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Zurück ins Trockendock

Dem Wetterbericht für die nächsten zwei Wochen nach zu urteilen, war’s das nun wohl mit dem Planschen im Swimmingpool. Die letzten Nächte waren schon recht kühl, weshalb das Wasser die angenehmen Temperaturen nicht mehr halten konnte. Trotz der letzten warmen Tage mit über 30°C stieg die Thermometeranzeige nicht über 20 Grad. Wenn man da ins Wasser hüpft, fühlt sich das trotz allmählicher Abhärtung unangenehm kalt an.
     Wer hätte gedacht, dass ich mal mit derartigen Luxusproblemen konfrontiert werden würde?

Falsche Plattenseite

Der Berliner Bürgermeister Kai Wegner feuerte seinen DJ. Der hatte es gewagt, den Tanzhit „L‘amour toujours“ des politisch völlig unverdächtigen Italieners Gigi D’Agostio aufzulegen, natürlich ohne geschmackloses fremdenfeindliches Gegröle. Weder DJ noch Komponist und Interpret können etwas dafür, wenn ihr Lied für andere Zwecke missbraucht wird. Trotzdem polterte Wegner, solche Musik gehöre nicht ins Rote Rathaus. Und mich erinnerte das wieder prompt an die untergegangene DDR, wo gewisse Songs auch nicht erwünscht waren, wie etwa dieser und dieser.
     Der Fall offenbart exemplarisch die anscheinend weitverbreitete psychotische Harthirnigkeit gewisser politischer Kreise, die ausschlaggebend dazu beiträgt, dass selbst drängendste Probleme nicht gelöst werden. Weitere Kommentare dazu erspare ich mir, die findet Ihr zahlreich am Ende des verlinkten Artikels.

Bizarre Menschen

Aus der Sunlion-Reihe „Bizarre Menschen“ heute: Mein Nachbar.
     Hinter dem Haus in Dingenskirchen, wo ich nun wohne, befindet sich das Grundstück eines Nachbarn. Der hat ein kleines Einfamilienhaus, einen Garten drumherum, einen runden Swimmingpool, eine Frau und einen Hund. Soweit alles ganz normal. Er selbst ist Mitte Vierzig, sieht aus wie ein Handwerker oder Bauarbeiter, kräftig, stämmig, schwarze Kleidung, ernster Gesichtausdruck, mit ultrakurzem Haar. Täte er in seiner Freizeit mit einer Bikergang abhängen, würde es mich auch nicht wundern.
     Tut er aber nicht. Stattdessen hängt er fast jeden Abend in der Kneipe rum. Aber nicht etwa in der Kneipe eines anderen, nein, in seiner eigenen.
     In seinem Garten stehen diverse Holzhütten, darunter vermutlich eine Werkstatt, eine Sauna, ein Wasweißich-Schuppen … und eben diese Kneipe. Eine Freiluftkneipe. Das Ding sieht aus wie ein kleiner Bungalow, ohne Seitenwände und nach vorn hin offen. „Ein Dach mit Rückwand“ beschreibt es noch etwas besser. Unter dem Dach steht ein Tresen. Vor dem Tresen stehen vier Barhocker, dahinter ein Kühlschrank, verschiedene andere Möbel, ein Fernseher und der Nachbar.
     Gelegentlich kommen Bekannte vorbei, aber meistens sind nur er und seine Frau anwesend. Sie sitzt dann immer auf dem letzten Hocker. Doch heute ist er allein. Seit viereinhalb Stunden steht – nicht sitzt – er dort ganz allein hinter seinem Tresen, raucht, trinkt und starrt Löcher in die Luft. Der Fernseher ist aus, keine Musik ist zu hören. So habe ich ihn schon schon mal über sechs Stunden da verbringen sehen.
     Und jedesmal frage ich mich: Warum tut er das? Warum geht er nicht ins Haus? Warum setzt er sich nicht wenigstens? Tun ihm seine Beine nicht weh? Warum schaut er nicht fern? Warum lauscht er nicht schöner Musik? Trifft sich mit Freunden? Surft im Internet? Oder geht in eine echte Kneipe?
     Hat er vielleicht kein Geld und kann sich die hohen Preise nicht mehr leisten? Hat er vielleicht Kneipenverbot? Hatte er vielleicht eine eigene Kneipe, die während des Corona-Irrsinns Pleite ging, und findet nun aus seinem ehemaligen Alltag nicht mehr heraus?
     Vielleicht frage ich ihn mal. Wenn er nicht so ernst guckt.

Neues aus dem Nahen Osten über den noch näheren Osten

Die Wahl schlägt auch im Ausland hohe Wellen. Der arabische Nachrichtenanbieter Al Jazeera berichtet recht ausführlich über das Abschneiden von AfD und Altparteien. Die Alternative für Deutschland wird dort ähnlich negativ konnotiert wie bei uns. Al Jazeera benutzt zum Beispiel die Phrase „inflammatory rhetoric“, was übersetzt „aufrührerische Rhetorik“ (der AfD) bedeutet, insbesondere gegen Zuwanderung und den Islam.
     Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erhält den negativ wertenden Zusatz „linkspopulistisch“. „Populistisch“ stammt vom lateinischen Wort „populus“ ab, was „Volk“ bedeutet und beschreibt den Umstand, dass Politiker „dem Volke nach dem Mund reden“, also quasi öffentlich das sagen, was das Volk hören will, besonders kurz vor Wahlen, um sich so einen Vorteil zu verschaffen. Da fragte ich mich – welche Partei macht das denn nicht?

Präsidial-Präservativ

Seid Ihr auch schon so gespannt wie ich, ob der ranke und schlanke Björn Höcke, der Führer … der Verfü… äh … Anführer … also der führende AfD-Chef aus Thüringen mit den riefenstahlblauen Augen heute Reichskanzler … Verzeihung – Ministerpräsident wird, oder ob das Volk … das Volk! Das Volk das noch verhüten kann? Die Wochenschau von 1936, äh, nein, ich meinte 20.15 Uhr wird uns bestimmt zäh wie Leder … Quatsch – zuverlässig informieren. Und immer flink wie Windhunde.

Altmetall am Himmel

Eine der Wunderwaffen, welche nun endlich den Endsieg bringen sollen, sehnlichst erwartet von der ukrainischen Armee, ist schon wieder abgestürzt. Das F-16-Kampfflugzeug bohrte sich nach nur kurzer Einsatzzeit in die Weite der slawischen Steppe. Schon beginnen die Mutmaßungen, warum das Ding so plötzlich vom Himmel fiel. Es wird geraunt, die eigene Luftabwehr hätte in die falsche Richtung gezielt. Kann schon mal vorkommen, wenn man mehr als fünfzig Jahre lang in der sowjetischen Armee darauf gedrillt wurde, westliche Militärtechnik zu bekämpfen.
     Ich persönlich würde noch eine weitere Möglichkeit in Betracht ziehen: Vielleicht hat sich der erfahrene Pilot aus lauter Gram freiwillig vom Dienst im Diesseits verabschiedet, weil er nach seiner Ausbildung auf modernen sowjetischen Kampf­flugzeugen der vierten Generation wie Mig-29 und Su-27, die mit unglaublichen Flugeigenschaften weltweit Erstaunen auslösten, nun mit einer uralten amerikanischen Klapperkiste aus den Siebzigern gegen eine russische Übermacht antreten soll.
     Die F-16 wurde zwar immer wieder modernisiert, was die Elektronik angeht. An den inzwischen vergleichsweise bescheidenen Flugeigenschaften ändert dies jedoch nichts. Im Dogfight gegen eine Mig-35 hätte sie vermutlich schlechte Karten.
     Der Triebwerksschub russischen Jets ist höher als die Gesamtmasse des Flugzeugs. Das ermöglicht ihnen, nicht nur senkrecht nach oben zu starten, sondern sich auch auf dem erzeugten Strahl langsam absacken zu lassen. Jedes westliche Flugzeug würde dabei einen Flameout erleiden, das Triebwerk würde einfach ausgehen. Gerät eine Mig in einen Strömungsabriss, gibt sie Gas und fliegt einfach weiter. Eine F-16 wieder in den Griff zu kriegen, ist fast aussichtslos, sie stürzt ab.

Lohnt sich doch!

Wer hat behauptet, Kriminalität lohnt sich nicht? Heute früh startete eine Chartamaschine mit 28 Straftätern Richtung Afghanistan. Jeder der Abgeschobenen erhielt zum Dank für seine Untaten auch noch 1000 Euro bar auf die Hand, darunter auch zwei Vergewaltiger. Die missbrauchten Mädchen waren erst elf und 14 Jahre alt.
     Ist der Politik eigentlich wirklich nicht bewusst, was sie da tut? Dass sie damit Anreize setzt, nach Deutschland (zurück) zu kommen, Straftaten zu begehen und anschließend mit 1000 Euro Belohnung kostenfrei nach Hause chauffiert zu werden?
     Ich halte das neben einem gerüttelten Maß an Dummheit auch für eine unfassbare Verschwendung, wenn nicht sogar für Missbrauch von Steuergeldern. Jeder Hartz-4-Empfänger muss sich beim Jobcenter auf Knien den Mund fusselig reden, wenn er aufgrund einer Notlage ein paar Euro mehr beantragen will, und diese Kriminellen bekommen das Geld einfach so hinterhergeschmissen? In welchem Gesetz ist festgelegt, dass Abzuschiebende tausend Euro cash erhalten? Wer hat das genehmigt? Wer ist zum Bankautomaten gegangen und hat das Geld abgehoben?
     Ich würde dem Entscheider die 28.000 Euro vom Lohn abziehen, vielleicht hilft es ihm dabei, wieder ein gesundes Verhältnis zum immer mehr schwindenden Wert des Geldes zu entwickeln, insbesondere wenn es nicht sein eigenes ist.
     Das Problem der unkontrollieren Zuwanderung ist mit der einen Abschiebung auch weiterhin nicht gelöst, und offenbar besteht in der Politik auch kein Interesse daran.