Als ich gestern Abend zum ersten Mal die Nachricht vom Flugzeugunglück in der Ukraine hörte, ratterten sofort viele Fragen durch meinen Kopf: Was hatte die Maschine in dem Kriegsgebiet zu suchen, wenn alle anderen Fluggesellschaften ihre Flugzeuge um das Gebiet herumleiten? Wer kann eine in 10.000 Meter Höhe fliegende Maschine abschießen, wenn Gewehre und Stinger-Raketen da bei weitem nicht ausreichen? Welch fieser Plan der amerikanischen Geheimdienste steckt da nun wieder hinter? Seit Loose Change kann ich nicht mehr anders.
Während sich die etablierten Medien nun wieder gemütlich auf Rußland einschießen, suche ich lieber nach unabhängigeren Informationen. Sehr interessant finde ich diese Seite. Mal sehen, wie sich die Sache weiterentwickelt.
Lieber Onkel Ikea,
da hab ich mir doch neulich diesen hübschen, edlen Toilettendeckel aus Edelstahl bei Dir gekauft, und ich muß sagen – Respekt – angesichts des vertretbaren Preises, denn für das Geld bekommt man bei Onkel Obi nur lackierte Preßspanplatten oder billigstes Plastik. Dank der edlen Optik verzichte ich jetzt sogar auf das bunte Mützchen.
Aber was soll bitte dieses bizarre Befestigungssystem? Die rechteckigen Gummiunterlagen, die verhindern sollen, daß die ganze Konstruktion sich versehentlich verdreht, neigen leider selbst bereits zum Verdrehen. Ich als staatlich geprüfter Schlaumeier hätte auch spontan eine Idee, wie das zu verhindern wäre. Nämlich indem man auf der Unterseite der flachen Kunststoffplatte eine ähnliche Vertiefung einprägt, wie an der Oberseite als Halt für den eckigen Schraubenkopf. Und an der Gummiunterlage, leicht erhöht, dann das entsprechende Gegenstück – schon kann sich nichts mehr verdrehen.
Aber die Ikea-Designer? Nichts? Keine Eingebung? Kein mentaler Stolperstein, so nach dem Motto: Hoppla! Das verdreht sich! Das ist aber unpraktisch! Da müssen wir nochmal ran? Ich meine, nach dem Entwurf am Computer muß das doch irgendwer mal probehalber zusammengebaut haben. Und da ist niemandem etwas aufgefallen? Ich verstehe so etwas nicht! Da studieren die Leute jahrelang Produktdesign, machen ihre Erfahrungen und scheitern dann an solchen Details? Unglaublich!
Ich kann mich übrigens nicht entsinnen, überhaupt schon jemals eine Toilettendeckelbefestigung gesehen zu haben, angesichts deren genialer, ingenieurstechnischer Meisterleistung ich auf die Knie gefallen wäre und gedacht hätte: Boah ey – Alta – geile Konstruktion!
Aber sei deswegen jetzt bitte nicht traurig, ich mag Dich trotzdem noch.
Mit freundlichen Grüßen
Dein Sunlion

„Ich geh mal schon nach Spinat“.
Soeben gehört bei Kaufland.
Ich geh dann mal kotzen …
Wie hauchdünn die Decke der Zivilisation ist, fällt immer dann ganz besonders auf, wenn Kriege und Krisen zu gewalttätigen Exzessen führen, weil die vom Affen abstammende Bioform auf Kohlenstoffbasis anscheinend verlernt hat, was Mami und Papi ihr an gutem Benehmen beigebracht haben. Daß es jedoch mit den allgemeinen intellektuellen Kapazitäten bei vielen Menschen auch im Alltag nicht sonderlich gut bestellt ist, erlebe ich leider immer wieder, so auch gestern:
Aus der fünften Etage meines Wolkenschlößchens nach unten treppelnd, fallen mir sofort die im Hausflur geöffneten Fenster auf. Ab der dritten Etage kommt zusätzlich ein zunehmend stechend werdender Fäkaliengeruch dazu. Unterwegs begegne ich noch zwei anderen Mietern, die darüber diskutieren, einer meinte fast schon entschuldigend, er habe deshalb die Fenster geöffnet. Ich denke sofort an einen Rohrbruch, aber aufgrund meiner beiden, mit leeren Flaschen befüllten Einkaufsbeutel verschiebe ich sämtliche Nachforschungen auf meine Rückkehr vom Einkaufen. Auf dem Rückweg treffe ich einen weiteren Mieter, er hat nun zusätzlich noch die Haustür geöffnet, was ich aufgrund zunehmender Einbrüche in meiner Wohngegend für keine so gute Idee halte. Und dann erwähnt er noch, der Gestank sei ihm schon vor zwei Wochen aufgefallen. Ich gehe also in den Keller, um nachzuschauen, und ohne große Suche finde ich eine mittelgroße, stinkende Pfütze, was meinen Verdacht auf Rohrbruch anscheinend bestätigt.
Da nehmen also drei Personen voneinander unabhängig einen unangenehmen Fäkaliengeruch im Haus wahr, und das Einzige, was ihnen dazu einfällt, ist, die Fenster zu öffnen? Die sich dahinter verbergenden Kausalkette wird nicht erkannt, so nach dem Motto:
- Wohnhaus – sollte neutral riechen.
- Wenn nicht neutral riecht, muß Geruch Ursache haben.
- Fäkaliengeruch – kommt von Fäkalien.
- Fäkalien werden im Abwasserrohr abgeleitet.
- Wenn also Fäkaliengeruch in neutral riechendem Wohnhaus auftritt, deutet das auf ein Problem mit dem Abwasserrohr hin.
- Wenn sich niemand um das Problem kümmert, steht uns allen bald die Scheiße bis zum Hals.
Drei Vertreter der sogenannten „Krone der Schöpfung“, auch bekannt als Speerspitze der Evolution, und sie sind nicht in der Lage, Eins und Eins zusammenzuzählen und die notwendigen Maßnahmen zu treffen? Da muß erst ein virtuelles Wesen aus Geist und Licht – oder anders formuliert – ein Plüschlöwe mit Fell und Füllung auf Erdölbasis kommen, den Rohrbruch entdecken und den Notdienst herbeitelefonieren?
Wir leben echt im Affenland!
Eben sah ich an der Straßenbahnhaltestelle einen großen, dicken Mann, Ende Zwanzig, fix und fertig eingekleidet für das Public Viewing des in wenigen Minuten beginnenden Fußballspiels, und er benahm sich komisch. Wobei komisch im Sinne des Wortes eher unpassend ist, denn der Mann tat Folgendes: Er hüpfte immer mal wieder auf der Stelle, schaute ungeduldig in Richtung der zu erwartenden Straßenbahn, riß die Arme hoch und rief laut unverständliche Dinge durch die Gegend. Kurz – er benahm sich wie ein ungeduldiger kleiner Junge, nur daß er dem Kindesalter schon lange entwachsen war.
Und genau das finde ich echt erschreckend. Ein halbwegs normaler Mensch, dem äußeren Anschein nach auch nicht betrunken, verliert dennoch völlig die Kontrolle über sein Tun und benimmt sich merkwürdig, so als befände er sich bereits im Fußball-Rudel-Modus mitten im Stadion, nur mit dem Unterschied, daß er da völlig allein stand und die umstehenden Passanten verängstigte.
Ebenfalls beängstigend fand ich noch seine Tätowierung: Ein Spinnennetz am Ellenbogen. Würde ich mich tätowieren lassen, was ich nicht tue, weil ich noch alle Schaumstoff-Flocken in der Füllung habe, aber würde ich, dann wäre ein Spinnennetz vermutlich eher das letzte, was mir als Motiv einfällt. Gleich nach Totenkopf und Stacheldraht.
Heute hatte ich zufällig mal Howard Carpendales Single „Hello again“ in den Händen und … nee-nee – keine Angst, ich wechsele nicht zum Deutschen Schlager … nein wirklich nicht! Jedenfalls hörte ich mir mal die Rückseite an und entdeckte dort ein tuffiges, kleines Liedchen mit einer durchaus ansprechenden Melodie. Aber ganz besonders der Refrain ist witzig, ich könnte mir vorstellen, daß dieses Lied mit der Zeile: „Schaaahaaadeee … daß ich sonst nichts von Dir weiß“ gute Chancen hat, irgendwann einmal zur heimlichen Stalkerhymne zu werden.
Bei Restaurierungsarbeiten auf Sunlions Wolkenschlößchen wurde, verborgen hinter Farbe und Tapete, eine geheime, alte Karte wiederentdeckt, die vermutlich aus der Zeit von Leonidas dem Seefahrer, einem Urururururururgroßpapi von Sunlion, stammt. Er gehörte zur Panthera-Leo-Familie, einem alten, berüchtigten Seefahrergeschlecht, das angeblich auch durch Piraterie zu zweifelhaftem Ruhm und bescheidenem Wohlstand gekommen war.
Die Karte zeigt die Erde mit dem damaligen Stand der Kontinente, welche sich durch die Kontinentaldrift aber mittlerweile zur derzeit bekannten Form zusammengefunden haben. Ein versteckter Hinweis auf den seit Jahrhunderten verschollenen Großkatz-Schatz konnte jedoch bisher leider nicht entdeckt werden.
Lieber Onkel Obi,
vor ziemlich genau zehn Jahren kaufte ich bei Dir mal eine Dose OBI Classic Design Color, Premium Matt, Bisquit, 5 Liter für fluffige 27,99 Euro, was an sich auch schon ein gepfefferter Preis ist, wenn man ihn mal in DM umrechnet. Heute nun habe ich dieselbe Farbe noch einmal gekauft, und der Verkäufer meinte noch so, das sei diesselbe Farbe, nur das Design der Verpackung hätte sich geändert.
Denkste! Im Keller hatte ich noch eine Dose Farbe von damals, die Menge hat sich bis heute halbiert, die neue Dose enthält nur noch 2,5 Liter. Und jetzt rechnen wir mal alle: 27,99 Euro geteilt durch 2 sind 13,99 Euro. Legen wir noch einen Anstandseuro oben drauf, wegen des wegfallenden Mengenrabatts, so kommen wir auf 14,99 Euro. Soviel dürfte die halbe Menge damals gekostet haben. Mit Hilfe der Inflationstabelle können wir nun verfolgen, wie sich dieser Preis in den letzten Jahren entwickelt haben müßte, die Inflationsrate ist in Klammern angegeben und wird immer zum Vorjahrespreis hinzuaddiert:
2005 (1,6 %): 15,29 Euro
2006 (1,5 %): 15,45 Euro
2007 (2,3 %): 15,80 Euro
2008 (2,6 %): 16,21 Euro
2009 (0,3 %): 16,26 Euro
2010 (1,1 %): 16,44 Euro
2011 (2,1 %): 16,78 Euro
2012 (2,0 %): 17,11 Euro
2013 (1,5 %): 17,37 Euro
Und für 2014 legen wir nochmal 1,5 Prozent drauf, das macht dann 17,63 Euro für 2,5 Liter. Und nun verrate mir doch bitte mal, lieber Onkel Obi – warum kostet die verdammte Dose dann 21,99 Euro, also über vier Euro mehr? Weeßte ooch nich‘, wa? Naja, dacht‘ ick mir schon …
Ohne freundliche Grüße
Dein Sunlion
Ich hasse renovieren! Besonders wenn die blöde, alte Tapete einfach nicht die Wand loslassen will und sich von mir millimeterweise abkratzen läßt, obwohl sie bereits ultrafeucht aus der Wäsche guckt. Wenigstens bin ich nun auf die schlaue Idee gekommen, statt eines Pinsels eine Sprühflasche zum Anfeuchten zu benutzen, dann schwimmt wenigstens nicht das ganze Bad und die Wirkung ist diesselbe.
Zum Glück ist diesmal auch nur das Bad an der Reihe, die anderen Räume sind viiieeelll grööößer …


