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Backup-Backup

Nun ist es mir doch gelungen, nach meinem digitalen Umzug, die alten Fotos hier im neuen Blog wiederherzustellen. Äußerst hilfreich waren dabei zwei Administratoren aus meinem beruflichen Umfeld. Denen hatte ich kurz die Probleme erläutert, bestehend aus verschwundenen Bildern und fehlendem Design-Plugin, an dessen Namen ich mich nicht mal mehr erinnern konnte.
     Kein Problem für die Jungs! Sie hantierten kurz mit irgendwelchen Systemdateien, Hosteinträgen, IP-Adressen und Unterunterunterunterunterverzeichnissen. Das dauerte keine zwei Minuten, schon lagen die gewünschten Informationen bereit. Ihr seid so was von Spitze, also echt! Es wäre schade gewesen um die tollen Bilder aus Abu Dhabi, Berlin, Görlitz, Heiligendamm, Lusail und von den AC/DCs.
     Nur am Design muss ich noch ein wenig feilen. Aber ich hab ja Zeit. Bin heute im Homeoffice.

War ja klar!

Das hätte ich mir ja wieder mal denken können, dass alles schiefgeht! Da bin ich doch letztes Jahr erst von Berlin nach Dingenskirchen umgezogen, und heute nun von Strasbourg in Fronkroich nach Linz im hübschen Austerlitsch. Natürlich nur digital, nicht physisch. Oder für die, die wieder mal nix verstehen – ich habe meine gesamte digitale Identität von einem ISP zum anderen gewuchtet, was nicht weniger unverständlich und gleichsam auch nicht unkompliziert ist. Denn so schwerelos Bits und Bytes auch sein mögen, so schwer kann es sein, sie am anderen Ort wieder fein säuberlich aufzureihen, damit alles funktioniert. Allein schon meine Cloud (für Nixchecker übersetzt: Wolke) wieder zum Laufen zu bringen, war ein Kraftakt für sich.
     Aber wer meinen Blog kennt und in etwa ein Bild seines Aussehens vor Augen hat, dem dürfte sofort aufgefallen sein, dass hier nix mehr aussieht, wie gewohnt. Von wegen: „Exportiere Deine WordPress-Daten …“, (für die Nixchecker: Wortquetsch-Dinger), „… in eine XML-Datei…“, (für die Nixchecker: XML hat was mit ungeraden Beinen zu tun), „… und importiere diese in Deine neue WordPress-Installation.“ Allein schon die Duzerei geht mir so was von … und dann verschlumpern die ooch noch exakt 91367 hochgeladene Fotos, was aus diesem einst ansehnlichen Blog eine echt üble Bleiwüste macht.
     Da lohnt es sich doch eigentlich gar nicht mehr, weiterzumachen. Oder doch? Ich weiß noch nicht. Mal sehen …

Beste Paketzustellerin der Welt

Hier draußen in Dingenskirchen laufen die Dinge eindeutig anders als in Berlin. Während ich in der großen bösen Stadt nicht aus dem Klagen herauskam, besonders über die DHL, erlebt man hier draußen erstaunliche Dinge! Gerade noch schaute ich auf der DHL-Website, ob denn die bestellte Lieferung vielleicht heute schon kommt, denn die ursprüngliche Angabe nannte einen Zeitraum von heute bis morgen. Keine zehn Sekunden nach dem Schließen der Seite klingelte es bereits an der Tür. Die freundliche Christel von der Post, Mitte, Ende Vierzig, freundlich, fleißig und dienstbeflissen, grüßte fröhlich und ließ mich unterschreiben, das zehn Kilo schwere Paket vor sich auf dem Boden stehend. Aber anstatt sich umzudrehen und weiterzuziehen, was für mich völlig in Ordnung gewesen wäre, bückte sie sich unerwartet und reicht mir das eben nicht ganz leichte Paket auch noch entgegen!
     Ehrlich, das hätte sie nun wirklich nicht tun müssen! Sie hat bestimmt den ganzen Tag noch mehr schwere Sachen zu schleppen. Fast schon beschämt bedankte ich mich vielmals und wünschte ihr einen angenehmen Tag.
     Kurz vor Weihnachten übrigens wollte ich ihr mal eine Sendung mitgeben, was sie, sich vielmals entschuldigend, ablehnte. Dann öffnete sie die Hecktür des VW-Busses und zeigte mir den Grund: Das Fahrzeug war bis unter die Decke mit Sendungen vollgestopft. Nicht ein einziger Briefumschlag hätte da irgendwo noch zwischengepasst.
     Echt fleißig, die nette Christel von der Post!

Asien boomt

Derzeit erhält das Unternehmen, für welches ich die Ehre habe, arbeiten zu dürfen, täglich mehrere Initiativ­bewerbungen von Personen aus Indien, obwohl wir derzeit gar keine Stellen ausgeschrieben haben. Seit Wochen geht das schon so, die Unterlagen sind alle gleich formatiert, fast immer bewerben sie sich als Datenanalyst, aber die Bewerber sind nie dieselben.
     Ich vermutete zunächst einen Phishing-Angriff der kreativeren Art, doch die Unterlagen und angehängten Dokumente weisen keinerlei verdächtige Auffälligkeiten auf. Mein Kollege Michael schlussfolgerte, die hohe Bevölkerungszahl Indiens wäre der Grund, die durchschnittliche Bevölkerung hätte inzwischen eine immer bessere Bildung und würde ihr berufliches Glück im Ausland suchen.
     Tatsächlich hat sich die indische Bevölkerung in den letzten 75 Jahren mehr als vervierfacht. In weiteren hundert Jahren dürften demnach etwa zehnmal so viele Inder auf der Welt sein, wie 1950. In tausend Jahren wird die Anzahl auf 16 Milliarden angestiegen sein. Das ist deutlich höher als die Weltbevölkerung insgesamt, überlegt Euch das mal!
     Bis dahin werde ich mich damit aber vermutlich nicht mehr befassen müssen. Schwein gehabt!

Nobelpreisverdächtig

Soeben mein Kollege Michael, auf die Frage: Möchtest du die neuen Pflanzen fürs Büro online bestellen oder unten beim Asiaten kaufen: „Ja … nee … öhm …“
     Hervorragend! ,Ja, nee, öhm‘ ist der tatkräftige Schlachtruf zukünftiger Nobelpreisträger.

Kassettenplayer auf Rädern

Passend zum letzten Beitrag fuhr mir heute … oder lief mir heute? Nein, eigentlich stand mir heute, denn sie stand da nur so rum. Also eigentlich lief ich ihr über den Weg, als sie da so herumstand. Die … oder sollte ich besser sagen – der?
     Ein Kassettenplayer der Marke Honda stand dort also herum, während ich ihm über den Weg lief, und während ich ihm über den Weg lief, fiel meinem audiophil geschultes Auge sofort das Kassettensymbol auf und erweckte meine Aufmerksamkeit. Denn normalerweise gehe ich an Motorrädern achtlos vorbei, wie hübsch auch immer sie aussehen mögen, aber wenn sie etwas mit einem meiner liebsten Hobbys zu tun haben – der Audiokassette, komme ich nicht umhin, umhin zu kommen und mal einen genaueren Blick drauf zu werfen.
     Dieser Kassettenplayer auf zwei Rädern also zog meinen Blick auf sich, womit ich wiederum den Blick des Honda-Besitzers auf mich zog. Der sprang sofort vom Gartenstuhl auf, eilte herbei und versuchte, mir die 400 Kilo schwere Maschine von 1988 schmackhaft zu machen. Leider habe ich weder Motorrad-Führerschein noch das nötige Kleingeld, weshalb er auf taube Ohren stieß, ließ dennoch kurz Radio und Kassette erklingen, was nicht auf taube Ohren stieß, aufgrund der erbärmlichen Plastikboxen aber eher abstieß als in Verzückung geraten ließ, weil es wenig high fidel klang.
     Stolz führte er auch den Rest der Maschine vor, vielleicht in der Hoffnung, es würde sich doch noch irgendwo ein passender Führerschein anfinden, warf kurz den (erfreulich leisen) Motor an, zeigte die Geräumigkeit der vielen Bordkoffer und das CB-Funkgerät, das inzwischen wohl nur noch Rauschen empfangen dürfte, weil die breite Motorradfahrermasse inzwischen handelsübliche Handys zur Nah- und Fernkommunikation bevorzugen dürfte.
     Auch wenn ich Motorräder allgemein für einen Anachronismus halte, weil Fortbewegung auf zwei Rädern in meinen Augen gegenüber vierrädrigen Autos nur Nachteile hat – Fahrsicherheit, Wetteranfälligkeit, unangenehm enge, sich aufheizende Lederklamotten, kommunikationsabschottende Helme – statt Knautschzonen, Sicherheitsgurt und Airbag, T-Shirt, Shorts und luftige Sandalen, 8.1-300-Watt-High-End-Musikanlage inklusive Navigationssystem, beheizbare Sitze oder kühlende Klimaanlage – so fand ich diesen sechszylindrigen Zweirad-Repräsentanten aus den Achzigern durchaus extrem cool. Allein schon, weil er eine rückenschonende Lehne hat. Und einen Kassettenplayer.

Magnetisches Hobby

Nachdem mein Bastelfreund Andy es nach zweieinhalb Jahren, sechs Anläufen und nahezu unendlich viel Geduld endlich geschafft hat, mein 35 Jahre altes Kassettendeck vernünftig zum Laufen zu kriegen, widme ich meine knappe Freizeit nun wieder einem alten, fast verlorengegangenen Hobby – dem Zusammenstellen von Mixtapes. Ich fing einfach bei A wie ABBA an und hörte bei Z wie ZZ-Top auf. Wenn man die kompletten Alben von Bands sorgfältig durchstöbert, entdeckt man außer den ohnehin schon bekannten Hits auch jede Menge unbekannte schimmernde Perlen und glitzernde Juwelen, die sich lohnen, auf Tonband magnetisiert zu werden.
     Aus besonderem Anlass habe ich heute eine alte TDK SA-90 aus der Schublade gekramt und stelle mir nun eine Auswahl der besten Sängerinnen zusammen. Schließlich ist heute Frauentag!
     Bei A wie Agnetha Fältskog (ja, die von ABBA) fange ich an, dann kommen Alanis Morissette, Alannah Myles, natürlich darf Alison Moyet nicht fehlen, Banderas
     Enden wird es voraussichtlich mit der betörenden Stimme von Zaz, die eigentlich Isabelle Geffroy heißt und somit weiter vorne alphabetisch einsortiert werden müsste. Aber was tut man nicht alles für ’ne runde Story!

Selber schuld

Auf der Achse des Guten beklagt sich ein Professor über die „in einem drastischem Ausmaß“ gehäuft eindrudelnden Bußgeldbescheide wegen Geschwindigkeitsübertretungen in seiner Heimatstadt Konstanz, während er an seinem Zweitwohnsitz in Regensburg unbehelligt bleibt und vermutet dahinter anscheinend die verkehrspolitische Agenda der „Stadt des Klimanotstands“.
     Ich vermute dahinter eher fahrerisches Unvermögen, was sich aus Sätzen herleiten lässt wie: „Geblitzt wird nämlich bereits bei geringsten Überschreitungen der Geschwindigkeit, also bei solchen, die sich daraus ergeben, dass man beim Fahren außer dem Tacho auch noch einiges anderes auf dem Schirm haben muss, zum Beispiel Fußgänger, Radfahrer, andere Autos“. Oder: „Es ist die B33. Dort wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit an einer Kreuzung kurz von 100 auf 70 km/h abgesenkt“. Was mir von vielen Kreuzungen an Bundesstraßen bekannt ist, damit die Autofahrer nicht mit 100 km/h über die Kreuzung rasen. Oder anders formuliert: Der Mann kann anscheinend nicht Auto fahren.
     Weil er noch Fußgänger, Radfahrer und andere Autos beachten muss, entgleitet ihm die Kontrolle über das Gaspedal? Und dann übersieht er auch noch Verkehrsschilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen? Also wenn er sich mit dieser Aussage nicht für eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) qualifiziert hat, sollte mich das wundern.
     Dabei lassen sich Bußgelder wegen Geschwindigkeitsübertretungen ganz leicht vermeiden: Einfach an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten! Nicht ein Schild mit einer 50 drauf entdecken und anfangen zu rechnen – 3 km/h werden abgezogen wegen Messungenauigkeitstoleranz, dann noch mal 3 Prozent wegen Tacho-Ungenauigkeit, das macht 50 plus 3 plus 3 Prozent, ergibt … ääähhh …
     Nein! 50 km/h auf dem Schild heißt 50 km/h auf dem Tacho, so einfach ist das. Und kommt mir jetzt nicht mit „im Verkehr mitschwimmen“. Das ist der größte Unsinn, den ich je gehört habe, denn es bedeutet, die eigene Geschwindigkeit vom Willen und Können der vorausfahrenden Fahrzeugführer abhängig zu machen. Dazu ein Beispiel:
     Eine Strecke innerorts, die Geschwindigkeit ist auf 50 km/h beschränkt, eine Kolonne von zehn Fahrzeugen unterwegs. Das vorausfahrende Fahrzeug hält sich exakt an die Geschwindigkeit, die neun anderen dahinter ebenso. Nun bekommt der Fahrer an der Spitze einen Rappel, die Zeit ist knapp, sein Geschäftstermin rückt immer näher, also gibt er Gas und fährt plötzlich 60. „Im Verkehr mitschwimmen“ bedeutet nun für alle anderen dahinter, dass sie mitziehen müssen und ebenfalls zu schnell fahren. Aber was soll’s, 60 km/h sind ja nur ein bisschen zu viel, und abzüglich der Messtoleranz von 3 km/h und Tacho-Ungenauigkeit von 3 Prozent … ääähhh …
     Nun schaut der vordere Fahrer versehentlich in den Rückspiegel und entdeckt hinter sich eine Meute von neun Fahrzeugen, die an ihm klebt wie Hundehaufen in zerklüfteten Turnschuhsohlen. Er fühlt sich verfolgt, von Geheim­diensten umzingelt und gibt probeweise Gas, bis er mit 70 km/h über das innerstädtische Kopfsteinpflaster brettert. Sein Verdacht bestätigt sich, denn die nachfolgenden Fahrzeuge beschleunigen ebenfalls auf 70. Was er nicht weiß ist, dass sie ja eigentlich nur „im Verkehr mitschwimmen“ wollen, also einem ungeschriebenen Gesetz folgend, das sie irgendwann mal von irgendwem aufgeschnappt haben, und welches in den Regeln der Straßenverkehrsordnung nirgendwo zu finden ist.
     Fahrer Nummer 1 kriegt nun echt zu viel, panisch tritt er das Gaspedal durch und beschleunigt auf 80, dann 100 … 120 … Wie lange wollt Ihr das Spielchen mitspielen, um „im Verkehr mitzuschwimmen“, bevor Ihr begreift, dass es Unsinn ist?
     Und an den Professor die Frage gerichtet: Wie vielen Eltern wollen Sie ins Gesicht sagen müssen, es tut mir leid, ich wollte ihr Kind nicht töten, es war keine Absicht? Wie vielen Richtern wollen Sie sagen, das habe ich nicht gewollt, es war dumm von mir, es kommt auch nie wieder vor?
     Wer anderthalb Tonnen Metall mit hoher Geschwindkeit durch die Gegend bewegt, trägt eine hohe Verantwortung, denn alles, was diese anderthalb Tonnen Metall berühren, wird beschädigt oder zerstört, verletzt oder getötet. Darum halten Sie sich bitte an die Regeln! Wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, geben Sie Ihren Führerschein lieber ab, bevor noch ein Unglück geschieht und nehmen Sie stattdessen den Zug. Konstanz würde sich bestimmt darüber freuen.