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Tägliche Begegnungen

Vorhin mal wieder in der Straßenbahn, auf dem Weg nach Hause: Eine Frau zwischen 50 und 60, mit langen ergrauten und vom Schnitt her eher naturbelassenen Haaren, erdfarbener Kleidung und mit vegetarischen Methoden ausgemerkelter Statur … oder auf gut Deutsch – ’ne 68er Ökotussi – steigt ein und fängt sofort an, auffallend laut zu telefonieren. Und es machte auf mich nicht den Eindruck als sei sie schwerhörig, viel mehr wollte sie wohl, daß alle hören, was sie zu sagen hat.
Das drehte sich im Wesentlichen um die Antipapstdemo, bei der sie mit anderen gegen den Papst und die rückständige Haltung der katholischen Kirche in vielen aktuellen gesellschaftlichen Fragen demonstrierte. Zum Beispiel die völlig verkorksten Ansichten zur Homosexualität.
Und während ich noch überlege, ob ich ihr wegen des lauten Telefonierens in der Öffentlichkeit böse sein oder wegen ihres Engagements zum Wohle der Gesellschaft großzügig über ihr frefelhaftes Kommunikationsgebaren hinwegsehen sollte, reißt sie doch glatt mit dem Arsch wieder ein, was sie soeben noch mit Worten behutsam aufgebaut hatte: „Die Demo geht ja jetzt noch weiter aber ich wollte doch heute noch zum Yoga“.
Aha! Yoga also!
Verkackt!!!

Wahl in Berlin

Die Piraten haben mit 11,6 Prozent erheblich mehr Wählerstimmen einfahren können als die FDP. Lausige 1,8 Prozent (um 18.25 Uhr) und damit nicht mehr im Parlament vertreten – was für ein peinliches Ergebnis für eine Partei, deren Protagonisten im bundesweiten Kontext immer so die Schnauze aufreißen.

Je größer die Lüge …

… desto mehr Menschen folgen ihr. Dieses Zitat des größten Verbrechers der Geschichte, Adolf Hitler, hat sich der zweitgrößte Verbrecher der Geschichte, George W. Busch – und ich will jetzt hier keine Diskussion darüber, wer wann wieso mehr Menschen umgebracht hat – offenbar zu Herzen genommen, als er den Angriff auf das World Trade Center befahl. Gut, okay, vielleicht befahl er ihn auch nicht, vielleicht wußte er nicht mal davon. Aber zumindest hat er munter mitgemacht. Und auch wenn heute wieder alle Medien fleißig an der Legende des islamistischen Terrors stricken – ich bleibe dabei und glaube, daß der Angriff von den Amerikanern geplant und inszeniert wurde. Ich erinnere mich noch gut an die Details, damals in den Fernsehberichten, das Erstaunen darüber, wie schnell die abgestellten Autos und die merkwürdigen Indizien darin gefunden wurden, die Liste mit Verdächtigen, komplett mit Foto und Lebenslauf, die innerhalb von wenigen Stunden siegessicher aus dem Ärmel gezogen wurden, die Eile, mit der die Überreste des WTCs beiseitegeräumt und geschreddert wurden, ohne sie genauer untersuchen zu können. Die fehlenden Wrackteile sowohl beim Pentagon als auch in Philadelphia. Während man im Pentagon noch hätte sagen können, nun gut, das Flugzeug ist soweit in das Gebäude reingekracht, daß die Trümmer von außen nicht zu sehen sind, ist das Philadelphia-Flugzeug mitten auf der Wiese eingeschlagen, aber nein – keine Triebwerke, keine Rumpfteile, keine Tragflächen, Sitze, Räder oder Leitwerke, nicht einmal Leichen sind auf den Aufnahmen zu sehen. Ein in der Geschichte der Luftfahrt einmaliger Vorfall.
Und deswegen lege ich jedem, der die Geschichte auch mal von einer anderen, als der offiziellen Seite betrachten will, den Dokumentarfilm Loose Change nahe. Das mag alles unsachlicher Murks und totaler Unsinn sein, aber es kann nicht schaden, beide Seiten zu kennen, bevor man sich ein Urteil bildet. Denn das schulden wir den Opfern des Terrors, nicht nur denen aus dem WTC: Wachsamkeit.

Die zärtlich bittere Süße des Verbotenen

Hätte die Tüte nicht den Aufkleber, könnte man beim Anblick des Fotos unten wirklich meinen, es handele sich um etwas Verbotenes. Und tatsächlich – noch ist Stevia, ein kalorienfreier Süßstoff von Mutter Natur in Deutschland nicht zugelassen. Vermutlich mauert wieder die Aspartam-Lobby, weil sie schon die geliebten Umsätze für Ihr Gift einbrechen sehen, auch angesichts des immer mehr um sich greifenden Öko-Booms. Ursprünglich von der amerikanischen Gesundheitsbehörde verboten, konnte Aspartam sich später doch als Lebensmittelzusatz in die Nahrungskette schleichen, was wir keinem geringeren zu verdanken haben als Donald Rumsfeld. Doch-doch, genau der Donald Rumsfeld, der im Irak Massenvernichtungswaffen vermutete und einen völkerrechtswidrigen Krieg anzettelte, der Millionen Menschen das Leben kostete.
Jedenfalls gibt es mittlerweile nur noch Kaugummis, die irgendwelche Giftstoff… äh Verzeihung – ich meinte natürlich Süßstoffe – enthalten, selbst der grüne und der weiße Wrigleys, die eigentlich Zucker enthalten. Dort ist Aspartam als Geschmacksverstärker deklariert. Weswegen ich mir den Genuß, Kaugummi zu kauen, mittlerweile versage.
Aber zurück zu Stevia. Seit Jahrhunderten bekannt, wird dieser natürliche Süßstoff vor allem in Japan in großen Mengen konsumiert, und da er eine extreme Süßkraft und keine Kalorien hat, steigt das Interesse hierzulande, sogar bei der Lebensmittelindustrie, weil diese ihre süßstoffvergifteten Waren immer schlechter absetzen können.

Die kleine Stevia-Tüte gibt es beim Dealer Ihres Vertrauens, sprich – im Ökoladen, und kostet 16 Euro. Angesichts der geringen Menge mag manch einer bei solchen Zahlen kurz vor dem Herzkasper stehen, aber keine Sorge – das Zeug ist wirklich, wirklich, wirklich verdammt süß! Im Alltag fehlt mir hier noch ein wenig die Erfahrung, insbesondere im Winter, wenn ich wieder vermehrt Heißtee statt Eistee trinken werde, wird sich zeigen, was in dem Kraut steckt. Aber meine Süßungsversuche bei Erdbeeren und Ananas waren schon sehr vielversprechend. Nach dem Zubereiten des Obstes einfach ein kleines Trinkglas mit Wasser füllen und ein bis zwei Messerspitzen des Pulvers einstreuen. Es löst sich extrem leicht auf und das Wasser schmeckt anschließend tatsächlich, als hätte man es mit Zucker gesüßt, also vollmundig süß und nicht so schmallippig süß wie bei Süßstoffen. Der Geschmack hinterläßt einen leicht bitteren Hauch, der aber nicht großartig stört. Das Wasser gießt man dann über das Obst.
Liebe Lebensmittelindustrie – wenn Ihr Eure Produkte in Zukunft vielleicht doch lieber mit Stevia süßen könntet, ich würde sie kaufen. Versprochen!

Krieg gegen den Terrorismus

Soeben in der Heute-Sendung: In Berlin wurden zwei mutmaßliche „islamistische“ Terroristen festgenommen, die einen Anschlag geplant haben sollen. Dazu der Kommentar eines (vermutlich) Polizeisprechers: Es sei gut, daß der Zugriff erfolgt ist, weil zur Überwachung jedes Verdächtigen 25 Polizisten notwendig sind. Diese müssen nun nicht mehr rund um die Uhr verfügbar sein und können wieder für andere Aufgaben eingesetzt werden, zum Beispiel für den anstehenden Papstbesuch.
Da werden sich die Polizisten wohl nicht groß umstellen müssen. Auch so ein religiöser Fanatiker.

Ene-mene-muh und raus bist Du!

Keine Macht für Erpresser! Nachdem Zahlungsdienstleister Paypal dem Kosmetikkonzern Rossmann drohte, seine Konten zu sperren, weil dieser mit kubanischen Waren handelt, zog Rossmann die Konsequenzen und warf Paypal einfach kurzerhand raus.
Sehr gute Entscheidung! Es wird auch langsam Zeit, daß die Welt dem selbsternannten Weltpolizisten USA und seinen Mitläufern die rote Karte zeigt. Man kann sich nicht ernsthaft über Fidel Castro aufregen, ihn als Diktator beschimpfen (was er tatsächlich ist), ihm die Ruinierung der Wirtschaft vorwerfen (woran er sicherlich auch eine Teilschuld trägt) und Menschenrechtsverletzungen anprangern (die es zweifellos gab), ohne die Zustände zu betrachten, unter denen die Kubaner Anfang des Jahrhunderts litten und die eine Revolution überhaupt erst möglich machten. Und ohne Beachtung der Wirtschaftsblockade, unter denen die Kubaner seit Jahrzehnten zu leiden haben.
Ich finde, heute ist ein guter Tag!

30 verhält sich zu 8000 so wie 28 zu 16000

Wie, das reicht nicht? Ihr wollt noch was Positives?
Jaja, ist ja gut, nicht drängeln:
Neulich stelle ich beim Surfen fest … nein-nein, nicht beim Windsurfen im Meer, beim Bitsurfen im Internet. Da stellte ich also fest, daß mein Verbindung mit der Zeit irrrggeennndddwwwiiieee gggaaannnzzz sssccchhhööönnn lllaaannngggsssaaammm gggeeewwwooorrrdddeeennn wwwaaarrr. 500 Kilobit statt bisher 6000 sind schon ein herber Verlust an luxuriöser, mondäner Performance.
Ich rufe also an bei Alice, meinem Provider (die Westdeutschen regen sich in diversen Foren immer so über Alice auf, weil da nix klappt, alles schiefgeht und Alice sowieso total Scheiße ist. Anscheinend laufen deren Beschwerden bei einer anderen Servicezentrale auf, als meine.) und der stellt fest, daß mein Modem kaputt ist. Der nette Mensch schickt mir auch prompt ein neues, das ich wegen zu kleiner Schraubenaussparungen erst mal handwerkstechnisch ein wenig bearbeiten muß, um es an die Wand zu klatschen. Als es dann dort so hängt, funktioniert es leider nur mit 8000 Kilobit, die Hälfte dessen, was der nette Mann mir versprochen hatte. Erneuter Anruf bei der kostenlosen Störungsnummer … ach so, ich brauche einen neuen Vertrag. Was der kostet? Wie bitte? Zwei Euro weniger? Nicht zwanzig Euro mehr? Für mehr Geschwindigkeit? Aha! Zwanzig Euro Umstellungsgebühr? Na gut, das ist okay. Finde ich.
Ganz schön positiv. Finde ich.

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsort von Alice. Und schon gar nicht von der Telekom.

Billig ist lecker!

Ihr wollt was Positives lesen? Na schön, gut, hier kommt was Positives:
Schon immer war ich ein leidenschaftliches Marzipanschweinchen. Oder mit etwas weniger Zuckerguß formuliert – ich mochte schon immer Marzipan. Und als ich eines schönen Tages das weiße Marzipanbrot von Lübecker ohne Schokolade, nur mit reinem Marzipan entdeckte, war es um mich geschehen! Eine leckerererererere Süßigkeit kann man sich kaum noch vorstellen. Das einzige, was mich an dieser Köstlichkeit störte, war der Preis. Zweieurofuffzich für 120 Gramm sind schon ein ganz schöner Hammer.
Aber als ich mich am letzten Samstag in der Backzutatenabteilung von Kaisers verlief, stolperte ich zufällig über eine braune Teewurst-Rolle, wie man sie aus jeder Wurstkühltruhe kennt. Während ich mich noch wundere, was die Teewurst neben den Fertigbackmischungen zu suchen hat, stelle ich erfreut fest, daß es sich um 200 Gramm feinstes weißes Marzipan handelt, daß man einfach so essen kann, also nicht etwa vorher noch speziell behandeln, zum Beispiel backen muß. Und was kostete der Spaß? Gerade mal einen Euro! Für zwei Euro bekomme ich also die vierfach…, nee – die zweifache Menge …, ach was soll’s, das könnt Ihr Euch selber ausrechnen!