Sag mal Gabriel, Du altes Arbeiterklassenverräterparteimitglied Du, kann es sein, daß Du für die Gegenseite arbeitest? Sowas kannste doch nicht machen! Nicht daß ich was gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung hätte, aber nochmal zur Erinnerung: Es ist Wahljahr! WWWAAAHHHLLLJJJAAAHHHRRR!!! Da hält man die Schnauze und die Füße still und hofft, daß all die Missetaten der Vergangenheit vergessen sind und überrascht das naive Wahlvieh erst nach der Stimmabgabe mit tollen Neuigkeiten. Unsere Kandisbunzlerin ist bestimmt heute früh vor Lachen in den Kaffeebecher gefallen.
Also auf das Dementi-Gestammel bin ich ja schon mal gespannt!
Wenn man bis vor kurzem sagte: „der Typ ist ein Alternativer“, dann zündete in meinem Kopf der Vorurteilsprojektor und schleuderte sein Bild von einem langhaarigen, müsli- und tofuknabbernden Strickpulloverträger an die stirnseitige Leinwand, was nicht negativ gemeint ist, da solche Menschen in der Regel entspannte Zeitgenossen sind.
Nun gibt es da aber eine neue Partei, die Alternative für Deutschland, also ein politischer Zusammenschluß von Alternativen, die vom Erscheinungsbild her eher einen konservativen Stil bevorzugen, was den Kopfprojektor schon mal bedrohlich flackern läßt. Vom politischen Gegner auch als konservativ, vor allem aber als populistisch beschrieben, hat die neue Partei nun endlich ihr Wahlprogramm veröffentlicht, welches mit seinem Inhalt dafür sorgt, daß die Projektorlampe erfreut grell aufleuchtet und alle Sicherungen hektisch herausspringen läßt. Nun soll man Parteien ja bekanntlich nicht am Statut messen, sondern an ihren Taten, denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Aber die souveräne Präsentation der Standpunkte und die immer panischer und schriller werdenden Angriffe der anderen Parteien deuten darauf hin, daß die neue Partei eine tatsächliche Alternative zum jahrzehntelangen bundesrepublikanischen Einheitsparteienbrei sein könnte, und wenn auch nur, um den großen „Volks“-Parteien endlich mal einen Warnschuß vor den Bug zu setzen.
Ein interessantes Interview zum Thema Lust und Frust, Sex, Job und Geld findet Ihr in der Zeitung „Die Welt“. Mehr sag ich nicht, denn lesen könnt Ihr ja selber.
Sag mal Ramsau, Du alter Verkehrsminister Du, was muß man eigentlich gelernt haben, um Ampeltechniker zu werden? Oder anders gefragt: Welchen Sinn ergeben eigentlich Fußgängerampeln zum Überqueren von Straßen mit räumlich getrennten Fahrstreifen, die so kurz geschaltet sind, daß selbst ein normaler, zügig voranschreitender Fußgänger es nicht schafft, die Straße komplett zu überqueren und dann auf der Insel auf die nächste Grünphase warten muß? Bei einem Einzelfall würde ich sagen, okay – der Ampeltechniker hat die achte Klasse nicht geschafft, da kann man sich schon mal vertun. Aber es gibt in Berlin viele Ampeln, die so geschaltet sind. Also, was soll der Scheiß? Fußgänger ärgern?
Denk mal drüber nach!
Hey, stop, warte mal … noch was: Welchen Sinn ergeben eigentlich Fahrradwege, die zunächst zusammen mit dem Autoverkehr auf der Straße verlaufen und dann hoch auf den Gehweg geleitet werden und am Übergang zwischen dem Einen und dem Anderen unvermittelt eine Kante haben, sodaß es einem den Lenker aus der Hand schlägt und man mit einem Salto vorwärts absteigt? Radfahrer ärgern?
Denk mal drüber nach!

Mein Knie sieht übrigens auch so aus. Aber Stuttgart 21 ist natürlich wichtiger als vernünftige Straßen.
Und noch ein herzliches Dankeschön an den unbekannten Radfahrer hinter mir, der sich sofort nach meinem Befinden erkundigte und auch ein Pflaster dabei hatte!
Man hört und liest ja immer mal wieder von Menschen, die Probleme mit Vermietern oder Hausverwaltungen haben. Da werden Nebenkosten falsch abgerechnet, Fenster zugemauert oder Mieten immer weiter erhöht, sodaß weniger solvente Mieter ihre Wohnungen verlassen müssen und zunehmend große Probleme haben, neue bezahlbare Wohnungen zu finden.
Deswegen will ich heute mal meine Wohnungsgenossenschaft loben: Seit über 20 Jahren bin ich dort Mi(e)tglied, der Werbeslogan „Modern und sicher“ ist nicht nur ein netter Spruch, sondern gelebte Vereinskultur. Die Mieten sind stabil und bezahlbar, Profit ist nicht das goldene Kalb und oberster Maßstab allen Handelns, sondern angenehmes Wohnen für die Mieter. Bei Problemen wird schnellstmöglich geholfen, heute früh beispielsweise stellte ich fest, daß mein Warmwasserboiler sich bereits in den Maifeiertag verabschiedet hatte, ohne mir ein Eimerchen mit warmem Wasser als Reserve bereitzustellen. Nur zwei Telefonate und vier Stunden später stand der nette Herr im Blaumann an der Tür und reparierte den renitenten Warmwasserspender.
Bei all den Sorgen des Alltags ist es wirklich eine unbeschreibliche Erleichterung, das Thema Wohnung nicht ständig bohrend im Hinterkopf haben zu müssen. Dafür an dieser Stelle mal ein Dankeschön an die Genossenschaft und den netten Herrn im Blaumann.
Vor einiger Zeit schrieb ich mal über meine Erfahrungen mit dem natürlichen Süßstoff Stevia, den ich mittlerweile täglich zur Getränkeherstellung verwende. Ich mag den Geschmack von Wasser nicht, deshalb habe ich mich die letzten Jahrtausende ausschließlich von Eistee ernährt, aber wie man hört, soll zuviel Zucker der Gesundheit abträglich sein, weshalb ich nun auf Entzug bin. Ich reduziere zunehmend den Eistee-Anteil im Glas, fülle mit Wasser auf und süße mit Stevia nach, um den Geschmack etwas zu verstärken. Auf diese Weise können sich meine zuckersüchtigen Geschmacksnerven langsam etwas entspannen. Das funktioniert auch gut mit Fruchtsäften, in unverdünnter Form führen diese nämlich bei Dauerkonsum aufgrund ihres hohen Säuregehalts zu Nierensteinen. Und diese wiederum zu extrem schmerzhaften Nierenkoliken, was einem echt den Tag versauen kann. Mein derzeitiges Saft/Eistee-zu-Wasserverhältnis erreicht schon erstaunliche 30 zu 70 Prozent.
Leider taugt Stevia jedoch nicht für alle Anwendungsfälle als Süßstoff. Für die derzeitige Erdbeeren-Saison muß also eine bessere Lösung her. Diese lief mir heute im Reformhaus über den Weg und trägt den Namen Sucolin, ein zuckerähnlicher Stoff auf natürlicher Basis, aber gänzlich ohne Kalorien. Man kann ihn genauso verwenden wie Zucker, auf einem Teelöffel vernascht schmecken die Kristalle sogar etwas besser, nämlich milder und mit einem leicht fruchtigen, kühlenden Nachgeschmack. Eine vergleichbare Menge kostet zwar das zehnfache einer Tüte Zucker, aber was tut man nicht alles für seine dahinbröckelnde Gesundheit.

Erdbeeren mit Sucolin und Zimt. Mhhhmmm … lecker!
Zucker- und giftfreien … äh Verzeihung – Aspartam-freien Kaugummi habe ich mittlerweile auch gefunden. In der Apotheke gibt es Xylitol von Miradent, ein Kaugummi in verschiedenen Geschmacksrichtungen – auch mit Pfefferminz, von erstaunlich guter Konsistenz und extrem langanhaltendem Geschmack. Und das zu einem ausgesprochen fairen Preis, also das der kaum bekannt ist, verwundert mich doch sehr! Da die meisten Apotheken diese Sorte jedoch nicht vorrätig haben, muß man sie bestellen. Also lieber gleich eine Dose mehr nehmen!
Dieser Beitrag wurde mal wieder nicht gesponsort, und zwar von keiner der erwähnten Namen und Marken. Alle Namen und Marken sind Namen und Marken der jeweiligen Namen und Marken. Hoffentlich kann ich mir all die Namen auch marken!
Schon gewußt, daß die Rudi-Dutschke-Straße direkt neben der Axel-Springer-Straße liegt? Also wenn der Entscheider keinen schwarzen Humor hatte, weiß ich auch nicht weiter …
Zitat der Woche von Klaus Maria Brandauer: „Die Zeit ist einfach zu knapp, um sich mit Mittelmäßigem auseinanderzusetzen.“
Wie wahr! Den Spruch werde ich mir gleich mal als Haftnotiz in den Cortex kleben.
Sechs Uhr zwölf: Ein an der Vorderseite meines Wohnhauses vorbeifahrendes Moped reißt mich im Schlafzimmer auf der Rückseite aus dem Schlaf.

Sechs Uhr fünfzehn: Das Moped ist nun schon etwa einen Kilometer entfernt und immer noch deutlich zu hören.
Kriegt der TÜV sowas eigentlich nicht mit? Oder die Polizei? Sowas kann doch unmöglich erlaubt sein!?
Es gibt Menschen, die hat Gott anscheinend aus Stahl gebaut. So wie ihn. 68 Jahre alt, kein einziges graues Haar, alle Drogen dieser Welt probiert, außer Heroin. Ständig eine Flasche Whiskey in der einen und eine Zigarette in der anderen Hand. Seit über 50 Jahren reist er um die Welt, wenn er kommt, strömen die Verrückten zusammen und lassen den Larry los. In Russland stapft er mit offener Jacke und weit aufgeknöpftem Hemd durch den Schnee, während die Verrückten im Pelzmantel um ihn herumwuseln. Dabei holt er sich nicht mal einen Schnupfen. Bereits für Jimmy Hendrix baute er die Bühne auf, und mit John Lennon teilte er die Freundin.
Allein seine Physis ist erschreckend! Wenn ich mir aussuchen müßte, vor welchem Rocker ich Angst haben möchte, wäre er meine erste Wahl. Dabei ist er der netteste Mensch der Welt, zumindest sagen das andere über ihn. Eine Entdeckung, die ich bereits beim Betrachten eines Interviews mit Bon Scott machte, der sich als sensibler und humorvoller Mensch entpuppte und so gar nicht dem Image vom bösen Rocker entsprach.
Eine beeindruckende Dokumentation über Lemmy Kilmister, dem Sänger und Bassisten der britischen Hardrockband Motörhead und eine der markantesten Musikerpersönlichkeiten dieses Planeten gibt es nun online bei Arte. Noch sieben Tage lang.
