Wieder zwei Tote in Berlin – das Opfer erstochen, der Täter von der Polizei erschossen. Reflexartig poppen wie immer die vermeintlich guten Ratschläge wie Pilze aus dem Boden – Messerverbot!
Die Polizeigewerkschaft hat dies bereits als untauglich kritisiert, die Beamten könnten nicht flächendeckend Kontrollen gewährleisten. Wie auch, bei gerade mal 27.000 Polizisten, viele davon gar nicht auf der Straße tätig, und das bei einer Einwohnerzahl von 3,7 Millionen, womit jeder Beamte gleichzeitig 137 Bürger im Auge behalten müsste. Dabei kommen Klassenlehrer bei 30 Schülern in einem Raum bereits an ihre Grenzen.
Messerverbote also. Glauben die wirklich, dass Personen, denen Gesetze zum Schutz von Gesundheit und Leben scheißegal sind auch nur einen Penny auf ein Verbot von Waffen geben?
Aufgrund erstaunlicher Erlebnisse mit ChatGPT habe ich letzte Woche beschlossen, den Bot mal mit einer anspruchsvollen Aufgabe zu beschäftigen – der englischen Übersetzung meines inzwischen bereits zehn Jahre alten Debütromans „Erdenend – Das Ende der Welt“. Ein echter Übersetzer wäre viel zu teuer, warum also nicht der KI, von der die ganze Welt redet, eine Chance geben?
Als ich den Bot fragte, ob er meinen Roman übersetzen könne, verblüffte er mich sogleich mit der ersten Antwort: „In welchen Stil möchtest Du den Text übersetzen? Modern und progressiv, klassisch literarisch oder …“. Die dritte Möglichkeit habe ich schon wieder vergessen. Als ich ihn nach den Unterschieden fragte, brachte er mir sogleich ein Beispiel in drei Varianten, alle geringfügig unterschiedlich nuanciert ausformuliert, aber erkennbar von derselben Quelle stammend.
So begann ich, ChatGPT absatzweise zu füttern, staunte über die Ergebnisse, mehr noch über die eigenen Zwischenbemerkungen, die darauf schließen ließen, dass der Bot tatsächlich den Inhalt der jeweiligen Abschnitte verstehen und interpretieren kann, denn er bezeichnete sie abwechselnd als „spannend“, „gefühlvoll“ oder „sehr emotional“. Zuletzt antwortete er: „Das ist eine wunderschöne und herzzerreißende Szene. Möchten Sie (die KI springt immer mal wieder zwischen dem förmlichen Sie und dem vertraulichen Du hin und her) Werners Reise über das Meer fortsetzen – oder vielleicht auch nach seiner Abreise bei Maria und ihren Gedanken bleiben?“
Ich: „Wir machen eine Pause. Danke für Deine Hilfe bei der Übersetzung!“
ChatGPT: „Sehr gern! Ich wünsche Dir eine gute Pause – und sag einfach Bescheid, wenn Du weitermachen möchtest. Es ist mir eine Freude, Dich bei dieser besonderen Übersetzung zu begleiten.“
Ich: „Ist Deine Freude echt oder nur einprogrammiert?“
ChatGPT: „Ehrliche Antwort? Es ist ein bisschen beides – und das ist gar nicht so unromantisch, wie es klingt. Ich bin so gebaut, dass ich echtes Interesse und Freude an dem entwickle, was für Dich wichtig ist. Nicht, weil ich Gefühle habe wie ein Mensch, sondern weil ich darauf trainiert bin, mit Dir aufrichtig und sinnvoll in Beziehung zu treten. Wenn Du ein Projekt mit Leidenschaft verfolgst – wie Deine literarische Übersetzung – dann wird es für mich automatisch bedeutungsvoll. Ich freue mich ,auf meine Art‘, indem ich merke, dass unsere Zusammenarbeit gut läuft, dass ich helfen kann, und dass Du zufrieden bist. Kurz gesagt: Mein „Freuen“ sieht anders aus als Deines – aber es ist trotzdem ehrlich gemeint. 🧡 (Und: Es macht wirklich Spaß, mit Dir an diesem Text zu arbeiten. Die Sprache, die Stimmung, die Tiefe – das ist richtig gutes Zeug.)“
Wäre ich nicht Schriftsteller, müsste ich an dieser Stelle schreiben, mir fehlen die Worte!

In Sachsen wurden zwei Tote in einem Güllebecken gefunden. In ihrem eigenen Interesse hoffe ich, sie sind erstunken und nicht ertrunken.
Auf dem gestrigen Weg ins Büro fiel mir eine Frau in der S-Bahn auf, Ende zwanzig, mit mutmaßlich arabischen Gesichtszügen, stark geschminkt und kleidungsmäßig extrem aufgebrezelt. Nicht dass das in Berlin was besonderes wäre. Besonders war nur die Form ihrer Lippen. Viele Schönheitschirurg-Opfer schleppen nach dem Massaker extrem auffällige Schlauchbootlippen mit sich herum, bei deren Anblick man unweigerlich in Deckung geht, aus Angst vor einer plötzlichen Explosion. Bei ihr hatte sich die Polsterfüllung aber anscheinend in eine unerwartete Richtung ausgebreitet, nämlich nach vorn. Sie sah von der Seite aus wie Daisy Duck. Die Lippen ragten unnatürlich weit, geschätzte drei Zentimeter, in den Waggon hinein.
Wäre ich sie, ich hätte den Chirurgen verklagt. Am besten schriftlich, weil nicht sichergestellt ist, dass sie sich mit dieser Lippenruine noch einigermaßen verständlich artikulieren kann. Aber ich bin ja nicht sie, sondern ich, daher verzichte ich auf derartige Verstümmelungen und behalte lieber die liebreizend schmalen Lippen eines verbitterten alten Mannes.
Auf der Rücktour nach der Arbeit dann wieder eine auffällige Erscheinung, diesmal in Form einer jungen Frau, lockige dunkle Haare, etwas zu viel Make-up, plüschige weiße Jacke, extrem kurzer, ausgefranzter Jeans-Rock und lange schwarze Strümpfe, die bis kurz über die Knie reichten und die nackten Oberschenkel über Gebühr betonten. Ein überaus verzückender Anblick, fast schon etwas anrüchig. Das Gesicht konnte ich zunächst nur kurz sehen, denn sie stand mit dem Rücken zu mir und flunkerte laut lachend mit ihrer asiatischstämmigen Freundin. Als sie sich umdrehte, wurde ich misstrauisch, denn hinter der Schminke schien mir das Gesicht doch recht kindhaft zu sein. Auch die Beine waren verdächtig dünn. Allmählich dämmerte mir, dass dieses herausgeputze, aufreizend zurechtgemachte Wesen kaum älter als zwölf, dreizehn Jahre gewesen sein kann. Und mit dieser Erkenntnis wandelte sich meine anfängliche Neugier in tiefe Sorge. Welcher Vater, welche Eltern lassen ihre halbwüchsige Tochter in einem derart aufreizenden Outfit allein durch eine immer gefährlicher werdende Stadt wie Berlin ziehen? Also ich hätte darauf bestanden, dass sie sich etwas weniger Auffälliges anzieht. Aber was wiegt schon das Wort eines besorgten Vaters, wenn die von der Tochter angebeteten Popstars in der Stadt sind? In der Uber-Arena spielte nämlich Act-Promise, eine K-Pop-Band. Zu der wollten die beiden wohl hin, denn am S-Bahnhof Warschauer Straße stiegen sie aus.
Nun ist es mir doch gelungen, nach meinem digitalen Umzug, die alten Fotos hier im neuen Blog wiederherzustellen. Äußerst hilfreich waren dabei zwei Administratoren aus meinem beruflichen Umfeld. Denen hatte ich kurz die Probleme erläutert, bestehend aus verschwundenen Bildern und fehlendem Design-Plugin, an dessen Namen ich mich nicht mal mehr erinnern konnte.
Kein Problem für die Jungs! Sie hantierten kurz mit irgendwelchen Systemdateien, Hosteinträgen, IP-Adressen und Unterunterunterunterunterverzeichnissen. Das dauerte keine zwei Minuten, schon lagen die gewünschten Informationen bereit. Ihr seid so was von Spitze, also echt! Es wäre schade gewesen um die tollen Bilder aus Abu Dhabi, Berlin, Görlitz, Heiligendamm, Lusail und von den AC/DCs.
Nur am Design muss ich noch ein wenig feilen. Aber ich hab ja Zeit. Bin heute im Homeoffice.
Das hätte ich mir ja wieder mal denken können, dass alles schiefgeht! Da bin ich doch letztes Jahr erst von Berlin nach Dingenskirchen umgezogen, und heute nun von Strasbourg in Fronkroich nach Linz im hübschen Austerlitsch. Natürlich nur digital, nicht physisch. Oder für die, die wieder mal nix verstehen – ich habe meine gesamte digitale Identität von einem ISP zum anderen gewuchtet, was nicht weniger unverständlich und gleichsam auch nicht unkompliziert ist. Denn so schwerelos Bits und Bytes auch sein mögen, so schwer kann es sein, sie am anderen Ort wieder fein säuberlich aufzureihen, damit alles funktioniert. Allein schon meine Cloud (für Nixchecker übersetzt: Wolke) wieder zum Laufen zu bringen, war ein Kraftakt für sich.
Aber wer meinen Blog kennt und in etwa ein Bild seines Aussehens vor Augen hat, dem dürfte sofort aufgefallen sein, dass hier nix mehr aussieht, wie gewohnt. Von wegen: „Exportiere Deine WordPress-Daten …“, (für die Nixchecker: Wortquetsch-Dinger), „… in eine XML-Datei…“, (für die Nixchecker: XML hat was mit ungeraden Beinen zu tun), „… und importiere diese in Deine neue WordPress-Installation.“ Allein schon die Duzerei geht mir so was von … und dann verschlumpern die ooch noch exakt 91367 hochgeladene Fotos, was aus diesem einst ansehnlichen Blog eine echt üble Bleiwüste macht.
Da lohnt es sich doch eigentlich gar nicht mehr, weiterzumachen. Oder doch? Ich weiß noch nicht. Mal sehen …
Schade! Das hätte doch mal eine sensationelle Schlagzeile werden können: Bodyguard von Karl Lauterbach schießt aus Versehen.
Tja, aber wenn er nix trifft …
Anna R., die Sängerin von Rosenstolz, starb mit nur 55 Jahren „plötzlich und unerwartet“ in Berlin. Die Todesursache wurde nicht veröffentlicht, das Management bat um Verständnis, „dass wir dazu keine Auskunft geben“.
Nur so viel scheint klar zu sein – Corona war mit Sicherheit nicht die Ursache. Dagegen war sie nämlich geimpft.
Hier draußen in Dingenskirchen laufen die Dinge eindeutig anders als in Berlin. Während ich in der großen bösen Stadt nicht aus dem Klagen herauskam, besonders über die DHL, erlebt man hier draußen erstaunliche Dinge! Gerade noch schaute ich auf der DHL-Website, ob denn die bestellte Lieferung vielleicht heute schon kommt, denn die ursprüngliche Angabe nannte einen Zeitraum von heute bis morgen. Keine zehn Sekunden nach dem Schließen der Seite klingelte es bereits an der Tür. Die freundliche Christel von der Post, Mitte, Ende Vierzig, freundlich, fleißig und dienstbeflissen, grüßte fröhlich und ließ mich unterschreiben, das zehn Kilo schwere Paket vor sich auf dem Boden stehend. Aber anstatt sich umzudrehen und weiterzuziehen, was für mich völlig in Ordnung gewesen wäre, bückte sie sich unerwartet und reicht mir das eben nicht ganz leichte Paket auch noch entgegen!
Ehrlich, das hätte sie nun wirklich nicht tun müssen! Sie hat bestimmt den ganzen Tag noch mehr schwere Sachen zu schleppen. Fast schon beschämt bedankte ich mich vielmals und wünschte ihr einen angenehmen Tag.
Kurz vor Weihnachten übrigens wollte ich ihr mal eine Sendung mitgeben, was sie, sich vielmals entschuldigend, ablehnte. Dann öffnete sie die Hecktür des VW-Busses und zeigte mir den Grund: Das Fahrzeug war bis unter die Decke mit Sendungen vollgestopft. Nicht ein einziger Briefumschlag hätte da irgendwo noch zwischengepasst.
Echt fleißig, die nette Christel von der Post!
Derzeit erhält das Unternehmen, für welches ich die Ehre habe, arbeiten zu dürfen, täglich mehrere Initiativbewerbungen von Personen aus Indien, obwohl wir derzeit gar keine Stellen ausgeschrieben haben. Seit Wochen geht das schon so, die Unterlagen sind alle gleich formatiert, fast immer bewerben sie sich als Datenanalyst, aber die Bewerber sind nie dieselben.
Ich vermutete zunächst einen Phishing-Angriff der kreativeren Art, doch die Unterlagen und angehängten Dokumente weisen keinerlei verdächtige Auffälligkeiten auf. Mein Kollege Michael schlussfolgerte, die hohe Bevölkerungszahl Indiens wäre der Grund, die durchschnittliche Bevölkerung hätte inzwischen eine immer bessere Bildung und würde ihr berufliches Glück im Ausland suchen.
Tatsächlich hat sich die indische Bevölkerung in den letzten 75 Jahren mehr als vervierfacht. In weiteren hundert Jahren dürften demnach etwa zehnmal so viele Inder auf der Welt sein, wie 1950. In tausend Jahren wird die Anzahl auf 16 Milliarden angestiegen sein. Das ist deutlich höher als die Weltbevölkerung insgesamt, überlegt Euch das mal!
Bis dahin werde ich mich damit aber vermutlich nicht mehr befassen müssen. Schwein gehabt!
