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Schneller als erwünscht

Der auslösende Artikel der Berliner Zeitung über nervige Glasfaseranschluss-Vertreter, deren Produkte kaum jemand benötigt, weil DSL-Anschlüsse ausreichend schnell sind, ist inzwischen leider hinter der Bezahlschranke verschwunden, daher verlinke ich stattdessen auf die Webseite der Verbraucherzentrale. Zusätzlich hänge ich noch ein paar flotte Sprüche an, die Ihr Euch gern ausdrucken und an die Haustür kleben dürft. Gemeinfrei natürlich. Wer mir was Gutes tun will, kann aber gern meine Bücher erwerben.

999 Glasfaser-Vertreter sind an dieser Tür auf unerklärliche, unnatürliche Weise verschwunden. Wollen Sie der 1000ste sein?

Glasfaser-Vertreter sind hier unerwünscht und werden dem Sonnenlöwen zum Fraß vorgeworfen.

998 Glasfaser-Vertreter sind an dieser Tür gescheitert. Wenn Sie der 1000ste sein wollen, müssen Sie noch einen anderen vorlassen.

Liebe Glasfaser-Vertreter! Bevor Ihr Finger diesen Klingelknopf berührt, überprüfen Sie bitte, ob …
– Ihre Lebensversicherungspolice ausreichend gedeckt ist
– Ihre monatliche freiwillige Zahnschutzversicherung rechtzeitig bezahlt wurde
– Ihr Testament aktuell ist
– Ihre Schnürsenkel fest verknotet sind, damit Sie beim Flüchten nicht stolpern
– Ihre kugelsichere Weste an den lebenswichtigen Stellen noch keine durchlässigen Schusslöcher aufweist
Viel Glück!

Den letzten Glasfaser-Vertreter beißen die Hunde.

Glasfaser? Aus GLAS??? Das kann nichts taugen! Bitte verschonen Sie uns!

Achtung, Glasfaser-Vertreter!
Der letzte Ihrer Art gammelt noch in unseren Zahnlücken herum. Bitte warten Sie mit dem Klingeln, bis wir wieder hungrig sind.

Werbeschnuffi jwd

Kreative Köpfe zieht es meist in die Städte, besonders nach Berlin. Aber wenn ein kreativer Kopf aus Berlin flüchtet, hört sein kreatives, werbeagenturgestähltes Hirn dennoch nicht auf, zu kreieren, besonders, wenn es durch täglich immer wiederkehrende Eindrücke dazu animiert wird. Landbewohner, die offene Fenster lieben, werden sofort wissen, was ich meine:

Auch wenn dir g’rad‘ kein Spinnlein droht,
hol dir noch heute ohne Not
das gute alte Spinnentod®.
Denn Spinnentod® macht Spinnen tot,
ganz lässig bis zum Abendrot.
Genieß dein leck’res Abendbrot
jetzt spinnenfrei, dank Spinnentod®.
(Nur Peta findet das nicht good
und sieht bei toten Spinnen rot.)

Übern Ladentisch gezogen

Teufel noch mal, die sind aber auch gut, diese Marketingfuzzis von Kaufland. „Lesefreundlicher Weißegrad“ steht auf der Verpackung des preiswerten Kaufland-Recyclingpapiers für Laserdrucker, statt „dieses Papier ist nicht so weiß, wie Sie es gewohnt sind, sondern eher so … na, sagen wir mal … graubraun wie das Klopapier, früher im Osten“.
     Da habt Ihr mich also ganz schön an der Nase herumgeführt. Aber weil Ihr das so clever gemacht habt, gibt’s trotzdem ’n Daumen hoch. Und für Dokumente an unsere allseits beliebten Behörden wird das Klopapier wohl reichen. Die nutzen inzwischen ja auch nicht anderes mehr.

Alarm! Aaalaaarm!!!

Eigentlich hatte ich einen Kühlschrank bestellt, und tatsächlich kann man in die neue silberfarbene Kiste Dinge hineintun, die kühler sind als vorher, wenn man sie wieder herausnimmt. Aber während das Gerät da so herumsteht und kühlt, macht es Geräusche wie ein Geschirrspüler, sodass ich mir nicht mehr sicher bin, was genau geliefert wurde. Mein 30 Jahre alter Boschi schnurrte in seiner Ecke monoton-gemütlich vor sich hin und störte nicht weiter. Aber dieses neue Gerät murmelt, zwitschert, gluckert, pieselt, plätschert, zischt und zieht schnarrend ständig die Aufmerksamkeit aller Küchenbewohner auf sich, was gewaltig nervt, wenn man sich mal auf etwas anderes konzentrieren will. Sobald man die Tür, die nur auf stärkeren Zug reagiert, auch nur für einen kurzen Moment öffnet, quietscht er wieder eilfertig los, als gäbe es nichts Wichtigeres. Manchmal meine ich sogar, Stimmen flüstern zu hören. Aber es wäre möglich, dass der kühlende Geschirrspüler nichts dafür kann.
     Doch ein Geräusch nervt ganz besonders: In unserer Gesellschaft hat inzwischen offenbar eine Kaste von Helfersyndrom-Fanatikern die Macht ergriffen, die es sich zum Lebensziel gemacht hat, andere Menschen zu retten, ob sie wollen oder nicht. Dies führt überall zu absurden Sicherheitsmaßnahmen und Vorschriften, denen man nicht mehr entkommen kann und die hinzunehmen man zähneknirschend genötigt wird. Mein neuer Kühlschrank ist ein gutes Beispiel dafür: Er hat eine Alarmfunktion. Sie macht laut piepsend auf sich aufmerksam, wenn beispielsweise die Tür offensteht und die Innentemperatur ansteigt. Das mag recht hilfreich sein, für Menschen die an … ähhhm … Dingens … äh … leiden, also dieses komische … Dingens halt, wo man ständig alles vergisst. Aber für alle anderen ist dieser Alarm ziemlich nervig.
     Kommt man mit vollen Beuteln vom Einkaufen zurück und verstaut die ungekühlten Lebensmittel im Kühlschrank, steigt natürlich die Innentemperatur an. Darauf reagiert der Kühlschrank mit einem Alarmsignal, auch wenn man vorbeugend die Superkühlen-Funktion aktiviert hat, damit er mit höherer Leistung kühlt. Dieses Piepsen kann man in dem Moment natürlich ausschalten, aber eben nicht dauerhaft deaktivieren.
     Es piept also. Und nun? Was erwartet der Kühlschrank jetzt von mir? Dass ich alles wieder ausräume? Dass ich die Feuerwehr hole? Dass ich den Bosch-Kundenservice anrufe und mich für mein Einräum-Vergehen entschuldige? Die Temperatur geht hoch, so ist das nun mal, wenn man ungekühlte Waren einräumt. Und nichts, absolut gar nichts, auch kein Alarm, kann daran etwas ändern. Deshalb wär’s schlauer, der Kühlschrank würde die Klappe halten und sich aufs Kühlen konzentrieren, statt sinnlos herumzutönen.
     In solchen Momenten vermisse ich meinen alten Boschi. Der stand nur da und machte klaglos seinen Job. Dreißig Jahre lang!
     Das wäre doch mal ein sinnvoller Einsatz für die regelungswütige EU, die ihren Bürgern auch sonst bei jeder unpassenden Gelegenheit mit Vorschriften auf die Nerven geht. Alarm-Funktionen sollten dauerhaft abschaltbar sein, dann hat der Kunde die Wahl, ob er gewarnt werden will oder nicht.

Bist du jetzt ’n Cop?

Einer meiner Lieblings-Nebendarsteller der Serie „Two an a half men“ ist im Alter von 80 Jahren von uns gegangen. Martin Mulls Erscheinen als drogenaffiner Apotheker Russel auf dem Bildschirm versprach stets eine Menge Spaß. Zuverlässig wie eine Atomuhr war auch sein ikonischer Satz: „Bist du jetzt ’n Cop?“ als Running Gag immer mit dabei.
     Mach’s gut, Martin, und danke für viele lustige Momente. Ich hoffe, Du hast Spaß, wo immer Du jetzt bist.

Little hot

31,5°C im Arbeitszimmer, und die Sonne scheint noch nicht mal direkt durchs Fenster, was sie bald tun wird, wenn sie untergeht. Hurraaa! Endlich Sommer!
     Ich geh dann mal kalt duschen …

Schatzi, kommst Du bitte mal?

Wenn die langjährige Beziehung allmählich vor sich hindämmert, können mehr Aufmerksamkeit und unzweideutige Zeichen der Zuneigung wieder mehr Romantik ins Spiel bringen. Als ehrenamtlich geprüfter Romeo-Coach habe ich ein paar Kosenamen zusammengetragen und teilweise auch selbst erdichtet, die Ihr bei Bedarf gern kostenfrei und zeitlich unbegrenzt unter jeglicher Missachtung von Urheberrecht und dichterischer Freiheit Euren Liebsten angedeihen dürft:
– kleiner Plusterspatz (wenn Schatzi mal wieder beleidigt, mit hochgezogenen Schultern, in der Ecke vor sich hinschmollt)
– Knuffelant / Knuffelinchen
– Knuffelwuff / Wuffelknuff
– Schnuffelpuff / Puffelschnuff
– Hasimaus / Mausihas‘
– Süßer kleiner Wattebausch
– Sexmonsterchen / Monstersexchen
– Fluffige Wuselfluse
– Chnuwwelhasi (für alle, denen Schnuffelhasi noch zu hart klingt)
– Wuschelinchen
– Kuscheleuse (ausgesprochen wie Friseuse. Oder Friteuse) / Kuschelant
– Flauscherinchen / Flauscherus
– Plüschhase
– Plüschi (alleinstehend oder als Zusatz für weitere Niedlichkeiten: -hasi, -mausi, -wuffel, -fant
– Plüschomat
– Spaßhase / Späßchenhäschen
– Schnubbelschnups

Eventuelle Neukreationen werden nachgereicht. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Tierisch aufgeregt

Schnatteralarm im Swimmingsumpf (Swimmingpool kann man das verkeimte Ding inzwischen leider nicht mehr nennen): Mama Ente hatte mit ihren acht Kleinen einen Ausflug gemacht, doch nach dem Badespaß konnten die Juniors das Becken nicht mehr verlassen. Der Rand war einfach zu hoch für sie.
     Für einen ehemaliger Schwimmprofi wie mich, der acht Jahre seiner Kindheit dem Leistungsschwimmen geopfert hat und zum Dank dafür bereits in frühester Jugend mit einer veritablen Chlorakne gesegnet wurde, sind derartige Missgeschicke natürlich kein Problem. Heldenhaft stürzte ich mich … nicht in die algenverseuchten Fluten, sondern auf den Kescher in der Ecke und verhalf den ängstlich piepsenden Piepmatzen zur Flucht.
     Ich denke, die DLRG hat nichts dagegen, wenn ich mir dafür heute eine Seepferdchen-Anstecknadel an die unbehaarte Heldenbrust hefte.

In die Irre geführt

Pass mal auf, Tante Rama,

ich bin wirklich sauer mit Dir! Du hast mich echt in die Irre geführt, weil die Verpackung von „Rama – Sooo BUTTRIG!“ tatsächlich wie eine Butterdose aussieht. Und ohne Lesebrille ist mir das Kleingedruckte gar nicht aufgefallen: „100% pflanzlich mit köstlich buttrigem Geschmack“. Stünde das nicht mit drauf, wäre es fast schon unlauterer Wettbewerb wegen irreführender Werbung.
     Aber gut, dass ich keine Brille dabeihatte, ist ja nun nicht Deine Schuld. Lass Dir aber trotzdem gesagt sein: Die gelbe Pampe in der Dose schmeckt überhaupt nicht „sooo buttrig“! Sondern genauso gammelig, wie alle anderen Margarinepampen auch. Das merkt man sofort, wenn man die eine Hälfte des Brötchens mit Butter bestreicht und die andere mit Rama.
     Morgen ist glücklicherweise wieder Shoppingtag, da kommt als erstes die gute alte Butter in den Einkaufswagen. Und die Gammelpampe sofort in den Mülleimer.
     Ein kluger Mensch, dessen Name und wortwörtliche Aussage mir leider entfallen sind, soll angeblich mal etwas Ähnliches gesagt haben wie: Die größte Schurkerei der Chemieindustrie war es, den Menschen weiszumachen, ein Chemieprodukt wie Margarine sei gesünder als natürliche Butter.

Verbuttert … äh, verbittert:
Dein Sunlion

Julian Assange ist frei

Der Whistleblower wurde heute überraschend aus der Haft entlassen und kann in seine Heimat Australien zurückkehren. Er hatte vor längerer Zeit über die Website Wikileaks auf Kriegsverbrechen der US-Army hingewiesen. Noch immer erstaunt und entsetzt mich, dass in der Folge nicht die Kriegsverbrecher, sondern Assange jahrelang strafrechtlich verfolgt wurde. Kein anderer Fall der Gegenwart hat die Regierungen des Westens, die öffentlich immer aus vollem Hals von Demokratie, Pressefreiheit und Menschenrechten tönen, so deutlich als Lügner und Heuchler vorgeführt, auch die Deutsche Bundesregierung.