Menü Schließen

Waldmeisterlein

Da habe ich doch heute zufällig einen neuen Drink kreiert, als ich, von der Hitze völlig beduselt, das Glas mit dem Waldmeistersirup mit Ginger Ale auffüllte, statt mit Sprudelwasser. Das schmeckt verblüffend frisch, mit einem Hauch von … naja … Waldmeister eben.
     Nun muss ich mir noch einen anständigen Namen dafür ausdenken, damit die Partywütigen, die Auto fahren müssen und daher allollolfrei unterwegs sind, fetzig-spritzig beim Barkeeper bestellen können: „Zwei Waldschrat bitte!“. Oder so: „Einen alkoholfreien Jägermeister hätt‘ ich gern.“ Wie wär’s mit „Soft-Hulk“? „Grüner Lulatsch“? „Spritziges Waldmeisterlein“? Oooder …
     Ach, denkt Euch doch selbst was aus!

Den Maßstab nicht beachtet

Die rechtspopulistisch-verschwörungstheroretisch-realitätsverschwurbelnde Achse des Guten protokolliert regelmäßig den um sich greifenden Irrsinn des politischen Deutschlands, aber auch den im Rest der Welt. Heute beanstandet der Protokollant Claudio Casula unter anderem den Nachtflugverbotsverstoß unserer „Wir sind im Krieg mit Russland“-Ganz-weit-außen-Ministerin Annelieschen Bockbier. Diese war nach Beginn des Nachtflugverbots von einem EM-Fußballspiel in Frankfurt mal eben ins 181 Kilometer entfernte Luxemburg gejettet.
     Doch ich finde, der Autor macht es sich mit dieser Milchmädchenrechnung etwas zu einfach. 181 Kilometer sind, nach streng wissenschaftlichen Maßstäben in grüne E-Auto-Akku-Kilometerwatt-Meilen umgerechnet, beachtliche 1.034.689 ql (Quadratlatschen) und somit ohne Flugzeug unüberwindbar. Wie hätte die Ganz-weit-außen-Ministerin es ohne Flug rechtzeitig zum nächsten Termin schaffen sollen? Da muss man schon mal etwas großzügiger sein.

Wie in der Schule

Liebe Theoretische-Führerschein-Prüfung-Durchfaller,

Ihr müsst während der theoretischen Prüfung nicht weglaufen, schummeln oder ausflippen. Ihr müsst einfach nur lernen. Ich bin das Lehrbuch immer und immer wieder von Anfang bis Ende durchgegangen, bis absolut alle Fragen sicher richtig beantwortet waren. Ich habe mir an den Rand in Streifen geschnittene Haftnotizzettel geklebt, damit ich meine falsch gesetzten Kreuze nicht immer wegradieren musste. Irgendwann klappte es, ich hatte keinen einzigen Fehler mehr.
     Bei der Prüfung sauste ich in nur zehn Minuten durch die 30 Fragen, und erstaunlicherweise kamen nur einfache Fragen, sodass ich meine Antworten nicht mal mehr kontrollierte, um wirklich sicherzugehen. Das verdiente Ergebnis lautete: Null Fehler.
     Dafür patzte ich beim ersten praktischen Prüfungsversuch. Der irre Verkehr in Berlin, mit seinen teils uralten, unübersichtlichen, eigentlich Auto-ungeeigneten Stolperstraßen ist eben nicht so einfach zu beherrschen. Erst das zweite Mal verschaffte mir das heißersehnte Dokument. Und das ist nun auch schon wieder zwölf Jahre her.
     Also setzt Euch auf Euren plüschigen Hintern und lernt!

Sunlion
Fahrgelehrter

Gestern und heute

Gestern regnete es den ganzen Tag, hier oben an der Ostsee. Und heute vormittag auch noch. Aber der aufkommende Sturm blies die Wolken später weg und brachte uns den blauen Himmel zurück. Die Sonne bedankte sich soeben dafür mit einem prächtigen Sonnenuntergang:

Ich merke jedoch, dass mich die Anwesenheit hier nicht mehr so entzückt, wie in den vergangenen Jahren. Eigentlich kann ich es nach nur drei Tagen kaum erwarten, wieder nach Hause zu fahren. Vermutlich liegt das daran, dass ich nun, nach meinem Umzug, ein viel angenehmeres Leben führe und meine Urlaubsreisen keine Flucht mehr sind, weg von den alten, prekären Wohnbedingungen. Welch interessante neue Sichtweisen sich nach einem solchen Umzug doch ergeben können, wer hätte das gedacht?

Klischeehaft

Ja, ich gebe es zu, hinterm Zweifamilienhaus, in welchem ich jetzt die ganze obere Etage bewohne, plätschert ein Swimmingpool vor sich hin. Aber bevor Ihr jetzt auf falsche Gedanken kommt, ich sei plötzlich reich geworden oder so, dementiere ich entsprechende Gerüchte energisch und teile offiziell mit: Ich bin immer noch ’ne arme Sau. Ich hatte nur Glück im Unglück eines anderen. Ein ehemaliger Mitschüler und langjähriger Freund starb Ende 2022 nach längerer Krankheit. Er hatte zusammen mit seinen Eltern und dem älteren Bruder das Haus gebaut, inklusive Swimmingpool und Garage, größtenteils in Eigenleistung. Nach seinem Ableben wollte die Familie die nun leerstehende obere Etage vermieten, aber natürlich nicht an irgendeinen Unbekannten. So kam ich ins Spiel. Man kann ja nicht immer nur Pech im Leben haben.
     Nachdem ich nun schon zum dritten Mal im Pool umhergeplätschert bin, stellte ich Überlegungen bezüglich der Sinnhaftigkeit von Swimmingpools an. Sie kommen mir vor wie Cabrios. Jeder träumt vom Auto ohne Dach, aber wenn man es erst mal hat, stellt man schnell fest, dass es nicht mehr ist als ein rollendes Klischee. Offen nutzen kann man es nur im Sommer, bei schönem Wetter, und dann auch nur bis etwa 50 km/h, sonst reißt einem der Fahrtwind das Toupet vom Schädel. Steht man an der roten Ampel, muss man sich vorbeugend nach Carjackern umschauen, und nach spätestens zwanzig Minuten in der mörderischen Sommersonne wünscht man sich ein anständiges Dach und die Klimaanlage zurück. Nach der Fahrt heißt es erst mal schrubben! Die toten Insekten, die überall auf dem Rücksitz kleben, müssen wieder weg, bevor ihre Alien-DNA erbsgroße Löcher ins gute Leder geätzt hat.
     Mit Swimmingpools ist das auch nicht viel anders. Jeden Tag mit dem Käscher das Viehzeug und umherfliegenden Blütenblätter herausfischen. PH-Wert kontrollieren. Chlor nachkippen. Passt man nur einen Tag nicht auf, hat man am nächsten Morgen die grüne Algensuppe im Wasser. Und die bekommt man dann nicht mehr so einfach raus.
     Die Außentemperatur sollte mindestens 30°C betragen, am besten eine Woche lang, sonst ist das Wasser viel zu kalt. Ist es dann ausnahmsweise mal ausreichend warm, hat man keine Zeit zum Planschen oder eingeschleppte Krokodile nagen einem die Badehose weg. Am Jahresende muss das ganze Wasser wieder raus, der Pool gründlich gereinigt werden. Im Frühjahr noch mal reinigen und mit Wasser auffüllen. 50.000 Liter, die über die Wasseruhr laufen, sind auch nicht gerade billig.
     Da fragt man sich am Ende schon: Lohnt sich der ganze Aufwand eigentlich? Für fünf mal badengehen im Jahr?
     Aber manchmal … ist es eben doch ganz nett:


Lebender Zombie

Hätte der Attentäter gestern Donald Trump mit einem Volltreffer in den Kopf geschossen, hätte dies wohl gravierende Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft gehabt.
     Hätte der Attentäter jedoch dem scheintoten Joe Biden mit einem Volltreffer in den Kopf geschossen … wäre das vermutlich vollkommen unbemerkt geblieben.
     Hätte, hätte …

Gewitter-Warnstufe 3

Sturm, brutale Sau!
So komme nun und tob‘ daroben,
so lang bis sich die Bäume bogen,
Du Dach-Entdecker, gnadenlos,
lass Deine garst’gen Winde los.
Lass Ziegel und auch Kühe fliegen,
lass bogne Bäume mehr sich biegen.
Bring Blitze hell und Donner laut,
dass niemand mehr nach draußen traut.
Wirf Wasser drauf auf uns’re Köpfe,
auf Straßen, Häuser, Blumentöpfe.
Schick Hagelkörner, groß wie Kuchen,
dann muss man sie nicht lange suchen.
Sei luftig frisch voll Unvernunft,
bis schöner Wetter Wiederkunft.