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Nur bedingt visionär

Einige von Euch werden das vielleicht kennen: Gelegentlich kann man vage in die Zukunft schauen, zum Beispiel denkt man an jemanden, der dann plötzlich anruft oder so. Am Freitag hatte ich mal wieder so eine Vision: Ich joggte gerade in meinem Fitneßstudio auf dem Laufband, als mir plötzlich auffiel, daß der in meinen Ohrhörern vor sich hinplärrende, zufallsgesteuert ausgewählte Musiktitel erschreckend langweilig war. Gleichzeitig murmelte mir die Melodie von Depeche Modes „It’s no good“ durch den Schädel, und als ich auf die Forward-Taste tippte, kam doch tatsächlich genau dieser Titel. Und das bei einer Chance von 4103 (vorhandenen Titeln) zu 1.
Hochmotiviert von solch spektakulärem Sehergeschick fuhr ich nach dem Training sogleich in den nächsten Lottoladen und füllte einen Schein komplett aus.
Und, was soll ich Euch sagen? Ich gewann … nüscht!
Garstiges Schicksal!

Gaucklersülze

Der einfältige alte Mann hat mal wieder sein Freiheitsgesülze abgesondert: Zu einer aktiven Politik Deutschlands zur Konfliktlösung gehöre auch, „den Einsatz militärischer Mittel als letztes Mittel nicht von vornherein zu verwerfen“. Was ja seit dem Vietnamkrieg ausnahmlos perfekt funktioniert hat. Wenn Gauck solche Reden hält, fällt mir immer spontan das Zitat eines berühmten, deutschen Philosophen ein … wie hieß er doch gleich …? Ach ja, richtig – Udo Lindenberg: „… und der Pfaffe wie immer seinen Segen gibt!“

Bedeckt gehalten

Beim Heimweg vom Parkplatz zum Fernsehsessel schaute ich mal wieder neugierig in fremde Fenster und entdeckte einen Jungspund in seiner Küche am Fenster stehend. Draußen sind 33°C, sein Fenster liegt genau auf der Sonnenseite, aber er … er hat natürlich ein Basecap auf. In der Wohnung. Bei 33 Grad Hitze. Und Sonnenschein.
Ach so, vermutlich als Sonnenschutz.
Nee … alles klar, Kommando zurück, jetzt hab ich’s verstanden!

Fahrschulprüfungsfrage Nr. 1009:

Der Führer eines Kraftfahrzeugs ist verpflichtet, sich vor Fahrtantritt vom ordnungsgemäßen Zustand seines Fahrzeugs zu überzeugen. Nennen Sie einen Grund, warum diese Maßnahme wichtig ist.
Richtige Antwort: Ich nenne sogar zwei Gründe*:

* Soeben auf meinem Parkplatz entdeckt. Was die wohl verbrochen haben? Führerschein weg? Raten nicht bezahlt? Wer weiß …

Angewandte Physik

Die Tagesschau vermeldete soeben, daß am Sonntag 35°C werden. Das bedeutet dann wohl, daß ich meine computergesteuerte Heizung wieder einschalten muß, die ist nämlich auf exakt 22°C eingestellt. Das dürfte um einiges angenehmer sein.

Der Inder und der Waschbär

Gestern war ich zu einem Fotografentreffen in Hamburg, ein paar der Leute kannte ich schon, und ein paar neue habe ich kennengelernt. Auf dem Hinweg zum Treffpunkt stand ich in Hamburg an einer Ampel, als neben mir ein großer, schwerer Mercedes hielt. Der Fahrer, ein etwa 50-jähriger Inder mit einem großen Turban, mußte wohl etwas stärker bremsen als beabsichtigt, sodaß der schwere Wagen nachwippte, was der Inder durch ein übertriebenes Mitnicken des Kopfes scherzhaft quittierte. Ich schaute ihm fröhlich dabei zu und muß ihn dabei wohl so glücklich angestrahlt haben, daß er lachend zurückstrahlte und mir zuwinkte. Manchmal trifft man im Leben doch immer mal wieder Menschen, die einem auf Anhieb sympathisch sind. Schade, daß sich aus dieser Gelegenheit mal wieder nicht mehr ergab. Das Treffen selbst und die Fotosafari durch den Botanischen Garten ergab jedoch wieder jede Menge interessante Gespräche und natürlich auch ein paar interessante Fotomotive:

Auf der Rückfahrt am späten Abend hätte ich fast einen Waschbären ermordet und der dann möglicherweise mich. Wäre ich nur eine Zehntelsekunde schneller gefahren, hätte ich ihn beim Überqueren der Autobahn mit dem rechten Vorderrad erwischt. Und bei 130 km/h stellt sich wohl nicht nur die Frage, was mit dem Waschbären passiert wäre. Trotz der ganzen tollen Technik meines Golfilinchens wie Weißlichtkanone, Light Assist, Lane Assist, Front Assist und Blond Assist hab ich das verdammte Vieh nicht kommen sehen. Ich glaube, da hat nicht mal mehr ein halber Meter gefehlt. Und ich hatte in diesem Moment das Lenkrad auch eher etwas lockerer in der Hand. Mannomannomann … echt Schwein gehabt!

Unheilvolle Netzwerk-Alianz

Mein derzeitiger Arbeitstag sieht folgendermaßen aus: Während ich an meinem iMac sitze und gestalte, programmiere oder Texte schreibe, dudelt iTunes im Zufallsmodus gemütlich vor sich hin. Und damit ich mich besser konzentrieren kann, überspringe ich einfach die etwas „energiereicheren“ Titel und verwöhne meine Ohren mit entspannender Chillout-Musik. Da iTunes aber anscheinend gerissener ist als ich dachte, hat dies auch unerwünschte Folgen an einer Stelle, die ich nicht unbedingt vermutet hätte: Die Funktion iTunes DJ stellt eine Abspielliste zusammen, die aber anscheinend nicht per Zufall generiert wird, sondern auch durch verschiedene andere Faktoren beeinflußt wird. Hat man zum Beispiel gerade neue Titel importiert, so tauchen diese ein gewisse Zeit lang überdurchschnittlich oft in der Liste auf. Auch Titel, die man komplett durchhört, ohne zum nächsten Titel zu springen, werden häufiger gespielt. So nach dem Motto – wenn der sich den Song komplett anhört, muß er den wohl mögen. Titel, die man hingegen oft überspringt, werden mit der Zeit immer seltener gespielt. Meine Vorliebe für entspannende Musik während der Arbeit hat nun dazu geführt, daß beim Synchronisieren von iMac und iPhone diese Vorlieben anscheinend vom Handy übernommen werden. Und dessen Playerfunktion nutze ich ausschließlich beim Trainieren im Fitneßstudio, was nun üblerweise dazu führt, daß mein iPhone versucht, mich während des Trainings mit Chillout-Mucke totzuöden, wo eigentlich energetische, vorwärtstreibende Musik passender wäre. Selbst nach dreißigmaligem Betätigen der Titelsprungfunktion war mein Handy heute nicht dazu zu bewegen, etwas anders zu spielen als weichgespülte Soße.
Aber so leicht werdet Ihr mich nicht los! Meine schlagkräftigste Waffe gegen Langeweile beim Sport heißt … Sport! Eine so benannte, neue Wiedergabeliste, in der nur noch Krach, Krawall und Rumpelpumpel erlaubt ist. Dann macht nämlich das Training auch gleich wieder mehr Spaß.

Das Auto-Auto

Google wagt sich immer weiter in fremde Galaxien vor und hat jetzt sogar ein automatisch fahrendes Auto vorgestellt, das im Gegensatz zu allen anderen selbständig fahrenden Fahrzeugstudien der verschiedenen Hersteller nicht mal mehr Gaspedal und Lenkrad enthält. Als der Spätzünder, der ich mit meinem erst kürzlich erworbenen Führerschein bin, und der nun endlich das Fahren richtig genießen kann, käme ein solches autonom handelndes Fahrzeug natürlich nicht in Frage, aber für Menschen, die keinen Führerschein machen wollen oder können, wäre es sicher eine interessante Alternative. Allerdings frage ich mich, was dieses tolle Google-Mobil, das da in den Werbefilmchen so schön flink und fotogen durch die Gegend wuselt, wohl anstellen wird, wenn es mal im Feierabendverkehr bei mir in der Straße auftaucht, wo es auf Grund der links und rechts parkenden Fahrzeuge nur noch einspurig vorwärts geht, und das auch immer nur haarscharf am Abgrund des automobilen Krieges, weil die Autos natürlich von beiden Seiten kommen, nicht aneinander vorbei können, keiner nachgeben will, und die Fahrzeugführer deshalb kurz davor sind, die Welt in Brand zu setzen.