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Blick in die falsche Richtung

Wie rührend und mit welch erstaunlicher Hingabe sich Katrin Göring-Eckardt, Grünen-Politikerin und Mitglied des Deutschen Bundestages, um den mutmaßlichen Gewalttäter Simeon T. kümmert, der sich auf wundersame, wissenschaftlich derzeit nicht restlos erklärbare Weise plötzlich in eine Frau verwandelt haben soll und nun Maja T. heißt – Maja wie das neckisch-freche Brummelbienchen, das einfach jeder liebhaben muss – rührt mich zu Tränen. Der wegen Untersuchunghaft in einem ungarischen Gefängnis einsitzende T. könnte als mutmaßliches Mitglied der Hammerbande möglicherweise eventuell vielleicht an mehreren Überfällen in Budapest beteiligt gewesen sein.
     Ob Göring-Eckhardt als umweltbewusste Grüne mit dem Flugzeug reiste oder ein ökologisch korrektes Segelboot nutzte und die Donau hinaufschipperte, ist nicht bekannt. Unbekannt ist auch, ob sie in Ungarn mit Opfern der Hammerbande zusammentraf und sich nach deren gesundheitlichem und seelischen Befinden erkundigte.

Justiz am Ende

Eine 41-jährige Mutter und ihr vierjähriger Sohn getötet. Fünf weitere Verletzte, verursacht durch einen Raser, der sich nicht an die Regeln halten wollte. Heute wurde er … nennen wir es mal – „verurteilt“. Zu zwei Jahren. Auf Bewährung. Mehr nicht. Im Grunde kann er nach Hause gehen und die Bewährung gemütlich auf der Couch vor dem Fernseher absitzen. Mit anderen Worten – er ist davongekommen.
     Die belgische Familie hingegen nicht. Der Vater muss nun mit dem Verlust seiner Frau und seines Sohnes leben. Lebenslänglich. Da fragt man sich schon, wer hier eigentlich zu was verurteilt wurde.
     Bei solch einer Justiz muss man sich nicht mehr wundern, dass sich niemand mehr an Regeln hält. Wenn in den Nachrichten immer häufiger auftaucht, dass Unfallverursacher keinen Führerschein hatten (wozu auch, wenn nicht mehr kontrolliert wird) und Fußgänger beim Überqueren von Zebrastreifen nicht mehr ihres Lebens sicher sind, weil Fahrzeuge und Radfahrer nicht mehr anhalten wollen (wer’s nicht glaubt, teste mal den Fußgängerüberweg an der Berliner Brückenstraße/Rungestraße).
     Jeder kann machen was er will, und wenn’s schiefgeht, was soll’s? Passiert ja eh nix.

Selbstverliebt

Bodo Ramelow droht mit Parteiaustritt. Und sofort entstehen vor meinem inneren Auge Bilder von Horden verzweifelter Menschen, die sich im Staub wälzen und verzweifelt schreien: „Oh nein! Bitte, bitte tu’s nicht!“ oder „Verlass uns nicht, Bodo, wir lieben dich doch so sehr!“
     Also echt, für wen hält der sich? Und so rufe ich generös dem Volke zu: Lasset ihn gehen!

Tierisch

Gestern Abend lud mich mein Vermieter zum Grillen ein. Steak vom Elektrogrill. Ich täuschte Migräne vor und versteckte mich im Swimmingpool. Heute früh verkündeter er in siegreicher Ruhmespose, mein Steak hätte die Katze gefressen.
     Katzen fressen Schweine. Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt!

Alte Weisheiten mit neuen gemischt

Schon gewusst? Der frühe Vogel fängt den Wurm. Aber der frühe Wurm vögelt den Vogel! Passend dazu gibt’s von mir ein neues Poolvideo, gedreht, geschnitten und nachvertont by myself. Der Hai hat inzwischen übrigens einen Namen. Er heißt Stevie, zu Ehren des genialen Regisseurs von Jaws.

Rechts oder links?

Die räächstpopulistisch-verschwörungsterroretische Achse des Guten plagt sich heute mit der Frage herum, woran man Rechtsextremismus erkennt. Doch für die Unterscheidung von links- und rechtsextrem benötigt man keinen unverschämt hoch subventionierten Geheimdienst, das erkennt auch Otto-Normalbürger bereits mit bloßem Auge: Blauäugig und blondhaarig – rechtsextrem. Blondäugig und blauhaarig – linksextrem.
     So einfach kann das Leben sein.

Zweieinhalb Schiffe

Ein Kind hat in Rotterdamm ein Gemälde beschädigt. Okay, könnte man als Schlagzeile verkaufen. Das Bild soll übrigens 50 Millionen Euro wert sein.
     Halt mal, wie bitte? 50 Millionen? Ist es ein Rembrandt? Goya? Da Vinci?
     Nein, ein Rothko. Ein was? Rothko. Wer? Rothko! Rothko? Noch nie gehört! Wer zum Teufel ist Rothko?
     Ehrlich, wenn’s wenigstens die Qualität eines Rembrandt hätte. Oder die Phantasie von Goya. Die Raffinesse von da Vinci.
     Aber nein, es handelt sich um das Werk „Grau, Orange auf Kastanienbraun, Nr. 8“. Ein Stück Leinwand, beschmiert mit den drei vorab genannten Farben. Was bitte ist daran 50 Millionen wert? In Worten: Fünfzig Millionen! Das sind 500 Mercedes. Oder 250 Ferrari. Oder zweieinhalb Exemplare meiner Traumyacht.
     Aber 50 Millionen für dieses Geschmiere? Ja ist denn die ganze Welt verrückt geworden?