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Putzig

Während ich schon befürchtete, daß der letzte Winter aller Zeiten angebrochen ist, scheint sich die Großwetterlage nun doch noch entschlossen zu haben, sich für Deutschland zu erwärmen. Die Temperaturen steigen, es wird heller und die Sonne scheint wieder öfter zu scheinen. Dabei deckt sie mit ihrem analytischen Blick allerdings auch die Versäumnisse der letzten Monate gnadenlos auf: Überall liegt Staub, die Fensterscheiben sind aufgrund der ungewohnten Helligkeit erblindet, im Bad blättert die Farbe von der Decke, die Türschwellen erinnern mich stellenweise daran, daß in den fünfziger Jahren Dunkelbraun der letzte Schrei war, und im Wohnzimmer verliert der Teppich an einer kleinen Stelle leider schon seinen Winterpelz. Zeit für Veränderung:

Ich wohne in einer kleinen Zweizimmerwohnung, die mal wieder auf Vordermann gebracht werden müßte und suche deshalb eine

Reinigungskraft (m/w)

Sie haben einen manischen Putzfimmel im Sinne einer psychiatrischen Zwangserkrankung. Sie ertragen nicht das kleinste Staubkörnchen, kleinteilige Jalousien absolut keimfrei zu reinigen, betrachten Sie als die Berufung Ihres Lebens. Ein von Ihnen auf Hochglanz poliertes Bad erfüllt höchste medizinische Hygienestandards. Der Anblick abblätternder Wandfarbe läßt Sie wie in Trance nach Pinsel und Farbe greifen, wie den Sheriff nach der Flinte. Und von Ihnen geputzte Fenster sehen anschließend aus, als hätten sie gar kein Glas mehr im Rahmen. Sie haben auch keinerlei Probleme damit, daß Ihnen der Wohnungsinhaber während Ihrer Tätigkeit kartoffelchipskauend auf der Couch liegend zuschaut. Ihre hervorstechendsten Eigenschaften sind jedoch Ihre Menschenliebe und Selbstlosigkeit, aufgrund derer sie jegliche Vergütung für Ihre Reinigungstätigkeit zum Wohle der Menschheit kategorisch ablehnen und auf einer Zusammenarbeit auf ehrenamtlicher Basis bestehen.

Wenn Sie sich in der Beschreibung wiedererkennen, freue ich mich über Ihre Bewerbung. Senden Sie diese bitte an sunny.burnett (ät) live.de. Zur noch offenstehenden Bewerbung für Millionäre geht’s übrigens hier lang.

Was sind schon fünf Treppen?

Am Donnerstag kam ein Einschreiben. Aber nicht zu mir. Nur die Nachricht, daß ein Einschreiben kam, lag im Briefkasten. Ich mußte also zum Hauptpostamt fahren und den Brief abholen. Der DHL-Bote hatte anscheinend mal wieder keine Lust, die fünf Treppen bis nach oben zu laufen. Eine andere Ausrede gibt es nicht. Denn ich war zu Hause. Die ganze Zeit! An dem Tag habe ich nämlich auch auf die Lieferung meiner neuen Möbel gewartet.
Die beiden Möbelpacker haben, jeder alleine, einen der beiden, über zwei Meter langen und fast 50 Kilo schweren Massivholzschränke nach oben getragen. Fünf Treppen. Ohne Fahrstuhl! Daran, liebe DHL-Boten, solltet Ihr Euch mal ein Beispiel nehmen!

Traue keiner Statistik …

„Verraten Sie mir Ihre Postleitzahl?“ fragt die Kassiererin bei Saturn. Jedesmal. Und jedesmal bekommt Sie von mir eine andere Antwort.
Also echt – wenn das jeder machen würde!

Eigentlich wollte ich noch ein Video von Günter Grünwald verlinken, in dem er das thematisiert, aber ich finde es leider nicht mehr.

Mit Steinen schmeißen?

Nun hat sie’s amtlich: Auch ein Gericht bestätigt jetzt Silvana Kotz-Mehrin, daß sie abgeschrieben hat. Nachdem Sie ja schon vor zwei Jahren der Universität nicht glauben wollte, frage ich mich nun, wie es jetzt weitergehen wird.
Ach was soll’s, bloß nicht aufgeben! Sie kann ja noch Berufung einlegen. Und wenn das auch nichts bringt, vielleicht mal den Richter mit peinlichen Sexfotos erpressen. Die müßte sie natürlich mit ganzem Körpereinsatz vorher noch „besorgen“. Und wenn das nicht hilft – so ein Gerichtsgebäude hat doch bestimmt ein paar Fenster. Einfach mal mit Steinen schmeißen! Oder Feuer legen! Wobei ich befürchte, das wird nicht gut brennen, bei soviel Kaltschnäuzigkeit. Aber nur keine Sorge – irgendwann geben die bestimmt klein bei.

Alufreie Frische

Nach Auswertung der neuesten Erkenntnisse habe ich in gemütlicher Hektik alle in meinem Besitz befindlichen Kosmetikprodukte nach Aluminiumbestandteilen durchsucht und bei festgestellter Kontamination umgehend „aus dem Programm“ genommen. Erstaunlicherweise waren ausschließlich zwei Nivea-Produkte betroffen, was ich aufgrund des guten Rufes eher nicht erwartet hätte. Nachdem mir der Duft der guten alten Florena-Creme nicht mehr gefiel, wollte ich es eigentlich mal mit Nivea-Creme versuchen, daraus wird nun aber nichts. Und das zweite Produkt war mein zuverlässiger Nivea-Deoroller. Angeblich sollen aluminiumhaltige Deos Brustkrebs auslösen können. Deshalb habe ich es mal mit diesem Deo versucht. Nach anfänglicher Skepsis bin ich nun jedoch wirklich überzeugt, denn das Deo ist auch ohne Aluminium nicht schlechter, als das gewohnte Nivea-Deo. Ich habe mich schon zwei Wochen nicht mehr gewaschen und rieche trotzdem noch nicht. So. Schlimm. Wie … befürchtet.

Der Hai und der Papagei

Und gleich noch ein Filmtip: 1947 segelte der Norweger Thor Heyerdahl mit Kon-Tiki, einem Floß aus Balsaholz und vier wagemutigen Männern über den Pazifik. Er wollte beweisen, dass die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus möglich war. Der Spielfilm erzählt ihre Geschichte nach.
Ob die gezeigten Ereignisse nun auch tatsächlich so stattgefunden haben, ist umstritten. Dennoch bietet der Film spektakuläre Bilder und nervenzerfetzende Spannungsmomente, weshalb er meine Empfehlung bekommt. Wer Abenteuer mag, wird diesen Film lieben.
Und was haben Hai und Papagei nun in der Überschrift zu suchen? Nun ja, das ist Marketing – Neugier erzeugen, damit dieser Beitrag auch gelesen wird. Aber ich verspreche – die beiden treffen sich … mit dramatischen Folgen.

Not the yellow of the egg

Ich bin gerade Porsche gefahren. Boxter, den kleinen. Zum Kino und wieder zurück. Ein Freund hat sich den gegönnt. Ich weiß allerdings nicht, warum. Er ist laut, er ist eng, er ist unbequem. Er fährt sich „sportlich“, sprich – alles ruckelt wie Sau. Die Federung ist knüppelhart, man spürt Bodenunebenheiten selbst da, wo keine sind. Und das Interieur ist auch nicht sonderlich spektakulär. Gut, von außen macht er was her. Deswegen schauen einem auch alle Leute hinterher. Allein das finde ich schon unangenehm. Stell Dir vor, die nächste Revolution bricht los, während Du mit so ’nem Teil auf der Straße bist!
Das zeigt mir wieder mal sehr deutlich: Nicht alles, was golden glänzt, ist auch das Gelbe vom Ei.

James Blond aus dem kalten Norden

Da denkt man immer, die einzigen Exportschlager der Schweden sind ABBA und Volvo. Aber die Nordlinge können auch gute Filme machen, so gut, daß sie sich damit hinter James Bond und Jason Bourne nicht verstecken müssen. Angestachelt durch die Filmbesprechung des zweiten Teils der Reihe besorgte ich mir sogleich den Film, der auch gut und sehenswert war, noch besser jedoch gefiel mir der erste Film „Agent Hamilton – Im Interesse der Nation“, ein knallharter, sehr realistisch wirkender und mörderisch spannender Film, mit hervorragenden Schauspielern und einer wendungsreichen und überraschenden Geschichte in tollen Bildern.


Foto: Frankie Fouganthin, Wikipedia