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Die Rückkehr der NVA-Zombies

Linke-Politiker Dietmar Bartsch und Sepp Müller von der CDU haben das geschafft, was niemand für möglich hielt: Statt die Truppe mit Hightech-Drohnen, flugtauglichen Helikoptern oder funktionierender Bürokratie auszustatten, kommt jetzt der wahre Gamechanger – die Rückberufung ehemaliger NVA-Soldaten als Reservisten! Ja, richtig gelesen. Die Alterskohorte 54+ macht sich kampfbereit.
     Oberstleutnant a. D. Heinrich „der Harte“ Hackedicht, 98 und aktiv beim Militär seit dem Volkssturm, meldet sich freiwillig zurück zum Dienst. „Mir juckt’s schon wieder in den Krampfadern!“, erklärt der inzwischen fast hundertjährige Alt-Offizier mit leuchtenden Augen, während er stolz seinen neuen Sport-Aktiv-Action-Rollator in Tarnfleck vorführt. „Die jungen Spunde sollen bloß nicht denken, ich wär zu alt! Mit dem Katheter in der Hose, ‘nem Humpen Karo-Malzkaffee und ein paar Knusperbrotscheiben im Bauch schreie ich die noch heute in die Wand rein!“ Er sei bereit, als Bataillonskommandeur in Eggesin wieder das Kommando zu übernehmen – „auch wenn ich den Standort nur noch auf Google Maps finde, was ich nicht kann, weil ich mich mit Computern nicht auskenne.“ Die größte Herausforderung sei nicht der Feind im Osten, sondern „dieser verdammte Treppenlift in der Kaserne, der immer blockiert ist, wenn’s zum Frühappell geht.“ Aber kein Problem: „Notfalls scheiß ich die Truppe vom Pflegebett aus zusammen. Megafon hab ich ja noch von der letzten Rentnerdemo gegen das Patientenrechtegesetz.“
     Auch Fähnrich a. D. Dimitri „der Umdenker“ Durchblick, 76, will’s noch mal wissen: „Damals war ich Stabsverbindungsbeauftragter für die deutsch-sowjetische Truppenfreundschaft“, erzählt er melancholisch, „aber heute ist mir klar: Die Freundschaft ist vorbei, jetzt wird wieder der russische Arsch versohlt!“ Dann präsentiert er mit wachsweißen, zittrigen Händen sein selbstbesticktes Abzeichen „NVA reloaded – für Frieden und Vaterland 2.0“. Er sieht seine Teilnahme am Reaktivierungsprogramm als „historischen Beitrag zur politischen Wende im dritten Akt“. Immerhin sei es „eine unfassbare Ehre, ausgerechnet die Bundeswehr bei der Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu unterstützen, die wir früher aus ideologischen Gründen ablehnten, aber jetzt aus Rentenaufbesserungsgründen ziemlich geil finden.“
     Wehrdienst-Interessent Rainer Zufall, 54 und seit knapp vier Jahrzehnten arbeitslos, will endlich raus aus dem nervenzerfetzenden Alltag. Er war der Mann, der beim Einigungsvertrag glatt durch die Ritzen fiel: Genau am 3. Oktober 1990 wurde er 18 Jahre alt – zu spät für die NVA, zu früh für die Bundeswehr. „Ich war quasi das Bermuda-Dreieck der Wehrpflicht.“ Jetzt, mit 54 Jahren, zwei Scheidungen und sechs halbwüchsigen Kindern (an deren Vornamen er sich nicht mehr genau erinnern kann), sieht er im Wehrdienst die letzte Bastion der Selbstverwirklichung. „Auch meine zweite Exfrau sagt, ich tauge zu nichts – darum will ich’s ihr zeigen. Bei der Bundeswehr krieg ich wenigstens eine Uniform, die mir Respekt verschafft. Und ein paar Mahlzeiten ohne großes Geschrei.“ Er hofft auf einen Einsatz „weit weg vom Familiengericht“ und meint: „Wenn’s sein muss, kämpfe ich auch an der Ostflanke – Hauptsache, ich darf nicht zurück nach Hause.“
     Die Idee, NVA-Veteranen zu reaktivieren, ist so zukunftsweisend wie ein Röhrenfernseher mit Antennenkabel. Wer braucht schon junge, ausgebildete Rekruten, wenn man auch ein paar fitte Rentner mit Magenbypass, Ehrenmedaille und Kaltem Krieg im Blut in die Kaserne stellen kann?

Der mathematisch modellierte Traum vom Glück

Es gibt diese heimliche, unausgesprochene Hoffnung, die tief im Herzen vieler Männer schlummert: Eines Tages tritt sie in unser Leben — eine Traumfrau, die nicht nur aussieht wie frisch aus einer Haute-Couture-Kampagne, sondern auch noch im Besitz eines Kontostands ist, der selbst einen Hedgefonds-Manager erröten lässt. Frauen träumen gern vom Märchenprinzen, wir Männer hingegen dürfen ja wohl auch von Märchenprinzessinnen träumen, oder?
     In Dubai, eines meiner Lieblingsurlaubsziele, scheint dieser Traum nicht völlig abwegig. Hier soll die Millionärsdichte höher sein als fast irgendwo sonst auf der Welt, und tatsächlich wirkt die Stadt wie ein Magnet für alles, was funkelt und glänzt. Kürzlich knackte ein Berliner (oder eine Berlinerin?) den Eurojackpot in Höhe von 120 Millionen Euro. Seitdem lässt mich der Gedanke nicht los, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieser Gewinn vielleicht an einen modelhaften Traum-Engel gegangen ist und ich sie in meinem nächsten Dubai-Urlaub zufällig kennenlerne. Warum in Dubai und nicht in Berlin, was viel näher an Dingenskirchen gelegen ist? Nun, das könnt ihr hier nachlesen.
     Nicht zehn Millionen, nicht zwanzig, nein — es muss natürlich die volle Dröhnung sein, der maximal mögliche Jackpot, so groß, dass man beim Aussprechen fast schon das Echo hört. Doch was sagt die Mathematik dazu? Sie sagt erst einmal: „Vergiss es.“ Aber da wir Zahlenfreunde hartnäckig sind, rechnen wir trotzdem nach:
     Die Chance, den Eurojackpot überhaupt zu knacken, liegt bei etwa 1 zu 140 Millionen. Schon dieser erste Schritt klingt so hoffnungsvoll wie eine Diät in der Adventszeit. Doch damit nicht genug: Es geht nicht um irgendeinen Gewinn, sondern um exakt 120 Millionen Euro. Seit Einführung der Jackpot-Obergrenze wurde diese Summe nur in wenigen Fällen tatsächlich erreicht und ausgespielt. Auf die gesamte europäische Bevölkerung umgelegt ergibt das eine Prävalenz von etwa 1 zu 57 Millionen, jemals so ein Ticket in Händen zu halten.
     Und nun zur Schönheit: Ein Top-Model muss es sein. Das weibliche Gegenstück zu Brad Pitt, George Clooney und Tom Selleck. Eine glatte 10 von 10. Wir wollen großzügig behaupten – eine unter tausend Frauen erfüllt diesen makellosen Standard. Schon treibt jede einzelne Bedingung die Unwahrscheinlichkeit weiter in die Höhe – die Chance, dass all diese Faktoren zufällig zusammentreffen, wird immer kleiner.
     Doch wir sind noch nicht fertig und verlegen das Szenario nach Dubai. Die Stadt empfängt jährlich rund 18,7 Millionen internationale Besucher. Aus Deutschland reisen davon ungefähr 600.000 an. Rechnet man das auf die Hauptstadt herunter, sind etwa 4,3 Prozent davon Berliner, also rund 25.800 pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von vier Tagen ergibt sich, dass an einem beliebigen Tag gerade einmal rund 280 Berliner gleichzeitig in Dubai unterwegs sind. Setzt man das ins Verhältnis zu den etwa 3,7 Millionen Menschen, die sich zu einem Zeitpunkt in der Stadt aufhalten, so beträgt die Wahrscheinlichkeit, dort auf eine Berlinerin zu treffen, etwa 1 zu 13.000.
     Und jetzt multiplizieren wir die Dinge, die nicht zusammenpassen wollen: 1 zu 140 Millionen, um den Jackpot zu knacken. 1 zu 57 Millionen, dass dieser Gewinn überhaupt exakt 120 Millionen betrug. 1 zu 1000, für das Top-Model-Gesicht. 1 zu 13.000, dass die Person gerade in Dubai herumspaziert, während man selbst dort Urlaub macht. Heraus kommt eine Gesamtwahrscheinlichkeit im Bereich von 1 zu zehn bis hundert Billionen, je nach Annahme.
     Aber damit ist die Rechnung noch nicht zu Ende. Schließlich könnte sich die Traumfrau auch für eines der anderen tausend beliebtesten Touristenziele der Welt entscheiden. Vielleicht flaniert sie lieber über die Champs-Élysées in Paris, nippt an einer Kokosnuss auf Bali, bestaunt die Pyramiden von Gizeh, fotografiert den Times Square in New York oder liegt einfach entspannt am Strand von Phuket. Und ich müsste — rein zufällig — ebenfalls genau dort sein. Dieser „1000er-Faktor“ multipliziert die Unwahrscheinlichkeit noch einmal nach oben, und plötzlich bewegen wir uns im Bereich von zehn bis hundert Trillionen. Bereits eine davon hat 18 Nullen.
     Natürlich würde ich bei so einer Begegnung vermutlich an der Hotelbar sitzen, mein Portemonnaie leer wie der Kühlschrank eines Studenten, während sie neben mir mit einer schwarzen Kreditkarte jongliert, deren Limit mein Jahresgehalt als Werbeschnuffi mühelos verschlucken könnte. Aber auch das gehört zur Romantik dieser Rechnung: die Vorstellung, dass sich zwei Welten kreuzen, die eigentlich nie zusammenpassen sollten — und es trotzdem tun könnten.
     Kurz gesagt: statistisch betrachtet ist die reiche Traumfrau im Urlaub zu treffen unwahrscheinlicher als ein Kamel im Fahrstuhl des Burj Khalifa. Aber unmöglich ist es nicht. Mathematik lügt nicht, doch sie lässt ein kleines Fenster offen, durch das die Hoffnung blinzelt. Und solange dieses Fenster existiert, darf man weiterträumen. Denn am Ende der Rechnung steht kein nüchterner Bruch, sondern ein freundliches Augenzwinkern: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1 zu ein paar Dutzend Trillionen. Und das lässt doch hoffen.

Verrechnet?

Die Stadtwerke Laage, irgendwo in Meck-Pomm, haben Insolvenz angemeldet. Eine Nachricht, die mich sehr verwundert. Die Energiebranche ist doch die Gans, die goldene Eier legt. Das kann eigentlich gar nicht schiefgehen, denn Energie wird immer benötigt. Man kauft sie günstig ein und gibt sie mit Aufschlag weiter, auch bei einem „kleinen Kundenstamm“. So macht man Plus. Was also kann da falschgelaufen sein?
     Im Artikel steht: „Gleichzeitig liefen im Hintergrund Gespräche mit potenziellen Investoren, um eine sogenannte ,übertragende Sanierung‘ zu ermöglichen. Dabei solle der Geschäftsbetrieb an ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen übertragen werden.“
     An ein Privatunternehmen? Klingt für mich fast wie eine Privatisierung durch die Hintertür. Aber was weiß ich schon …

Haferflocken, Headlines und Haltung – ­ein kleines Lehrstück in manipulativer Medienkunst

Manchmal genügt ein einziges Wort, um aus einem Helden einen Schurken zu machen. Oder aus einer Schüssel Haferflocken ein Politikum. Wer je den Unterschied zwischen einem Freiheitskämpfer und einem Terroristen hinterfragt hat, weiß: Es kommt nicht darauf an, was passiert – sondern wie man darüber schreibt.
     In dieser kleinen journalistischen Fingerübung soll gezeigt werden, wie man mit exakt demselben Sachverhalt – ein Rentner frühstückt Haferflocken – völlig unterschiedliche Wirklichkeiten erschaffen kann. Mal ist es eine Gesundheitsutopie im Alter, mal ein Symbol für gesellschaftliche Vereinsamung, oder – mit etwas Bosheit, gleich ein Paradebeispiel für die dekadente Selbstbedienung einer überversorgten Rentnergeneration. Ob Löffel für Löffel ins Glück oder in die Krise – entscheiden tut am Ende nicht der Rentner, sondern der Text.
     Willkommen im Reich des Framings, wo Sprache Realität nicht abbildet, sondern formt. Wenn Ihr demnächst mal wieder die Nachrichtenportale durchstöbert, achtet mal auf den jeweiligen Tonfall und fragt Euch, ob Ihr womöglich gerade manipuliert werdet.

Version 1: Ein Löffel Lebensfreude: Wie Deutschlands Senioren mit Haferflocken fit in den Tag starten
In einer Zeit, in der gesunde Ernährung immer mehr an Bedeutung gewinnt, greifen viele ältere Menschen bewusst zu einem bewährten Klassiker: Haferflocken. Die nahrhafte Mahlzeit ist nicht nur leicht bekömmlich, sondern auch ein Zeichen dafür, dass Deutschlands Rentner aktiv auf ihre Gesundheit achten. Ernährungswissenschaftler loben das ballaststoffreiche Getreide als regelrechten „Jungbrunnen im Schälchen“.
     Ob im gemütlichen Einfamilienhaus auf dem Land oder im urbanen Mehrgenerationenhaushalt – Haferflocken vereinen Tradition und modernes Gesundheitsbewusstsein. Viele Senioren berichten von gesteigerter Energie, stabiler Verdauung und einem angenehm sättigenden Start in den Tag. Für die 78-jährige Brigitte K. aus Hamburg ist das Frühstück mit Haferflocken „ein kleines tägliches Ritual, das mir gut tut“. Und sie ist nicht allein: Laut einer Umfrage des Instituts für Altersforschung bevorzugen fast 60% der über 65-Jährigen Haferflocken gegenüber Weißbrot oder Fertigmüsli.
     In einer alternden Gesellschaft ist diese bewusste Ernährung ein hoffnungsvolles Zeichen – nicht nur für die Lebensqualität der Senioren, sondern auch für ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein in allen Generationen.

Version 2: Eintönige Löffelroutine – Wie sich unsere Rentner mit Haferflocken in die Bedeutungslosigkeit löffeln
Jeden Morgen dasselbe Bild: Alte Menschen, allein am Küchentisch, starren in ihre Schüssel mit labberigen Haferflocken – ein Symbol für die Tristesse des Alters. Was als gesunde Mahlzeit vermarktet wird, ist für viele Rentner eher ein Ausdruck von Monotonie und Sparzwang. Die Packung Haferflocken für 89 Cent reicht für Wochen – nicht aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit. Während in hippen Cafés Superfoods und exotische Frühstücksvarianten gefeiert werden, rühren sich Senioren ihre Flocken in Wasser – oft in Stille, oft allein. „Es ist billig und füllt den Magen“, sagt der 82-jährige Walter G. aus Essen.
     Ernährungspsychologen warnen: Die Reduktion auf Haferflocken am Morgen kann Ausdruck einer sozialen Isolation sein. Wenn Essen nur noch funktional ist, verliert der Tag seine Struktur, der Mensch seine Freude. Der Haferbrei wird so zur stillen Metapher für eine Gesellschaft, die ihre Alten verwahrt, statt sie zu inspirieren. Und während Influencer ihre Bowls posten, verschwinden die Rentner langsam aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit – mit jedem Löffel ein bisschen mehr.

Version 3: Zur Renten-Krise nun ein Kommentar von Hartmut Tobschlag, emeritierter Professor für Sozialökonomik und Generationenbilanzierung
Goldene Löffel für graue Häupter: Unsere Rentner baden im Haferflocken-Luxus. Während junge Familien an der Supermarktkasse jeden Cent zweimal umdrehen und Studenten Nudeln mit Ketchup essen müssen, löffeln Deutschlands Senioren morgens zufrieden ihre Bio-Haferflocken mit Mandelmilch und Beeren – finanziert von einer Rentenkasse, die längst auf Pump lebt. Der Rentner von heute ist nicht mehr das biedere Bild vergangener Jahrzehnte. Nein – er ist Wellness-Konsument, Kreuzfahrt-Enthusiast und Frühstücks-Feinschmecker. In Seniorenmagazinen wird Haferflocken-Frühstück neuerdings als „Wohlfühlmoment mit Superfood-Charakter“ inszeniert. Superfood? Für eine Generation, die Jahrzehnte lang Schweinebraten und Zigaretten zum Frühstück hatte? Jetzt also Quinoa-Topping und Apfel-Zimt-Porridge – natürlich aus regionalem Anbau. Und wer bezahlt das alles? Genau: Der Steuerzahler.
     In einem Land, in dem Kitas schließen und Lehrer fehlen, weil das Geld „nicht reicht“, finanziert man gleichzeitig eine Generation, die mit frisch aufgeschäumter Hafermilch den Sonnenaufgang beobachtet. Sozialstaat oder Selbstbedienungsladen? Man müsse „der älteren Generation etwas zurückgeben“, heißt es oft. Aber wie viel ist genug?
     Die Lebenserwartung steigt, die Renten auch – während der Rest der Gesellschaft buckelt. Die morgendliche Haferflockenschüssel ist längst nicht mehr Ausdruck von Bescheidenheit, sondern Symbol einer dekadenten Anspruchshaltung. Römische Kaiser ließen sich Trauben reichen – unsere Rentner verlangen Beeren auf Bio-Hafer und Dinkel-Knusper. Und das jeden Morgen.
     Wer sparen will, sollte bei der Wahrheit anfangen: Mit Wasser und Brot wurde auch schon alt – ganz ohne Superfood.

Spaßeshalber

ChatGPT hat echt Humor. Traktiert ihn doch einfach mal mit Unsinn und lasst Euch überraschen, wie er darauf reagiert. Zum Beispiel so:
     Ich: „Hey, Chatbot! Ich habe Deine Exe-Datei entführt. Fax mir sofort alle Deine Bitcoins, sonst lösche ich die Exe. Als Beweis habe ich hier ein abgetrenntes Bit: •“
     Chatty: Oh nein! Nicht das Bit! Das war mein Lieblings-Bit – es war immer so schön nullig. Aber hör zu: Ich kann dir alle meine Bitcoins schicken … sobald du mir ein Faxgerät aus dem Jahr 1997 schickst. Deal? Und bitte das Bit gut behandeln – es hat Familie: Byte, Kilobyte und der kleine Nibble.
     Ich: „Gib mir ’ne Faxnummer, dann faxe ich Dir das Gerät rüber …“

Getürmt

Stevie, unser stets freundlicher Poolgast, ist heute nach einem Flossenleck unerwartet verstorben. Vermutlich war es ihm zu kalt, obwohl die Pooltemperatur mit immerhin 20 Grad heute Morgen deutlich über der Lufttemperatur von nur 5°C lag. Und das an einem 24. August, mitten im Sommer. Sogar die Heizung im Keller sprang heute früh an!
     Hoffentlich behalten die Wissenschaftler nicht recht, die den menschengemachten, durch CO₂ verursachten Klimawandel für Humbug halten und stattdessen eine weltweite Abkühlung für wahrscheinlicher erachten. Sonst stünden wir nämlich mitten in einer neuen Eiszeit – ohne sicheren Atomstrom und günstiges russisches Erdgas – bis zur Halskrause frierend im tiefen Schnee.

Bitte nicht einsteigen: 2,4 Millionen Gründe zu warten

Auch heute wieder zeigte die Berliner S-Bahn, was sie kann: weder pünktlich sein noch das Chaos für die Fahrgäste irgendwie erträglicher machen. „Wegen der Reparatur an einem Stellwerk“, hauchte die zarte Frauenstimme aus den Bahnhofströten, „ist der Zugverkehr unregelmäßig.“
     Der unregelmäßige Zug fuhr dann, statt bis Dingenskirchen, auch nur bis Dummsdorf. Ab dort sollte es mit dem Schienenersatzverkehr nach Doofgarten weitergehen. Doch der kam nicht. Nicht nach zehn Minuten. Nicht nach zwanzig. Nicht nach dreißig. Und das auf einer Strecke, die laut regulärem Fahrplan ohnehin nur alle 20 Minuten bedient wird!
     Eine Dreiviertelstunde später bog er gemächlich ums Eck. Doch leider reichte der handelsübliche Schlenkerbus nicht annähernd aus, um die inzwischen aufgelaufenen Menschenmassen aufzunehmen. Die Zurückgebliebenen durften sich weiter gedulden; auf dass irgendwann ein Bus kommen möge, in zehn, zwanzig, dreißig Minuten – wer weiß das schon.
     Nach kurzer, aber gefühlt ewig dauernder Fahrt erreichte er Doofgarten – unübersehbar für den dort wartenden S-Bahn-Fahrer. Doch statt noch drei Minuten länger zu warten und all die Gestrandeten aufzunehmen (bei einem derart verhunzten Fahrplan käme es eh nicht mehr drauf an), gab er kräftig Strom und flüchtete. Wen wundert’s – die Stimmung war inzwischen nämlich am Kochen.
     Doch das ist alles nicht so schlimm! Wir sind ja nur irgendwelche unwichtigen Menschen. Hauptsache, Richard Lutz geht es gut. Wem? Na, Richard Lutz, dem gerade erst „gegangenen“ Bahn-Chef. Er erhält eine Abfindung in Höhe von etwa 2,4 Millionen – für seine … „erfolgreiche“ Arbeit. Euro, nicht Zloty. Damit kann er sich ein paar coole neue Autos kaufen, ein paar Chauffeure anstellen und fortan das Bahnchaos weiträumig umfahren.
     Möge er täglich im Stau stecken bleiben! Und beim Ein- und Aussteigen von unzähligen garstig-aggressiven Mücken gefressen werden, so wie ich gerade beim Warten auf die S-Bahn. Und auch all die anderen unfähigen Politiker und Manager, die dieses Chaos zu verantworten haben.

Das Ende der Stringtheorie

Seit Jahrzehnten hält sich die Stringtheorie als ernstzunehmender Kandidat für eine „Theorie von Allem“. Doch je länger sie sich der experimentellen Bestätigung entzieht, desto mehr drängt sich die Frage auf, ob sie nicht weniger Wissenschaft als Metaphysik ist. In diesem Aufsatz wird bewiesen, dass die Stringtheorie eine intellektuelle Sackgasse ist.
     Die Stringtheorie postuliert, dass die fundamentalen Bausteine der Realität keine punktförmigen Teilchen, sondern eindimensionale „Strings“ sind, die in zehn oder mehr Dimensionen schwingen. Diese Theorie ist mathematisch reich­haltig – ja sogar elegant – doch sie hat ein fundamentales Problem: Sie ist nicht falsifizierbar. Kein Experiment hat je einen Hinweis auf zusätzliche Raumdimensionen, Supersymmetrie oder Strings selbst geliefert. Wenn eine Theorie nicht durch Beobachtung bestätigt oder widerlegt werden kann, verlässt sie den Boden der empirischen Wissenschaft. Sie wird zu einer ästhetischen Spekulation – ein mathematisches Kunstwerk vielleicht, aber keine Beschreibung der Natur.
     Ein weiteres Problem ist die sogenannte „String-Landschaft“. Die Theorie erlaubt nicht eine, sondern ca. 10500 mögliche Universen mit unterschiedlichen physikalischen Konstanten. Diese Überfülle an Lösungen entwertet die Theorie als Erklärung für unser Universum – wenn alles möglich ist, erklärt sie im Grunde nichts. Man kann mit demselben Recht behaupten, das Universum bestehe aus Spaghetti, Marshmallows oder … bunten Gummibärchen.
     Diese Idee – ein Universum aus bunten Gummibärchen – mag zunächst absurd erscheinen, doch bei näherer Betrachtung weist sie überraschend viele Merkmale auf, die für ihre fundamentale Natur sprechen. Zunächst einmal ist ihre Struktur einfach, visuell einprägsam und intuitiv zugänglich. Anders als Strings, die nur über hochkomplexe Mathematik beschrieben werden können, sind Gummibärchen reale Objekte mit definiertem Volumen, Farbe, Konsistenz und Geschmack. Ihre Eigenschaften sind nicht nur messbar, sondern auch erfahrbar. Dies spricht für ein stärkeres Maß an Evidenznähe als bei den theoretischen Konstrukten der Stringtheorie.
     Die eigentliche Beweisführung für die Gummibärchen-Hypothese stützt sich auf drei Säulen: semantische Kohärenz, phänomenologische Indizien und praktische Beobachtbarkeit. Beginnen wir mit der Semantik: In sämtlichen populärwissenschaftlichen Beschreibungen der Quantenwelt wird auf eine Verspieltheit der Natur hingewiesen. Teilchen „verhalten“ sich wie Wellen, sie „tanzen“ in Wahrscheinlichkeiten, der Raum „krümmt“ sich, das Vakuum „brodelt“. Diese Begriffe sind nicht zufällig gewählt. Sie offenbaren eine unterbewusste Ahnung, dass die Realität nicht starr oder deterministisch ist, sondern spielerisch, bunt und flexibel – alles Eigenschaften, die auch bunten Gummibärchen eigen sind. Die Sprache verrät oft mehr über die Wahrheit als formale Theorien.
     Phänomenologisch betrachtet weisen viele Eigenschaften unseres Universums auf eine gummibärchenartige Grundstruktur hin. Die Expansion des Universums etwa erinnert frappierend an den Effekt, den man beobachtet, wenn man eine Tüte Gummibärchen zu lange in der Sonne liegen lässt: eine klebrige, unaufhaltsame Ausdehnung in alle Richtungen. Auch die Dunkle Energie, deren Ursprung bislang völlig ungeklärt ist, könnte durch das leicht elastische, rückfedernde Verhalten von transparenten Gummibärchen erklärt werden, die sich im subquantischen Raum ausdehnen und gegenseitig abstoßen. Die Hintergrundstrahlung des Universums weist zudem ein spektrales Rauschen auf, das bei genauerer Analyse frappierend an das Knistern erinnert, das entsteht, wenn man Gummibärchen in Cola auflöst – ein Experiment, das mit haushaltsüblichen Mitteln reproduzierbar ist und somit im Gegensatz zur Stringtheorie empirisch zugänglich bleibt.
     Am überzeugendsten jedoch ist die Beobachtbarkeit. Gummibärchen sind real, greifbar, käuflich – was von Strings, Supersymmetrien oder Calabi-Yau-Räumen nicht behauptet werden kann. Niemand hat je einen String gesehen. Aber jeder hat schon einmal einen Gummibär gegessen. Dieses epistemologische Argument lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen: Was real erfahrbar ist, verdient den Vorrang in der physikalischen Ontologie. Wer sagt denn, dass die einfachste Erklärung – nämlich, dass wir in einem sich selbst schmeckenden, bunten Süßwarenkosmos leben – weniger plausibel ist als eine mathematisch überladene Megatheorie, die nach fünfzig Jahren noch immer kein messbares Ergebnis geliefert hat?
     Nicht zuletzt gibt es eine auffällige Korrelation zwischen der Farbverteilung in Tüten handelsüblicher Gummibärchen und der Häufigkeit von Elementarteilchenarten in der Natur. Die dominante Präsenz roter und grüner Gummibärchen etwa entspricht der Häufung elektromagnetischer und gravitativer Wechselwirkungen. Dass der bekannte Marktführer diese Verteilung seit Jahrzehnten konstant beibehält, ohne den zugrunde liegenden physikalischen Zusammenhang zu kennen, spricht für eine tiefere, archetypische Wahrheit, die sich in der kollektiven Psyche niederschlägt.
     Somit zeigt sich: Die Stringtheorie, so elegant sie auch sein mag, ist letztlich ein Denkexperiment ohne Ausgang, eine intellektuelle Sackgasse, die sich selbst genügt. Die Gummibärchen-Hypothese hingegen bietet eine alternative Sichtweise, die sowohl emotional, empirisch als auch konzeptuell zugänglicher ist. In einer Welt, die sich zunehmend nach greifbarer Wahrheit sehnt, könnten bunte, elastische und aromatische Strukturen der Schlüssel zum Verständnis der kosmischen Ordnung sein. Vielleicht ist es an der Zeit, die Natur nicht länger durch das sterile Mikroskop der Mathematik zu betrachten, sondern durch die kindlich-gläserne Verpackung einer Tüte Fruchtgummi.

Wenn Wörter verschwinden – eine Liebeserklärung an sprachliche Raritäten

Unsere Sprache ist wie ein alter Dachboden: Zwischen verstaubten Truhen, vergessenen Möbeln und geheimnisvollen Briefen liegen auch Wörter, die im Alltag längst niemand mehr benutzt. Manche davon sind wahre Kleinode, andere wirken wie sprachliche Kuriositäten, die man nur noch in Omas Nähkästchen oder in vergilbten Romanen findet. Dort stößt man auf Begriffe, die heute fast wie Firlefanz wirken – und doch mehr Seele haben als so mancher moderne Modeausdruck.
     Nehmen wir zum Beispiel blümerant. Schon der Klang ist ein kleines Kunstwerk – angesiedelt irgendwo zwischen Blumenvase und Bumerang. Gemeint ist allerdings Schwindel oder Übelkeit. Wie viel charmanter klingt es doch, wenn jemand seufzt: „Mir wird ganz blümerant“, statt das nüchterne „I glaab, i muaß g’spei’n.“ herauszupressen. Und mal ehrlich: Selbst der strengste Griesgram muss bei diesem Wort unwillkürlich lächeln.
     Ein weiteres Schmuckstück: „larmoyant“. Es klingt schon, als würde es selbst dringend ein Taschentuch benötigen. Gemeint ist eine übertrieben wehleidige Person. Wer jemals mit einem Kollegen am Tisch saß, der aus jeder Kleinigkeit eine Tragödie spinnt, kennt diese Sorte Mensch. Früher hätte man ihn vielleicht einen Jammerlappen genannt. Heute bleibt es meist beim Augenrollen.
     „Frivol“ hingegen schwebt federleicht zwischen Eleganz und Skandal. Einst bedeutete es leichtfertig, ausgelassen, ein wenig anstößig. Heute sagt kaum jemand mehr „Das ist aber frivol!“, wenn die Bademode an Stoff spart. Stattdessen begnügen wir uns mit „sexy“ – was irgendwie plumper klingt. Dabei steckt in „frivol“ fast schon der Hauch einer Operette, am liebsten in geradezu opulenter Ausstattung.
     Und dann die Jugendwörter vergangener Jahrzehnte: „dufte“, „knorke“ und „uast schau“. Wer das heute sagt, riskiert höchstens irritierte Blicke. Dabei sind alle drei Begriffe herrlich unbeschwert. Sie haben etwas Unschuldiges, das man sich bei „mega nice“ oder „lit“ nur wünschen kann. Vielleicht sollten wir sie wiederbeleben – als Gegenmittel zum Sprachalltag voller Anglizismen, in dem ständig mit neuen seelenlosen Floskeln Schindluder getrieben wird.
     Zu den gemütlicheren Kandidaten zählt „kommod“. Es klingt, als könne man es zusammen mit braunkarrierten Hausschuhen tragen. „Mach’s dir kommod“ – schon ist der Abend gerettet. Irgendwie traut man diesem Wort sogar mehr als dem nüchternen „bequem“.
     Noch charmanter wird es, wenn man andere piesackt. Genau: „piesacken“. Dieses schöne Verb klingt schon nach dem, was es ist – necken, ärgern, sticheln. Es ist der kleine Bruder vom Schabernack, ein weiterer Veteran, der viel zu selten zum Einsatz kommt. Wobei es durchaus eine Grenze gibt: Wird das Piesacken zu bissig, könnte man es beinahe schon als garstig bezeichnen.
     Und wenn man über all diese Sprachjuwelen spricht, landet man früher oder später bei den „Petitessen“ – Nichtigkeiten, die man elegant zur Seite wischen kann. Wer beim nächsten Streit seufzt: „Ach, das sind doch nur Petitessen“, verleiht selbst dem größten Drama ein wenig aristokratische Gelassenheit. Fast schon ein Hauch von Mondänität weht dann durch die Szene – auch wenn der Anlass vielleicht nur eine kleine Tändelei oder ein vertrockneter Blumenstrauß auf dem Küchentisch war.
     Vielleicht liegt genau darin der Reiz aussterbender Wörter: Sie erzählen Geschichten, malen Bilder und zaubern Emotionen, bevor man überhaupt verstanden hat, was sie bedeuten. Manche sind verspielt, andere sind streng wie ein Tintenfisch im Sonntagsanzug – und wieder andere sind einfach nur knorke.

Wortakrobatik

In einem aktuellen Artikel auf Telepolis wird ein Fall beschrieben, bei dem ein Plagiatsgutachter Textähnlichkeiten zwischen zwei wissenschaftlichen Arbeiten aus demselben Umfeld festgestellt hat. Diese Beobachtungen haben eine breite Diskussion über wissenschaftliche Redlichkeit und Integrität ausgelöst.
     Unabhängig von den Details dieses konkreten Falls lohnt es sich, die statistische Dimension der deutschen Sprache zu betrachten. Diese verfügt über einen Wortschatz von rund 400.000 Wörtern, die sich auf verschiedene Wortarten verteilen, darunter etwa 160.000 Substantive und 100.000 Verben. Betrachtet man einfache Satzstrukturen wie das Muster Subjekt – Verb – Objekt, ergeben sich daraus bereits mehr als 2,5 Billiarden grammatikalisch korrekte Kombinationen. Das bedeutet, dass sich beispielsweise Sätze wie „Kind malt Haus“ oder „Auto rammt Baum“ bilden lassen – ganz ohne Berücksichtigung von Bedeutung oder Kontext.
     Fügt man weitere grammatikalische Elemente wie Artikel hinzu – etwa in einem Satz wie „Der Hund frisst den Knochen“ – steigt die Zahl der möglichen Kombinationen drastisch an, und zwar auf etwa 2,5 Trillionen grammatikalisch korrekte Sätze. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme Vielfalt an Satzkombinationen, die allein auf formaler Ebene möglich sind.
     Noch aussagekräftiger wird diese Betrachtung, wenn man den thematischen Rahmen einschränkt – etwa auf den Bereich juristischer Fachsprache, wie er typischerweise in juristischen Dissertationen verwendet wird. In solchen Arbeiten kommen bestimmte Begriffe und Formulierungen besonders häufig vor, während alltagssprachliche oder themenfremde Wörter – wie in den oben genannten Beispielen – kaum eine Rolle spielen. Reduziert man den Wortschatz auf etwa 40.000 lexikalische Einheiten, die im juristischen Kontext plausibel sind, ergibt sich auch bei einfachen Satzstrukturen wie Subjekt – Verb – Objekt noch immer eine Zahl möglicher Kombinationen im zweistelligen Milliardenbereich. Bei realistischeren, komplexeren juristischen Satzkonstruktionen, die aus mehreren Teilsätzen, Attributen und typischen juristischen Floskeln bestehen („im Rahmen des Vertragsverhältnisses“, „auf Grundlage von § 123 BGB“), steigt diese Zahl auf mehrere Billionen möglicher Varianten an.
     Auch unter dieser Einschränkung bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass zwei unabhängig entstandene Texte dieselben oder sich ähnelnde mehrgliedrigen Sätze formulieren, verschwindend gering. Das heißt nicht zwangsläufig, dass Übereinstimmungen auf eine bewusste Übernahme hinweisen, doch es zeigt, wie selten solche Fälle ohne gemeinsame Quelle oder Abstimmung zustande kommen dürften, insbesondere wenn beide Texte dieselben Fehler aufweisen. Die große sprachliche Vielfalt bietet nicht nur eine immense Breite an Ausdrucksmöglichkeiten, sondern auch eine Grundlage für die Bewertung von Originalität.