Menü Schließen

Der Hai und der Papagei

Und gleich noch ein Filmtip: 1947 segelte der Norweger Thor Heyerdahl mit Kon-Tiki, einem Floß aus Balsaholz und vier wagemutigen Männern über den Pazifik. Er wollte beweisen, dass die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus möglich war. Der Spielfilm erzählt ihre Geschichte nach.
Ob die gezeigten Ereignisse nun auch tatsächlich so stattgefunden haben, ist umstritten. Dennoch bietet der Film spektakuläre Bilder und nervenzerfetzende Spannungsmomente, weshalb er meine Empfehlung bekommt. Wer Abenteuer mag, wird diesen Film lieben.
Und was haben Hai und Papagei nun in der Überschrift zu suchen? Nun ja, das ist Marketing – Neugier erzeugen, damit dieser Beitrag auch gelesen wird. Aber ich verspreche – die beiden treffen sich … mit dramatischen Folgen.

Not the yellow of the egg

Ich bin gerade Porsche gefahren. Boxter, den kleinen. Zum Kino und wieder zurück. Ein Freund hat sich den gegönnt. Ich weiß allerdings nicht, warum. Er ist laut, er ist eng, er ist unbequem. Er fährt sich „sportlich“, sprich – alles ruckelt wie Sau. Die Federung ist knüppelhart, man spürt Bodenunebenheiten selbst da, wo keine sind. Und das Interieur ist auch nicht sonderlich spektakulär. Gut, von außen macht er was her. Deswegen schauen einem auch alle Leute hinterher. Allein das finde ich schon unangenehm. Stell Dir vor, die nächste Revolution bricht los, während Du mit so ’nem Teil auf der Straße bist!
Das zeigt mir wieder mal sehr deutlich: Nicht alles, was golden glänzt, ist auch das Gelbe vom Ei.

James Blond aus dem kalten Norden

Da denkt man immer, die einzigen Exportschlager der Schweden sind ABBA und Volvo. Aber die Nordlinge können auch gute Filme machen, so gut, daß sie sich damit hinter James Bond und Jason Bourne nicht verstecken müssen. Angestachelt durch die Filmbesprechung des zweiten Teils der Reihe besorgte ich mir sogleich den Film, der auch gut und sehenswert war, noch besser jedoch gefiel mir der erste Film „Agent Hamilton – Im Interesse der Nation“, ein knallharter, sehr realistisch wirkender und mörderisch spannender Film, mit hervorragenden Schauspielern und einer wendungsreichen und überraschenden Geschichte in tollen Bildern.


Foto: Frankie Fouganthin, Wikipedia

Weit weg von Zuhause

Die Wissenschaftler sind sich anscheinend nicht ganz sicher, wo sich die im Jahr 1977 gestartete Voyager 1 derzeit befindet, noch innerhalb oder bereits außerhalb unseres Sonnensystems. Wobei ich mich frage, ob es dort irgendwo sowas wie ein Ortsausgangsschild gibt, mit dem man das genauer feststellen könnte. Auf jeden Fall dürfte die überall zu lesende Aussage „Voyager 1 ist heute das am weitesten gereiste Raumfahrzeug“ schlagartig tausende von Aliens hinweggerafft haben, weil sie vor Lachen aus der UFO-Luke gefallen sind.


Foto: Nasa/Wikipedia

Lustig ist auch der Umstand, daß man damals eine goldene Schallplatte mit Ton- und Bildinformationen über die Menschheit mitschickte, in der Hoffnung, irgendwo da draußen werde es schon so etwas wie einen universalkompatiblen interstellaren Plattenspieler geben, es jedoch selbst heute auf der Erde schwierig werden dürfte, das Ding noch irgendwo abzuspielen, weil es überall nur noch MP3-Player gibt. Und wer weiß, vielleicht haben Aliens ja auch eine Goldallergie? Das würde dann noch den Rest der außerirdischen Zivilisation umbringen, der nicht gleich vor Lachen aus der Luke gefallen ist. Aber so kennt man die Menschheit, gedankenlos und unbekümmert.

Staubiges Gekratze

Depeche Mode haben mit „Delta Machine“ ein neues Album veröffentlicht, man kann es sich online zumindest schon mal anhören.
Martin Lee Gore ist ja bekanntlich die treibende Kraft hinter der Musik von Depeche Mode, die meisten Stücke stammen aus seiner Hand. Nachdem er 2003 mit Counterfeit² erstmalig ein Album veröffentlichte, bei dem ich aufgrund der kratzigen Sounds eine neuentflammte Zuneigung für möglichst alte und abgefuckte Synthesizer vermutete, befürchtete ich bereits, daß sich dies auch auf das kommende Depeche-Mode-Album auswirken würde. Und tatsächlich erschien sechs Jahre später mit „Sounds of the Universe“ das unharmonischste und unmusikalischste Album ihrer Bandgeschichte, welches nicht auch nur eine einzige versöhnliche Note enthielt. Beim aktuellen Album scheint sich die Band nun auf den schrecklichsten dieser analogen Lieblingssynthesizer, vermutlich einen aus den frühen Sechzigern, festgelegt zu haben, denn die Stücke klingen alle gleich: staubig, kratzig und unharmonisch.
Liebe Band, ich habe Euch mal sehr gemocht, auch wenn es etwas länger dauerte, als bei all den anderen kleinen Gruftis. Und bei jedem Eurer Alben war ich beim ersten Anhören zunächst enttäuscht, weil sich mir die Musik nicht sofort erschloß. Besonders galt dies für „Songs of Faith and Devotion“, das erst nach einiger Zeit zu meinem Lieblingsalbum wurde, weil Ihr hier erstmalig dreidimensionale Klangwelten geschaffen habt, in denen es viel zu entdecken gibt, und das meine beiden Lieblingstitel enthält, nämlich „In Your Room“ (von dem es mehrere phantastische Versionen gibt, allein schon der „Jeep Rock Mix“ ist ein Knaller) und meine Nummer Eins – „Walking In My Shoes“, in der Liveversion der Devotional Tour, wegen des herrlichen Endes.
Manchmal braucht es etwas länger, bis man die Kunst hinter den Noten entdeckt. Mit Peter Gabriels „Ovo“ habe ich zehn Jahre gehadert, bis sich die Lieder, hübsch versteckt in iTunes‘ Zufallswiedergabe, in mein Ohr schlichen. Aber Eure derzeitige Arbeit – also das geht irgendwie gar nicht. Nicht jeder Sound, der mit einem Musikinstrument erzeugt werden kann, ist auch sinnvoll und benutzbar. Und nicht jeder alte Synthi, der irgendwann mal in die Rumpelkammer gewandert ist, sollte wieder hervorgeholt werden. Ich hoffe, Eure Rumpelphase geht auch irgendwann mal wieder vorbei.

Papa Franz

Als in der Tagesschau soeben der neue Papst Franziskus bekanntgegeben wurde, da befürchtete ich schon auf Grund seines hohen Alters von 76 Jahren, daß er es vielleicht nicht mehr bis auf den Balkon schaffen wird. Es dauerte ja tatsächlich auch ein Weilchen, aber dann ist es doch noch gutgegangen. Meineherr’n – da hat die Menschheit aber mal wieder Schwein gehabt!

Das Zaubermetall

Es ist leicht. Es ist stabil. Es ist nahezu unbegrenzt verfügbar. Und man kann es in vielen tollen Dingen verarbeiten. Aluminium ist ein wahrer Segen für die Menschheit.
Außer vielleicht für die Menschen, die in den Regionen leben, wo es gefördert wird. Oder halt, wenn es in Zahnpasta verwendet wird und Krankheiten auslöst. Oder in Deos. Oder Impfstoffen. Oder im Trinkwasser. Aber das ist ja alles nicht weiter schlimm, sagt zumindest die EU. Mal sehen, was Arte dazu sagt.
Nachtrag vom 28. März: Das Video ist bei Arte nicht mehr verfügbar, dafür aber auf Youtube, daher die neue Verlinkung.