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Teddy lebt! Nicht mehr.

Neulich wies ich doch in einem Nebensatz auf die weitgehend unbekannte Tatsache hin, daß viele unschuldige Teddys für eine solche Jeansjacke auf barbarische Weise ihr Leben lassen müssen. Heute nun wurde mir von einem verdeckt operierenden, investigativen Journalisten* ein Foto zugespielt, welches die grauenhaften Zustände in chinesischen Teddyschlachtereien zeigt. Der sensible Leser möge besser auf das Anklicken dieses Links verzichten.

* Der Journalist arbeitet für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (siehe 16. Januar).

Mahlzeit!

Da wollte ich doch soeben den Reis in den Mülleimer und den leeren Kochbeutel in den Topf werfen. Erst im letzten Moment schaltete sich mein Gehirn wieder ein und verhinderte das Unglück. Muß ich mir jetzt Sorgen machen? Vielleicht, aber wenn ich nur wüßte, worüber?
Kann ich die Frage noch mal sehen?

Reklamationsgrund?

Eine Freundin hat mir zu Weihnachten ein Los für die Glücksrakete 2013 geschenkt, wofür ich ihr herzlich danke, aber ich glaube, das Los ist irgendwie kaputt, es zeigt nämlich ganz andere Zahlen an, als jene, die gewonnen haben. Gibt’s da noch Garantie drauf? Kann man das reklamieren? Soll ich es zurückschicken? Umtauschen?

Film mit Esprit / Musik mit Esprit

Heute fallen Weihnachten und Geburtstag auf einen Tag, denn die weltweit begehrten und berühmten Preise „Film mit Esprit“ und „Musik mit Esprit“ gehen dieses Jahr beide an ein und denselben Künstler. Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, hat hoffentlich auch den Film „Searching for Sugar Man“ nicht verpaßt, denn inzwischen ist er in der Mediathek von Servus TV nicht mehr vorhanden. Er erzählt die Geschichte des mittlerweile 70-jährigen, amerikanischen Folksängers Sixto Rodriguez, der in den USA keine seiner beiden veröffentlichten Schallplatten verkaufen konnte und dennoch berühmt war, ohne es zu wissen, weil seine geldgierige Plattenfirma ihm verschwieg, daß er in Südafrika als großer Held gefeiert wurde. So schlug er sich jahrzehntelang mit körperlich harter Arbeit auf dem Bau durch, bis er eines Tages von südafrikanischen Journalisten aufgespürt wurde, die wiederum nicht glauben konnten, daß ihr Nationalheld noch am Leben war, denn bis auf verschiedene Selbstmordgerüchte gab es keine weiteren Informationen über den Musiker.

Tief berührt vom Schicksal des zurückhaltenden Künstlers lud ich mir sogleich beide Alben herunter und war auf Anhieb begeistert von den großartigen Stücken, den kritischen Texten, den berührenden Melodien, getragen von der traurigen Stimme des Sängers, die einem tief in die Seele fährt. Erschienen Anfang der Siebziger, mögen die beiden Alben klangtechnisch vielleicht etwas angestaubt klingen, aber die Stücke selbst strahlen durch ihre kreativen Arrangements und die frischen Rhythmen bis in unsere moderne Zeit hinein. Beispielhaft seien nur Ohrwürmer wie Crucify Your Mind, Rich Folks Hoax oder das erschütternd traurige Sandrevan Lullaby – Lifestyles genannt, Musik bei der man sich wünscht, daß sie nie zu Ende geht.
Bleiben abschließend nur noch zwei Dinge festzustellen, nämlich daß das einzige Konzert in Berlin, für das ich meine tote Großmutter verhökert hätte, und das gestern noch als „abgesagt“ angezeigt wurde, heute leider schon ausverkauft ist*. Und daß er angeblich 30 neue Lieder geschrieben hat, auf die ich mich jetzt schon freue, wie ein kleiner Plüschlöwe.

* Soeben sehe ich, es gibt anscheinend doch noch Karten, aber über 70 Euro – halleluja – für so viel Geld muß ein kleiner Löwe lange sein Fell bürsten!

Die Banalität des Alltags

Erneuter Anschlag in Wolgograd, der zweite in zwei Tagen, 14 Menschen sterben, und was ist die erste, die wichtigste Nachricht in der Heute-Sendung des ZDFs? Michael Schumacher! Acht Minuten mit Liveschaltung, Einspieler vom Sprecher der Bundesregierung, der Angela Merkels Anteilnahme überbringt und ein Kurzüberblick über das Thema Skiunfälle.
Ja ist denn die ganze Welt verrückt geworden?

Der geträumte Tropfen

Ich hatte gerade einen krassen Traum, der fühlte sich so echt an, daß ich geneigt bin zu vermuten, mich als Schlafender in Paralleluniversen aufzuhalten, denn soetwas kann sich doch ein Gehirn nicht live von selbst zusammenreimen:
Ein palästinensischer Mann um die Fünfzig mit Halbglatze sitzt in einem schlecht beleuchteten Krankenhaus auf einer Liege, spielt Gitarre und singt dazu mit heller Stimme ein Lied in klassischem Rock-’n‘-Roll-Format. Aus dem Hintergrund sagt eine Stimme, damit solle er unbedingt mal eine Platte aufnehmen. Der Sänger greift hinter sich in einen großen Plattenstapel und zieht ein LP heraus, auf deren Cover die gleiche Szene als Foto abgebildet ist, in der wir ihn gerade sehen, also auf einer Krankenhausliege sitzend und Gitarre spielend. Plötzlich wechselt die Szenerie um ihn herum, er sitzt auf einem Klappstuhl vor dem nördlichen Ausgang des U-Bahnhofs Senefelder Straße und singt sein Lied, aus dem Ausgang kommt ein älterer, gut beleibter Rocker mit Jeansweste, langen Haaren und grauem Bart, biegt um den Ausgang herum und wirft im Vorbeigehen eine Münze in das Sammelgefäß des Sängers. In dem Moment, wo die Münze seine Hand verläßt, stoppt der Ton und die Szene wird in Zeitlupe abgespielt. Man kann der Münze quasi beim Fallen zuschauen. Als sie in den Boden den Gefäßes berührt, erzeugt sie ein lautes metallisches Geräusch, das nach allen Seiten nachhallt. Im selben Moment fällt mir ein Wassertropfen auf den Kopf. Ich bin zunächst irritiert, ohne darauf zu reagieren. Plötzlich fällt mir ein weiterer Tropfen auf den Kopf und langsam realisiere ich, daß ich aufwachen sollte, um nachzuschauen, was da von meiner Schlafzimmerdecke tropft. Ich rüttle mich aus dem Schlaf, was ja nicht ganz einfach ist, solange der Körper noch durch sedierende Substanzen gelähmt ist, öffne die Augen und streiche mit der Hand über meinen Kopf, um die nasse Stelle zu finden. Ich schalte das Licht an und schaue zur Zimmerdecke, aber dort ist nichts. Es war nur ein Traum.
Vor langer Zeit las ich mal in einem wissenschaftlichen Magazin, man könne nur in Schwarzweiß träumen. Was für ein Unsinn! Ich träume in Farbe, mit realistischen Special-Effects, 5.1-Surround-Sound und Berührungssimulation. Fehlte eigentlich nur noch der Geruchseffekt.

Es ist beschlossene Sache

Das Golfilinchen kommt weg! Es wird verkauft. Verschenkt. Verschrottet. Es muß Platz schaffen für meinen neuen Traum. Größer, breiter, länger. Und in so einer göttlichen Farbe – ein echter Traumwagen! Wer so ein Auto besitzt, der zeigt nicht nur, daß er es sich leisten kann, sondern auch, daß er reich genug ist, um es nicht ernst zu nehmen. Und mit Miss Piggy wollte ich schon immer mal in der Garage allein sein …

Berühmt, ohne es zu wissen

Es gibt Fernsehsender, die kennt kein Schwein. Es gibt Musiker, die kennt auch kein Schwein. Und es gibt Geschichten, die sind so unglaublich, daß die Akteure, die darin vorkommen, sie selbst nicht glauben können. Der weitgehend unbekannte Sender Servus TV erzählte gestern die unglaubliche Geschichte des weitgehend unbekannten Musikers Rodriguez, der mit allem gesegnet war, womit ein guter Musiker üblicherweise gesegnet sein sollte: einer tollen Stimme, guten Texten und berührenden Melodien. Nur mit einem war er anscheinend nicht gesegnet – Glück. Womit er sich einreiht in die lange Liste hervorragender Künstler, denen Gott, das Schicksal oder der Große Grüne Arkelanfall einfach den Erfolg nicht gönnen. Vielleicht auch mochten die Amerikaner nicht die trostlose, todtraurige Abbildung ihrer alltäglichen Wirklichkeit, oder zu der Zeit war schlicht und ergreifend Latino-Musik nicht so angesagt, wie in dem Film vermutet wurde. Jedenfalls verschwand Rodriguez nach zwei wie Blei in den Plattenläden herumliegenden Alben wieder in den Tiefen der Musikgeschichte, bis …
Aber das schaut Ihr Euch lieber selbst an. Sonst glaubt Ihr mir das sowieso nicht. Und ehrlich – diesen Film solltet Ihr nicht verpassen!