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Der Tod kommt automatisch

Ein erstaunlich kluger Kerl scheint er zu sein, der erst 26-jährige Journalist Oly Nymoen, der sich gegen Krieg und Wehrpflicht ausspricht und dafür heftig angefeindet wird. Absolut recht hat er, wenn er sagt: „Ein schmutziger Frieden ist besser, als tot zu sein“. Was das Sterben auf den Schlachtfeldern für demografische Auswirkungen besonders in der Ukraine haben wird, ist noch gar nicht abzusehen. Wenn hunderttausende Männer fehlen, die keine Kinder mehr in die Welt setzen können, wird sich das über Jahrzehnte hinweg negativ auf die Gesellschaft auswirken. Daher wäre es besser gewesen, keine Munition an die Ukraine zu schicken und den Krieg auszuhungern. Vor dem Krieg lebten die Menschen unter der Fuchtel ukrainischer Oligarchen. Nach einer Niederlage würden sie vermutlich von russischen Oligarchen regiert. Aber sie wären am Leben und hätten wenigstens eine Chance, dieses Leben zu gestalten. Von Granaten zerfetzt, in den Schützengräben verrottet, haben sie gar nichts mehr.
     Was Ole Nymoen nicht erwähnt, sind die Umstände auf einem modernen Schlachtfeld. Schon in früheren Jahrhunderten ging es dort nicht fair zu, wenn das Wort in diesem Kontext denn überhaupt sinnvoll ist. Noch zu Napoleons Zeiten standen sich die Armeen in kunterbunten, weithin gut sichtbaren Uniformen aufrecht stehend gegenüber und feuerten auf Kommando die Kugeln in die gegnerischen ersten Reihen. Im Ersten Weltkrieg verstand man wohl, dass es praktischer wäre, in Deckung zu gehen und tarnfarbende Kleidung zu tragen. Dennoch war der Erste Weltkrieg auch der erste Krieg des automatisierten Tötens, denn es kämpften nicht mehr nur Mann gegen Mann, sondern erstmals auch automatisch nachladende Maschinengewehre gegen ungeschützte Körper. Maschinen, die ihre tödliche Munition massenhaft durch die Gegend schleuderten und die Überlebenschancen so drastisch reduzierten. Die Soldaten liefen bei den Angriffen praktisch in eine Wand aus Blei.
     Erstaunlicherweise hat sich bis heute nichts daran geändert. Im Gegenteil, es ist sogar noch schlimmer geworden. Mit etwas Glück tragen Soldaten nun kugelsichere Westen, die aber auch nur einen Teil des Oberkörpers schützen. Der Rest ist nach wie vor nur von weichem Uniformstoff bedeckt und der brutalen Gewalt umherfliegenden Metalls schutzlos ausgesetzt. Dafür hat sich das Töten weiter automatisiert. Die Mörder stehen nun nicht mehr im Schützengraben gegenüber, sondern sitzen oftmals viele Meilen entfernt in sicheren, klimatisierten Büros, von wo aus sie mittels Satelliten und Drohnen die gegnerischen Positionen zentimetergenau aufspüren und die Granaten sowie Raketen GPS-gesteuert exakt dort einschlagen lassen, dank Infrarotkameras sogar bei absoluter Dunkelheit. Es wird heute nicht mehr lange hantiert mit Tabellen, Winkel- und Kurvenberechnungen. Ausrichtung und Zielführung der Waffen übernehmen unfehlbare Computer. Jeder Schuss ein Volltreffer.
     Somit ist das Schlachtfeld zur Schießbude verkommen, die Soldaten haben keine Chance und sitzen praktisch wie auf dem Präsentierteller, können sich nicht schützen und haben auch keine Zeit mehr, sich irgendwie anzupassen, denn oft trifft bereits der erste gegnerische Schuss das Ziel mit chirurgischer Präzision. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt im Ukraine-Krieg bei nur vier Stunden!
     Darum liegt Ole Nymoen vollkommen richtig, wenn er nicht bereit ist, für Deutschland in den Krieg zu ziehen. Warum muss immer die Bevölkerung für die Dummheiten ihrer Politiker sterben, die wie üblich das Maul weit aufreißen und andere in den sicheren Tod schicken wollen? Sollen sie doch selbst gegeneinander antreten und sich die Schädel einschlagen. Wer meint, es müsse unbedingt tapfer (bla), solidarisch (blabla) und heldenhaft (blablabla) gekämpft werden, darf sich gern selbst die Knobelbecher anziehen, als Söldner für die eine oder andere Seite verpflichten und erhobenen Hauptes, mit geballter Faust, heroisch (blablablablabla) ins gegnerische Feuer stürzen.

Unfair

Beim Sport geht es um Fairness, besonders beim Kampfsport. Ich selbst habe 30 Jahre lang verschiedene Stile trainiert und wurde nie verletzt, habe auch selbst niemanden verletzt, weil der Gegner nicht als Gegner, sondert stets als Partner betrachtet wurde.
     Aber wenn nun biologische Männer als Transfrauen in den Ring steigen und biologische Frauen verprügeln dürfen, hört der Spaß auf. Ich würde den Boxerinnen empfehlen, aus Protest geschlossen von den Olympischen Spielen zurückzutreten. Größer könnte der Eklat nicht sein. Vor allem würde er international Beachtung finden und endlich mal die überfällige Diskussion in Gang setzen. Und vielleicht bewirkt die Bloßstellung der Verantwortlichen ja auch schon etwas.

Waldmeisterlein

Da habe ich doch heute zufällig einen neuen Drink kreiert, als ich, von der Hitze völlig beduselt, das Glas mit dem Waldmeistersirup mit Ginger Ale auffüllte, statt mit Sprudelwasser. Das schmeckt verblüffend frisch, mit einem Hauch von … naja … Waldmeister eben.
     Nun muss ich mir noch einen anständigen Namen dafür ausdenken, damit die Partywütigen, die Auto fahren müssen und daher allollolfrei unterwegs sind, fetzig-spritzig beim Barkeeper bestellen können: „Zwei Waldschrat bitte!“. Oder so: „Einen alkoholfreien Jägermeister hätt‘ ich gern.“ Wie wär’s mit „Soft-Hulk“? „Grüner Lulatsch“? „Spritziges Waldmeisterlein“? Oooder …
     Ach, denkt Euch doch selbst was aus!

Den Maßstab nicht beachtet

Die rechtspopulistisch-verschwörungstheroretisch-realitätsverschwurbelnde Achse des Guten protokolliert regelmäßig den um sich greifenden Irrsinn des politischen Deutschlands, aber auch den im Rest der Welt. Heute beanstandet der Protokollant Claudio Casula unter anderem den Nachtflugverbotsverstoß unserer „Wir sind im Krieg mit Russland“-Ganz-weit-außen-Ministerin Annelieschen Bockbier. Diese war nach Beginn des Nachtflugverbots von einem EM-Fußballspiel in Frankfurt mal eben ins 181 Kilometer entfernte Luxemburg gejettet.
     Doch ich finde, der Autor macht es sich mit dieser Milchmädchenrechnung etwas zu einfach. 181 Kilometer sind, nach streng wissenschaftlichen Maßstäben in grüne E-Auto-Akku-Kilometerwatt-Meilen umgerechnet, beachtliche 1.034.689 ql (Quadratlatschen) und somit ohne Flugzeug unüberwindbar. Wie hätte die Ganz-weit-außen-Ministerin es ohne Flug rechtzeitig zum nächsten Termin schaffen sollen? Da muss man schon mal etwas großzügiger sein.

Wie in der Schule

Liebe Theoretische-Führerschein-Prüfung-Durchfaller,

Ihr müsst während der theoretischen Prüfung nicht weglaufen, schummeln oder ausflippen. Ihr müsst einfach nur lernen. Ich bin das Lehrbuch immer und immer wieder von Anfang bis Ende durchgegangen, bis absolut alle Fragen sicher richtig beantwortet waren. Ich habe mir an den Rand in Streifen geschnittene Haftnotizzettel geklebt, damit ich meine falsch gesetzten Kreuze nicht immer wegradieren musste. Irgendwann klappte es, ich hatte keinen einzigen Fehler mehr.
     Bei der Prüfung sauste ich in nur zehn Minuten durch die 30 Fragen, und erstaunlicherweise kamen nur einfache Fragen, sodass ich meine Antworten nicht mal mehr kontrollierte, um wirklich sicherzugehen. Das verdiente Ergebnis lautete: Null Fehler.
     Dafür patzte ich beim ersten praktischen Prüfungsversuch. Der irre Verkehr in Berlin, mit seinen teils uralten, unübersichtlichen, eigentlich Auto-ungeeigneten Stolperstraßen ist eben nicht so einfach zu beherrschen. Erst das zweite Mal verschaffte mir das heißersehnte Dokument. Und das ist nun auch schon wieder zwölf Jahre her.
     Also setzt Euch auf Euren plüschigen Hintern und lernt!

Sunlion
Fahrgelehrter

Gestern und heute

Gestern regnete es den ganzen Tag, hier oben an der Ostsee. Und heute vormittag auch noch. Aber der aufkommende Sturm blies die Wolken später weg und brachte uns den blauen Himmel zurück. Die Sonne bedankte sich soeben dafür mit einem prächtigen Sonnenuntergang:

Ich merke jedoch, dass mich die Anwesenheit hier nicht mehr so entzückt, wie in den vergangenen Jahren. Eigentlich kann ich es nach nur drei Tagen kaum erwarten, wieder nach Hause zu fahren. Vermutlich liegt das daran, dass ich nun, nach meinem Umzug, ein viel angenehmeres Leben führe und meine Urlaubsreisen keine Flucht mehr sind, weg von den alten, prekären Wohnbedingungen. Welch interessante neue Sichtweisen sich nach einem solchen Umzug doch ergeben können, wer hätte das gedacht?