Den expansionistischen Bestrebungen Donald Trumps, der seit Wochen darüber phantasiert, sich Grönland unter den Nagel zu reißen, hat die dänische Regierung jetzt Einhalt geboten und Eliteeinheiten auf die Insel gesandt. Diese sind vor Ort eingetroffen und haben mit der Observierung der Lage begonnen.
Es heißt immer, das Volk murrt. Doch oft murren auch die Gottkönige – jene Damen und Herren, die meinen, die Welt sei ihre Buddelkiste, besonders die in Brüssel.
Unsere deutschen Gottkönige sind wieder unzufrieden mit dem gemeinen Pöbel. Kanzler Merz beispielsweise findet, die Deutschen seien zu oft krank. Teufel aber auch, was bildet das Volk sich ein? Und Wirtschaftsministerin Reiche forderte letztes Jahr, die Arbeitnehmer sollten erst später in Rente gehen. Recht hat sie! Wo kämen wir denn hin, wenn uns Senilität, Rollator und dritte Zähne vorschreiben, wann wir uns auf die finale Couch lümmeln dürfen?
Und überhaupt, diese ständige Rücksichtnahme auf die Volksbefindlichkeit gehört abgeschafft. Ich schlage daher vor, zum Wohle der Staatsräson einen zusätzlichen Wochentag einzuführen: den Servustag – hinter Sonntag und vor Montag dazwischengequetscht. Lateinisch veredelt und historisch bewährt, elegant abgeleitet von „Servus“, was Sklave bedeutet. Allein schon der Name macht klar, dass es kein Pardon mehr gibt. Statt Wiedereinführung der Wehrpflicht und lästiger Streitereien wegen zunehmender Beschneidung der Meinungsfreiheit bekommt der Staat von jedem Bürger einen Wochentag geschenkt, an dem er mit ihm machen kann, was er will, weil sämtliche Gesetze inklusive Grundrechte 24 Stunden lang außer Kraft gesetzt werden. Falls es sich bewährt, könnten die restlichen sieben Wochentage später ganz abgeschafft werden.
Der Servustag wäre die konsequente Vollendung der modernen Leistungsgesellschaft, ein staatlich verordneter Reset-Knopf für all jene lästigen Dinge wie Würde und Selbstbestimmung, die im Alltag nur die Produktivität hemmen, denn was motiviert mehr, als einmal pro Woche rechtlos zu sein und endlich ehrlich zu arbeiten, ohne den Ballast von Arbeitsschutzgesetzen, gewerkschaftlicher Mitbestimmung oder krankmachender Empathie. Volkswirtschaftlich ein Geniestreich: Burnout wird planbar, Krankheit effizient vorverlegt, der soziale Frieden gleich mit abgeschafft, und die Rentenfrage erledigt sich von selbst, weil der Körper früher aufgibt – was die Statistik als gesteigerte Leistungsbereitschaft ausweisen kann. Verfassungsrechtlich besticht der Servustag durch seine elegante Einfachheit, denn statt komplizierter Abwägungen gilt ein klarer Modus: Heute bist du Mittel zum Zweck, morgen darfst du wieder Mensch sein, was auch pädagogisch wertvoll ist, weil Freiheit erst durch ihren regelmäßigen Entzug richtig geschätzt wird. Staatliche Arbeitgeber und Behörden feiern den Tag als Wellness-Angebot für die Bilanz, Datenschützer freuen sich über die kurze Atempause vom Grundgesetz, Kirchen entdecken ihn als modernen Buß- und Demutstag, und die EU kann beruhigt sein, denn wenn alle gleichzeitig ihre Rechte verlieren, wird niemand diskriminiert. Schulen nutzen den Servustag als praxisnahen Staatsbürgerkundeunterricht, in dem Kinder früh lernen, wie sich Macht anfühlt, wenn sie ausschließlich von einer Seite ausgeübt wird.
Moralisch überzeugt das Konzept durch seine Ehrlichkeit, weil es den längst gelebten Zynismus nicht mehr versteckt, sondern kalendarisch festschreibt, gesellschaftlich durch seine Einigkeit, weil sich wirklich alle gleichermaßen ohnmächtig fühlen dürfen, und kommunikativ durch seine positive Rahmung: Es ist ja kein Zwang, sondern ein Dienst, kein Rückschritt, sondern Fortschritt durch Rückfall in die guten alten Zeiten, als es noch Pharaonen gab.
Am Ende stellt sich heraus, dass der Servustag weniger ein Bruch mit der Demokratie ist als ihre ehrlichste Weiterentwicklung, weil er das unausgesprochene Prinzip endlich offenlegt: Mensch sein darf man, solange es nicht stört.
Die jüngsten internationalen Ereignisse – die mutmaßliche Entführung des venezolanischen Staatspräsidenten Nicolás Maduro – lassen bei mir vor allem eines zurück: bittere Enttäuschung. Nicht, weil autoritäre Regierungen Regeln missachten – das ist leider nichts Neues –, sondern weil auch jene Akteure, die sich gern als Hüter der internationalen Ordnung präsentieren, zunehmend bereit sind, völkerrechtliche Grundsätze zu ignorieren.
Wenn von der mutmaßlichen Entführung eines amtierenden Präsidenten durch einen fremden Staat die Rede ist, sollte das alle Alarmglocken läuten lassen. Unabhängig davon, wie man die Legitimität einer Wahl beurteilt oder wie kritisch man eine Regierung sieht: Das Völkerrecht kennt klare Regeln zu Souveränität, Gewaltverbot und Immunität. Diese Regeln gelten nicht nur für „angenehme“ Fälle.
Besonders irritierend ist dabei die Haltung der EU. Einerseits betont sie möglicherweise zu Recht, dass Maduro aufgrund intransparenter Wahlvorgänge nicht demokratisch legitimiert sei. Andererseits bleibt der Eindruck, dass schwerwiegende Rechtsverletzungen zumindest politisch hingenommen werden, solange sie den „richtigen“ Akteur treffen. Das untergräbt den Anspruch, das Völkerrecht als universellen Maßstab zu verteidigen.
Wer Recht selektiv anwendet, macht es verhandelbar. Und ein verhandelbares Völkerrecht ist am Ende kein Schutz mehr für Schwächere, sondern ein Instrument der Mächtigen. Damit wären wir wieder im Mittelalter angekommen, wo der Stärkere bestimmte, was Recht ist. Und wenn das Recht des Stärkeren gilt, wäre Legitimität künftig eine Geschmacksfrage und gäbe dem Mächtigeren das Recht, jeden missliebigen Politiker – bildlich gesprochen – „zum Mond zu schießen“: Donald Trump wegen normativer Grenzverschiebungen, Friedrich Merz wegen mieser politischer Rhetorik – und andere einfach deshalb, weil man sie noch nie leiden konnte.
Gestern, in der Silvesternacht, am Strand von Abu Dhabi, knapp 140 Kilometer westlich von Dubai, wurde ich erstmalig Zeuge der berühmten arabischen Gastfreundschaft. Anderthalb Stunden vor Beginn des Feuerwerks suchte ich nach der besten Stelle, um ein paar farbenfrohe Fotos mitzunehmen, als mich plötzlich ein kleiner Junge in die Seite stupste. Er gehörte zu einer Gruppe von drei schwarz verhüllten Frauen und einem Mann, Mitte Zwanzig. Auf die Frage, was denn in dem kleinen Becher sei, den er mir freudestrahlend entgegenhielt, rief er fröhlich: „Chai Karak“. Eine der Frauen übersetzte das für mich ins Englische: schwarzer Tee mit Milch, Zucker und Zimt. Im Grunde also nicht viel anders, als Briten ihren Tee genießen.
Ich nahm das großzügige Angebot an, genoss den Tee auch sehr, bedankte mich britisch-brav, und ehe ich mich versah, bot mir Said, der Vater des Jungen, einen Klappstuhl in der Runde an. Es entwickelte sich ein munteres Gespräch über den allgemeinen Zustand der Welt, die Emirate im Speziellen, und weshalb Abu Dhabi ein ausgesprochen lebenswerter Ort ist, was mir nur wenige Stunden zuvor in einem Einkaufscenter bereits ein junger Einwanderer aus Marokko bestätigt hatte, der fand, AD sei perfekt, um eine Familie zu gründen.
Ich war angenehm überrascht von diesem jungen, sehr intelligenten, umgänglichen Mann, der so überaus freundlich, ungezungen und unbekümmert einen vollkommen Fremden – also mich – in seine Strandrunde eingeladen hatte. Eine halbe Stunde später beschloss ich dennoch, diese Gastfreundschaft nicht unnötig zu strapazieren und zog weiter, nicht ohne mich ausgiebig zu bedanken, was ebenso ungezwungen und unbekümmert akzeptiert wurde.
Ein zufälliges Zusammentreffen, ohne Verpflichtungen, ungezwungen und leicht wie die kühle Brise, die vom Meer herüberwehte und mit den Sandkörnern spielte.
Die nachfolgenden Bilder sind übrigens absichtlich so dunkel entwickelt. Am Corniche Beach gibt es keine Beleuchtung, weshalb es stockduster ist. Diese Stimmung wollte ich auch auf den Fotos beibehalten.















Habt ihr schon gewusst? Abu Dhabi ist die Hauptstadt der Emirate. Aber wusstet ihr auch, dass Dubai die Hauptstadt von Donald Duck ist? Oder besser gesagt – von Daisy Duck. Denn nirgendwo sonst auf der Welt watscheln so viele Frauen mit derart aufgespritzten Lippen herum, dass diese sich ein paar Zentimeter voran in die Weite des Raums hineinschieben wie ein Entenschnabel.
Mutmaßlich hat Dubai auch die höchste Botox-Rate der Welt. Man begegnet ihnen auf Schritt und Tritt – in den Malls, Hotels und Cafés – stets mit exakt dem gleichen Gesichtsausdruck, oder besser: mit dem Fehlen eines solchen. Stirnen glatt wie frisch gebügelte Tischdecken, Wangen straff gespannt, als hielte jemand unsichtbar die Zügel. Dazu ausgerupfte und stattdessen mit Farbe angemalte Augenbrauen, oft in grotesk unnatürlichen Bögen.
Individualität scheint hier eher ein Makel zu sein als ein Wert. So viele verunstaltete Gesichter habe ich bisher noch nirgends gesehen.
Das alles hat mit Schönheit nichts mehr zu tun. Es wirkt vielmehr wie ein absurder Wettbewerb darum, wer am konsequentesten gegen jede Spur von Menschlichkeit im eigenen Gesicht anarbeitet. Und während überall sonst Filter nur digital existieren, scheinen sie hier dauerhaft implantiert zu sein. Dies betrifft übrigens hauptsächlich Frauen aus westlichen Ländern. Bei denen aus Asien, Afrika und dem Orient sind derartige Entstellungen kaum zu finden.
Vielleicht ist Dubai also weniger die Stadt der Zukunft – sondern eher ein Freilichtmuseum für ästhetische Fehlentscheidungen. Donald und Daisy hätten jedenfalls ihre helle Freude daran.
Ein wenig lausch’ge Sommernacht
hab ich euch heute mitgebracht,
aus einem fernen, kleinen Land,
wo Wärme ich und Frieden fand.
Bei uns die dumme Knallerei
ist mir schon lang nicht einerlei.
Drum floh ich übers Wolkenmeer,
und bring euch viele Bilder her.
Das alte Jahr zieht leise fort,
die Zeit wird sanft an diesem Ort.
Kein Krachen reißt die Seele auf,
kein Schreck bestimmt den Jahreslauf.
So fern vom Lärm, vom grellen Schein,
darf Zeit hier einfach Zeit nur sein.
Ich wünsch euch allen, weit daheim,
gut‘ neues Jahr, rutscht friedlich rein!

























Die Wiedereinführung der „freiwilligen“ Wehrpflicht scheint beschlossene Sache zu sein. Doch vor die Teilnahme am staatlich verordneten Hacken, Hauen und Stechen hat Kriegsgott Mars die Musterung gesetzt, denn nur mit der bürokratisch korrekten körperlichen und geistigen Fitness ist es gestattet, andere Menschen dahinzumeucheln.
Nicht jedes potenzielle Kanonenfutterhäppchen ist damit einverstanden, darum suchen Verweigerer schon seit Jahrhunderten nach der besten Methode, aus der Todeslotterie auszusteigen.
Die Epoch Times liefert hierzu nun ein paar – im wahrsten Sinne des Wortes – existentielle Tipps, Zitat: „Ein Drogentest stellt sicher, dass keine Suchtproblematik vorliegt; bestehende Alkoholabhängigkeit oder gescheiterte Entzugsversuche führen ebenfalls zur Ablehnung.“
Es könnte also hilfreich sein, barfuß oder mit Jesuslatschen, gehüllt in ein buntes Batikshirt, mit struppigen Rastalocken, dampfender Fluppe im Mundwinkel und dem leeren Blick eines Menschen, der seinen inneren Frieden bereits vor dem Müsli-Frühstück verloren hat, beim Wehrkreiskommando zu erscheinen. Obligatorisch ist eine natürliche, pathologische Unpünktlichkeit, denn man will ja verdeutlichen, dass auf nichts im Leben Verlass ist, schon gar nicht auf den Kameraden im Schützengraben nebenan.
Als Gesprächsthema mit dem Musterungsoffizier empfiehlt sich wirres Gestammel über „Peace“, „Systemkritik“, „Death Metal Techno als Therapie“ und die beunruhigend negative Energie von behördlichen Formularen. In den kunstvoll eingeflochtenen längeren Gesprächspausen nicke man bedeutungsvoll, als höre man Stimmen aus einer anderen Galaxie.
Beim Drogentest sollten die roten Balken sich an der maximal messbaren Höchstdosis den Kopf stoßen – nicht nur wegen der konsumierten Substanzen, sondern aus purer Überforderung durch so viel Klischee.
Gestern schwärmte ein Freund von Deep Purple, einer Rockband, die bereits existierte, als ,Rock‘ noch ein geologischer Fachbegriff war. Ein bestimmter Titel, meinte er, habe ihn besonders beeindruckt, weil er ihn noch nie „in dieser Version“ gehört habe.
Kein Wunder! Niemand hat diesen Titel jemals in dieser Version gehört. Zur Zeit der Entstehung war die Erde noch gänzlich unbewohnt. Kontinente lagen, eng aneinandergekuscht, lustlos herum, und Konzerttermine waren wegen der noch nicht entstandenen Zeit eher ein mündlich weitergegebenes Geraune.
Was Deep Purple damals machten, lief noch nicht unter dem Begriff Musik. Sie existierte noch nicht und wurde erst deutlich später erfunden, nachdem jemand zufällig zwei Steine rhythmisch gegeneinandergeschlagen hatte und dafür von einem verwirrten Trilobiten anerkennend angeblickt wurde. Heutige Musikhistoriker bezeichnen die damaligen Geräusche eher als „prätonale Höhlenlärmerei mit experimentellem Charakter“. Noten gab es nicht, Tonleitern waren zu steil, Harmonien noch nicht entdeckt. Die Altersbestimmung dieser frühen Werke ist ausschließlich mit der C14-Methode möglich, und selbst die liefert meist nur das Ergebnis „sehr, sehr alt“.
Farbe existierte ebenfalls noch nicht. Die Realität lief vollständig in Schwarzweiß ab, wie historische Filmaufnahmen eindeutig beweisen. Auch Elektrizität war zu dieser Zeit noch völlig unbekannt. Gitarren wurden manuell betrieben; die Verzerrung erreichte der Gitarrist durch gezieltes Anschreien der aus Sehnen gefertigten Saiten. Der Lichttechniker warf kein Scheinwerferlicht auf die Bühne, sondern Griechisches Feuer, was für echt heiße Atmosphäre sorgte.
Statt mit dem Tourbus ritten die Musiker auf Dinosauriern zu den Konzerten. Der T-Rex erwies sich als unpraktisch für den Bühnenaufbau, überzeugte aber im Bassbereich, während der immermüde Triceratops eine stabile Plattform bot. Konzerte fanden bevorzugt in Höhlen statt, nicht aus Nostalgie, sondern wegen des hervorragenden Nachhalls. Das Publikum bestand aus frühen Menschen, vereinzelten Neandertalern und gelegentlich einem Säbelzahntiger, der eigentlich nur wegen des angenehm wärmenden Lagerfeuers vorbeigekommen war. Applaus äußerte sich meist in zustimmendem Grunzen und brachialer Gewalt auf den After-Stage-Partys, was aus nostalgischen Gründen bis heute beibehalten wurde. Ebenfalls bis heute beibehalten wurde das offenherzige Verhalten vieler Groupies, deren Hauptaufgabe es damals war, die Anzahl potentieller Konzertbesucher langfristig zu erhöhen.
Zeitgenössische Kritiken sind wegen der inzwischen zerbröselten Tontafeln leider nur bruchstückhaft überliefert: „sehr laut, Feuer ist ausgegangen“ „Rhythmus gut, Jagd danach schwierig“ oder „langfelliger Frontmann wirkt charismatisch, aber keiner versteht, warum er schreit“.
Wenn heute also jemand sagt, er habe einen Deep-Purple-Titel noch nie „in dieser Version“ gehört, dann ist das völlig plausibel. Manche Versionen erreichten nur dank antiker Sagen unsere moderne Gegenwart.

Liebe Sonnenanbeter und Lichtfanatiker, liebe Photonenliebhaber, Dämmerungsverweigerer, Tageslichtjunkies, Lux-Erhascher, Sonnenstrahlgenießer, Morgenrot-Erhoffer, Horizontbeobachter, Schattenvermeider, Rollladen-Verweigerer, Vitamin-D-Verfechter, Fensterplatzsucher, Kaffee-im-Morgenlicht-Trinker, Feierabend-im-Hellen-Träumer, Wintermüde und Frühlingserwartende: Herzlichen Glückwunsch – die Talsohle ist erreicht! Heute ist euer Tag, denn ab sofort werden die Tage wieder läääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääänger!

Gegenüber meines Bürofensters sitzt seit Jahren eine Katze am Fensterbrett und starrt mit stoischer Ruhe in den Hof. Während ich mich durch E-Mails, Meetings und To-dos kämpfe, scheint sie eine vollkommen andere Art von Arbeitsalltag zu haben: Nichts tun. Gar nichts. Sie schafft das mit einer Professionalität, die an transzendentale Entrückung grenzt.
Ich frage mich manchmal, ob ihr langweilig ist. Schließlich sind ihre Menschen vermutlich irgendwo im Büro, retten Budgets, bearbeiten Tabellen oder führen sehr wichtige Gespräche über Druckerprobleme. Und sie? Sie sitzt da, Tag für Tag, ohne Aufgaben, ohne Hobbys, ohne Aussicht auf eine tote Maus. Auf dem Land würde sie ihren Menschen wenigstens zwischendurch ein paar halblebendige oder halbtote Geschenke anschleppen. Aber hier in der Stadt? Fehlanzeige. Kein Jagderfolg, kein Abenteuer, nicht mal ein anständig gerupfter Vogel, der unvorsichtig genug war, ihr in die Quere zu kommen.
Das Traurigste ist jedoch: Katzen können keinen Computer bedienen. Klar, sie haben Pfoten, aber die sind denkbar ungeeignet für Tastaturen. Menschen mit Katzen können das bestätigen, wenn ihr Stubentiger während eines wichtigen Chats schon mal über die Tasten gelaufen ist. Doch ohne Tastatur kein Internet. Und ohne Internet – kein Katzen-Content. Weder lustige Videos noch dramatische „Katze gegen Gurke“-Clips. Versetzen wir uns in ihre Lage: Teil einer samtpfötigen Spezies zu sein, aber keinen Zugang zu den eigenen Memes zu haben. Echt traurig!
Also sitzt sie da, schaut in den Hof, philosophiert vermutlich über die großen Fragen des Lebens: Warum zum Teufel haben meine Menschen einen Job? Warum ist in meinem Napf nicht 24/7 Party? Und warum kann ich nicht googeln, was der Nachbarkater in seiner Freizeit macht?
Vielleicht schaue ich später noch mal rüber. Nicht, weil sich etwas ändern würde – sondern weil uns eine Gemeinsamkeit verbindet: Die Hoffnung, dass der Tag doch noch etwas Action liefert, die blogtauglich ist.
