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Lichter mehr

Nach meiner Entdeckung moderner LED-Leuchtmittel habe ich nun die LED-Kette zum Selberkleben entdeckt. Immer wenn ich vom großen Lottogewinn träumte und mir ausmalte, was ich Tolles damit anstellen könnte, schaute ich mir exklusive Villen und teure Jachten an. Dafür muss man nicht mal das Haus verlassen und gestressten Maklern auf den Sack gehen. Passende Videos finden sich in ungezählter Menge auf Youtube, denn offenbar gibt es Menschen, die davon leben können, anderen Menschen schöne Dinge vorzuführen.
     Dabei bemerkte ich immer wieder neidisch die von unten beleuchteten Betten und Schränke. Derart illuminiert wird jede Sozialwohnung zum Luxusappartment. Dafür benötigt man nicht einmal Werkzeug und handwerkliches Geschick. Einfach die Schutzfolie von der Rückseite der LED-Kette entfernen und die Kette von unten an geeigneter Stelle ankleben. Man muss nur darauf achten, dass ein passendes Netzteil im Lieferumfang enthalten ist. Auch eine Steckdose sollte in unmittelbarer Nähe vorhanden sein. Wenn das Netzkabel quer durch den Raum gelegt werden muss, wird das wohl nicht besonders hübsch aussehen.
     Meistens befindet sich eine Fernbedienung im Paket. Damit lässt sich die Helligkeit einstellen, manchmal auch ein Timer, der das Licht nach einigen Minuten ausschaltet.
     Und immer schön darauf achten, dass die richtige Farbtemperatur gewählt ist! Das Licht sollte schon zu den bereits vorhandenen Lampen passen. 4000 Klevin entspricht einem neutralen Weißton mit leichter Tendenz in Richtung warm. 3000 Kelvin sind bereits leicht gelblich, 5000 Kelvin für meinen Geschmack unangenehm kühl. Bunte LED-Ketten kann man übrigens getrost vergessen, es sei denn, man will es wirklich farbig habe. Neutrales Weiß können sie jedoch nicht erzeugen.
     Sollten an einigen Stellen zu überbrückende Lücken die Montage behindern, wie in meiner Küche bei Herd und Geschirrspüler, findet man preiswerte meterlange L-Profile aus Kunststoff in schwarz oder weiß zum Zuschneiden im nächsten Baumarkt. Diese wiederum lassen sich einfach mit Klebepads aus der Schreibwarenabteilung des Supermarkts befestigen. Kein Nageln, kein Schrauben!
     Nie zuvor war es einfacher, sein Wohnumfeld mit preiswertem Zubehör derart luxuriös aufzuwerten.

Nächtliches Kuddelmuddel

Heute Nacht trat ich vor die Tür, lief zur Laterne, wo ich nur wenige Minuten zuvor mein Fahrrad angelehnt hatte und musste feststellen, dass es geklaut worden war. Innerlich brodelnd vor Wut über meine eigene Dummheit, es nicht angeschlossen, und die Unverfrorenheit des Diebes, mein Lieblingsfahrrad entwendet zu haben, griff ich kurzerhand ein fremdes Rad, welches ebenfalls an der Laterne lehnte und fuhr eilig davon. Schließlich musste auch ich irgendwie nach Hause kommen.
     Beschämt und von meiner eigenen Dreistigkeit überwältigt, erwachte ich aus diesem Traum und realisierte nach einigen Sekunden überglücklich, dass mein Lieblingsfahrrad sicher verschlossen unter mir im Keller stand. Gleichzeitig fragte ich mich, ob der Besitzer des geträumten Fremdrades, den ich wiederum beklaut hatte, heute Nacht womöglich auch vom Verlust seines Rades geträumt haben mochte.

Bürokratie von Sinnen

Erstaunlich, dass dieselben Themen, die eigentlich längst geklärt waren, von bestimmten Politikern immer wieder hervorgezerrt werden, wie etwa Hartz 4, das inzwischen in Bürgergeld umbenannt wurde. Entweder sollen Bezüge gekürzt oder ganz abgeschafft werden, was vom Bundesverfassungsgericht bereits abgelehnt wurde, oder die Hilfeempfänger sollen zur Arbeit gezwungen werden, was durch das Grundgesetz eingeschränkt ist, nämlich durch den Artikel 12: „Freie Wahl von Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte“, „Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden“ sowie „Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig“. In diesem Zusammenhang häufig vergessen wird auch die Vertragsfreiheit, die es Personen erlaubt, Verträge (und auch Arbeitsverträge gehören dazu) abzuschließen oder eben abzulehnen.
     Es würde nicht schaden, wenn Politiker sich so was noch mal genau durchlesen, bevor sie das Maul aufreißen. Auch sollte man seinen Blick mal nach Amerika richten, wo in vielen Städten ganze Straßenzüge von Obdachlosencamps gesäumt sind. Eine Warnung, was passiert, wenn man hilfsbedürftigen Menschen die Unterstützung entzieht.
     Außerdem finde ich, eine Gesellschaft, die toleriert, dass wenige Menschen unfassbare Reichtümer anhäufen dürfen, sollte auch großzügig sein, wenn Menschen, weshalb auch immer, nicht mehr für ein eigenes Einkommen sorgen können oder wollen. Die Gründe dafür sind inzwischen vielfältig.

Wer war’s?

Nach Unglücken und Verbrechen beginnt immer die Suche nach den Schuldigen. Dabei wird inzwischen auch berücksichtigt, wer vorab öffentlich sein Mitwirken bekundet hat, etwa bei Amokläufen.
     Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien haben zehntausende Häuser vernichtet, darunter auch die exklusiven Villen vieler Hollywoodstars. Fast könnte man meinen, der Neid auf die Reichen und Schönen hätte hier mitgezündelt. Aber wer käme dafür infrage?
     Derzeit schieben sich Bürgermeisterin und Feuerwehrchefin gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Doch ich wüsste da jemanden, der seit Jahrzehnten bekannt ist für anarchisches Verhalten und die Feuersbrunst bereits vor über dreißig Jahren angekündigt hatte: „Burn, Hollywood, burn! Taking down Tinseltown, burn down into the ground

… next door to Alice

Die Unterhaltung zwischen Elon Musk und Alice Weidel macht gerade überall Schlagzeilen, und je nach politischer Orientierung fallen die Meinungen mal so und mal anders aus. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte, findet das Gespräch in deutscher Übersetzung ungekürzt im Nordkurier. So wie ich den Nordkurier kenne, darf man wohl davon ausgehen, dass die übersetzenden Journalisten nichts als die reine Wahrheit veröffentlicht haben.

Weißes von oben

Nanu? Was’n da los? Lauter kleine weiße Kuschelhäschen fallen plötzlich vom Himmel! Sie fühlen sich kalt an und sind sehr scheu, denn wenn man sie mit der Hand auffängt, werden sie sofort unsichtbar. Ansonsten lungern sie überall herum: Auf Bäumen, Büschen, Wegen, Straßen, Dächern und abgestellten Autos.
     Wenn das mal keine Invasion vom Planeten Leporidae ist! Dann können wir uns noch auf was gefasst machen …

Reingerutscht

Ich habe anscheinend ein Händchen für ungünstig terminierte Missgeschicke. Die ganzen Monate seit meinem Umzug habe ich mich bereits gefragt, wann es wohl so weit sein würde. Heute Nachmittag nun, ausgerechnet Silvester, rutschte mir der Türknauf aus der Hand und die Tür ins Schloss. Natürlich mit dem Schlüssel im Schloss. Un­glück­lich­er­weise auf der anderen Seite. Somit nützte auch der Zweitschlüssel meines Vermieters nichts, denn das Schloss bewegt sich nur, wenn der Schlüssel auf der anderen Seite nicht ganz eingesteckt ist.
     Glücklicherweise gibt es einen Schlüsselservice, keine fünf Minuten entfernt. Unglücklicherweise erklärte mir dieser, er sei heute nicht mehr erreichbar, weil außerhalb zu Besuch. Glücklicherweise rief er mich Sekunden nach dem Auflegen zurück und teilte mit, seinen Cousin erreichen zu wollen, vielleicht habe der Zeit. Glücklicherweise hatte er und war in wenigen Minuten vor Ort, das Schloss nach wenigen Sekunden geöffnet.
     Die hundert Euro plus Anfahrtspauschale werde ich wohl trotzdem blechen müssen, aber das tue ich gern, bei solch einem erstklassigen Service.
     Also dann: Passt auf, dass Euch heute Nacht nichts aus der Hand rutscht und rutscht gut rein! Bis nachher … auf der anderen Seite!