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Die Krönung

Heute gab’s Beschwerden. Ich hätte die Bilder der Krönung noch gar nicht veröffentlicht. Die Krönung des neu errichteten Berliner Stadtschlosses. Das stimmt zwar nicht ganz, in einem Fotoforum hatte ich sie bereits kurz nach dem freudigen Ereignis feierlich präsentiert, nur eben nicht hier, in diesem Blog.
     Nichts ist so alt, wie die News von gestern. Und die Bilder der Krönung sind inzwischen schon über drei Jahre alt. Aber vielleicht findet Ihr ja trotzdem Gefallen daran. Das letzte Bild mit dem grünen Dach ist übrigens gephotoshopt, wie man heutzutage sagt. Das Dach ist künstlich eingefärbt, zeigt aber heute schon, wie es in ein paar Jahren aussehen wird, wenn die Kupferplatten Grünspan angesetzt haben werden.

Raus aus den Siebzigern!

Sagt mal, Klimakleber,

und das Adjektiv „liebe“ lass ich mal frech weg, das muss man sich nämlich verdienen.
     Habt Ihr mit der Umfärbung des Brandenburger Tors Eure Ziele erreicht? Tausende Touristen täglich, die Euren Vandalismus leibhaftig entdecken, fotografieren und weltweit präsentieren können, damit alle, aber auch wirklich alle im letzten Winkel dieser Welt sehen können, mit welch ungeeigneten Mitteln eine Handvoll Deppen in Deutschland den Klimawandel zu bekämpfen versucht?
     Davon abgesehen, dass mir das Tor unbunt besser gefallen hat, waren Eure Ziele nicht eigentlich ganz andere? Tempo 100 auf Autobahnen und ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn? Und, wie sieht’s aus damit? Ist Kanzler Scholz geknickt eingeknickt? Hat Verkehrsminister Wissing eiliges Entgegenkommen signalisiert? Nein?
     Werden Sie auch nicht. Niemals. Egal was Ihr anstellt. Auch wenn Ihr, zu Hause, beim geheimen Treffen am Küchentisch, romantisch beleuchtet von ökologisch korrekt manuell hergestellten Kerzen, umringt von Getreuen, gefangen in der eigenen Blase das Gefühl habt, Ihr seid ganz kurz davor: Seid Ihr nicht!
     Egal, ob Ihr Euch festklebt, Dinge besudelt, Gebäude in die Luft sprengt oder Leute ermordet: Ein Staat lässt sich nicht erpressen. Er gibt nicht nach und er verhandelt nicht, er macht höchstens Gefangene: Euch. Würde er nachgeben, wäre das der Startschuss für 83 Millionen Bürger, ebenfalls den Staat zu erpressen, der eine, weil er ein Haus geschenkt haben will und der andere, weil ihm das Gebimmel von Kirchenglocken nicht gefällt.
     Der Staat gibt nicht nach. Diese Erkenntnis stammt aus den Auseinandersetzungen der Siebzigerjahre, stellvertretend ausgefochten von Helmut Schmidt und der RAF. Und wenn Ihr im Geschichtsunterricht besser aufgepasst hättet, wüsstet Ihr das auch.
     Die RAF beging Anschläge, tötete Menschen, sprengte Gebäude in die Luft und erreichte doch keines ihrer Ziele. Im Gegenteil – die Wehrhaftigkeit des Staates wurde durch den Terrorismus sogar noch gestärkt und führte unter anderem zur Gründung der GSG 9, einer Eliteeinheit zur Terrorismusbekämpfung. Die interessante Frage ist nun also, wie weit Ihr die Lage noch eskalieren lassen wollt, bis Ihr endlich mit dem Unsinn aufhört. Wer muss kommen und Euch erklären, dass Ihr einer naiven Illusion erlegen seid,, damit Ihr das endlich glaubt? Die ersten von Euch sitzen bereits im Knast, und wenn sie rauskommen, werden sie weitermachen und wieder in den Knast wandern, dann aber für längere Zeit. Und während sie tagtäglich eine graue Betonwand anstarren, überkommt sie hoffentlich irgendwann die Erkenntnis, dass sie grandios gescheitert sind.
     Warum also den vorgezeichneten Weg nicht einfach verlassen und neue Strategien ausprobieren? Wir wär’s mit einem Studium? Physiker finden vielleicht Wege, die Sonnenenergie besser zu nutzen. Chemiker erfinden womöglich Batterien, die sich blitzschnell aufladen lassen und niemals verschleißen, also ewig halten. Biotechnologen entwickeln eventuell Methoden, die Mikroplastik im Meer verschwinden lassen und das Artensterben bremsen. Das würde uns alle voranbringen, auch Euch. Schlaft mal drüber.

Genervt und daher ohne Grüße

Sunlion

Endlich aufgelegt!

Der in Deutschland weithin berüchtigte Telefonhersteller Gigaset hat Insolvenz angemeldet. Mich wundert das nicht, denn schon seit Jahren ärgere ich mich über die unausgereifte Benutzerführung und sporadisch auftretenden Mängel diverser Gigaset-Produkte. Fast in jedem Büro, in dem ich aufgrund chronischer Armut mit meinem Hintern Bürosessel plattzusitzen genötigt worden war, existierten ein oder üblerweise sogar mehrere dieser Folterinstrumente, wobei man fairerweise erwähnen sollte, dass auch andere Hersteller von Bürotelefonen generell nicht mehr alle Löcher in der Wählscheibe haben, denn auch deren Geräte sind meist eine einzige Zumutung.
     Schon vor Jahren hatte ich privat ein japanisches Produkt angeschafft, nur um kein Gigaset-Gerät kaufen zu müssen. Dieser Japaner war recht formschön, funktional, clever programmiert und äußerst langlebig, bis er Anfang dieses Jahres trotzdem den Geist aufgab. Inzwischen stellt dessen Hersteller leider keine Telefon mehr her, also suchte ich nach einem Ausweg, oder anders formuliert – nach einem Umweg, um nicht auf Gigaset zurückgreifen zu müssen.
     Zum Glück bot AVM, der Hersteller der allseits beliebten Fritzboxen, eine schlaue Alternative: Mit einer Fritzbox ist es möglich, Festnetztelefonate über ein beliebiges stinknormales Smartphone zu führen. Und das funktioniert tatsächlich, man sollte es kaum glauben! Somit genießt man den Komfort eines modernen Handys inklusive Touchscreen, vorhandenem Adressbuch und Lieblingsklingeltönen.
     Ehrlich: Lieber gebe ich zschnölfzig Euronen für eine Fritzbox aus, als auch nur ein Gigaset-Telefon geschenkt zu kriegen.
     Sorry, Jungs, aber diesmal habt Ihr’s endgültig vermasselt!

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsert von AVM. Und auch nicht von Gigaset.

Drei gleichzeitig

Dass ich die schwedische Band Röyksopp total super finde, hatte ich vor acht Jahren bereits kundgetan. Nicht jedoch, dass sie eine der wenigen Bands sind, die mit der Zeit immer besser wurden, statt wie die meisten Musiker ein tolles erstes Album herauszubringen, an das sie später nicht mehr anknüpfen können, um dann allmählich wieder in der Versenkung zu verschwinden. Röyksopps erstes Album war eher … sagen wir mal – ganz nett. Die echten Superhits folgten erst später.
     Um 2014 erklärte die Band plötzlich, keine weiteren Alben mehr veröffentlichen zu wollen, was mich todtraurig stimmte, angesichts des unglaublichen Potentials der zwei talentierten Musiker. Letztes Jahr dann, völlig unerwartet und von mir bis vor kurzem unbemerkt, brachten Röyksopp mit Profound Mysteries 1, 2 und 3 gleich drei Alben gleichzeitig auf den Markt, und alle drei reihten sich in das Schema der sich allmählich steigernden Hitqualitäten ein, denn sie sind fabelhaft.
     Die Videos sind übrigens auch klasse!

Mitten ins Gesicht

Heute früh war ich bei meinem Zahnarzt, einem alten, klapprigen Greis mit tattrigen Händen, der von seinen fast noch minderjährigen Gehilfinnen zweimal pro Tag mittels Elektroschock wiederbelebt werden muss, weil das Jenseits ihn bereits mit Nachdruck auf die andere Seite hinüberzuziehen bemüht ist. Und der so schwer verständlich redet, weil ihm das Gebiss dabei ständig nach unten klappt.
     Jedenfalls bemühte sich dieser Ogygiant, mir nuschelnd zu vermitteln, ich hätte Zahnschwein, während mir seine Spucke ins Gesicht spritzte. Ich hätte auch schreiben können – in den offenen Mund, aber ich wollte die geschätzten Leser nicht gleich hinfortekeln.
     Zahnschwein also. Und das mir als Vegetarier*!
     Während ich also bemüht war, den Würgereflex zu unterdrücken, begann mein altersdementes Gehirn loszurattern und all die Fragen zu verarbeiten, die plötzlich aus dem Nichts aufpoppten, wie Pilze nach einem Spätsommergewitter: Muss ich das Schwein bei irgendeiner Behörde anmelden? Muss es geimpft werden? Auch gegen Corona? Bedarf es einer bestimmten, artgerechten Haltung? Und zählt es noch zu den Haus- oder schon zu den Nutztieren?
     Das muss ich jetzt alles erst recherchieren. Dabei hab ich für so was gar keine Zeit.
     Blöder Zahnarzt!

* Nee, nicht wirklich. Ich liebe Fleisch. Am liebsten schön blutig, noch mit Fell dran.

Ist alt, kann dann weg

Letzten Sonntag habe ich einen ganzen Stapel alter Klassikschallplatten von meinen Eltern mitgenommen, weil die sie nicht mehr hören wollen und ich neugierig auf Unbekanntes war. Die ältesten Scheiben stammten aus den Sechzigern und waren noch in Mono aufgenommen.
     Unglaublich, dass man sich früher so was anhören konnte! Nicht nur die knisternden Tonträger an sich, auch die Aufnahmetechnik damals war aus heutiger Sicht eine blechern scheppernde Katastrophe. Aber selbst nach Schallplatten-Maßstäben gute Aufnahmen, im DMM-Verfahren produziert, wollte ich mir einfach nicht anhören, weil meine inzwischen auf digitale, störungsfreie, hochdynamische und kristallklar aufgenommene Quellen geeichten Ohren die schlechtere Schallplattenqualität einfach nicht mehr ertragen. Nebenbei bemerkt lauschte ich mit einem Denon AH-D9200. Dieser phänomenal gut klingende Kopfhörer deckt schlechte Aufnahmen gnadenlos auf, wie mit einer hochauflösenden Lupe, es klingt also nochmal um einiges schlimmer als mit einem durchschnittlichen Hörer.
     Also gehen die Platten morgen wieder zurück und werden am Ende wohl in der Kunststoffabteilung des örtlichen Recyclinghofes landen. Ich hoffe, die Künstler, so sie denn überhaupt noch leben, können mir diesen Kulturvandalismus verzeihen … irgendwann einmal.

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsored von Denon. Leider. Auch nicht von DMM … oder so. Höchstens von meinen Eltern … vielleicht … ein kleines bisschen … mit einem Teller warme Suppe.

Ooch dit is Bärlin!

Da bin ick doch neulich mibm Schüff uffe Spree rumjeschübbat, vom historüsch’n Haf’m ßum Müggelsee, oda fast bis da, weil via Schtundn nämlüsch nich ausreich’n tun … asso für hin un‘ ßurück..
     Is schon voll knorke, wat man da allet so sehn kann. Unsa Schkibba, ’n echt kuula Tühb (ledsdid Bild), hatte ooch ’ne janze Menge ßu aßehln, ßum Beischbühl, wat die schick’n Wohnung’n in die schick’n Hoisa so kost’n tun. Aaaltaaa! Viatausend Oiro für ’ne Dachwohnung! Da würd mir gleech janz blümerant im Kopp! Wer hat denn so viel Jeld? Also icke nüch!
     Kiekt ma, hier: