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Vermurkste Umgangsformen

In letzter Zeit bekomme ich vermehrt ulkige Kurznachrichten auf meinem Handy, einerseits von mir unbekannten Personen, zum anderen mit mir unbekannten Abkürzungen und strotzend vor Rechtschreibfehlern. Letzte Nacht wurde ich zudem gegen 2 Uhr zweimal von Anrufen auf meinem Handy aus dem Schlaf gerissen, ebenfalls von mir unbekannten Personen. Deshalb mal an dieser Stelle ein paar grundsätzliche Tips für alle, die von ihren Eltern anscheinend nicht ausreichend in guten Umgangsformen geschult wurden:
1. Zwischen 22 Uhr und 10 Uhr früh sollte man zumindest sonntags Anrufe bei anderen Personen möglichst unterlassen, es könnte nämlich sein, daß die schon oder noch schlafen und dadurch gestört werden.
2. Telefonnummern gibt man niemals an andere Personen weiter, ohne den Nummerninhaber vorher um Erlaubnis zu fragen.
3. Wenn Ihr ernst genommen werden wollt, bemüht Euch mal um eine anständige Rechtschreibung, muß auch nicht die alte Schreibweise sein, wie bei mir. Aber mit Analphabeten kommuniziere ich grundsätzlich nicht.
4. Und wenn Ihr eine SMS an Personen schickt, die Euch nicht kennen, dann schreibt gefälligst Euren Namen drunter, oder glaubt Ihr etwa, ich gebe 19 Cent/SMS aus für die Rückfrage: „Wer bist Du denn überhaupt?“ Ihr postet doch auch sonst jeden privaten Scheiß bei Facebook, da wird Euch Eurer Vorname am Ende einer SMS auch nicht gleich ins Verderben reißen!
Bescheuerte Menschheit!

Alternative gegen die Alternativlosigkeit?

Nach all den Anfeindungen und Verleumdungen lese ich heute nun zum allerersten Mal in einem der großen Medien einen sachlichen Artikel über die AfD, in dem die Partei nicht in der Luft zerrissen, als rassistisch diffamiert oder einfach in die rechte Ecke abgeschoben wird. Sollte sich etwa auch in der Medienlandschaft nun langsam die Erkenntnis durchsetzen, daß die etablierten Parteien kein ernsthaftes Interesse mehr an einer bürgernahen Politik haben?
Wie auch immer – ein Wunder ist geschehen – halleluja!

Chemie im Essen, Gift in der Umwelt –das gefährliche Freihandelsabkommen

Die NSA-Affäre über die weltweite Bespitzelung der Bevölkerung ist noch lange nicht vom Tisch, da braut sich im Hintergrund schon wieder eine Krise von noch viel gefährlicheren Dimensionen zusammen: In diesen Wochen verhandeln die USA und die EU hinter verschlossenen Türen über ein transatlantisches Freihandelsabkommen, das 2015 in Kraft treten soll. Die Geheimverhandlungen bedrohen massiv die Rechte der fast 800 Millionen Bürger in Europa. Das geplante Regelwerk ist in erster Linie ein Angriff auf den Verbraucherschutz – auch in Deutschland. Nicht Parlamentarier, sondern Fachbeamte und Konzernberater sitzen bei den Verhandlungen exklusiv am Tisch. Eine Teilhabe demokratisch legitimierter Akteure ist nicht vorgesehen. Setzen sich die Unternehmen und ihre Lobbyisten durch, könnten Deutschland und Europa hinter gesetzte Standards zurückfallen: Grenzwerte für toxische Belastung könnten sinken, das Recht auf Privatsphäre eingeschränkt, die Errungenschaften des Arbeitsschutzes aufgeweicht und die Fortschritte der Klimapolitik zunichte gemacht werden. Staaten und Regierungen würden zudem einen Großteil ihrer Souveränität verlieren, so daß Kritiker von einem „Staatsstreich in Zeitlupe“ sprechen. Sollte es in Einzelfällen zum Streit kommen, würden demokratisch nicht legitimierte Schiedsgerichte entscheiden, Konzerne könnten Staaten auf Schadensersatz verklagen, wenn diese zum Beispiel Maßnahmen zum Umweltschutz treffen, welche die erwarteten Gewinne des Unternehmens gefährden.
Fallen unsere europäischen Normen einem Kuhhandel zum Opfer? Schon heute bilden Europa und die USA einen riesigen Handelsraum. Sie wickeln ein Drittel des gesamten Welthandels unter sich ab. Beide sind wirtschaftlich bereits sehr eng verflochten, die Zollschranken extrem niedrig. Wozu dann also ein transatlantisches Handelsabkommen namens TTIP?
So allmählich wird klar – der Name Freihandelsabkommen ist irreführend. Was „freien Handel“ suggerieren soll, ist in Wahrheit ein Angriff auf unsere Demokratie, den Verbraucherschutz und die in Europa recht hohen Umweltstandards. In der brisanten 3Sat-Dokumentation werden Beispiele aus den USA und anderen Ländern gezeigt, die demonstrieren, wohin das Freihandelsabkommen führen kann, ein Film, den Ihr auf keinen Fall verpassen solltet!
Soweit die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, daß wir etwas dagegen tun können: Es gibt eine Petition, mit der wir gegen das Freihandelsabkommen protestieren können. Also wenn Ihr kein Interesse daran habt, daß unsere Umwelt in Zukunft durch Fracking zerstört wird, Chlor-Hühner und Gen-Essen auf dem Tisch landen und durch mangelhaften Datenschutz Eure Privatsphäre abgeschafft wird, dann unterschreibt diese Petition und informiert auch Eure Freunde und Bekannte über das Freihandelsabkommen, überzeugt sie davon, die Petition zu unterzeichnen und diese Informationen ihrerseits an weitere Freunde und Bekannte zu verteilen.

Teile dieses Beitrags sind der Webseite von 3Sat entnommen.

Wer mit Glasurnen wählt …

Da haben die Bewohner der Krim also gewählt, und auch wenn die Wahlmöglichkeiten auf Grund der etwas merkwürdigen Fragestellung eventuell nicht ganz fair waren, so scheint es dennoch ein recht eindeutiges Votum für einen Beitritt zur Russischen Föderation zu geben. Aber wie das üblicherweise so ist, wenn ein Volk seine Meinung sagt, sind EU und Amerikaner empört und wollen die Wahl nicht anerkennen. So weit, so doof.
Viel interessanter aber ist, daß diese Situation uns Bürgern einmal ermöglicht, zu sehen, wie geschickt wir von den Medien manipuliert werden. Zur Abstimmung auf der Krim findet sich nämlich medienübergreifend der süffisante Hinweis auf die „gläsernen Wahlurnen“, der wohl suggerieren soll, daß die Bewohner, kontrolliert unter den strengen Augen Putins, gar keine Wahl hätten, als pro russisch zu stimmen, wenn sie nach Verlassen des Wahllokals keine Prügel beziehen wollen. Wobei natürlich unerwähnt bleibt, daß man den Wahlzettel vor dem Einwurf ja auch falten kann.
Keinen Hinweis auf die ebenfalls gläsernen Urnen findet sich jedoch im Zusammenhang mit der auch heute stattfindenden Parlamentswahl in Serbien. Deren Urnen sind in der Tagesschau nämlich sehr gut zu sehen. Mit denen hat unsere Journaille aber anscheinend kein Problem!
Also – liebe Journalisten – gebt Euch beim unauffälligen Manipulieren unserer Bevölkerung nächstes Mal gefälligst etwas mehr Mühe, Ihr Schmierfinken!
Das Wahlergebnis der heutigen Kommunalwahlen in Bayern war übrigens – wie so oft – mal wieder für die Tonne.

Zu geringer Abstand

Ich habe kein Problem mit dem Urteil für Uli Hoeneß. Dreieinhalb Jahre sind ein fein ausbalanciertes Urteil für jemanden, der Steuern in Millionenhöhe hinterzogen und neben der Gefängnisstrafe nun auch noch hohe Nachzahlungen zu verkraften hat.
Was mich stört, ist der Abstand. Zu Urteilen wie dem für den Schläger, der am Berliner Alexanderplatz den jungen Jonny K. grundlos getötet hat. Der hat nämlich lediglich ein Jahr mehr bekommen. Und obwohl er bereits 19 war, wurde er noch nach Jugendstrafrecht verurteilt. Wieso eigentlich? Mit 18 darf er auch schon seinen Führerschein machen, darf wählen, heiraten und als Soldat in fernen Ländern Leute erschießen. Dafür traut man ihm dann schon genügend Reife zu, oder wie?
Was ist nur los mit unserem Rechtssystem?

Immer nur Streß

Auf RTL 2 gibt es die Vorabendserie „Berlin Tag & Nacht“, die man vermutlich zu jenen Sendungen dazuzählen muß, denen nachgesagt wird, daß sie so tun, als sei das Geschehen real, obwohl es aber tatsächlich einem Drehbuch folgt. Und für diese Serie hat man anscheinend all den genetischen Müll und intellektfreien Abschaum übelster Sorte zusammengefegt, der sich in dieser Welt finden ließ. Die Protagonisten sind ausnahmslos derart gestört und unsympathisch, daß zumindest ich es keine 30 Sekunden ertrage, dem Treiben zuzuschauen. Erstaunlicherweise hält sich die Serie bereits seit Jahren, was möglicherweise Rückschlüsse auf eine erfolgreiche Zuschauerquote zuläßt, was wiederum Rückschlüsse auf den Zustand unserer Gesellschaft zuläßt.
Aber all das nur am Rande, der wesentliche Punkt, um den es mir eigentlich geht, ist der, daß ich eine verblüffende Entdeckung gemacht habe: Man kann in diese Serie reinschalten, wann immer man will – ich garantiere, daß es nicht möglich ist, eine Stelle zu treffen, an der gerade gute Laune verbreitet wird. Ausnahmslos immer ist irgendeiner der Vollpfosten gerade damit beschäftigt, irgendjemanden anzukeifen oder sonstwie Stunk zu machen. Wenn junge Leute diese Serie in Dauerschleife sehen und dann auf Grund der schlechten Vorbildwirkung glauben, daß es normal ist, so miteinander umzugehen, dann muß man sich nicht mehr wundern, wenn auf unseren Straßen so ein rauer Umgangston herrscht.
Unfaßbar!