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Wer Wind säht …

Den hier habe ich schon am 23. Mai geschrieben aber wohl vergessen, ihn abzuschicken. Naja, egal, wird ja nicht schlecht:
Die USA, einer der größten Verursacher von Treibhausgasen, werden erneut von einer gewaltigen Tornado-Serie heimgesucht. In den letzten Jahrzehnten, aber besonders in den letzten zehn Jahre haben extreme Wetterphänomene weltweit rasant zugenommen. Und nun denken wir mal noch zehn, zwanzig Jahre weiter …

Sunlion say: No more Rosa!

Soeben stand eine Frau vor meiner Wohnungstür, etwa Mitte 30 und mit magentafarbenen Haaren. Sie wollte wissen, ob ich an DSL-Produkten der Deutschen Telekom interessiert sei. Ich mußte ihr leider mitteilen, daß ich schon mal Telekom-Kunde war und diese mich als langjährigen Kunden aufgrund von Unfähigkeit verloren hat. Und das kam so:
Vor fast genau sechs Jahren wollte ich kein DSL. Ich wollte nur meinen Null-Acht-Fünfzehn-Telefonanschluß ummelden, ich war nämlich umgezogen. Vom ersten in den fünften Stock. Im selben Haus. Von unten nach oben.
Leider gab es auf der Webseite der Telekom eine Ummeldeseite, auf der es keinen Null-Acht-Fünfzehn-Telefonanschluß zur Auswahl gab. Stattdessen aber jede Menge tolle DSL-Angebote: „T-DSL XXL: Tagsüber für 0,815 Cents telefonieren, dafür am Wochenende kostenlos, aber nur zu fünf Freunden.“ „T-DSL Sunshine: 4711 Telefonnummern zum Mitnehmen, aber nur wenn die Sonne scheint, sollte es regnen, bleibt man besser Zuhause.“ „T-DSL 2000 Deluxe: Montags zum Einheitspreis von 10 bis 12.30 Uhr, Dienstags dann das Doppelte aber nur mit Mutti, Vati kann Mittwochs umsonst telefonieren, dafür muß er aber rüberkommen …“
Eventuelle Ungenauigkeiten in den Produktbeschreibungen bitte ich zu entschuldigen, schließlich sind seitdem schon eine Menge Bytes die Telefonleitung hinuntergeflossen. Auf jeden Fall gab es in der Liste gefühlte 20 Angebote, eines komplizierter als das andere, und keines davon meinen Bedürfnissen entsprechend. Dabei lernt heute schon jeder Verkäufer: „Biete dem Kunden ein Produkt, und er wird sich nach weiteren umschauen. Biete ihm zwei Produkte, und er wird sich wahrscheinlich für eines von beiden entscheiden. Biete dem Kunden drei Produkte, und er hat genügend Wahlmöglichkeiten. Biete dem Kunden mehr als vier Produkte und er wird verwirrt das Geschäft verlassen, ohne zu kaufen.“
Dazu noch die unergründlichen Unternehmenssparten Telekom, T-Online, T-Home …
Wer also hat bei der Telekom zum Thema Marketing das Sagen? Schon beim optischen Auftritt habe ich ernsthafte Bedenken. Ich meine … Magenta? Ein Blick in die Statistik hätte dem verantwortlichen Art Director gezeigt, daß sie eine der unbeliebtesten Farben ist. Und das bei einem Unternehmen, welches aus der Deutschen Bundespost hervorgegangen ist, eine Behörde, die zu den unbeliebtesten der Welt gezählt haben dürfte, und die in den letzen Jahren Millionen von Kunden verloren hat, allein im Jahr 2010 waren es über zwei Millionen.
Anfangs hatte ich noch den Verdacht, der kürzlich von uns gegangene Designguru Professor Kurt Weidemann könnte seine Finger im Spiel gehabt und der Telekom absichtlich ein abstoßendes Design verpaßt haben, um sich für seine schlechten Erfahrungen mit dem Unternehmen zu rächen, die ja irgendwie jeder mal in seinem Leben gemacht hat. Und Weidemann war für seine despektierliche Art bekannt, es hätte also gepaßt.
Aber er war’s nicht. Und somit werden wir wohl nie mehr ergründen, wer für das Debakel der Telekom verantwortlich ist. Aber das müssen wir auch nicht.

Das T-Symbol auf dem Bürogebäude hinter meinem Haus ist schon lange abmontiert, die Frau mit den magentafarbenen Haaren hat das Haus längst verlassen, vermutlich hat sie keine Beute gemacht. Und ich werde mich jetzt entspannt zurücklehnen, in die kuscheligen Arme von Alice und noch ein paar von meinen E-Mails lesen.

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsored von Alice.
Und schon gar nicht von der Telekom.

Frankie say: No more!

Vorgestern habe ich mir die ersten beiden Alben von Frankie Goes To Hollywood heruntergeladen, legal selbstverständlich. Und nach intensivem Zuhören muß ich meinem alten Freund Oliver nun doch recht geben: Die Musik ist unvergleichlich kreativ, außergewöhnlich, bombastisch und klingt selbst heute noch kein bißchen unmodern. Nur, daß Oliver das schon vor 25 Jahren erkannt hat, während ich mein Gehirn damals lieber mit Heavy Metal massiert habe, was aber weiter keinen Schaden angerichtet hat, da mein Gehirn damals ständig auf Stand-By war.
Also, Oli … Du hattest recht und ich entschuldige mich!

Kannibalismus

Menschen essen Tiere. Das stört niemanden, außer vielleicht ein paar Vegetarier. Und halt die Tiere. Manche Menschen essen auch Menschen, wenngleich das mittlerweile wohl eher ein wenig aus der Mode gekommen ist, weswegen ich auch völlig unbekümmert bin, wenn meine Freundin, die ich nicht habe, zu mir sagt: „ich hab Dich zum Fressen gern“.
Viele Tiere fressen auch Tiere. Das stört niemanden, nicht einmal Vegetarier. Wenn aber Tiere Tiere fressen, die von Menschen an sie verfüttert werden, stört das jemanden? Vermutlich nicht, solange es keiner weiß. In den Neunzigern aber tauchten plötzlich merkwürdig zuckende und elendig verreckende Rinder auf. Sie starben an BSE, einer Krankheit, die das Gehirn befällt und von verfüttertem Tiermehl verursacht wird. Nun sind Rinder dummerweise Pflanzenfresser, man hat also quasi Vegetarier mit Tieren zwangsernährt. Dies stört – und darüber sind wir uns nun mittlerweile wohl alle einig – nicht nur Vegetarier.
Tausende Tiere wurden vorsichtshalber getötet, und die EU beschloß ein Verbot von Tiermehl. Die Seuche ebbte langsam ab.
Arte brachte soeben die Nachricht, daß in Frankreich Tiermehl wieder zugelassen werden soll, wenn auch nicht für Rinder. Wenn’s nicht so traurig wäre, daß die Menschheit nichts aus ihren Fehlern lernt, würde ich an dieser unpassenden Stelle noch einen passenden Witz erzählen.
Ach was soll’s: Steht ein Mann früh morgens in der Küche, starrt in den offenen Kühlschrank und sagt: „Hab ich heute Nacht das ganze Rindfleisch gefressen oder der Hund? Gott, ich hab’n Kopf, wie’n Sieb, ich hab ja gar keinen Hund!“

Generation 40+

Nein, nicht um meine Generation sollte es gehen, also um die Generation, der man in Disko und Bahn bereits einen Stuhl anbietet, die nicht mehr zum Friseur geht, weil es nichts mehr zu schneiden gibt und die beim Anblick einer halbnackten Cheerleaderinnen-Gang nur noch das starke Bedürfnis verspürt, sich auf der Stadionbank schlafenzulegen, weil sie mittlerweile den Testosteronspiegel einer Nachttischlampe hat.
Es sollte um die Generation von mittlerweile über 40 in Afghanistan erschossenen deutschen Soldaten gehen, die genaue Zahl war auf die Schnelle leider nicht aufzugooglen. Und auch heute hat’s wieder geknallt, fünf Verletzte, ein Toter. Mehr als vierzig Familien in Deutschland, die jetzt mit dem Verlust leben müssen. Ganz zu schweigen von den Familien, die jetzt mit den traumatisierten Zurückkehrern leben müssen. Und wofür? Wofür? Für die Verteidigung der deutschen Freiheit am Hindukusch?
Darum sollte es in diesem Text gehen. Und darum, daß man das Mindestalter für Militärangehörige per Grundgesetz auf 24 Jahre anheben sollte, weil es dann nicht mehr so einfach ist, junges und naiv-dummes Kanonenfutter für die Schlachtbank zu rekrutieren, weil das gewisse Mehr an Lebenserfahrung vielleicht dazu führt, das verlogene Politikergesocks zu durchschauen und ihren Krieg selber kämpfen zu lassen.
Darüber wollte ich schreiben.
Aber nöö … ich hab keine Lust. Es ändert sich ja doch nichts. Dann laßt Euch halt abschlachten, in einem Krieg, den – wie sonst auch – niemand gewinnen kann, und von dem einer ganz bestimmt nicht profitiert: Die Soldaten.
Nein, ich hab keine Lust, das Wetter ist schön, mein Fahrrad scharrt schon ungeduldig mit den Reifen.
Aber eins noch, Politiker: Bei der nächsten Wahl erinnere ich mich an Eurer Treiben! Wenn auch alle um mich herum dem kollektiven Vergessen anheimfallen mögen und die Chefin meiner Lieblingsfriseuse die CDU wählt, weil sie Ursula von der Leyen „so schau“ findet, ich vergesse nicht!
Versprochen!

Panik!

Seit Mitte Mai wütet in Deutschland die „EHEC-Welle“! In den letzten zwei Wochen sind bis zum heutigen Tag zirka 280 Personen an HUS erkrankt, etwa zehn sind gestorben. Und alle Medien stürzen sich auf das Ereignis, als gäbe es kein Morgen.
Im selben Zeitraum sind in Deutschland etwa 2800 Menschen an den Folgen des Alkohols gestorben, 74000 jährlich. Jahr für Jahr.
Merkwürdig, über die schreibt niemand etwas.
Panik?

Achthundert pflastersteingroße Zähne

Kein Grund, sich so aufzuregen. Aber der Mann hat recht. Es nervt gewaltig. Und die ARD ist gerade dabei, das zarte, über die letzten Jahre neu erwachte Interesse für den Grand Prix mit möglichst massiver Präsenz auf allen Kanälen zu erdrücken und plattzuklopfen. Beispiele dafür, wie man einen Kult abwürgt, gibt es zur Genüge. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir da der Berliner Rundfunk. Nach der Wende, als es im Berliner Radioäther tausend interessantere Radiosender gab, allen voran Hundert,6, der mit erotischen (ja – erotischen, nicht pornografischen!) Sendungen auf sich aufmerksam machte, da dümpelte der Berliner Rundfunk vermeintlich unbeachtet vor sich hin. Und aus Mangel an Ideen, Erfahrung, Geld oder einfach nur göttlichem Funken, machte der Sender das, was er immer machte. Musik abspielen, ein bißchen moderieren und hin und wieder ein paar Nachrichten dazwischenschieben. Und er machte damit, ohne es zu wissen, alles richtig! Denn irgendwann in den Neunzigern war der Berliner Rundfunk plötzlich der beliebteste Sender Berlins! Um daraufhin schlagartig alles falsch zu machen, indem plötzlich alle zwei Minuten nervige Jingles gespielt wurden, die mit Pauken und Trompeten darauf hinwiesen, daß der Berliner Rundfunk nun der beliebteste Sender sei. Und indem sie all die schlechten Angewohnheiten der anderen Sender übernahmen, was Moderation, Werbung und immer gleiche Musikauswahl anging. Das gipfelte dann in komponierten Selbstbeweihräucherungs-Jingles, die genauso lang waren, wie die eigentlichen Musiktitel. Und prompt wandten sich die Hörer wieder ab und anderen Sendern zu. Irgendwo las ich mal, daß das nach Marktforschungsinformationen konzipierte Formatradio auf der Erkenntnis beruht, daß der durchschnittliche Hörer nur zwanzig Minuten am Stück durchhört. Kein Wunder bei der Programmgestaltung!
Mittlerweile ertrage ich nur noch Klassikradio, abends von 22.00 Uhr bis Mitternacht. Dort läuft herrlich entspannende Chill-Out-Mucke, bei der man den Kopf freibekommt. Schade nur, daß Punkt Zwölf schlagartig wieder das Barockgeschrammel einsetzt, sonst würde ich glatt die ganze Nacht durchhören.
Aber ich schweife ab und wollte doch eigentlich noch den Kommentar verlinken. Von Gernot Haßknecht, von der Pornoseite der FAZ.
Apropos Porno: Falls Sie das hier nicht lesen können, liegt das vielleicht an den Einstellungen Ihrer Kinderschutzsoftware. In meinem Weiterbildungsinstitut kommt bei allen möglichen Webseiten eine Seite mit einem Stopschild, also beispielsweise bei „Porno“, „Sex“ oder sogar „Facebook“. Blöd nur, daß es sich dabei meist um Nachrichtenseiten handelt, die sich nur mit den entsprechenden Themen beschäftigen. Die richtigen Pornoseiten sind oftmals frei zugänglich.
Ach so, der Link: Gernot rastet aus.

Print ist tot. Fast.

Seit dem Siegeszug des Internets hat sich die Welt verändert. Sie ist vor allem kleiner geworden, was dazu führte, daß kein Platz mehr war, für große, phlegmatische  Dinosaurier. Ja, Du bist gemeint, Musikindustrie! Und Ihr auch, Zeitungen und Zeitschrift aus Papier! Igitt, ein Medium, das keinen Strom benötigt und nicht von selber leuchtet, ist voll Siebziger!
So wie Faxgeräte. Wenn mich jemand fragt, wieso ich kein Fax habe, bekommt er als Antwort: „das ist eine Technologie aus den Siebzigern“ und „ich versende E-Mails“. Na-na-na, Post, Du brauchst Dich gar nicht so aufzuplustern, Deine Briefe und Postkarten sind auch aus dem letzten Jahrtausend. Und wer dann noch über 25 Jahre braucht, um nach dem Versand der ersten kostenlosen E-Mail einen elektronischen Brief zu erfinden, der genauso teuer ist, wie ein Papierbrief, der hat eh nicht alle Kekse in der Dose.
Aber worauf wollte ich eigentlich hinaus?
Ach ja, richtig! Zeitungen und Zeitschriften. Bis vor zehn Jahren hatte ich noch die Berliner Zeitung abonniert, eine wirklich anspruchsvolle Tageszeitung, informativ und gut geschrieben, ohne die Gefahr, beim Lesen an Gemeiner Hirnmuchte zu verenden, so wie etwa bei Bild und BZ.
Jetzt hab ich doch schon wieder den Faden … kann ich die Frage noch mal sehen?
Nee, Quatsch, jetzt hab ich’s wieder!
Jedenfalls habe ich die „Berliner“, die mich ein Leben lang begleitet hat, weil meine Eltern sie auch schon lasen, dann abbestellt, einfach weil die Zeit fehlte, mir jeden Tag dieses dicke Ding reinzuziehen. Und im Internet gibt’s das Neueste vom Tage ja umsonst und in gigantischen Mengen.
Aber eine Zeitschrift habe ich behalten. In Papier. Zum Anfassen. Wenngleich auch das Fernsehprogramm bereits problemlos und umsonst im Internet verfügbar ist.
Einfach weil ich mich bei den lustigen Kommentaren der TV-Spielfilm-Redakteure manchmal vor Lachen auf dem Boden kringeln könnte. So wie bei diesem hier:

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsored von TV-Spielfilm.

Nüscht wie weg!

Jetzt hat mir Datengigant Google doch meinen schönen, garstigen Guldenberg-Kommentar verbummelt. Wie war das noch gleich?
Ach ja:
Die Süddeutsche schrieb vorgestern: „Und wenn nicht, hat Guttenberg ja auch schon einen Plan B angekündigt: Er kann sich vorstellen, ein Buch über seine politische Karriere zu schreiben.“
Wie jetzt? Er selbst?

Edit am 14. Mai: Huch!? Jetzt issa wieder da, der Beitrag. Ihr macht mich echt irre!