Lieber Onkel Kaufland,
wenn ‚de statt des Eiskaffees von Hochland vielleicht doch lieber wieder den von Muh einkaufen tätest, wäre ich Dir sehr verbunden. Der von Hochland schmeckt nämlich eher määähhh statt muh. Danke!
Dein Sunlion
Lieber Onkel Kaufland,
wenn ‚de statt des Eiskaffees von Hochland vielleicht doch lieber wieder den von Muh einkaufen tätest, wäre ich Dir sehr verbunden. Der von Hochland schmeckt nämlich eher määähhh statt muh. Danke!
Dein Sunlion
Wie funktioniert das eigentlich? Einen Menschen dazu zu bringen, die angeborene Tötungshemmung zu überwinden und andere Menschen umzubringen? Und was passiert mit denen, die als Soldaten in Kriege geschickt werden?
Der Dokumentarfilm „The Ground Truth – der Irakkrieg und seine Soldaten“ beantwortet diese Fragen mit eindringlicher Intensität. Die amerikanischen Soldaten berichten von ihrem Irakeinsatz und dem Leben danach zu Hause und zeigen dabei eine erstaunliche Selbstreflektion über die von ihnen begangenen Verbrechen, die nur leider viel zu spät kommt, weil die Menschen, die sie getötet haben, nicht wieder lebendig werden. „Die Stille, die Leere zwingt einen zu der schmerzhaften Selbstprüfung, die niemand will.“
Damit ist dieser Film eine Pflichtlektüre für jeden, der darüber nachdenkt, zur Armee zu gehen und mit der Waffe in der Hand durch die Welt zu marodieren.
Weibchen!
Sunlion lieb haben!!!

Derzeit läuft in den Kinos der amerikanische Kriegsfilm Lone Survivor, nominiert für den Oscar und mit ein paar anderen Auszeichnungen geadelt. Es soll ja Leute geben, die hassen es, wenn man ihnen vorher schon die Überraschung verdirbt und verrät, wie die Sache ausgeht. Deshalb werde ich freundlicherweise an dieser Stelle mal nicht erzählen, daß nur einer überlebt. Upps … sorry!
Jedenfalls erzählt der Film die auf Tatsachen basierende Geschichte einer Navy-Seals-Einheit, die auszog, das Fürchten zu lernen. Quatsch … die auszog, um einen berüchtigten Talibanführer zu entführen. Quasi eine Einheit aus lauter Talibanführerentführern. Braucht man für sowas eigentlich einen Entführerschein?
Jedenfalls fliegen die da zu ihrem Einsatzort, krabbeln in ein Tal hinunter auf das Dorf zu, in welchem sich der Obermufti versteckt hält. Sie beziehen Stellung und warten auf den richtigen Moment, der jedoch nicht kommt, weil ihnen ein falscher Moment dazwischenkommt, und zwar in Form eines alten Mannes, eines Jungen, eines zornigen Jugendlichen und einer Ziegenherde. Die amerikanische Trotteltruppe fliegt natürlich auf und überwältigt die drei Ziegenhirten. Und nun kommt der Knackpunkt: Was machen wa denn nun mit denen? Der Offizier vom Dienst sieht dank seiner eingeschränkten intellektuellen Kapazitäten nur drei Möglichkeiten:
1. Die Ziegenhirten werden am Baum angebunden, verbunden mit dem Risiko des Verhungerns und Verdurstens oder der Möglichkeit, von Wölfen gefressen zu werden. Aber die Truppe könnte sich über den Berg zurückziehen und die Aktion abblasen.
2. Die Ziegenhirten werden laufen gelassen und die Truppe zieht sich zurück. Dies hat den Nachteil, daß die Freigelassenen unten im Dorf die Taliban verständigen und diese dann die Verfolgung aufnehmen.
3. Die Ziegenhirten werden getötet und das Team setzt seine Operation fort.
Nach hitziger Diskussion lassen die Seals die drei Gefangenen laufen, und so kommt es, wie es kommen muß: Nach kurzer Zeit sind sie von einer großen Anzahl Taliban umzingelt und in heftige Feuergefechte verwickelt. Nachdem schon einiges Blut den Berg hinabgeflossen ist, kommen die Seals auf die dämliche Idee, einen Abhang hinunterzuspringen, wobei sie sich heftig überschlagen und die halbe Ausrüstung verlieren. Erstaunlich, daß anschließend überhaupt noch jemand am Leben ist. Aber offenbar hielten das alle für eine spektakulär gute Idee, sodaß es kurz darauf noch einmal versucht wird, diesmal aber an einem mit großteiligem Geröll übersäten Abhang. Aua!
Es folgt eine Aneinanderreihung dämlicher und wenig preisverdächtiger Dialoge:
„Sind wir tot?“
„Negativ!“
„Uns geht’s gut, oder?“
„Scheiße, ja! Wir sind zäh!“
Nun wird es weinerlich:
„Falls ich draufgehe, mußt du dafür sorgen, daß Indi …“, vermutlich sein Weibchen, „… erfährt, wie sehr ich sie liebe und daß ich mit meinen Brüdern gestorben bin und daß mich das mit Stolz erfüllt!“
In den Kinosesseln beginnt nun auch langsam das Sterben, nur daß dies niemanden mit Stolz erfüllt.
Irgendwann funktioniert plötzlich das Satellitentelefon wieder und der verbliebene, zerfetzte Rest der amerikanischen Dorfdeppen ruft nach Luftunterstützung, die kommt dann auch mit ihren furchteinflößenden, supermodernen und erschütternd schlecht gepanzerten Chinook-Transporthubschraubern. Einer davon wird sogleich mit einer Panzerfaust abgeschossen, was trotz fehlender Panzerung möglicherweise hätte vermieden werden können, wenn man doch einfach mal die hintere Transportklappe geschlossen hätte, welche das Geschoß oder zumindest dessen Explosionsenergie durch die Schräge eventuell nach unten abgeleitet hätte. Aber nöö – mit offener Klappe fliegen ist ja viel cooler – wieder 38 Tote mehr in einem Krieg, der niemandem nützt, am wenigsten den Soldaten.
Es kommt wie es kommen muß, alle Navi-Seals werden abgeschlachtet, bis auf einen, der von ein paar Afghanen gerettet wird, was diese wiederum selbst in Gefahr bringt, weil sie sich nun mit den Taliban anlegen müssen. Es kommt zu einem Gefecht zwischen der Dorfbevölkerung und den Taliban, welche letztendlich durch den Einsatz amerikanischer Truppen verjagt werden, was man aus der Realität auch eher anders kennt. Unterm Strich bleibt also nur die Erkenntnis, daß mal wieder viele Menschen sterben mußten, weil die Amerikaner sich in Angelegenheiten einmischten, die sie eigentlich nichts angingen. Und wieviele davon noch leben könnten, wenn die bescheuerten Seals am Anfang der Geschichte noch über eine vierte Möglichkeit nachgedacht hätten: Die drei Ziegenhirten auf dem Rückweg einfach ein Stück mitnehmen, bis sie ungefährliches Gebiet erreicht haben und sie dann laufenzulassen. Aber okay – kluge Menschen würden auch nicht freiwillig in einen Krieg ziehen.
Bleibt letztendlich nur noch die Frage offen, welcher Witzbold auf die Idee gekommen ist, einen überzeugten Pazifisten wie Peter Gabriel mit einer Coverversion von David Bowies Superhit „Heros“ für den Abspann dieses Kriegsfilmes auszuwählen.
Und wieder zwei Stunden meiner kostbaren Lebenszeit sinnlos verplempert …
Sie haben die fahrpraktische Prüfung fehlerfrei bestanden, der Prüfer händigt Ihnen den vorläufigen Führerschein aus. Was müssen Sie nun innerhalb der ersten 12 Stunden tun?
Richtige Antwort: Alles … nur nicht das!
Nachdem ich im Oktober den Wechsel auf Winterreifen noch einem Fachmann überlassen habe, bin ich nun nach schwindelerregenden 8000 selbstgefahrenen Kilometern schon naßforsch genug, mich da selbst ranzuwagen. Also flink einen Wagenheber mit passendem Drehmomentschlüssel besorgt, dann die Sommerräder im Kofferraum zum Parkplatz kutschiert und auf Knien herumrutschend mit der Gebrauchsanleitung des Autos nach der passenden Stelle zum Ansetzen des Wagenhebers gesucht. Das in der Skizze aufgedruckte Dreieck, welches den entscheidenden Hinweis geben soll, gibt es schon mal nicht an der dafür vorgesehenen Stelle. Aber eine leichte Verdickung der in Fahrtrichtung verlaufenden Kante. Von unerschütterlicher Risikofreude gepackt, kurbele ich das Golfilinchen mit gefährlich an Elan grenzendem Pepp munter in die Höhe.
Rad abschrauben, Rad anschrauben, fertig. Runterkurbeln, umsetzen, hochkurbeln, Rad wechseln, runterkurbeln. Der Wagenheber läßt sich mittlerweile nur noch bewegen, wenn ich die Kurbelstange umdrehe und den Griff als verlängerten Hebel benutze. Umsetzen, hoch, wechseln, runter. Ich schwitze wie ein Schwein, Jacke aus, Pullover aus, Löwenpelz bis zum Bauchnabel aufgeknöpft. Beim vierten Rad hab ich wirklich hart zu schuften, das Gewinde verformt sich zusehens und hinterläßt Metallspäne auf dem Beton. Hoch, wechseln. Beim Runterschrauben ist nun soviel Kraft notwendig, wie beim Hochschrauben am ersten Rad. Nur mühsam kann ich den Wagenheber unter dem Auto hervorholen. Als ich versuche, in so weit zusammenzuschrauben, daß er wieder in die Schachtel paßt, knackt es laut und ein Teil des Gewindes bricht von der Metallstange ab. Nur fünf Minuten früher und das Golfilinchen wäre vermutlich mit der Achse auf den Parkplatz gekracht.
Eigentlich hätte ich schon angesichts der Verarbeitung des Wagenhebers im Laden stutzig werden müssen: Welcher vernunftbegabte, talentierte Ingenieur überzieht denn ein Gewinde mit schwarzem Lack? Ein Blick auf die Verpackung löst das Rätsel: Made in China.
Da hab ich also mal wieder mächtig Schwein gehabt! Der Händler hat den Wagenheber kommentarlos zurückgenommen und auf meinen Wunsch hin gegen zwei Unterstellböcke getauscht. Die werde ich gleich im nächsten Oktober testen, wenn die Winterräder wieder an der Reihe sind. Dann hoffentlich mit einem etwas strapazierfähigeren Wagenheber.

Da hab ich doch eben noch seinem besten Kumpel, dem Krokodil, zum Geburtstag gratuliert, da ist die Party schon wieder vorbei und auf meine Stirn schleichen sich tiefe Sorgenfalten. Dem Nilpferd geht’s wohl gerade nicht so gut – Bud Spencer liegt im Krankenhaus. Es gibt nur noch wenige Gesichter, deren Anblick in mir eine warme Welle der Sympathie und Zuneigung hervorrufen, und der mittlerweile 84-jährige Schauspieler gehört definitiv dazu, wie ein Lieblingsonkel und guter alter Freund aus fernen Kindertagen. Deshalb hoffe ich sehr, daß er sich wieder erholt und noch eine Weile mit uns auf dieser Welt verbringen kann, denn ihn würde ich nur ungern gehen lassen.
Da bin ich doch gestern mit meinem Chef in einem gemieteten 5er BMW nach Leipzig zu einer Schulung gefah…
Wie bitte? Oh … K. aus L. … wie … ach, ich hätte Bescheid sagen sollen? Kaffee trinken? Nee Du, dafür war keine Zeit! Wir sind ja früh hin, den ganzen Tag über im Hotel und am frühen Abend gleich wieder zurück, Du … da war wirklich keine Zeit! Nee Du, wirklich nicht! Jaja, okay, nächstes Mal sag ich Dir bestimmt Bescheid. Ja doch, versprochen! Is ja gut jetzt! Schuldigung!
Na jedenfalls sind wir also mit ’nem 5er BMW dort hingefahren. Meine Güte, die Kiste kostet über 40.000 Euro und hat nicht mal Türfächer, die groß genug sind, um eine Getränkeflasche reinzustellen. Und die Inneneinrichtung war irgendwie ganz schön plastikmäßig. Wo mein Golfilinchen Metalltasten und -Knöpfe hat, waren beim BMW … entweder gar keine Knöpfe oder halt welche aus Plastik. Keine Verkehrszeichenerkennung! Nicht mal einen Spurhalteassi oder eine radarbasierte Geschwindigkeitsregelanlage hatte die Kiste.
Püh … was für ein armseliger Joghurtbecher …
Sie fahren nachts auf der Autobahn inmitten einer Baustelle, die Geschwindigkeit ist auf 60 Kilometer pro Stunde begrenzt, es ist stockdunkel und die stark eingeengte Fahrbahn ist naß und glatt. Von hinten nähert sich mit relativ hoher Geschwindigkeit ein Sattelschlepper. Wie reagieren Sie?
Richtige Antwort: Ich bleibe hart und fahre auch weiterhin mit meiner, im Tempomat auf 63 km/h eingestellten Geschwindigkeit, auch wenn mir das Arschloch im LKW beim Beschleunigen am Ende der Baustelle zum Abschied noch mal seine vier Scheinwerfer als Fernlicht hinten draufbrennt, sodaß mir die Augen als Leuchtkugel aus den Ohren fliegen.

Den Ursachen für den plötzlichen Tod von „Wetten dass?“ hätte ich eigentlich nur noch zwei Gründe hinzuzufügen: Irgendwann hat man einfach mal wirkliche absolut jede in diesem und auch in jedem anderen Universum existierende Wette schon gesehen. Und außerdem war diese, in den Achtziger Jahren so berühmte Sendung bereits Mitte der Neunziger zu lang, zu langatmig, zu angestaubt und zu vorhersehbar, als daß man das noch hätte zwanzig Jahre so weitermachen können. Bekanntermaßen hat sich unser Leben zunehmend beschleunigt, da haben drei Stunden, in denen man prominenten und weniger prominenten Promis beim Existieren auf der Couch zuschaut, einfach mal die Tendenz, abgefuckt öde zu werden.
Jede Show hat ihre Zeit. Auch mein abgöttisch geliebtes „Most Wanted“ mit Ray Cokes war irgendwann furchtbar ausgelutscht. „Wetten dass“ hingegen ist schon lange tot. Der letzte Stich mit der – Achtung, Wortspiel – Lanz…e konnte da auch nicht mehr viel verschlimmern.