Ich überlege schon seit Wochen, ob ich mir mal die Mühe machen sollte, die politischen Hintergründe der Krise in der Ukraine aufzuschlüsseln, um der schon wieder um sich greifenden antirussischen Hetze in den verlogenen Medien etwas entgegenzusetzen. Aber ein Blick in die Leserkommentare der FAZ zeigt mir, daß das gar nicht nötig ist, weil sich mittlerweile wohl kaum noch jemand für dumm verkaufen läßt und anscheinend weithin bekannt ist, daß die sogenannte – „Revolution“ – in der Ukraine ein vom Westen gesteuerter Putsch ist. Und auch, wenn der Westen dieses Schachspiel nicht nach den Regeln spielt, sondern sich aufführt, wie eine wildgewordene Drecksau, so glaube ich fest daran, daß die Politprofis im Kreml dieses Spiel als Sieger beenden werden, denn die vergangenen Jahre haben immer wieder gezeigt, daß die korrupten Amateure der westlichen Regierungen nicht in der Lage sind, auch nur zwei Züge voraus oder weiter als bis zur nächsten Wahl zu denken. Genau das ist es aber, was Schach ausmacht, die Fähigkeit, strategisch zu handeln. Außerdem hat Rußland nicht nur eine Dame, die mit ihrem ultimativen Bewegungsspielraum das Spiel spannend halten könnte, sondern etwa 10.000, und wenn die sich in Bewegung setzen, verspricht das Spiel, verdammt heiß zu werden!
Deswegen kann ich mich wohl wieder entspannt zurücklehnen, eine Popkorntüte öffnen und knabbernd dabei zusehen, wie Merkel, Obama und all die anderen Witzfiguren jammern und heulen, weil ihr schöner Plan mal wieder nicht so reibungslos funktioniert hat, wie gewünscht, und sie am Ende doch wieder nur winselnd einknicken, sich den entstandenen Scherbenhaufen schönreden und Putin die Hand schütteln, damit er den Gashahn wieder aufdreht. Auch wenn’s vielleicht ein bißchen länger dauert, denn jetzt wird es erst mal wieder Sommer. Einen interessanten Einblick in das Thema Ukraine bietet übrigens dieses Interview mit dem Journalisten Peter Scholl-Latour bei Telepolis.
Ach halt, noch was – fast vergessen: Liebe deutsche Politiker! Solltet Ihr es diesmal doch verbockt haben, aus der Krise entwickelt sich ein Krieg und Ihr ruft die große Mobilmachung aus, dann könnt Ihr Euch schon mal ins Notizbuch schreiben – ich bin dabei! Aber ganz sicher nicht, um Russen zu jagen!
Halt-halt-halt, Momentchen – noch was: Im Gegensatz zu Euren Doktortiteln habe ich meine Schützenschnur garantiert nicht im Lotto gewonnen!




