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Tot, töter als tot!

Der Euro ist tot! Sag ich jetzt mal so. Erst Griechenland, dann Island und jetzt Italien. In zehn Jahren gibt’s den Euro nicht mehr. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Die 750 Milliarden Euro des Hilfsfonts sollen nun verdoppelt werden, fordert jedenfalls die … äh … EZB? Ist ja auch egal, wer’s war, ich denke … weeer soll das bezaaahlen, weeer hat so viel Geld … weeer hat so viel Pinke-Pinke … weeer hat so viel Geld …?

Rückzug

Die USA wollen ihre Truppen nun doch schneller aus Afghanistan zurückziehen, als gedacht. Bleibt die Frage, was der zehnjährige Krieg gegen ein unbeschreiblich unterentwickeltes und kriegsgeschundenes Land bewirkt hat. Nichts, im Gegenteil, vermutlich es ist schlimmer als vorher. Und wenn die gutausgebildeten, hochgerüsteten Truppen, die gegen die Taliban nichts ausrichten konnten, weg sind, was können die verbliebenen einheimischen Truppen dann noch gegen die wiederkehrenden Taliban tun? Und was werden die Taliban tun, sollten sie wieder die Macht erlangen? Das wird wohl nicht anders enden, als im Irak und anderen Ländern, mit Gewalt und Terror.
Philippinen, Griechenland, Puerto Rico, Korea, Iran, Guatemala, Ägypten, Kuba, Kongo, Laos, Vietnam, Laos, Kambodscha, Südafrika, Brasilien, Dominikanische Republik, Indonesien, Bolivien, Chile, Honduras, Zypern, Osttimor, Argentinien, Angola, Nicaragua, El Salvador, Libanon, Grenada, Libyen, Haiti, Bolivien, Panama, Somalia, Bosnien, Kroatien, Sudan, Jugoslawien, Afghanistan, Irak.

The sun rises every morning,
but why are we so sure.
I’m looking out of the window:
empires arise and fall …

(Project Pitchfork – Souls)

Das allsehende Auge

Die Dresdener Polizei registriert wegen einer Demonstration die Mobilfunkdaten von Millionen Menschen? Google gerät durch seine Sammelwut zunehmend in die Schlagzeilen? Alles nur Kinderfasching im Vergleich zu dem, was Apple theoretisch zu tun in der Lage wäre!
Am Montag war ich in Köln, um ein Geschäft zu fotografieren, das umgebaut werden soll. Im Schaufenster hing ein Werbeplakat, auf dem mehrere Menschen zu sehen waren. Als ich die Fotos auf mein niegelnagelneues Macbook Pro kopierte, um sie in iPhoto zu betrachten, war ich ziemlich überrascht und erstaunt, zu sehen, daß das Programm eine Gesichter-Funktion hat, mit der automatisch Gesichter auf Fotos erkannt und ausgeschnitten werden.

Außerdem fiel mir auf, daß die Displayhelligkeit des Macbooks automatisch der Umgebungshelligkeit angepaßt wird. Wie das funktioniert, ist schnell beantwortet, wenn man einfach mal mit der Hand die an der Stirnseite eingebaute Webcam abdeckt. Fällt kein Licht mehr auf die Linse, wird die Helligkeit heruntergeregelt.
Was bedeutet … das die Kamera immer eingeschaltet ist. Dieser Umstand ergibt zusammen mit der Gesichtserkennung eine Mischung, die an Brisanz wohl kaum noch zu überbieten ist. Während bei den meisten Kameras eine Lampe anzeigt, ob sie in Betrieb sind oder nicht, was im Grunde genommen auch nicht viel sicherer ist, weil man das Lämpchen vermutlich auch ohne größere technische Fähigkeiten deaktivieren könnte, hat das Macbook gar keine Lampe. Man weiß also nicht genau, wann die Kamera aktiv ist. Da jedoch ansonsten kein weiterer lichtempfindlicher Sensor zu sehen ist, kann die Kamera eigentlich nur im Dauerbetrieb laufen, um die Regelung der Displayhelligkeit sicherzustellen.
Kürzlich wurde bekannt, daß Apples Verkaufsschlager iPhone heimlich Bewegungsdaten speichert, auch über längere Zeiträume. Auf frischer Tat ertappt, schob Apple sofort ein Update über den virtuellen Tresen, mit dem sich diese Daten löschen lassen. Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich. Was sollte Apple daran hindern, heimlich Fotos aufzunehmen und diese zu speichern, zukünftig so gut getarnt, daß es niemand mehr entdecken kann? Das glauben Sie nicht? Ich fürchte, diese Naivität kann man sich heute nicht mehr leisten! In Verbindung von Gesichtserkennung – auch in Verbindung mit biometrischer Gesichtserkennung der im Adreßbuch hinterlegten Portraitfotos, Ortsbestimmung, Texterkennung und Screenshots ist es Apple nun möglich, genau zu verfolgen, wer zu welcher Zeit an welchem Ort welches Programm benutzt und welche Daten dabei betrachtet hat. Dabei ist es auch möglich, über die eingebaute Webcam zu erfassen, wer dabei noch mit vor dem Rechner saß und diesen über das Adreßbuchfoto zu identifizieren. Demnächst wird Apple den Online-Datendienst iCloud starten, bei dem man dann Musik, Dokumente, Fotos, aber auch Termine, E-Mails und Adressen online im Internet auf den Apple-Servern hinterlegen kann. Praktisch, wenn man mehrere Geräte synchron halten will, sehr unpraktisch jedoch, wenn Apple auf die Idee kommen sollte, das beschriebene Szenario auszunutzen. Soviel Macht über Menschen hatte bisher kein Geheimdienst der Welt, die müssten die Kameras nämlich erst mal installieren. Apple-Benutzer – mich eingeschlossen – tragen sie freiwillig mit sich herum.
So sehr ich mich über mein neues Macbook freue, ein wenig unsicher fühle ich mich schon, wenn ich auf die kleine Kamera schaue, die mich ständig im Blick hat. Andererseits auch eine Chance, Millionär zu werden – mit dem Verkauf von kleinen, selbstklebenden, milchglasartigen Mikrolinsen, die einfach vor die Kamera geklebt das allsehende Auge erblinden lassen.

Wie friedlich mein süßes Macbook vor sich hinsummt … doch halt! War da nicht gerade ein diabolisch flackerndes Aufleuchten?

Korrektur vom 26. Juni: Nach dem Hinweis eines gut informierten Foren-Spontis muß ich meine Aussagen ein wenig korrigieren: Auch das Macbook Pro hat ein LED-Lämpchen, das leuchtet, wenn die Kamera benutzt wird. Was aber nicht unbedingt heißen muß, das es immer leuchtet, wenn die Kamera benutzt wird. Und der Sensor für die Helligkeitsregelung des Displays befindet sich direkt links neben der Kamera hinter den kleinen Löchern. Ich hatte dort fälschlicherweise das Mikrofon vermutet.
Was insgesamt aber das Horrorszenario nicht unmöglich macht.

Nachtrag vom 29. Juni: Fast vergessen – das Mikrofon. Damit könnte man natürlich heimlich Gespräche aufzeichen. Besser noch, mit Mikrofon und Kamera können Videos mitgeschnitten werden. Trifft sich also der Geschäftsführer eines interessanten Start-Up-Unternehmens mit ein paar Kreativen, könnte Apple anhand von Adreßbuch und Terminkalender ausspionieren, wann der geschäftliche Termin ansteht, was dabei besprochen werden soll und wer daran teilnimmt. Über die Webcam und biometrische Gesichtserkennung werden die Teilnehmer identifiziert, die Veranstaltung wird auf Video mitgeschnitten und per Screenshot werden die Ideen geklaut, um sie dann mit einem gigantischen finanziellen Rückhalt schneller und besser auf den Markt zu bringen, besser zu vermarkten und so dem Jungunternehmer die Luft abzudrücken.
Schöne neue digitale Welt!

Der Gipfel moderner Werbetechniken

Lieber Bundesumweltminister Rotzgen,

wenn Du das – und als der Ältere von uns beiden darf ich Dir das „Du“ anbieten, auch wenn ich es ein wenig unangenehm finde, weil das „Sie“ etwas respektvoller ist und auch mehr Distanz schafft und ich Dir nun wirklich nicht zu nahe treten will …
Ach nöö, bleiben wir lieber beim „Sie“! Also, Rotzgen, Sie Umweltminister Sie: Wenn Du es wirklich ernst meinst mit dem Atomausstieg und den erneuerbaren Energien, was man bei Dir nicht immer so genau weiß, Dir aber noch die Muffe geht, weil Deine Kumpels in den Energiekonzernen nix mehr verdienen, wenn die dezentrale Energieversorgung kommt, wie bei einem sogenannten Null-Wärmeenergiehaus in Leipzig, welches neulich im Fernsehen vorgestellt wurde und bei dem die komplette Wärmeversorgung über Wärmetauscher gelöst wurde, die einfach der normalen Luft die Wärme entziehen und damit Warmwasser erzeugen, wobei der dafür benötigte Strom natürlich „natürlich“ über Solarenergie erzeugt wird, dann kann es vorkommen, daß man ersten und letzten Teil des Hauptsatzes durch möglichst viele und kompliziert verschachtelte Nebensätze soweit voneinander entfernt, daß man am Ende total den Faden verliert.
Ich wollte Dir eigentlich auch nur ein paar Energiespartips geben: Am Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße sind auf dem Bahnsteig der U6 mindestens vier Beamer angebracht, die mit ihrer völlig überflüssigen Werbung nicht nur die Gegend verpesten, sondern auch sinnlos Energie verschleudern. Genau wie die vielen, im Hochformat montierten, Plasmafernseher mit rund eineinhalb Metern Bilddiagonale, die jeder für sich gut und gerne 300 bis 400 Watt verbrutzeln dürften. Einfache Poster aus Papier reichen heutzutage offenbar nicht mehr aus.

Das dachten sich wohl auch die Weiterentwickler der guten alten Litfaßsäule und montierten diese auf eine Drehscheibe, sodaß man jetzt überall rotierende Werbung bewundern kann, von innen knallhell erleuchtet und dem mahlenden Drehgeräusch nach mit immensem Kraftaufwand und Energieverbrauch, weil die Säulen vermutlich sehr schwer sind. Bei mir in der Gegend stehen schon fünf von den Scheißdingern und penetrieren selbst nachts um drei die Umwelt, wenn hier niemand unterwegs ist.
Also Rotzi, wenn Du die Dinger einfach mal verbieten tätest, könnteste schon ein paar Atomkraftwerke abschalten. Machste eh nicht, nich‘? Nich‘?

Bis zur letzten Patrone

FDP-Schnepfe und Europaplapperparlamentstussi Silvana Kotz-Mehrin wurde heute von der Universität Heidelberg ihr Doktortitel aberkannt. Laut Promotionsausschuß belege das geprüfte Material eindeutig, daß die im Jahr 2000 vorgelegte Dissertation in substanziellen Teilen aus Plagiaten bestehe. Die Tagesschau vermeldete soeben, Kotz-Mehrin wolle die Entscheidung juristisch prüfen lassen.
Recht so Silvana! Bloß nix gefallenlassen! Wie inner Schule: Die Ärmel hochkrempeln und bockig wie ein Kleinkind mit den Ellenbogen ordentlich austeilen. Egal, wie peinlich das ist.

Alle für Einen

Soeben in der Tagesschau: Die Banken, insbesondere die deutschen Banken, halten eine Umschuldung Griechenlands durchaus für machbar. In der Diskussion ist ein Austausch von Krediten gegen Kredite, die erst in sieben Jahren zurückgezahlt werden müssen. Allerdings verlangen die Banken dafür mehr Sicherheiten. Sie wollen, daß nicht nur Griechenland für die Rückzahlung garantiert, sondern … jetzt raten Sie mal … genau! Auch alle anderen Euroländer. Oder anders formuliert: Wir!
Sowas nennt man dann wohl „Lizenz zum Gelddrucken“.

Ein ganz normaler Typ

Die Schmierlappen der Bild-Zeitung entlarfen ihren Werbeslogan „Bild Dir Deine Meinung“ einmal mehr als Lüge, in dem sie in einem Artikel wieder ordentlich vom Leder ziehen und den ehemaligen Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden nicht nur in die schmuddelige Sex-Ecke zerren, sondern auch noch mit beleidigenden und diffamierenden Begriffen bezeichnen, die zum Bild-Standardrepertoir zählen und im Zusammenhang mit abscheulichen Vorgängen des öfteren auftauchen. So gibt es ein paar Grundwörter, wie etwa Teufel, Monster oder Gangster, die je nach Situation mit einem weiteren Substantiv beliebig kombiniert werden. So wird aus dem Teufel beispielsweise mal ein Terrorteufel oder ein Sexteufel, ersatzweise ein Sexmonster, besser noch ein Sex-Monster, also mit Bindestrich, damit das Wort Sex deutlicher hervortritt. Und damit wird die Bewertung der Nachricht gleich mitgeliefert, egal, welche Haltung man zum 11. September, dem Afghanistankrieg und Osama Bin Laden haben mag, er hat gefälligst ein Terrorteufel zu sein, weil die Schmierfinken der Bildredaktion das so wollen. Von wegen „Bild Dir Deine Meinung“!
Am 11. Juni nun schreibt die Bild also: „mehr als fünf Wochen nach dem Tod … kommen ganz andere Leidenschaften ans Licht. Laut bin Ladens erster Ehefrau war der Al-Qaida-Chef die reinste Sex-Maschine.“ Und weiter: „Der US-Journalistin Jean Sasson erzählte sie, wie sie und ihr Mann sich früher nächtelang im Schlafzimmer vergnügt hätten. Immer wenn der Terror-Teufel von seinen Dschihad-Ausflügen zurückkehrte, sei er erst einmal mit ihr im Bett verschwunden.“ „… im Luxus-Versteck im pakistanischen Abbottabad … fanden die Ermittler nach dessen Tod … eine Flasche „Avena“. Der Sirup aus Hafer gilt als natürliches Potenzmittel …“
Bin Laden also nicht nur ein Terrorteufel … Verzeihung, ein Terror-Teufel, sondern auch noch ein Sex-Monster?
Wie war das damals, als Freundin 37.0 noch bei mir wohnte und ich von meinen täglichen „Terror-Feldzügen“ nach Hause kam? Haben wir gebetet? Haben wir keusch zu Abend gegessen? Nein! Wir sind übereinander hergefallen und haben uns geliebt, als gäbe es kein Morgen. Macht mich das zum Sex-Monster? Meine Freundin meinte „Ja“.
Bin Laden also nur ein ganz normaler Typ von Nebenan, wie Du und ich, und selbst als Muslim mit seinen 20 Kindern noch gottesfürchtig den Grundsätzen der Bibel gehorchend: „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde …“ (Mose, Kapitel 1/28)
Amen!