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Weiterbildungsmaßnahme

Nachdem ich die vergangenen zwei Wochen sinnvoll dazu genutzt habe, um in der näheren und ferneren Bekanntschaft ein wenig mit meinem neuen Spielzeug herumzuprotzen, daraufhin jede Menge Lob- und Neidbekundungen sowie eindeutige, zweideutige und auch unzweideutige Angebote erhalten und auf diese Weise meinen sozialen Status weiter gefestigt habe, kann ich mich nun wieder um die wichtigen Dinge des Lebens (und des Universums) kümmern: Welche Autowaschanlage ist am günstigsten? Wie mogele ich mich an den offenen Türen bei Carwash vorbei, um die kostenlosen Staubsauger zu nutzen, ohne vorher durch die kostenpflichtige Waschanlage fahren zu müssen? Aber am wichtigsten: Wie spare ich Kraftstoff?

Nachdem das orale Tankabsaugen von Autos aus der Nachbarschaft zu gewissen Spannungen im unmittelbaren Umfeld geführt hat, bin ich nun doch lieber dazu übergegangen, Internetkurse zu belegen und dabei über diese Weiterbildungsmaßnahme gestolpert. Ich dachte immer, wenn ich langsam und sanft beschleunige, mit etwa 1200 bis 1800 U/min, spare ich mehr Kraftstoff, als wenn ich ordentlich drauflatsche. Dem ist aber offenbar nicht so. Der theoretischere Teil 2 ist noch etwas ausführlicher und auch sehr interessant.

Koma

Schon gewußt, daß das Annagram von Koma ausgerechnet Amok lautet? An Tagen wie diesem bin ich mir nicht sicher, welcher der beiden Auswege der tröstlichere ist.
Im November hatte ich drei Schränke bestellt, Sonderanfertigungen und alle per Muster farblich aufeinander abgestimmt. Als nach fünfmonatiger Wartezeit nur zwei der Schränke geliefert wurden, ahnte ich bereits, daß dieses Abenteuer gründlich schiefgehen wird. Natürlich kam es, wie es kommen mußte: Heute, zwei Monate später, kam der dritte Schrank in einer anderen Farbe, mit falschen Knöpfen und außerdem beschädigt. Laut Serviceteam des Händlers könnte es nun wieder fünf Monate dauern, bis der indische Hersteller den Fehler behoben und den neuen Schrank per Containerschiff zu mir geschickt hat.
Am Montag gab ich bei meiner Ärztin ein Formular meiner Krankenkasse ab, bei dem eine Handvoll Felder auszufüllen sind, zuzüglich Stempel und Unterschrift. Gestern war ich erneut zur Stelle, um das Formular abzuholen. Es war noch nicht fertig – na gut, kein Problem, komme ich einfach später wieder. Heute rufe ich vorsorglich an und erfahre endlich, daß die Ärztin sich da „keinen Reim drauf machen“ könne, ich müsse schon vorbeikommen. Und das war am Montag noch nicht bekannt? Nach einer Stunde rief sie mich dann endlich ins Sprechzimmer und füllte ohne weitere Umstände den Zettel aus. Vermutlich wollte sie mich nur mal wiedersehen.
Meinliebesmeineigenmeinschaaatttzzz parke ich am liebsten hinterm Haus, aber mangels Parkplätzen in der Gegend entbrennen stets heiße Kämpfe um diese begehrten Plätze, so daß ich schon überlegt habe, ob ich nicht mal mit einer Schachtel Streichhölzer die Straße hoch und runter gehe, um (Park-)Platz zu schaffen. In Berlin fällt das vermutlich gar nicht weiter auf. Vorhin, nach meinem Termin im Fitneßstudio, war mein Lieblingsparkplatz natürlich schon wieder besetzt. Eine bizarre Tussi stand dort mit ihrem uralten Renault, der nur noch vom Lack zusammengehalten wurde und diskutierte mit einem Mann, der mit seinem Auto daneben stand. Meine Frage, ob sie gleich wegfahren und ich dort parken könne, wurde verneint, der Renault bleibe da jetzt erst mal stehen. Ich parke also vor dem Haus, laufe die fünf Treppen zu meiner Wohnung rauf, und habe noch nicht mal die Schuhe ausgezogen, da sehe ich beide plötzlich wegfahren.
Soweit das Auge reicht, nur Krüppel und Bekloppte! Wie bitte soll man sich da entscheiden? Koma oder Amok? Und dann heißt es nachher wieder, er hatte seine Taten vorher im Internet angekündigt …

Teure Luft

In dem Baumarkt, dessen Namen wir hier nicht nennen, suchte ich heute nach einem kleineren Wasserkanister aus Kunststoff. Ich fand ihn in der Gartenabteilung, 5 Liter Fassungsvermögen und ohne Inhalt für 12,99 Euro. In der Autoabteilung fand ich anschließend einen ähnlichen Wasserkanister mit Wasser (destilliert), ebenfalls 5 Liter Fassungsvermögen, für 2,49 Euro.
Also wer sich sowas ausdenkt …

Schwabbel nervt. Winzigweich auch.

Seit gefühlten 1000 Jahren kommt vor jeder Nachrichtensendung des bekannten Universums die Almased-Werbung mit dem schwabbeligen Köter und der Tussi mit der Bikinifigur. Im tiefsten Winter fuhr sie, nur mit einem Mantel über dem Bikini, zu ihrem Lover, dort angekommen entblößte sie sich – einem Exibitionisten gleich – während der Typ die Türklinke noch in der Hand hatte. Seinem überraschten Gesichtsausdruck nach müssen sie sich wohl lange nicht gesehen haben, vermutlich hatte er ihr ein Ultimatum gestellt: Brauchst gar nicht vorbeizukommen, bevor Du nicht wieder in den Bikini paßt.
Und heute nun rennt sie wieder mit dem Schwabbelköter am Strand entlang, wie schon letztes Jahr, begafft von zwei notgeilen Rettungsschwimmern.
Liebe Almased-Werbefuzzis: Falls Eure Umsätze zurückgehen, trotz massiver Werbung, würde ich vermuten, daß sie zurückgehen, wegen massiver Werbung. Denn es nervt gewaltig! Denkt Euch endlich mal was Neues aus. Es ist nicht mehr zu ertragen!
Und noch eine Entdeckung im Werbefernsehen: Microsoft preist großkotzig seinen Internet Explorer an und verspricht aktives Handeln gegen Tracking und sonstiges Ausspionieren der Internetnutzer. Keine zwei Minuten später berichtet die Nachrichtensendung eines deutschen Senders, dessen Namen hier zu nennen mir zu peinlich ist, daß Microsoft mit der neuen X-Box One über die interne Kamera die Nutzer auspionieren kann, angeblich soll es möglich sein, festzustellen, ob der Nutzer in einer Werbepause aufsteht und sich ein Bier holt und diese Daten auszuwerten. Willkommen im Glashaus!

Also wir ham uns ja ewig …

Hab heute Freunde getroffen, die ich zwanzig Jahre nicht gesehen habe. Das war sehr schön. Dabei hätte ich mich fast nicht getraut, anzuklopfen. Man bekommt erst mal große Augen, weil sich alle so verändert haben, aber nach ein paar Minuten ist alles so wie früher.
Und hier ein Foto von früher:

Viele Grüße an J. aus K. und K. aus L. Von S. aus B.

Kleiner Hinweis für alle Nullchecker: Das Schwarze da über den Gesichtern ist keine Mißbildung. Nein, auch keine freakigen Brillen. Das sind einfach nur schwarze Balken wegen der Amonümitut oder wie das heißt.

Chromglänzende Idee

Seit 15 Jahren in der Werbung tätig, habe ich ein Adreßbuch mit branchenrelevanten Konnäktschns, das so dick ist, wie das Telefonbuch von Mumbay. Neulich nun blätterte ich ein wenig darin herum, auf der Suche nach Freunden, Verwandten und Bekannten, befreundeten Kumpels von Bekannten, verwandten Bekannten von verkumpelten Freunden, bekannten Verwandten und ein paar weniger bekannten Bekannten, die bei Druckereien, Werbemittel-
herstellern, kunststoffverarbeitenden Betrieben und Forschungszentren der Chemieindustrie arbeiten, da hatte ich plötzlich die glänzende Idee, doch einfach mal bei Google die Wörter „verchromte Buchstaben“ einzugeben. Und siehe da, es gibt nichts, was es nicht gibt!
Manchmal kann das Leben so einfach sein.

Mehr tot als lebendig?

Die Zeitschrift TV-Spielfilm schreibt, jedes Jahr sterben 17000 Menschen in deutschen Krankenhäusern an Behandlungsfehlern. Ist das wirklich möglich?
46 Tote pro Tag? Jede Stunde zwei Menschen, die aufgrund von Fehlern ihr Leben verlieren?

Foto: TV-Spielfilm