Soeben mein Kollege Michael, auf die Frage: Möchtest du die neuen Pflanzen fürs Büro online bestellen oder unten beim Asiaten kaufen: „Ja … nee … öhm …“
Hervorragend! ,Ja, nee, öhm‘ ist der tatkräftige Schlachtruf zukünftiger Nobelpreisträger.
Passend zum letzten Beitrag fuhr mir heute … oder lief mir heute? Nein, eigentlich stand mir heute, denn sie stand da nur so rum. Also eigentlich lief ich ihr über den Weg, als sie da so herumstand. Die … oder sollte ich besser sagen – der?
Ein Kassettenplayer der Marke Honda stand dort also herum, während ich ihm über den Weg lief, und während ich ihm über den Weg lief, fiel meinem audiophil geschultes Auge sofort das Kassettensymbol auf und erweckte meine Aufmerksamkeit. Denn normalerweise gehe ich an Motorrädern achtlos vorbei, wie hübsch auch immer sie aussehen mögen, aber wenn sie etwas mit einem meiner liebsten Hobbys zu tun haben – der Audiokassette, komme ich nicht umhin, umhin zu kommen und mal einen genaueren Blick drauf zu werfen.
Dieser Kassettenplayer auf zwei Rädern also zog meinen Blick auf sich, womit ich wiederum den Blick des Honda-Besitzers auf mich zog. Der sprang sofort vom Gartenstuhl auf, eilte herbei und versuchte, mir die 400 Kilo schwere Maschine von 1988 schmackhaft zu machen. Leider habe ich weder Motorrad-Führerschein noch das nötige Kleingeld, weshalb er auf taube Ohren stieß, ließ dennoch kurz Radio und Kassette erklingen, was nicht auf taube Ohren stieß, aufgrund der erbärmlichen Plastikboxen aber eher abstieß als in Verzückung geraten ließ, weil es wenig high fidel klang.
Stolz führte er auch den Rest der Maschine vor, vielleicht in der Hoffnung, es würde sich doch noch irgendwo ein passender Führerschein anfinden, warf kurz den (erfreulich leisen) Motor an, zeigte die Geräumigkeit der vielen Bordkoffer und das CB-Funkgerät, das inzwischen wohl nur noch Rauschen empfangen dürfte, weil die breite Motorradfahrermasse inzwischen handelsübliche Handys zur Nah- und Fernkommunikation bevorzugen dürfte.
Auch wenn ich Motorräder allgemein für einen Anachronismus halte, weil Fortbewegung auf zwei Rädern in meinen Augen gegenüber vierrädrigen Autos nur Nachteile hat – Fahrsicherheit, Wetteranfälligkeit, unangenehm enge, sich aufheizende Lederklamotten, kommunikationsabschottende Helme – statt Knautschzonen, Sicherheitsgurt und Airbag, T-Shirt, Shorts und luftige Sandalen, 8.1-300-Watt-High-End-Musikanlage inklusive Navigationssystem, beheizbare Sitze oder kühlende Klimaanlage – so fand ich diesen sechszylindrigen Zweirad-Repräsentanten aus den Achzigern durchaus extrem cool. Allein schon, weil er eine rückenschonende Lehne hat. Und einen Kassettenplayer.



Nachdem mein Bastelfreund Andy es nach zweieinhalb Jahren, sechs Anläufen und nahezu unendlich viel Geduld endlich geschafft hat, mein 35 Jahre altes Kassettendeck vernünftig zum Laufen zu kriegen, widme ich meine knappe Freizeit nun wieder einem alten, fast verlorengegangenen Hobby – dem Zusammenstellen von Mixtapes. Ich fing einfach bei A wie ABBA an und hörte bei Z wie ZZ-Top auf. Wenn man die kompletten Alben von Bands sorgfältig durchstöbert, entdeckt man außer den ohnehin schon bekannten Hits auch jede Menge unbekannte schimmernde Perlen und glitzernde Juwelen, die sich lohnen, auf Tonband magnetisiert zu werden.
Aus besonderem Anlass habe ich heute eine alte TDK SA-90 aus der Schublade gekramt und stelle mir nun eine Auswahl der besten Sängerinnen zusammen. Schließlich ist heute Frauentag!
Bei A wie Agnetha Fältskog (ja, die von ABBA) fange ich an, dann kommen Alanis Morissette, Alannah Myles, natürlich darf Alison Moyet nicht fehlen, Banderas …
Enden wird es voraussichtlich mit der betörenden Stimme von Zaz, die eigentlich Isabelle Geffroy heißt und somit weiter vorne alphabetisch einsortiert werden müsste. Aber was tut man nicht alles für ’ne runde Story!
Auf der Achse des Guten beklagt sich ein Professor über die „in einem drastischem Ausmaß“ gehäuft eindrudelnden Bußgeldbescheide wegen Geschwindigkeitsübertretungen in seiner Heimatstadt Konstanz, während er an seinem Zweitwohnsitz in Regensburg unbehelligt bleibt und vermutet dahinter anscheinend die verkehrspolitische Agenda der „Stadt des Klimanotstands“.
Ich vermute dahinter eher fahrerisches Unvermögen, was sich aus Sätzen herleiten lässt wie: „Geblitzt wird nämlich bereits bei geringsten Überschreitungen der Geschwindigkeit, also bei solchen, die sich daraus ergeben, dass man beim Fahren außer dem Tacho auch noch einiges anderes auf dem Schirm haben muss, zum Beispiel Fußgänger, Radfahrer, andere Autos“. Oder: „Es ist die B33. Dort wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit an einer Kreuzung kurz von 100 auf 70 km/h abgesenkt“. Was mir von vielen Kreuzungen an Bundesstraßen bekannt ist, damit die Autofahrer nicht mit 100 km/h über die Kreuzung rasen. Oder anders formuliert: Der Mann kann anscheinend nicht Auto fahren.
Weil er noch Fußgänger, Radfahrer und andere Autos beachten muss, entgleitet ihm die Kontrolle über das Gaspedal? Und dann übersieht er auch noch Verkehrsschilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen? Also wenn er sich mit dieser Aussage nicht für eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) qualifiziert hat, sollte mich das wundern.
Dabei lassen sich Bußgelder wegen Geschwindigkeitsübertretungen ganz leicht vermeiden: Einfach an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten! Nicht ein Schild mit einer 50 drauf entdecken und anfangen zu rechnen – 3 km/h werden abgezogen wegen Messungenauigkeitstoleranz, dann noch mal 3 Prozent wegen Tacho-Ungenauigkeit, das macht 50 plus 3 plus 3 Prozent, ergibt … ääähhh …
Nein! 50 km/h auf dem Schild heißt 50 km/h auf dem Tacho, so einfach ist das. Und kommt mir jetzt nicht mit „im Verkehr mitschwimmen“. Das ist der größte Unsinn, den ich je gehört habe, denn es bedeutet, die eigene Geschwindigkeit vom Willen und Können der vorausfahrenden Fahrzeugführer abhängig zu machen. Dazu ein Beispiel:
Eine Strecke innerorts, die Geschwindigkeit ist auf 50 km/h beschränkt, eine Kolonne von zehn Fahrzeugen unterwegs. Das vorausfahrende Fahrzeug hält sich exakt an die Geschwindigkeit, die neun anderen dahinter ebenso. Nun bekommt der Fahrer an der Spitze einen Rappel, die Zeit ist knapp, sein Geschäftstermin rückt immer näher, also gibt er Gas und fährt plötzlich 60. „Im Verkehr mitschwimmen“ bedeutet nun für alle anderen dahinter, dass sie mitziehen müssen und ebenfalls zu schnell fahren. Aber was soll’s, 60 km/h sind ja nur ein bisschen zu viel, und abzüglich der Messtoleranz von 3 km/h und Tacho-Ungenauigkeit von 3 Prozent … ääähhh …
Nun schaut der vordere Fahrer versehentlich in den Rückspiegel und entdeckt hinter sich eine Meute von neun Fahrzeugen, die an ihm klebt wie Hundehaufen in zerklüfteten Turnschuhsohlen. Er fühlt sich verfolgt, von Geheimdiensten umzingelt und gibt probeweise Gas, bis er mit 70 km/h über das innerstädtische Kopfsteinpflaster brettert. Sein Verdacht bestätigt sich, denn die nachfolgenden Fahrzeuge beschleunigen ebenfalls auf 70. Was er nicht weiß ist, dass sie ja eigentlich nur „im Verkehr mitschwimmen“ wollen, also einem ungeschriebenen Gesetz folgend, das sie irgendwann mal von irgendwem aufgeschnappt haben, und welches in den Regeln der Straßenverkehrsordnung nirgendwo zu finden ist.
Fahrer Nummer 1 kriegt nun echt zu viel, panisch tritt er das Gaspedal durch und beschleunigt auf 80, dann 100 … 120 … Wie lange wollt Ihr das Spielchen mitspielen, um „im Verkehr mitzuschwimmen“, bevor Ihr begreift, dass es Unsinn ist?
Und an den Professor die Frage gerichtet: Wie vielen Eltern wollen Sie ins Gesicht sagen müssen, es tut mir leid, ich wollte ihr Kind nicht töten, es war keine Absicht? Wie vielen Richtern wollen Sie sagen, das habe ich nicht gewollt, es war dumm von mir, es kommt auch nie wieder vor?
Wer anderthalb Tonnen Metall mit hoher Geschwindkeit durch die Gegend bewegt, trägt eine hohe Verantwortung, denn alles, was diese anderthalb Tonnen Metall berühren, wird beschädigt oder zerstört, verletzt oder getötet. Darum halten Sie sich bitte an die Regeln! Wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, geben Sie Ihren Führerschein lieber ab, bevor noch ein Unglück geschieht und nehmen Sie stattdessen den Zug. Konstanz würde sich bestimmt darüber freuen.
Eine kurze Zusammenfassung der Historie von eingeschleppter Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung Deutschlands gibt es heute in Nius. Es kann nicht schaden, das noch einmal Revue passieren zu lassen.
Und damit das Ganze nicht zu einseitig betrachtet wird, hier und hier noch ein paar Gründe, warum Menschen überhaupt erst auf die Idee kommen, ihre Heimat zu verlassen und zu Flüchlingen werden.
1989 brach die DDR nach langem Siechtum plötzlich und unerwartet zusammen. Mit ausschlaggebend dafür war neben ökonomischen und sozialen Gründen auch die plötzlich entzogene Zuneigung, die verlorengegangene Rückendeckung des großen Bruders, der Sowjetunion. Michael Gorbatschow versuchte, die Betonköpfe im Politbüro noch zu mahnen, mit den Worten – wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät.
Zurück in der Gegenwart stellen wir fest – auch heute haben die ökonomischen und sozialen Verhältnisse bereits starke Schlagseite erlitten. Und vor wenigen Tagen hat der große Bruder den politischen Betonköpfen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa Zuneigung und Rückendeckung entzogen.
Ich wüsste zu gern, wie viel zu spät es heute bereits ist.
… zum Wetter: Die Temperaturen heute in Dingenskirchen sind unter aller Sau! Bleiben Sie lieber im Bett und legen sie noch eine weitere Kuscheldecke auf. Eine dicke. Eine sehr dicke!

„Ich diskutiere jetzt mit dem Arsch“, wütete soeben mein Kollege Michael und fing an, sich mit ChatGPT zu streiten. Der mit künstlicher Intelligenz hubgenudelte Chatbot lieferte anscheinend nicht die gewünschten Antworten. Auf beharrliches Nachhaken änderte die KI dann wohl ihre Strategie und preiste die nachgefragten Begriffe plötzlich in den schillernsten Farben.
Doch Michael konnte auch das nicht zufriedenstellen: „Jetzt gibt mir das feiges Schwein einfach nur recht“, schimpfte er und begann die Tastatur mit Fäusten zu malträtieren.
An dieser Stelle beende ich die Berichterstattung lieber mal, Michael schaut mich nämlich schon ganz misstrauisch mit geballten Fäusten von der Seite an.
Die blau blinkenden Polizeifahrzeuge in der Gegend rund um mein Berliner Büro heute Mittag waren anscheinend bereits ein schlechtes Omen. Auf dem Heimweg, als die S-Bahn nach A im Bahnhof stand, die Anzeige aber B anzeigte, hatte ich dann so eine Vorahnung. Nachdem sie abgefahren war und die synthetische Ansage von Verspätungen wegen Polizeieinsatzes aufgrund von Personen im Gleis faselt, wurde mir ganz blümerant. Erstaunlicherweise erschien die Bahn nach Dingenskirchen dann doch fast pünktlich.
Aber man sollte sich bekanntlich nie zu früh freuen. Kurz nach der Ausfahrt hielt die Bahn auf offenem Gleis und schneite dort rund zehn Minuten ein. Dies wiederholte sich mehrfach bei den nachfolgenden Bahnhöfen, bis die Lautsprecher in Lichtenberg schließlich plärrten, wegen eines Stellwerkausfalles gäbe es keine Weiterfahrt. Die Zugverbindung nach Dingenskirchen sei vorerst unterbrochen. War das Stellwerk vielleicht nicht gut genug gewartet, weil das Geld woanders dringender gebraucht wurde?
Mit zwei Stunden Verspätung erreichte ich das gut beheizte Zuhause trotz heftigen Schneetreibens dann aber doch noch. Zufälligerweise wohnt mein Chef in der Nähe und konnte mich auf dem Heimweg unterwegs einsammeln, sonst würde ich dort noch immer frierend herumstehen. Die Verletzen in München hatten da heute wohl weniger Glück.
Überlegt Euch gut, wen Ihr in zwei Wochen wählt! Wenn dieses Chaos im Land irgendwann mal wieder verschwinden soll, kann es so nicht weitergehen.
Die Tagesschau meint, die Bevölkerung würde die grassierende Inflation überschätzen. Ich schaue einfach auf den Goldpreis und sehe, dass sich der ohnehin schon teure 100-Gramm-Barren innerhalb von nur vier Monaten um über 1000 Euro weiter verteuert hat. Also als positives Signal würde ich das nicht gerade bezeichnen.
Nachtrag vom 09. Februar: Die Berliner Zeitung meint heute, die Inflation sei jetzt amtlich.
