmal pro Woche für ein Stündchen traf. Meist war noch sein Kollege dabei, und zusammen erlebten wir jede Menge Abenteuer und Action bei bombastischem Wetter. Fast dreißig Jahre ist das schon her, aber trotz seiner 66 Jahre sieht er immer noch cool aus. Also wirklich, der sieht aber auch cool aus!

Ausgetictact

Icke heute, wa – hab mir im Supermarkt ’ne Riesendose Tic Tac gekauft, 200 Stück für cool kalkulierte 2,29 Euro, wodurch der Preis im Vergleich zu den kleinen Standard-Schachteln auf 0,42 Euro pro 18 Gramm absinkt, was preislich fast schon akzeptabel ist, auch wenn das meiner Ansicht nach noch immer zu teuer ist. Jedenfalls dachte ich mir frischfrech, zähl‘ doch die Dinger mal nach, wenn weniger drin sind, als angegeben, machste deinen Anwalt scharf und schickst eine minzgepfefferte Klage in die Drageebude.
     Aber nöö, der Hersteller ist cleverer als vermutet, nach dem Auszählen des Inhalts stellte sich heraus, daß ein Tic Tac mehr enthalten ist, als draufsteht, nämlich genau 201. Da hat mir Ferrero ja schön die Tour verminzt!

Könnt Ihr auch nicht schlafen?

Ein amerikanischer Mediziner hat jetzt eine tolle neue Methode entwickelt, bei der man garantiert sofort einschläft. Er nennt sie die 4-7-8-Methode, sie orientiert sich an der Yoga-Lehre und geht folgendermaßen: Bis vier zählen und dabei durch die Nase einatmen. Dann den Atem anhalten und dabei bis sieben zählen. Als letztes bis acht zählen und dabei durch den Mund ausatmmmmmmmmmmmmmmmmm
mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,, ……………….. .. … — –

Echte Musik

Für alle diejenigen, welche die Band schon kennen – hört ihr mal weg! Für alle anderen – ich habe mal wieder eine tolle Entdeckung gemacht, in einem Spielfilm entdeckte ich bei einer Diskoszene einen interessanten Musiktitel und stieß so auf die norwegische Band Röyksopp, von der ich zwar schon einen Titel hatte, der aber … nun ja, nicht schlecht und nicht richtig gut, sondern einfach nur interessant war. Durch den Film kam ich aber nun auf die Idee, mir mal alle Alben anzuhören und bin durchweg begeistert. Tolle synthilastige Musik aus dem elektronischen Bereich. Tolle Sounds, melancholische Melodien, fetzige Rhythmen und gelegentlich auch Gesang. Vor allem aber niemals nervig oder unangenehm. Hab sie mir alle gekauft und kann nicht aufhören sie aufzuhören.