Ich programmiere schon seit über zehn Jahren Internetseiten, und vor einiger Zeit machte ich mal eine staatlich geförderte Weiterbildung, um meine autodidaktisch erworbenen Fachkenntnisse weiter zu vertiefen. Die Seitenbeschreibungssprache HTML ist dabei noch recht einfach, so als würde man Englisch lernen. PHP, Javascript und MySQL erinnern da hingegen schon eher an Chinesisch, Japanisch und Koreanisch, drei für uns Europäer eher schwierige Sprachen, weil sie sich von unserer indogermanischen Sprachgruppe völlig unterscheiden. Und wenn man diese dann nicht regelmäßig übt, vergißt man die Regeln und Vokabeln auch schnell wieder. Um heute noch PHP programmieren zu können, müßte ich daher auch erst mal meine alten Unterlagen wieder hervorkramen und mich einlesen.
Ursprünglich programmierte ich mit dem Texteditor von Windows, was meinem Dozenten Schauer über den Rücken jagte. Das sei in etwa so, als würde man zu Silvester im Dorfteich anbaden gehen, meinte er. Denn mittlerweile sind Informatiker weniger knüppelhart drauf und nutzen lieber kuschelig-komfortable Werkzeuge, wie Notepad++, ein geniales Tool mit tollen Eigenschaften wie automatischer Vervollständigung von Parametern und so weiter. Ein echtes Genie war übrigens auch mein Dozent; meldete man sich, weil irgendetwas nicht so funktionierte wie es soll, machte er sich nicht extra die Mühe, vom Lehrertisch aufzustehen und die fünfzehn Meter zum Schüler zurückzulegen, um auf dessen Monitor zu schauen, nein – er nannte vielmehr ganz entspannt und ohne groß darüber nachzudenken die Zeilennummer, in welcher sich der Fehler vermutlich versteckte und hatte damit immer recht.
Bereits vor längerer Zeit von Windows abgesprungen, suche ich nun schon ein Weilchen nach einem alternativen Editor, denn Notepad++ gibt es leider nicht für den Mac. Nach mehreren früheren Versuchen hab ich heute neben einigen anderen Programmen auch den Komodo-Editor ausprobiert und bin mal wieder kurz vorm Ausrasten. Da implementieren die Entwickler zwar die Möglichkeit, die Zeilengröße zu ändern, damit man sich am Monitor keinen Wolf guckt, vergessen aber eine Änderungsmöglichkeit für den Zeilenabstand. Somit liegen die Zeilen direkt aufeinander, was nicht gerade zu einer besseren Lesbarkeit führt. Und das Hervorheben von zusammengehörigen Klammern (Start- und Endtags) ist zwar vorhanden, leider aber leuchtet beim Anklicken des Starttags der Endtag nur für eine Sekunde kurz auf. Was ziemlich sinnlos ist, wenn die Tags so weit auseinanderliegen, daß man erst runterscrollen muß, weil die Hervorhebung dann schon wieder erloschen ist.
Und insgesamt versaut mir diese Erkenntnis mal wieder komplett den Tag, weil ich den Eindruck habe, daß es nur noch Krüppel und Bekloppte auf der Welt gibt. Wie bitte kann man denn die Schriftgröße erhöhen und dabei nicht bemerken, daß die Zeilen nicht mehr genügend Abstand haben? Soetwas muß doch auffallen, während man auf den Bildschirm schaut, das springt einem doch „buchstäblich“ ins Auge! Wie kommt so etwas nur? Besoffen? Bekifft? Oder einfach nur mental nicht … sagen wir mal … „wettbewerbsfähig genug“ ausgestattet?
Bescheuerte Menschheit!
