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Übersetzer, Mensch – Hund

Als sich die ersten tragbaren Freisprecheinrichtungen verbreiteten und Menschen anfingen, scheinbar grundlos laut vor sich hinzuplappern, brauchte ich ein Weilchen, um meine körpereigene Alarmanlage, die mich innerlich anbrüllte: „Ein Irrer, lauf so schnell Du kannst!“, nachzujustieren. Inzwischen habe ich mich dran gewöhnt.
     Verstörend aber finde ich nach wie vor Menschen, die mit ihren Tieren reden, als wären es Menschen. Und die verärgert reagieren, wenn das Tier nicht tut, was sie erwarten. Ich kann mich dann nur schwer beherrschen, nicht zu sagen: „Vielleicht kommt Ihr Hund ja aus China und versteht kein Deutsch. Versuchen Sie’s doch mal auf Chinesisch.“

Antimagnetisch

Lieber Senat von Berlin,

zu Recht hat der Bund die Finanzierung der Berliner Magnetschwebebahn angelehnt. Statt schon wieder eine neue Sau durchs Bundeshauptdorf zu treiben, kümmert Euch doch erst mal um die alten Schweinereien, welche da heißen – U-Bahn, S-Bahn und so weiter.
     Die Magnetschwebebahn ist wohl als führerloses, automatisch gesteuertes Verkehrsmittel geplant, so wie es das bereits in Dubai und Doha gibt. An sich eine lobenswerte Idee, aber warum automatisiert Ihr nicht erst mal die vorhandene Infrastruktur? BVG und S-Bahn leiden seit Jahren unter Fahrermangel, durch die Automatisierung würden viele Fahrer frei und könnten bei Tram und Bussen eingesetzt werden.
     Also erst mal die vorhandenen Probleme lösen, und wenn dann noch Geld übrig ist, schaffen wir uns neue Probleme.

Euer Sunlion
D-Ticket-Besitzer, sponsored bei Chefchen

Aus, die Maus!

Und plötzlich war’s vorbei! Die Klimakleber geben auf und wollen sich nicht mehr festkleben. Aber anscheinend war es nicht die Einsicht, dass man nicht ewig gegen den Zorn der Bevölkerung handeln kann, sondern die zunehmend härter werdenden Strafen der deutschen Justiz, die zum Umdenken geführt haben.
     Wie auch immer, die Berliner Autofahrer dürften aufatmen, dass wenigstens eine Störung des Straßenverkehrs damit hinfällig ist. Es bleiben aber noch genügend weitere übrig.

Aufs falsche Pferd gesetzt

Nicht, dass man den Aussagen dementer Personen viel Gewicht beimessen sollte. Dennoch wäre es interessant zu wissen, ob sich die Bundesregierung inzwischen selber fragt, wie schlau ihre Idee war, die sicheren Gaslieferungen aus Russland aufzugeben und sich von den Amis abhängig zu machen. Zumal wir auch weiterhin russisches Öl und Gas beziehen, nur eben per Umweg über Indien. Und somit natürlich teurer.
     Also schlau ist das nicht.

Das Schweigen der Lämmer

Der Nordkurier berichtet heute über Demonstrationen für die Demokratie. Auf einem Foto sieht man einen Teilnehmer ein Schild hochhalten, mit der Aufschrift: „Der größte Schaden entsteht durch die schweigende Mehrheit“.
     Mich wundert dieses Schweigen inzwischen nicht mehr. Die meisten Lämmer … äh, Bürger werden es nach den zahlreichen Ereignissen der letzten Jahre vorziehen, den Kopf unten zu lassen, um nicht in die Schusslinie zu geraten. Die freie Meinung äußern sie dann lieber an der Wahlurne.
     Nachdem ich selbst in der DDR noch Zensur und Unterdrückung erleben musste, und nachdem wir uns 1989, unter Lebensgefahr, auf der Straße die Freiheit von harthirnigen Politikern, der allmächtigen Stasi und übergriffigen Volks… oh, Verzeihung, übergriffigen Volkspolizisten zurückerobert hatten, müssen wir nun leider erneut feststellen, dass „die da oben“ versuchen, unter Beihilfe von treu ergebenen Presse– und Medien-Redaktionen diese Freiheit immer mehr einzuschränken, entgegen den gesetzlichen Vorschriften. Wieder werden kritische Stimmen und Andersdenkende diffamiert und ausgegrenzt. Und ja – die letzte Verlinkung führt auf eine „rechtspopulistisch-verschwörungstheoretistische“ Website (den Begriff „verschwörungstheoretistisch“ habe ich soeben frisch kreiert, denn wenn die Endung „-istisch“ dran hängt, klingt es erst so richtig schön verrucht!).
     Werde ich jetzt auch gecancelt?
     Der Verfasser dieses Beitrags zerfällt zu Staub in fünf, vier, drei, zwo, eins …

Provisorien

Ich hasse Provisorien!
     In der DDR gab es keine Baumärkte. Man konnte nicht mal eben so im Heimwerkerparadies shoppen gehen und mit Rigipsplatten nach Hause kommen.
     Im Bad steckten unten im Boden die Rohre für Frisch- und Abwasser, sie verliefen vertikal nach oben in die Decke und so durch alle Wohnungen bis fast unters Dach. In der Mitte jeder Wohnung waren Abzweigungen zu Toilettenspülung, Waschbecken und Badewanne. Mangels Rigipsplatten lagen diese Rohre eben offen, eine hübsche Verkleidung, so wie heute üblich, gab es nicht. Dasselbe mit Hängeböden: Heute würde man zwei Leisten an der Wand befestigen, eine Platte von unten anschrauben, darüber Platten zur Verkleidung und ein paar hübsche Türen, das ganze in Wandfarbe gehalten, damit es aussieht, wie aus einem Guss. Damals ging das nicht, statt der Türen gab es nur eine schlichten Vorhang. Provisorien eben.
     Nicht viel anders in der DDR-Autoindustrie, insofern man diese überhaupt so nennen mag. Die Trabis und Wartburgs waren innen eher praktisch als schön. Ein nadelfilzbeschichtetes Handschuhfach ohne Klappe, das Armaturenbrett schlicht gerade, wie ein Brett eben, und wo heute formvollendet schöne Schalter und Tasten stromlinienförmig eingepasst sind, waren früher nur simple Bohrlöcher, die Knöpfe von hinten durchgesteckt und von vorn festgeschraubt. Provisorien eben.
     Da man all dies heute deutlich besser und ästhetisch ansprechender hinbekommt und auch bekommen muss, denn die Konkurrenz ist bekanntlich groß, stellt sich die Frage, warum nahezu alle Fahrzeughersteller inzwischen Monitore auf dem Armaturenbrett befestigen, als wären sie bei der Bestellung vergessen worden und vom Besitzer nachträglich in Form eines iPads drangeklebt. Während beim Golf 7 der Bildschirm noch wunderbar eingepasst war, zeigt der neue Golf 8 in der Facelift-Version von 2024 nun auch dieses missraten drangepappte Monitorgekröse. Bei der ersten 8er Version sahen die Displays übrigens aus wie nach dem Abwasch zum Trocknen an die Wand gelehnte Stullenbretter. Hässlich wie ein Provisorium. Ursprünglich stammte dieses Design anscheinend von Honda, inzwischen haben es alle anderen Hersteller auch kopiert.
     Allein deshalb würde ich so eine Karre nicht kaufen. Und auch keinen Mercedes, Tesla oder Audi, wobei bei letzterem dieser Aushilfsbildschirm die einzige Designschwäche zu sein scheint.
     Ich hasse Provisorien!

Der Kampf um die Küche

Ich verfluche den Tag, an dem ich mich aus purem Patriotismus bereiterklärte, für das Unternehmen, welches ich seit einigen Jahren mit meinen generalistischen Fähigkeiten beglücken darf, eine neue Reinigungsfirma zu finden. Seit diesem Tag hängt mir das Problem nämlich an der Backe.
     Die gute alte Frau B., welche sich nebenbei zu ihrer kärglichen Rente etwas dazuverdienen wollte, die freitags stets pünktlich um 17 Uhr zur Reinigung erschien, sodass man die Uhr nach ihr stellen konnte, und die alle Arbeiten in makelloser Qualität erledigte, entschied sich eines Tages, ihre freie Zeit als Rentner zukünftig weniger in den Dienst unseres Unternehmens zu stellen, setzte sich auf die heimatliche Couch und damit zur wohlverdienten Ruhe. Anschließend begann eine Odyssee durch die Abgründe des deutschen Fachkräftemangels. Das damals beauftragte Unternehmen, welches uns Frau B. vorbeigeschickt hatte, konnte keine Ersatzkräfte auftreiben, ließ daher vereinbarte Termine einfach unangekündigt ausfallen, stellte diese aber trotzdem in Rechnung.
     Nach fristloser Kündigung durch uns und Ausschreibung der freien Stelle meldeten sich erstaunlich viele Interessenten, von denen aber 99,9 Prozent ebenfalls unangekündigt nicht zum vereinbarten Probeputzen erschienen. Mit den verbliebenen 0,01 Prozent kam es dann zum Vertragsabschluss, aber was bedeuten schon Unterschriften auf einem Stück Papier, wenn die zu uns gesandten Reinigungskräfte nicht erscheinen, am falschen Tag vorbeikommen, die vereinbarten Aufgaben nicht ausreichend gut oder gleich gar nicht ausführen oder unsere Belegschaft inklusive Chefetage durch unangebrachtes Duzen in den Wahnsinn treiben. Wenn es nur das wäre, könnte man in heutigen Zeiten, wo selbst seriöse Banken anfangen, sich bei Kunden und potentielle Interessenten ein-Du-schleimen, vielleicht ein oder zwei Augen zudrücken, aber wenn es das einzige ist, was sie gut können, stattdessen aber die Arbeitsergebnisse zu wünschen übrig lassen, dann ist das in höchstem Maße inakzeptabel. Wenn nach dem Reinigen der Toilette auf der blütenweißen Brille ein deutlich sichtbares, dickes schwarzes, etwa vier Zentimeter langes Haar zurückbleibt, und auf dem reinweiß gefliesten Boden ein ebenso dickes, schwarzes, zwanzig Zentimeter langes Haar frohlockt, dann ist die zuständige Reinigungskraft entweder blind oder blöd.
     Nach nunmehr drei Jahren kämpfen wir mit der dritten Reinigungsfirma diesen scheinbar aussichtslosen Kampf, wobei der nette, sehr engagierte Geschäftsführer Herr R. auch nicht viel ausrichten kann, wenn seine Mitarbeiter einfach nicht erscheinen, sich nicht zurückmelden oder sogar unfähig sind, ihm ihre Kontoverbindung mitzuteilen, damit er den Lohn überweisen kann.
     Praktisch alle Reinigungskräfte, die er vorbeischickte, kamen nicht aus Deutschland, die letzten vier beherrschten die deutsche Sprache nicht, was nicht zwingend Voraussetzung ist, wenn man sich notfalls auch auf Englisch verständigen kann. Aber selbst dann ist es unverständlich, warum Anweisungen nicht richtig ausgeführt werden. Nachdem der vorletzte Mitarbeiter dreimal nicht erschienen war und weder bei uns, noch bei seinem Chef abgesagt hatte, haben wir nun einen neuen angefordert. Der kam gestern auch zur vereinbarten Zeit, aber mein dringender, dreimal (!) geäußerter Hinweis, aus hygienischen Gründen bitte die zuerst die Küche, danach alles andere, und zuletzt die Toiletten zu reinigen, murmelte nur ein paar Sekunden im hohlen Schädel des Mitarbeiters umher, um ihn anschließend zum WC-Reiniger greifen und in Richtung der Toiletten stürmen zu lassen. Resignierend verbiss ich meine Wut, aber er wollte wohl nur das Reinigungsmittel auftragen, damit es Zeit zum Einwirken hat, denn er kam gleich zurück und fuhr mit der Küchenreinigung fort.
     Als wären mein dreifacher Hinweis nie geäußert worden, lief er anschließend zu den Toiletten, und – damit fertig – in die Büros, um nun hemmungslos mit denselben Gummihandschuhen und Lappen die potentiell gefährlichen Keime des Feuchtbereichs auf Tischen und Schränken zu verteilen.
     Herr, um Gottes Willen, lass ausgebildete Fachkräfte vom Himmel regnen!

Neues Jahr, neues Bild

Ich habe heute mein geliebtes Desktophintergrundfoto von 2019 gegen ein neues ausgetauscht. Das alte stammte vom Werbellinsee, aufgenommen auf dem Bootsanleger der Fischerei. Wenn das Wetter wieder schöner wird, lohnt sich ein Ausflug dorthin, es gibt gebratenen Fisch mit Kartoffeln und Salat oder Kartoffelsalat.

Das neue Bild stammt aus Doha und wurde in der Nähe des Amphitheaters im Katara Cultural Village aufgenommen. Macht sich super mit zwei Bildschirmen nebeneinander! Und ein Ausflug dorthin lohnt sich ebenfalls, es gibt bestimmt auch jede Menge Fisch, nur die Anreise dauert geringfügig länger als zum Werbellinsee.