Menü Schließen

Schatzi, kommst Du bitte mal?

Wenn die langjährige Beziehung allmählich vor sich hindämmert, können mehr Aufmerksamkeit und unzweideutige Zeichen der Zuneigung wieder mehr Romantik ins Spiel bringen. Als ehrenamtlich geprüfter Romeo-Coach habe ich ein paar Kosenamen zusammengetragen und teilweise auch selbst erdichtet, die Ihr bei Bedarf gern kostenfrei und zeitlich unbegrenzt unter jeglicher Missachtung von Urheberrecht und dichterischer Freiheit Euren Liebsten angedeihen dürft:
– kleiner Plusterspatz (wenn Schatzi mal wieder beleidigt, mit hochgezogenen Schultern, in der Ecke vor sich hinschmollt)
– Knuffelant / Knuffelinchen
– Knuffelwuff / Wuffelknuff
– Schnuffelpuff / Puffelschnuff
– Hasimaus / Mausihas‘
– Süßer kleiner Wattebausch
– Sexmonsterchen / Monstersexchen
– Fluffige Wuselfluse
– Chnuwwelhasi (für alle, denen Schnuffelhasi noch zu hart klingt)
– Wuschelinchen
– Kuscheleuse (ausgesprochen wie Friseuse. Oder Friteuse) / Kuschelant
– Flauscherinchen / Flauscherus
– Plüschhase
– Plüschi (alleinstehend oder als Zusatz für weitere Niedlichkeiten: -hasi, -mausi, -wuffel, -fant
– Plüschomat
– Spaßhase / Späßchenhäschen
– Schnubbelschnups

Eventuelle Neukreationen werden nachgereicht. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Tierisch aufgeregt

Schnatteralarm im Swimmingsumpf (Swimmingpool kann man das verkeimte Ding inzwischen leider nicht mehr nennen): Mama Ente hatte mit ihren acht Kleinen einen Ausflug gemacht, doch nach dem Badespaß konnten die Juniors das Becken nicht mehr verlassen. Der Rand war einfach zu hoch für sie.
     Für einen ehemaliger Schwimmprofi wie mich, der acht Jahre seiner Kindheit dem Leistungsschwimmen geopfert hat und zum Dank dafür bereits in frühester Jugend mit einer veritablen Chlorakne gesegnet wurde, sind derartige Missgeschicke natürlich kein Problem. Heldenhaft stürzte ich mich … nicht in die algenverseuchten Fluten, sondern auf den Kescher in der Ecke und verhalf den ängstlich piepsenden Piepmatzen zur Flucht.
     Ich denke, die DLRG hat nichts dagegen, wenn ich mir dafür heute eine Seepferdchen-Anstecknadel an die unbehaarte Heldenbrust hefte.

In die Irre geführt

Pass mal auf, Tante Rama,

ich bin wirklich sauer mit Dir! Du hast mich echt in die Irre geführt, weil die Verpackung von „Rama – Sooo BUTTRIG!“ tatsächlich wie eine Butterdose aussieht. Und ohne Lesebrille ist mir das Kleingedruckte gar nicht aufgefallen: „100% pflanzlich mit köstlich buttrigem Geschmack“. Stünde das nicht mit drauf, wäre es fast schon unlauterer Wettbewerb wegen irreführender Werbung.
     Aber gut, dass ich keine Brille dabeihatte, ist ja nun nicht Deine Schuld. Lass Dir aber trotzdem gesagt sein: Die gelbe Pampe in der Dose schmeckt überhaupt nicht „sooo buttrig“! Sondern genauso gammelig, wie alle anderen Margarinepampen auch. Das merkt man sofort, wenn man die eine Hälfte des Brötchens mit Butter bestreicht und die andere mit Rama.
     Morgen ist glücklicherweise wieder Shoppingtag, da kommt als erstes die gute alte Butter in den Einkaufswagen. Und die Gammelpampe sofort in den Mülleimer.
     Ein kluger Mensch, dessen Name und wortwörtliche Aussage mir leider entfallen sind, soll angeblich mal etwas Ähnliches gesagt haben wie: Die größte Schurkerei der Chemieindustrie war es, den Menschen weiszumachen, ein Chemieprodukt wie Margarine sei gesünder als natürliche Butter.

Verbuttert … äh, verbittert:
Dein Sunlion

Julian Assange ist frei

Der Whistleblower wurde heute überraschend aus der Haft entlassen und kann in seine Heimat Australien zurückkehren. Er hatte vor längerer Zeit über die Website Wikileaks auf Kriegsverbrechen der US-Army hingewiesen. Noch immer erstaunt und entsetzt mich, dass in der Folge nicht die Kriegsverbrecher, sondern Assange jahrelang strafrechtlich verfolgt wurde. Kein anderer Fall der Gegenwart hat die Regierungen des Westens, die öffentlich immer aus vollem Hals von Demokratie, Pressefreiheit und Menschenrechten tönen, so deutlich als Lügner und Heuchler vorgeführt, auch die Deutsche Bundesregierung.

Harte Lektionen

Wir lernen leider zu langsam und auf die ganz harte Tour, dass die Landesgrenzen, die unsere Vorfahren im Laufe der Jahrhunderte etablierten, nicht der Schikane von Reisenden dienten, sondern dem Schutz der Einheimischen. Allmählich scheint sich diese Lektion auch weiter oben zu verbreiten.
     Es fragt sich nur, wie viele Menschen noch verletzt oder getötet werden müssen, bis endlich wirksame Maßnahmen ergriffen werden.

Majestätisch

Heute Mittag gibt’s nach langer Zeit mal wieder Klopsberger Könige, benannt nach den Königen aus Klopsberg, dem heutigen Klopski Gora an der russischen Ostseeküste. Nach dem zweiten Weltkrieg fiel die ostpreußische Stadt an die Sowjetunion, aber das war okay so, denn, liebe Heimatvertriebenen, wenn man einen barbarischen Krieg vom Zaun bricht, darf man sich nicht beschweren, wenn man hinterher weniger hat als vorher, denn die bekriegten haben ja hinterher auch weniger als vorher. Vor allem Menschen.
     Jedenfalls konnte meine Oma bereits herrliche Klopsberger Könige kochen, vererbte diese Fähigkeit glücklicherweise an meine kochtalentierte Mutter, und ich habe heute einfach eine Dose aufgemacht. Dosenklopse sind auch nicht viel schlechter als die anderen. Nur sind merkwürdigerweise immer Kapern drin, und ich hasse Kapern, die kapern nämlich den ganzen Geschmack, statt einfach nur ein wenig Säure hinzuzufügen, darum heißen sie so.
     Meine Familie hat stets ohne Kapern gekocht. Schon seit Generationen streiten sich die Generationen darüber, ob Kapern reingehören oder nicht, aber ich sammle sie einfach raus und und presse ein paar von den zitronegelben italienischen Obstdingern aus. Das schmeckt viel besser! Mahlzeit!
     Und zur musikalisch-entspannten Mittagsschläfchenbegleitung empfehle ich das Album „Nothingness“ des dänischen Musikers Lauge.

Große Stadtrundfahrt

Chefchen hat mal wieder einen ausgegeben. Eine Stadtrundfahrt der besonderen Art. Berlin von oben betrachtet, aus einer Höhe von 207 Metern. Im Gegensatz zu einigen anderen Städten hat Berlin nämlich einen Fernsehturm mitten im Zentrum. Woanders stehen die Dinger meist außerhalb auf der Wiese herum. Walther Ulbricht soll beim Blick auf eine Karte mit dem Finger auf eine Stelle getippt und so den späteren Standort unwiderruflich festgelegt haben. Er befindet sich am visuellen Schnittpunkt mehrerer wichtiger Straßen, sodass man den Turm unweigerlich schon von weitem sehen kann, wenn man in die Stadt kommt, egal aus welcher Richtung. Eine Art Willkommensgruß für Heimkehrer.
     Der Fernsehturm hat zwei öffentlich zugängliche Ebenen – die Aussichtsplattform und darüber das Restaurant, bei welchem Tische und Stühle auf einer beweglichen Scheibe stehen, die sich zweimal pro Stunden um 360 Grad dreht. Daher wirken die nachfolgenden Aufnahmen auch wirr durcheinandergewürfelt, was sie aber nicht sind, wenn man weiß, dass der Kameraschnuffi, also ich, alle paar Minuten in eine andere Richtung schaut und innerhalb von zwei Stunden viermal an jeder Attraktion elegant vorbeigleitet.
     Gelegentliche Unschärfen und Lichtreflexionen sind den spiegelnden Fenstern geschuldet. Die Turmleitung war aus völlig unverständlichen Gründen nicht bereit, das Glas für die Zeit meines Aufenthalts zu entfernen.
     Los geht’s, wie sollte es anders sein, ganz unten, am Fuße des 368 Meter langen Lulatschs:

Im Fahrstuhl gibt es eine Glasscheiben oben in der Decke, die einen ungewöhnlichen Blick auf den rasanten Aufstieg ermöglicht. Oben angekommen, verschlägt es einem erst mal die Sprache:

Zum Restaurant muss man aber noch ein paar Stufen per pedes zurücklegen:

Aber die spektakuläre Aussicht entschädigt für die Mühe:

Doch erst mit dem Teleobjektiv wird es interessant. Der Blick nach Südwesten zeigt das neu errichtete Stadtschloss, dessen ursprüngliche Kriegsruine für den Palast der Republik gesprengt wurde, welcher wiederum dem Neubau weichen musste:

Ein Stück dahinter der Potsdamer Platz mit seiner kalten, abweisenden Architektur, was wohl auch der Grund dafür ist, dass dort ständig irgendwelche Unternehmen ihre Pforten schließen müssen, wenn die Gäste ausbleiben. Dabei war die Gegend mal äußerst attraktiv und lebendig, wie historische Aufnahmen beweisen. Auch ansonsten hatte Berlin viel zu bieten, bis ausgerechnet ein Österreicher auf die bescheuerte Idee kam, dem Rest der Welt ans Bein zu pinkeln, was zu dementsprechenden Reaktionen führte und auch die deutsche Hauptstadt in Schutt und Asche legte.

Am Horizont kann man den Fernmeldeturm am Schäferberg entdecken:

Mit dem Drehen der Plattform im Uhrzeigersinn schauen wir nun nach Nordwesten, haben links im Bild die Museumsinsel und oben links das Reichstagsgebäude, wo heutzutage der Bundestag tagt. Das Hochhaus davor wurde in der DDR erbaut und diente als Internationales Handelszentrum. Rechts daneben der S-Bahnhof Friedrichstraße. Über ihn konnten Besucher aus dem Westen ein- und DDR-Bürger, wenn sie eine Genehmigung erhielten, ausreisen. Direkt nebenan, aber nicht im Bild, befindet sich der berühmt-berüchtigte Tränenpalast:

Kleiner Kameraschwenk zurück nach Westen: Dort entdecken wir die „City West”, das alte Westberlin, mit dem Zoo, dem Bahnhof Zoo und dem Ku’damm. Die beiden Hochhäuser rechts sind kürzlich erst entstanden. Und über den beiden, ganz weit hinten, im Grün des Waldes, versteckt sich der Grunewaldturm:

Doch zurück in die nähere Umgebung. Folgendes Foto zeigt den S-Bahnhof Hackescher Markt. Das kantige Hochhaus stammt auch aus DDR-Zeiten und trägt den Spitznamen Windmühle. Warum das so ist, versteht man, wenn man von einem der Bewohner eingeladen wird und das Fenster öffnet.

Das Bodemuseum. Die Brücke nach rechts führt zum Monbijoupark und der bei Touristen sehr beliebten Oranienburger Straße. Diese Beliebtheit hat angeblich nichts mit den dort herumlungernden Prostituierten zu tun.

Im Vordergrund die Kuppel des Berliner Doms, dahinter das Deutsche Historische Museum, ehemals Museum für Deutsche Geschichte, ehemals Zeughaus, wo zu Kaiserzeiten die Kaiserliche Armee ihre Waffen bunkerte. Meine Mutter und viele Freunde der Familie arbeiteten dort, bis die Treuhand nach der Wende befand, dass zu viele Wissenschaftler nicht gut sind für die Gesellschaft und fast alle gefeuert wurden.

Ein Blick, die Straße Unter den Linden hinunter, Richtung Westen: Linke Seite, von vorn: Berthelsmann, Altes Palais, Operncafé, Staatsoper, Juristische Fakultät der Humboldt-Universität. Rechte Seite: Berliner Dom, Lustgarten mit dem Alten Museum am rechten Ende, Deutsches Historisches Museum, Humboldt-Universität und Staatsbibliothek.

Ganz am Ende der Straße das weltbeühmte Brandenburger Tor. Links, das Haus mit dem auffallend grünen Dach, ist das ebenso berühmte Hotel Adlon. Eine Übernachtung kostet etwa schnölfzigtausend Dagobert-Taler. Und wehe, man kann nicht zahlen, dann gibt’s richtig Mische von Bud Spencer, der hat Unter den Linden nämlich sein eigenes Museum und kommt gern mal mit frisch polierten Fäusten vorbei.

Das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR, wo Erich Honecker seine ausländischen Gäste empfing. Links dahinter die ehemalige SED-Zentrale, rechts unten das neue Stadtschloss. Rechts oben das heutige Auswärtige Amt, Sitz des peinlichsten weiblichen Außenministers, den dieses Land je durchgefüttert hat.

Die Marienkirche:

Marx-Engels-Forum:

Blick in die Oranienburger Straße nach Südwesten. Die goldverzierte Kuppel stammt von der Neuen Synagoge, die dank des mutigen Einschreitens eines Reviervorstehers den bereits von der SA gelegten Brand überstand und erst bei Bombenangriffen der Alliierten schweren Schaden nahm:

Wir schauen nach Norden, zum Rosenthaler Platz. Das helle Gebäude mit der abgerundeten Ecke, rechts von dem mit der roten Fassade wurde nach der Wende errichtet und ersetzt seitdem ein altes Kaufhaus, in welchem zu DDR-Zeiten mit gebrauchten Möbeln, Geschirr und Technik gehandelt wurde. Ich stand damals hinter dem Tresen der Elektronikabteilung und verkaufte Hifi-Anlagen, Radiorekorder, Digitaluhren, und manches davon aus dem goldenen Westen. Fast täglich unternahmen meine Kollegen und ich ausgedehnte Stadtspaziergänge, setzten uns stundenlang ins Café oder drücken unsere Nasen im nahegelegenen Intershop platt. Und niemanden interessierte das. Kein Chef, kein Abteilungsleiter regte sich darüber auf, denn die machten es auch nicht anders. Friseurbesuch während der Arbeitszeit? Kein Problem, grüß schön!

Links die Volksbühne, rechts die Kulturbrauerei:

Im Nordosten führt die Prenzlauer Allee die Menschen aus der Stadt hinaus, über die A114 auf die A10, die Berlin ringförmig umschließt. Der Bezirk Prenzlauer Berg gilt als coolster, angesagtester Kiez und hat mit seinen sanierten Altbauten inzwischen auch die teuersten Mieten.
     Die Kuppel in der Bildmitte gehört zum Zeiss-Großplanetarium. Der breite, hellbraune Bau davor beinhaltet das Bezirksamt. Wenn Ihr einen neuen Ausweis benötigt, oder einen Reisepass, könnt Ihr Euch dort anmelden und bekommt fast sofort … in zwei Monaten einen Termin. Wenn Ihr Glück habt.
     Schräg gegenüber und hier nicht erkennbar befindet sich der S-Bahnhof Prenzlauer Allee.


     Etwa in der Bildmitte des nächsten Fotos entdecken wir die „Spitze“, Berliner Slang für die Kreuzung Prenzlauer Promenade/Ostseestraße. Dort treffen die Bezirke Pankow, Weißensee und Prenzlauer Berg „spitz“ aufeinander. Nicht weit davon entfernt habe ich die letzten 33 Jahre verbracht.
     Oben links, der eckige lange Turm, ist der Wasserturm Heinersdorf. Er hat eine interessante Geschichte, von der aber wohl im Moment niemand weiß, wie sie weitergehen wird. Zwei Architekten haben ihn für 100 Euro erworben und wollen einen attraktiven Wohnturm daraus machen. Seit Jahren regt sich dort aber nichts. Vielleicht ist das Projekt zu teuer, oder der Denkmalschutz spielt mal wieder nicht mit.

Die auffällige Kirche links ist die berühmte Gethsemanekirche, die zur Wendezeit 1989 eine wichtige Rolle bei der friedlichen Revolution innehatte.
     Dahinter, unmittelbar vor den grünen Baumkronen, sind die dunkelroten Dächer der Häuser zu sehen, wo ich meine Kindheit verbrachte. Dort gibt es den Schlosspark, das Freibad und den Amalienpark, drei Orte, für die Pankow weithin bekannt und leider auch berüchtigt ist.

Doch auch mit Blick direkt nach unten gibt es Interessantes zu sehen. Mitten auf dem „Alex“, dem Alexanderplatz, plätschert der Brunnen der Völkerfreundschaft sprudelnd vor sich hin:

Dahinter die Hochaus-Baustelle, welche die U-Bahn-Linie U2 monatelang lahmlegte:

Der Berliner Verlag, der nach Übernahme durch einen in den Westen gegangenen, dort reichgewordenen und wieder zurückgekehrten Ossi plötzlich wieder durch guten, kritischen und vielfältigen Journalismus positiv auffällt:

Das ehemalige Haus des Lehrers und die alte Kongresshalle, beides Artefakte des untergegangenen sozialistischen deutschen Staates:

Die Weltzeituhr, sehr beliebter erster und zweiter Treffpunkt für Frischverliebte. Das dritte Date findet meist ganz woanders statt. Oder nie, das kommt auch vor:

Die Karl-Marx-Allee, früher auch Stalinallee genannt, führt Richtung Osten und beginnt mit dem Straußberger Platz. Auch hier hatte ich kurze Zeit gearbeitet und verkaufte Musikinstrumente und -elektronik, bis die Treuhand dem Treiben ein Ende setzte.
     Die Wohnungen hier sind traumhaft groß, inzwischen aber wohl auch unbezahlbar, obwohl sie ursprünglich der Arbeiterklasse komfortables Wohnen ermöglichen sollten:

In der oberen Bildmitte sieht man die beiden Türme am Frankfurter Tor:

Die B1 führt weiter nach Osten, in die Plattenbausiedlungen Marzahn, Kaulsdorf und Mahlsdorf, umgeben von Einfamilienhäuschen, dem sogenannten Speckgürtel, wo die Besserverdienenden wohnen, und weiter bis nach Küstrin an der deutsch-polnischen Grenze. In der Bildmitte schwebt übrigens ein Adler, das Brandenburger Wappentier. Das helle Gebäude in der Bildmitte ist das Zementwerk Rüdersdorf:

Die Aussichtsplattform des Fernsehturms dreht sich unaufhörlich weiter und zeigt uns nun den Südwesten Berlins, die beiden roten Türme der Oberbaumbrücke, die den Ost- und Westteil Berlins miteinander verbindet:

Plötzlich blicken wir wieder nach Nordwesten und entdecken den Westhafen:

Es dreht sich und dreht sich: Im Norden der Ernst-Thälmann-Park, zu DDR-Zeiten beliebte Wohnsiedlung wegen moderner Innenausstattung, während rundherum der unsanierte Prenzlauer Berg immer weiter zu Staub zerfiel:

Die S-Bahnhöfe Jannowitzbrücke, Alexanderplatz, und Ostbahnhof. Bei letzterem wird gerade das Dach erneuert. Die alte, komplizierte Dachfensterkonstruktion muss einer modernen, hellen Glasfläche weichen:

Der Bereich Fischerinsel mit dem Historischen Hafen:

Der ehemalige Flughafen Tempelhof mit dem umstrittenen Flugfeld:

Rotes Rathaus, Sitz des Berliner Bürgermeisters, und das Nikolaiviertel. Letzteres ist der älteste Teil Berlins, wurde im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört und zu DDR-Zeiten mit historisch anmutenden Bauten aus mehr oder weniger hässlichen Betonplatten wiedererrichtet:

Wenn es das Wetter gut meint, kann man von hier oben aus, ganz hinten am Horizont, sogar eine tropische Insel entdecken:

Zum krönenden Abschluss zeigt sich der Wettergott noch mal von seiner besten Seite und schickt uns einen Regenbogen. Und er darf das auch, ohne dabei irgendwie ideologisch begründet „Haltung zu zeigen“:

Das war’s auch schon mit der Stadtrundfahrt.
     Nein, halt, stopp! Nicht gleich alle losrennen! Kommt bloß nicht her! Keiner bewegt sich! Das alles sieht nämlich nur von oben so hübsch aus. Also wischt Euch den Sabber aus’m Gesicht und bleibt wo Ihr seid!
     Wie es von der 450 Meter hohen Aussichtsplattform des höchsten Gebäudes der Welt in Dubai aussieht, könnt Ihr Euch übrigens in meinem Reiseverführer anschauen.

Einfach einfach

Die Tagesschau will in Kürze auch Nachrichten in einfacher Sprache verfasst anbieten. Wie muss man sich das vorstellen?
     „Das ist der Wladimir. Er wohnt da ganz weit hinten, wo die Sonne aufgeht. Wladimir ist ein sehr böser Mensch! Weil er seine Nachbarn nicht leiden kann, packt er lange, schwere Metalldinger in fliegende Maschinen und schmeißt sie von oben seinen Nachbarn auf den Kopf. Dann machen die Metalldinger ,puff‘, und alle Nachbarn fallen tot um.“
     Ich bin schon echt gespannt!

Alles dicht!

Der ukrainische Präsident Selensky weilt heute auf Staatsbesuch im Bundeshauptslum. Prompt kommt im gesamten Innenstadtbereich der Verkehr zum Erliegen. Betroffen sind sogar mehrere S-Bahn-Strecken, und man fragt sich unwillkürlich – wieso das? Reist Selensky mit dem Zug an?
     Auf den Straßen erinnern die Sperrungen mitunter ans Mittelalter. Die berittene Soldateska eilt der Kutsche voraus und sperrt alles ab, was unter die Hufe kommt. Doch das Volk murrt! Vielleicht sollte der motorisierte Pöbel in so einem Moment mal zusammenhalten und gemeinsam auf die Kreuzung rollen, um den Fürsten zu zeigen, was er von ihnen hält. Ich meine, sie können uns ja nicht alle erschießen!