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Kleckerdeckel

Laut einer EU-Verordnung müssen Plastikdeckel an Tetrapaks und PET-Flaschen künftig so befestigt sein, dass sie nach dem Öffnen des Behälters mit diesem verbunden bleiben. Nach dem Lesen dieser Nachricht fragte ich mich sofort, inwiefern das sinnvoll ist, denn wer einen Deckel achtlos in der Natur entsorgt, wird mit dem ganzen Gefäß wohl nicht anders verfahren.
     Ohnehin ist es fraglich, was Plastikdeckel an Tetrapaks zu suchen haben. Ich kenne noch Zeiten, als man Milch- und Safttüten mit der Haushaltsschere öffnete. Das war sogar besser, denn wenn man sie oben, der Länge nach, ein bis zwei Zentimeter lang aufschnitt, kleckerte es beim Ausgießen weniger als bei den blöden Plastikdeckeln, bei denen keine Luft einströmen kann.
     Warum nicht also wenigstens bei Tetrapaks die Deckel wieder ganz abschaffen? Was wir da an Plastik sparen könnten …

Zebras im Winter

In der Fotografie kündigt sich gerade unbemerkt eine Katastrophe an. So wie die Digitalisierung zusammen mit dem Internet ganze Branchen vernichtete, wie etwa Einzelhandel, Musik- und Hifi-Industrie (wegen MP3), Reisebüros und Versicherungsmakler, wird vielleicht auch das fotografische Gewerbe von der Entwicklung hinweggefegt werden. Fotografen mag schon heute kaum noch einer bezahlen, weil es in Online-Fotoarchiven Millionen von erstklassigen Bildern zu Schnäppchenpreisen gibt. Nun wird es aber auch diesen Archiven an den Kragen gehen, denn KI-generierte Bilder laufen echten Fotos demnächst wohl den Rang ab. Die Softwarefirma Adobe hat seiner aktuellen Photoshop-Version bereits ein KI-Modul spendiert, mit dem sich verblüffend realistische Bilder erstellen lassen. Die anderen Foto-Apps werden sicher bald nachziehen.
     Diese KI-Bilder weisen oft noch Mängel auf, wie etwa Zebras mit fünf Beinen, aber die Technologie startet ja gerade erst durch. Wenn wir mal fünf Jahre weiter denken, könnte es sein, dass die erstellten Fotos bereits makellos sind.
     Die Anwendung ist ganz einfach: Man schreibt einfach in ein Textfeld, was man haben möchte, und die Software erstellt passende Bilder in verschiedenen Varianten. Hier mal ein paar Beispiele:
     „Kreml im Winter mit Zebras auf dem verschneiten Roten Platz“:

„T-Rex mit blauen Augen und buntem Federkleid spaziert an einem Seychellenstrand entlang. Das Wasser ist glasklar und spiegelglatt“. Hier kann man sehen, dass der Algorithmus noch nicht sehr präzise ist. Aber man kann das Ergebnis nachträglich feintunen:

Jetzt wird es bizarr! Warum der Algorithmus bei „Ein spanisches Pärchen tanzt Flamenco in der Altstadt von Barcelona“ automatisch an Bigamie denkt, bleibt wohl auf ewig sein Geheimnis. Auch sehen Menschen sehr unnatürlich aus:

Nachfolgendes Bild ist aber sehr gut gelungen und beglückwünscht nun auf der Webseite meines Arbeitgebers die chinesische Kundschaft zum begonnenen Jahr des Drachen. Und keine Sorge – das brennende Huhn wurde nicht vom Drachen in Brand gesetzt, es handelt sich um einen Phönix, den unser chinesischer Distributor mit drauf haben wollte:

Ich verkaufe dann mal mein gesamtes Fotoequipment, so lange man dafür noch ein paar Piepen bekommen kann.

Farbenblind

Echt jetzt, Merz?

Mit den Grünen?
Öhm …







… also ich will ja nichts sagen, aber ich sag mal so: Mit einer schwarz-grünen Koalition gehen den Linksgrünhassern irgendwie die Alternativen aus, findeste nich‘? Wen sollen die denn dann noch wählen? Für jemanden, der die AfD verhindern will, war das kein so schlauer Einfall.

Ratlos
Sunlion

Wie Glass

Soeben entdeckte ich im Abspann eines Arte-Beitrags den Namen des Komponisten Pierre Vigna Dechamps, der die verstörende Geschichte um die Entwicklung Jerusalems, behutsam intoniert, musikalisch begleitete. Spontan erinnerten mich seine Klavierkompositionen an den bekannten Musiker Philip Glass, dessen gleichförmig-minimalistischen Werke etwas wahrhaft Hypnotisches an sich haben. An dem Stück „Mad Rush“ hatte ich mich während meines Klavierunterrichts auch versucht, scheiterte aber an den schnellen Zwischenspielen, weil sie einen schmerzhaft spüren lassen, dass auch Hände Muskeln besitzen, die bei Überanstrengung verkrampfen können:

Übersetzer, Mensch – Hund

Als sich die ersten tragbaren Freisprecheinrichtungen verbreiteten und Menschen anfingen, scheinbar grundlos laut vor sich hinzuplappern, brauchte ich ein Weilchen, um meine körpereigene Alarmanlage, die mich innerlich anbrüllte: „Ein Irrer, lauf so schnell Du kannst!“, nachzujustieren. Inzwischen habe ich mich dran gewöhnt.
     Verstörend aber finde ich nach wie vor Menschen, die mit ihren Tieren reden, als wären es Menschen. Und die verärgert reagieren, wenn das Tier nicht tut, was sie erwarten. Ich kann mich dann nur schwer beherrschen, nicht zu sagen: „Vielleicht kommt Ihr Hund ja aus China und versteht kein Deutsch. Versuchen Sie’s doch mal auf Chinesisch.“

Antimagnetisch

Lieber Senat von Berlin,

zu Recht hat der Bund die Finanzierung der Berliner Magnetschwebebahn angelehnt. Statt schon wieder eine neue Sau durchs Bundeshauptdorf zu treiben, kümmert Euch doch erst mal um die alten Schweinereien, welche da heißen – U-Bahn, S-Bahn und so weiter.
     Die Magnetschwebebahn ist wohl als führerloses, automatisch gesteuertes Verkehrsmittel geplant, so wie es das bereits in Dubai und Doha gibt. An sich eine lobenswerte Idee, aber warum automatisiert Ihr nicht erst mal die vorhandene Infrastruktur? BVG und S-Bahn leiden seit Jahren unter Fahrermangel, durch die Automatisierung würden viele Fahrer frei und könnten bei Tram und Bussen eingesetzt werden.
     Also erst mal die vorhandenen Probleme lösen, und wenn dann noch Geld übrig ist, schaffen wir uns neue Probleme.

Euer Sunlion
D-Ticket-Besitzer, sponsored bei Chefchen

Aus, die Maus!

Und plötzlich war’s vorbei! Die Klimakleber geben auf und wollen sich nicht mehr festkleben. Aber anscheinend war es nicht die Einsicht, dass man nicht ewig gegen den Zorn der Bevölkerung handeln kann, sondern die zunehmend härter werdenden Strafen der deutschen Justiz, die zum Umdenken geführt haben.
     Wie auch immer, die Berliner Autofahrer dürften aufatmen, dass wenigstens eine Störung des Straßenverkehrs damit hinfällig ist. Es bleiben aber noch genügend weitere übrig.

Aufs falsche Pferd gesetzt

Nicht, dass man den Aussagen dementer Personen viel Gewicht beimessen sollte. Dennoch wäre es interessant zu wissen, ob sich die Bundesregierung inzwischen selber fragt, wie schlau ihre Idee war, die sicheren Gaslieferungen aus Russland aufzugeben und sich von den Amis abhängig zu machen. Zumal wir auch weiterhin russisches Öl und Gas beziehen, nur eben per Umweg über Indien. Und somit natürlich teurer.
     Also schlau ist das nicht.

Das Schweigen der Lämmer

Der Nordkurier berichtet heute über Demonstrationen für die Demokratie. Auf einem Foto sieht man einen Teilnehmer ein Schild hochhalten, mit der Aufschrift: „Der größte Schaden entsteht durch die schweigende Mehrheit“.
     Mich wundert dieses Schweigen inzwischen nicht mehr. Die meisten Lämmer … äh, Bürger werden es nach den zahlreichen Ereignissen der letzten Jahre vorziehen, den Kopf unten zu lassen, um nicht in die Schusslinie zu geraten. Die freie Meinung äußern sie dann lieber an der Wahlurne.
     Nachdem ich selbst in der DDR noch Zensur und Unterdrückung erleben musste, und nachdem wir uns 1989, unter Lebensgefahr, auf der Straße die Freiheit von harthirnigen Politikern, der allmächtigen Stasi und übergriffigen Volks… oh, Verzeihung, übergriffigen Volkspolizisten zurückerobert hatten, müssen wir nun leider erneut feststellen, dass „die da oben“ versuchen, unter Beihilfe von treu ergebenen Presse– und Medien-Redaktionen diese Freiheit immer mehr einzuschränken, entgegen den gesetzlichen Vorschriften. Wieder werden kritische Stimmen und Andersdenkende diffamiert und ausgegrenzt. Und ja – die letzte Verlinkung führt auf eine „rechtspopulistisch-verschwörungstheoretistische“ Website (den Begriff „verschwörungstheoretistisch“ habe ich soeben frisch kreiert, denn wenn die Endung „-istisch“ dran hängt, klingt es erst so richtig schön verrucht!).
     Werde ich jetzt auch gecancelt?
     Der Verfasser dieses Beitrags zerfällt zu Staub in fünf, vier, drei, zwo, eins …

Provisorien

Ich hasse Provisorien!
     In der DDR gab es keine Baumärkte. Man konnte nicht mal eben so im Heimwerkerparadies shoppen gehen und mit Rigipsplatten nach Hause kommen.
     Im Bad steckten unten im Boden die Rohre für Frisch- und Abwasser, sie verliefen vertikal nach oben in die Decke und so durch alle Wohnungen bis fast unters Dach. In der Mitte jeder Wohnung waren Abzweigungen zu Toilettenspülung, Waschbecken und Badewanne. Mangels Rigipsplatten lagen diese Rohre eben offen, eine hübsche Verkleidung, so wie heute üblich, gab es nicht. Dasselbe mit Hängeböden: Heute würde man zwei Leisten an der Wand befestigen, eine Platte von unten anschrauben, darüber Platten zur Verkleidung und ein paar hübsche Türen, das ganze in Wandfarbe gehalten, damit es aussieht, wie aus einem Guss. Damals ging das nicht, statt der Türen gab es nur eine schlichten Vorhang. Provisorien eben.
     Nicht viel anders in der DDR-Autoindustrie, insofern man diese überhaupt so nennen mag. Die Trabis und Wartburgs waren innen eher praktisch als schön. Ein nadelfilzbeschichtetes Handschuhfach ohne Klappe, das Armaturenbrett schlicht gerade, wie ein Brett eben, und wo heute formvollendet schöne Schalter und Tasten stromlinienförmig eingepasst sind, waren früher nur simple Bohrlöcher, die Knöpfe von hinten durchgesteckt und von vorn festgeschraubt. Provisorien eben.
     Da man all dies heute deutlich besser und ästhetisch ansprechender hinbekommt und auch bekommen muss, denn die Konkurrenz ist bekanntlich groß, stellt sich die Frage, warum nahezu alle Fahrzeughersteller inzwischen Monitore auf dem Armaturenbrett befestigen, als wären sie bei der Bestellung vergessen worden und vom Besitzer nachträglich in Form eines iPads drangeklebt. Während beim Golf 7 der Bildschirm noch wunderbar eingepasst war, zeigt der neue Golf 8 in der Facelift-Version von 2024 nun auch dieses missraten drangepappte Monitorgekröse. Bei der ersten 8er Version sahen die Displays übrigens aus wie nach dem Abwasch zum Trocknen an die Wand gelehnte Stullenbretter. Hässlich wie ein Provisorium. Ursprünglich stammte dieses Design anscheinend von Honda, inzwischen haben es alle anderen Hersteller auch kopiert.
     Allein deshalb würde ich so eine Karre nicht kaufen. Und auch keinen Mercedes, Tesla oder Audi, wobei bei letzterem dieser Aushilfsbildschirm die einzige Designschwäche zu sein scheint.
     Ich hasse Provisorien!