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Augen auf beim Autokauf

Ich höre und lese immer wieder von allen Seiten, daß Leute helle Sitze bei Autos zwar sehr schön und edel finden, aber sich dann doch lieber für dunkle entscheiden, weil sie befürchten, daß die hellen zu schnell schmutzig werden.
Heute früh war ich bei Kaufland einkaufen und traf eine Familie, die im Parkhaus dicht neben mir parkte, oben am Fleischstand wieder. Die Wurstverkäuferin gab dem etwa 8-jährigen Jungen ein paar Scheiben Salami in die Hand. Aber anstatt diese zu essen, spielte der Junge ein paar Minuten damit herum, irgendwann hielt er die Wurstscheiben zwischen den Händen und schmierte sich damit die Handflächen ein, als ob sie ein Stück Seife wären. Die Eltern sahen dies übrigens und nahmen es ungerührt zur Kenntnis.
Wenn man als Familie natürlich so drauf ist, sollte man vielleicht wirklich besser keine hellen Sitze nehmen.

Heftiger Stromschlag

Mein dienstältester Freund Tom, den ich schon seit 30 Jahren kenne und mit dem ich in den Achtzigern zusammen Disko gemacht habe – damals gab es dort noch richtige Musik und flauschige Mädels – hat mich letzten Samstag in einen Club in der Nähe vom Alex eingeladen. Dort gab es keine richtige Musik und die Mädels waren irgendwie auch nicht flauschig und haben sich vermutlich gefragt, wer die beiden Rentner reingelassen hat. Jedenfalls fährt der Tom, im Gegensatz zu seinem Simson-Moped damals, heute ein Elektroauto von Nissan. Das ist ziemlich häßlich (Tom meint, das müsse so sein, weil Elektroautos so modern wie Raumschiffe aussehen sollen), hat aber einen enormen Bums. Schaltet die Ampel auf Grün, bekommt man quasi einen heftigen „Stromschlag“ in den Rücken, der einen weit nach vorn katapultiert und die anderen Autos jammernd hinter sich zurückläßt, angeblich auch fette Porsches und Lamborginis. Jedenfalls wollte Tom den Akku seines Autos während unseres Diskoaufenthalts an einer Steckdose aufladen und ließ sich vom Navi zur nächsten Säule lotsen. Doch – oh Schreck: Erst an der dritten Dose hatten wir Glück, und dort auch nur, weil es eine Doppelsteckdose war. Denn überall standen bereits Fahrzeuge und luden ihre Akkus auf. Ich war ziemlich erstaunt, zu sehen, wie viele Elektrofahrzeuge es offenbar bereits gibt. An unserer Steckdose war das Laden dann übrigens kostenlos. Auch das hat mich überrascht. Vielleicht sollte ich demnächst mal ein ernstes Gespräch mit meinem Tankwart führen …

Frau mit Esprit

Einmal gesehen – sofort verliebt! So stelle ich mir den Beginn einer leidenschaftlichen Beziehung vor.
Sie ist hinreißend schön, meiner Einschätzung nach mit Stil und Geschmack gesegnet und vor allem aber künstlerisch begabt: Die in Leningrad geborene Musikerin spielt Geige wie eine junge Göttin und wohnt – oh welch Glück! – direkt in meiner Nachbarschaft im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Da könnte man sich eigentlich mal zufällig über den Weg laufen. Und was bitte behauptet Wikipedia da frech und dreist? Geboren 1983? Nie im Leben ist dieses elfenhafte Geschöpf schon über 30.
Ich fand schon immer, besonderen Menschen sieht man eine besondere Begabung auch an. Sie strahlen etwas aus, was man nicht in Worte fassen kann. Der Titel „Frau mit Esprit“ geht dieses Jahr an die wunderbare Alina Pogostkina.

Teddy lebt! Nicht mehr.

Neulich wies ich doch in einem Nebensatz auf die weitgehend unbekannte Tatsache hin, daß viele unschuldige Teddys für eine solche Jeansjacke auf barbarische Weise ihr Leben lassen müssen. Heute nun wurde mir von einem verdeckt operierenden, investigativen Journalisten* ein Foto zugespielt, welches die grauenhaften Zustände in chinesischen Teddyschlachtereien zeigt. Der sensible Leser möge besser auf das Anklicken dieses Links verzichten.

* Der Journalist arbeitet für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (siehe 16. Januar).

Mahlzeit!

Da wollte ich doch soeben den Reis in den Mülleimer und den leeren Kochbeutel in den Topf werfen. Erst im letzten Moment schaltete sich mein Gehirn wieder ein und verhinderte das Unglück. Muß ich mir jetzt Sorgen machen? Vielleicht, aber wenn ich nur wüßte, worüber?
Kann ich die Frage noch mal sehen?

Reklamationsgrund?

Eine Freundin hat mir zu Weihnachten ein Los für die Glücksrakete 2013 geschenkt, wofür ich ihr herzlich danke, aber ich glaube, das Los ist irgendwie kaputt, es zeigt nämlich ganz andere Zahlen an, als jene, die gewonnen haben. Gibt’s da noch Garantie drauf? Kann man das reklamieren? Soll ich es zurückschicken? Umtauschen?

Film mit Esprit / Musik mit Esprit

Heute fallen Weihnachten und Geburtstag auf einen Tag, denn die weltweit begehrten und berühmten Preise „Film mit Esprit“ und „Musik mit Esprit“ gehen dieses Jahr beide an ein und denselben Künstler. Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, hat hoffentlich auch den Film „Searching for Sugar Man“ nicht verpaßt, denn inzwischen ist er in der Mediathek von Servus TV nicht mehr vorhanden. Er erzählt die Geschichte des mittlerweile 70-jährigen, amerikanischen Folksängers Sixto Rodriguez, der in den USA keine seiner beiden veröffentlichten Schallplatten verkaufen konnte und dennoch berühmt war, ohne es zu wissen, weil seine geldgierige Plattenfirma ihm verschwieg, daß er in Südafrika als großer Held gefeiert wurde. So schlug er sich jahrzehntelang mit körperlich harter Arbeit auf dem Bau durch, bis er eines Tages von südafrikanischen Journalisten aufgespürt wurde, die wiederum nicht glauben konnten, daß ihr Nationalheld noch am Leben war, denn bis auf verschiedene Selbstmordgerüchte gab es keine weiteren Informationen über den Musiker.

Tief berührt vom Schicksal des zurückhaltenden Künstlers lud ich mir sogleich beide Alben herunter und war auf Anhieb begeistert von den großartigen Stücken, den kritischen Texten, den berührenden Melodien, getragen von der traurigen Stimme des Sängers, die einem tief in die Seele fährt. Erschienen Anfang der Siebziger, mögen die beiden Alben klangtechnisch vielleicht etwas angestaubt klingen, aber die Stücke selbst strahlen durch ihre kreativen Arrangements und die frischen Rhythmen bis in unsere moderne Zeit hinein. Beispielhaft seien nur Ohrwürmer wie Crucify Your Mind, Rich Folks Hoax oder das erschütternd traurige Sandrevan Lullaby – Lifestyles genannt, Musik bei der man sich wünscht, daß sie nie zu Ende geht.
Bleiben abschließend nur noch zwei Dinge festzustellen, nämlich daß das einzige Konzert in Berlin, für das ich meine tote Großmutter verhökert hätte, und das gestern noch als „abgesagt“ angezeigt wurde, heute leider schon ausverkauft ist*. Und daß er angeblich 30 neue Lieder geschrieben hat, auf die ich mich jetzt schon freue, wie ein kleiner Plüschlöwe.

* Soeben sehe ich, es gibt anscheinend doch noch Karten, aber über 70 Euro – halleluja – für so viel Geld muß ein kleiner Löwe lange sein Fell bürsten!

Die Banalität des Alltags

Erneuter Anschlag in Wolgograd, der zweite in zwei Tagen, 14 Menschen sterben, und was ist die erste, die wichtigste Nachricht in der Heute-Sendung des ZDFs? Michael Schumacher! Acht Minuten mit Liveschaltung, Einspieler vom Sprecher der Bundesregierung, der Angela Merkels Anteilnahme überbringt und ein Kurzüberblick über das Thema Skiunfälle.
Ja ist denn die ganze Welt verrückt geworden?