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Findiger Finder

In meinem Ärger über den blöden Finder von Mac OS X (das Mac-Pendant zum Windows-Explorer) und auf der Suche nach einer Alternative, bin ich über ein nettes Tool gestolpert, daß dem Finder ein paar unangenehme Macken abgewöhnt und ein paar neue Tricks hinzufügt. Der Xtra Finder macht den Mac-Dateimanager beispielsweise Tab-fähig und bringt einen Zweifenstermodus mit. Das ist an sich schon ganz nett, überrascht haben mich aber die Möglichkeiten in den Einstellungen, welche mir zu Gemüte zu führen, ich soeben die richtige Muße hatte. So kann man zum Beispiel festlegen, daß die Ordner gefälligst alle am Anfang zu stehen haben, so wie bei Windows auch. In der Spaltenansicht werden die Spalten nun endlich automatisch der Breite des Inhalt angepaßt, so geht nicht ständig wertvoller Platz verloren, und überbreite Dateinamen sind nicht mehr angeschnitten. Und das Beste ist, der Xtra Finder kostet – nix!
Trotzdem fehlt mir auch weiterhin die linke Ordnerleiste des Explorers … links werden alle Ordner angezeigt und rechts deren Inhalt. Dabei kann man festlegen, ob dieser in Form von kleinen Vorschaubildern oder beispielsweise als Liste angezeigt werden soll, die jeweiligen Ordner merken sich diese Einstellung und werden beim nächsten Aufrufen wieder genauso angezeigt. Einen Fotoordner kann ich nun mal nicht als Liste gebrauchen, und Word-Dokumente nicht als Miniaturbild. Beim Mac-Finder muß man aber jedes Mal die Ansicht umschalten, wenn man in einen anderen Ordner wechselt. Echt dämlich!
Einen Versuch, dieses praktische Windows-Tool nachzuahmen, gibt es schon seit Jahren, nur ist der Macintosh Explorer leider etwas instabil und halbherzig umgesetzt und wird anscheinend auch nicht weiterentwickelt.
Schade, dafür hätte ich meine rechte Tatze gegeben.

Dicke Hose

Fast schon pleite aber groß auf dicke Hose machen, so kennt man die Amis! Dabei ist noch nicht mal geklärt, ob denn nun überhaupt Giftgas eingesetzt wurde, auch wenn manches dafür spricht. Gänzlich offen ist derzeit aber noch – wenn denn überhaupt – wer der Bösewicht war, der es eingesetzt hat. Da die Medien sich wieder mal einmütig auf Assad stürzen, ist aber tendenziell schon absehbar, wie das Ganze enden wird, denn ich habe bisher nur Beiträge gelesen, in denen aggressiv über das Assad-„Regime“ hergezogen wird, aber keinen einzigen, in denen die Aufständischen in gleicher Manier angegangen werden. Scheint so, als sei der Krieg schon lange beschlossene Sache.
Ich persönlich vermute ja, es waren weder die Aufständischen, noch die Regierungstruppen. Es werden wohl mal wieder die Amis selbst gewesen sein, so wiesonstauch.
Aber nur keine Angst, liebe Syrer – was die Amerikaner kaputt machen, das bauen sie auch garantiert wieder auf!

Sunlions Wahl-o-mat

Liebe Parteien, es ist mal wieder soweit, und wie bereits vor über zwei Jahren versprochen, habe ich Euch nicht vergessen. Da Eure Parteienprogramme so reichhaltig und überzeugend sind, kann ich mich mal wieder nur schwer entscheiden, wem von Euch ich mein Kreuzchen schenken soll. Am besten ist es vielleicht, wenn ich Euch alle noch einmal etwas genauer unter die Lupe nehme, und zwar in alphabetischer Reihenfolge:

Liebe Bayernpartei,
also echt, Ihr Arschgeigen, das war ja wohl nix!

Liebes Bündnis 90
Mit den Grünen habt Ihr Euch zusammengeschlossen? Ausgerechnet mit denen?
Nee also wirklich, Sachen gibt’s …

Liebe CDU,
also echt, Ihr Arschgeigen, das war ja wohl nix! Na wenigstens haben sich Eure Parteiführer energisch um die Aufklärung des Skandals um die schwarzen Kassen bemüht. Ach nee, so’n Quatsch, das mit dem Kohl und seiner Weigerung, die Spender zu nennen, war ja ein ganz anderer Skandal.
Vielleicht finde ich ja noch eine andere positive Perspektive, die Eure … okay, nennen wir sie mal – „Christlich“ – Demokratische Union in einem besseren Licht erscheinen läßt? Vielleicht der Panzer-Deal mit Saudi Arabien? Nää …! Na gut, okay, immerhin hat sich da bei einigen CDU-Mitgliedern das Gewissen gemeldet. Vielleicht der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg aus der Kernenergieversorgung? Die SPD hat es zusammen mit den Grünen auf den Weg gebracht, ihr hab es gekippt, zusammen mit den … mit der … äh … wie hieß die Partei gleich noch mal … irgendwas mit F … Und dann habt Ihr’s wieder rückgängig gemacht. Gibt es eigentlich sowas, wie einen Plan bei dem, was Ihr tut? Bei der Bankenrettung mit Steuergeldern, da hattet Ihr einen, stimmt’s, gelle? Och kommt schon, gebt’s zu! Einen dunklen, finsteren …

Liebe CSU,
Ihr Bayern, also ich weiß auch nicht, mit den Skandalen – vererbt sich sowas? Ich meine nur, weil das da unten bei Euch so gehäuft auftritt.
Ach halt, ich hab noch was: Also – die Erde ist keine Scheibe! Und Bayern nicht der Mittelpunkt der Welt! Das mag in den Ohren von solch strenggläubigen Christen vielleicht blasphemisch klingen, aber Ihr müßt mir ja nicht glauben, überzeugt Euch einfach selbst davon.

Liebe F… F…
äh … verdammt, … wie hieß doch gleich noch mal diese Partei mit dem F? F… F… F…, irgendwas mit F.
Ääähhh … die hatte doch da, als sie neulich an die Macht kam, gleich die Mehrwertsteuer für Hotels gesenkt. Und der Parteivorsitzende hatte arbeitslosen Hartz-4-Empfängern spätrömische Dekadenz vorgeworfen. Und dann waren da noch diese Spendentricksereien. Und die falschen Doktortitel – Mathiopoulos, Kotz-Merin und Chatzimarkakis. F… F…
Hach verdammt, ich komm nicht drauf!

Liebe Graue Panther!
Vielen Dank, daß Ihr …
Hallo? Nein, für mich keinen Kaffee. Nein, auch keine Kuchen, danke. Nein, ich bin nicht Thomas, Ihr Pfleger. Ja, ich weiß, er hat immer so wenig Zeit. Was? Ach das ist Ihre Enkelin? Nein, ich will sie nicht heiraten, ich kenne sie doch gar nicht, jaaa-nein-doch, sie ist schon sehr hübsch. Ihre Tabletten holen? Welche von denen sind es denn? Ach … so, bitte schön. Nein, ich bin nicht der Pfleger.
Also, liebe Graue Panther,
vielen Dank, daß … Ihre Enkelin, ja sehr hübsch. Also vielen Da…, bitte? Aber ich hab Ihnen doch gerade die Tabletten … Ach so, ein Kriegsleiden. Jaja, 1945, is‘ klar.
Öhm … liebe Gr…
Jaja, nein … nicht heiraten.
Sooo, ich glaube, für mich wird’s jetzt Zeit.
Jaaa doch, Thomas kommt gleich!
Ich muß jetzt.
Wirklich, ich muß los!
Tschüssi!

Liebe Grünen,
Du alte Antikriegspartei Du. Ihr seid vielleicht ein paar Typen: Erst mit Kindern kuscheln und gleich anschließend Bomben auf Jugoslawien schmeißen. Und den guten, sauberen Atomstrom hab Ihr auch abgeschafft, weshalb ich nun ständig das teure Benzin tanken muß. Mit einem eigenen Kernreaktor würde mein Lieblingsspielzeug bestimmt tausend Mal so weit kommen. Wenn’s nach Euch ginge, würden wir wohl alle wieder im Wald auf Bäumen leben …
Ach ja – fast vergessen: Danke für Hartz 4, Ihr Säcke! Mitgefangen – mitgehangen. Aber dazu komme ich gleich noch mal.

Liebe Linke,
Danke für die vergurkte Chance einer an sich recht guten Idee – einer gleichberechtigten, klassenlosen Gesellschaft. Da kommt das Proletariat einmal im Laufe der Menschheitsgeschichte an die Macht und was macht ihr daraus? Nur Übel und Elend! Ist Euch eigentlich klar, daß wegen Euch die ganzen gefallenen Helden der Revolution umsonst gestorben sind?
Schämt Euch, Ihr Torfköpfe!

Liebe NPD!
Vielen Dank für … och nöö.

Ach doch: Vielen Dank für die 60 Millionen Toten des zweiten Weltkriegs. Danke auch für ein halb verwüstetes Europa und nahezu ausgelöschte deutsche Städte. Wenn ich mir auf alten Fotos anschaue, wie schön Berlin mal vor dem Krieg aussah, treibt es mir die Tränen in die Augen! Und schiebt die Schuld jetzt bitte nicht den Engländern und Amerikanern in die Schuhe! Wir haben schließlich angefangen!
Glücklicherweise sind Rechtsextreme auch heute noch doof genug, sich noch immer mit den gleichen oder ähnlichen Symbolen und Ritualen zu schmücken. So erkennt man sie wenigsten gleich und geht ihnen nicht auf den Leim. Und solange bei NPD-Aufmärschen mehr Gegendemonstranten als Sympathisanten aufmarschieren, mache ich mir keine Sorgen.
Für den äußerst unwahrscheinlichen Fall, daß Ihr die Wahl auch dieses Mal wieder nicht gewinnt, ärgert Euch nicht, holt Euch einfach eine Scheibe gute Laune mit den Stimmungshits der 40er und träumt weiter von alten Zeiten.

Liebe SPD,
und jetzt zu Dir, Du alte Arbeiterklassenverräterin Du! Danke für Hartz 4! Hab Ihr eigentlich eine Statistik, wie viele Menschen daran zerbrochen sind und sich vielleicht sogar das Leben genommen haben? Nennt Ihr das vielleicht „sozial“? Das vergesse ich Euch nie! Niemals wieder wird mein Kreuzchen neben Eurem Namen stehen, Ihr Verbrecher!
Und was soll das eigentlich mit dem Steinbrück, meint Ihr das wirklich ernst? Der beste Kumpel der Finanzindustrie soll Bundeskanzler von Deutschland werden? Schon mal seinen Lebenslauf bei Lobbypedia gecheckt? Von wegen „Kontrolle der Finanzmärkte“.
Wer hat eigentlich den verdammten Euro eingeführt? Da wart Ihr doch auch gerade an der Macht oder? Ach was soll’s, ich schieb Euch das jetzt einfach mal auch noch mit in die Schuhe, kommt eh nicht mehr drauf an.
Und gleich noch meine herzlichsten Glückwünsche zum 150. Geburtstag hinterher, Otto Stransky und Julian Arendt haben Euch ein Ständchen komponiert. Und zwar schon vor über 80 Jahren.

Was bleibt also als Fazit? Eine politische Klasse, die sich einen Dreck schert um die Belange der Bevölkerung, die von Skandalen, Korruption und Unfähigkeit verseucht ist und mit Vorliebe und ohne Scham Steuergelder verpraßt, für Flughäfen, Opern, Bahnhöfe oder praktisch in die eigene Tasche. Willkommen im Selbstbedienungsladen! Eine Klasse, die am Interesse des Gemeinwesens vorbei kommunales Eigentum verstaatlicht, bis hin zum Trinkwasser. Die wie besinnungslos die Einheit Europas vorantreibt (die es eigentlich mit der EWG bereits gab), ohne Rücksicht auf Verluste, die entgegen aller Warnungen den Euro einführte, ohne die Mitgliedsstaaten gründlich zu überprüfen, die geschlossene Verträge bricht und stattdessen anfängt, mit Unsummen in Schieflage geratenen Staaten zu retten, die ihrerseits vorher die durch Zockerei in Schieflage geratenen Banken gerettet haben. Die ohne vorherige Angleichung des Lebensniveaus in den beteiligten Ländern die Grenzen öffnete und so für eine beispiellose Schwemme an Kriminalität verantwortlich ist, zum Beispiel in den Bereichen Prostitution, Diebstahl sowie Raubüberfälle und Einbrüche. Das ist so, als würde man erst die Käfigtür öffnen und danach den Löwen zähmen. Aber wie komme ich jetzt ausgerechnet auf Löwe? Naja, egal …

Hab ich eigentlich jemanden vergessen? Ach ja, es gibt ja noch einen Newcomer: Die „Alternative für Deutschland“. Das Wahlprogramm liest sich ja ganz vernünftig: Langfristige Abschaffung des Euro, Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild und eine Stärkung demokratischer Bürgerrechte. Nun ja, Papier ist geduldig. Aber schlimmer als die anderen können die es auch nicht machen, immerhin handelt es sich um kluge Leute, Professoren, Doktoren … zumindest bis zur nächsten Plagiatsaffäre.
Schauen wir mal, ein paar Wochen sind es ja noch bis zur Wahl. Genügend Zeit, den Bleistift zu spitzen. Für das alles entscheidende Kreuzchen …

Nachtrag vom 29. August:

Liebe Piraten,
da hat mich doch gerade ein höflicher Sprockhöveler darauf hingewiesen, daß ich Euch in meinem Wahl-o-mat glatt vergessen habe! Wie peinlich! Und zwar für Euch nicht weniger als für mich. Das bedeutet nämlich, daß die Medien Euren Schlingerkurs ein bißchen aus dem Fernrohr verloren haben. Vielleicht nehmen die Euch ja wegen Eurer ständigen innerparteilichen Kielholerei nicht mehr so richtig ernst? Buschi, mein ehemaliger Staatsbürgerkundelehrer, würde sagen: „Denen fehlt die straffe Hand!“
Dabei fand ich die frische Brise, mit der Ihr das politische Flachwasser ein wenig zum Sprudeln gebracht habt, gar nicht schlecht. Ganz besonders Euren Einsatz für das Bedingungslose Grundeinkommen finde ich zum Schiffeversenken genial. Damit würde ich mich sofort in Dubai an den Strand legen und nie wieder aufstehen. Vorausgesetzt, ich bekomme ’ne Hotelflatrate. Oder Ihr schickt mich dort einfach als neuen Botschafter hin, wenn Ihr die Wahl gewinnt. Dafür verspreche ich Euch, daß uns allen der Schiffsdiesel niemals ausgehen wird!
Ach Quatsch, Ihr segelt ja lieber …

Unkraut vergeht nicht

Lieber Bürgermeister,

ich hab Dir heute eine E-Mail geschrieben, da das Erscheinungsbild meiner Wohngegend in den letzten Jahren heftig gelitten hat. Überall nur noch Unkraut, wo früher mal mehr oder weniger gut gepflegte Rasenflächen waren. In den letzten Jahren kümmerte sich jedoch niemand mehr um deren Instandhaltung, und wenn doch, dann wurde nur noch hastig „Rasen gemäht“, inklusive Unkraut. Doch Unkraut vergeht nicht durch mähen, man muß es entfernen. Durch die immer größer werdenden Abstände zwischen den Pflegeterminen kann sich das Unkraut nun wunderbar ausbreiten, denn es wächst schnell und verbreitet seinen Samen in der Gegend, sodaß es mit der Zeit immer schwieriger wird, es in den Griff zu kriegen.
Außerdem leidet die Gegend unter dem sich immer weiter verschlechternden Zustand der defekten Gehwege. In meiner Straße beispielsweise gibt es teilweise große Bereiche, in denen gar keine Platten mehr verlegt sind. An vielen Stellen fehlen einzelne Platten, sind beschädigt oder ragen aus der Fläche heraus, was die Unfallgefahr erhöht, insbesondere, da hier viele ältere Menschen wohnen (mich selbst zähle ich natürlich nicht mit dazu!). Der ungepflasterte Bereich verwandelt sich bei Regen übrigens in eine unpassierbare Sumpflandschaft. Und auf dem gleich daneben befindlichen, öffentlichen Parkplatz entsteht bei starkem Regen eine Seenplatte, da die Gullis anscheinend seit Jahrzehnten nicht mehr gereinigt wurden.
Also, lieber Bürgermeister, vielleicht kümmerste Dich ja freundlicherweise mal darum. Wir wollen doch schließlich die vielen Touristen, die uns hier besuchen, nicht wieder verlieren, nich‘? Stimmt’s? Oder?

Herzlichst!
Dein Sunlion Sonniglöw‘

Big Brothers Arsch

Der Überwachungsstaat läßt die Hosen herunter: In den USA mußten nun zwei Anbieter sicherer E-Mails schließen, offenbar aufgrund von Druck und Einschüchterungsversuchen der amerikanischen Regierung. Ist ja auch klar, wer die ganze Welt überwachen will, hat keine Zeit, E-Mails zu entschlüsseln. Was soll man da noch sagen … außer: „Was für ein Scheißland!“

Der enttäuschte Präsident

Moskau hat sich entschieden, Edward Snowden – dem Mann, der die Verfehlungen seines Heimatlandes USA öffentlich machte, Asyl zu gewähren. Darüber ist US-Präsident Obama nun enttäuscht – Russland falle in die Denkweisen und Mentalitäten des Kalten Krieges zurück.
Das sagt ausgerechnet der Mann, der den schlimmsten Verbrecherverein der Gegenwart anführt. Manchmal kommen mir die Amis vor, wie ein dumpfbackiger Straßenschläger, der jedem aufs Maul haut, der sich nicht wehren kann, aber wenn es mal schief geht, dann fängt er an zu jammern und sich zu beschweren.
Sehr interessant übrigens auch die derzeitigen Schließungen der Botschaften wegen Terrorgefahr. Ob die sich wohl manchmal fragen, wieso gerade ihre Botschaften im Visier von „Terroristen“ sind?

Der heimliche Sieger

Bei der diesjährigen Wahl zur „Musik mit Esprit“ gab es ja in letzter Sekunde doch noch einen Überraschungssieger. Dennoch will ich Euch nicht den ursprünglich geplanten Siegerkandidaten vorenthalten. Es handelt sich dabei um 1 Giant Leap, ein Projekt, an dem weltweit viele Musiker zusammenarbeiteten. Die Organisatoren packten ihr Tonstudio in den Rucksack und durchreisten die Welt. Jeder Musiker trug seinen Teil dazu bei, und am Ende wurde alles zu einem Ganzen zusammengefügt. Das schönste Stück daraus ist für mich The Way You Dream, mit Michael Stripe von REM und der indischen Sängerin Asha Bhosle. Es gibt dazu sogar noch ein interessantes Video, allerdings fehlt dort am Beginn des zweiten Teils der herzzerreißende Gesang.

Wie im Osten

Einst stand der Lebensmittelhändler mit der Teekanne für Qualität und Frische. Er übernahm vor gut zehn Jahren den abgewirtschafteten Spar-Markt, der gut zehn Jahre zuvor die abgewirtschaftete DDR-Kaufhalle übernommen hatte, nicht weit von meiner Wohnung entfernt. Teekanne investierte sogar noch mal ordentlich Geld in den Schuppen und hübschte ihn etwas auf, was Spar leider sträflich vernachlässigt hatte. Aber Sparmaßnahmen zur Effizienzsteigerung hinterlassen überall ihre Spuren, die bunte Markenvielfalt der frühen neunziger Jahre ist mittlerweile einem grauen, langweiligen Einheitsbrei aus Axe und Coca Cola gewichen. Genau wie in der DDR. Nur daß die Marken damals Action und Club Cola hießen.
Die Läden heutzutage sind zwar immer noch brechend voll, aber willst Du etwas Besonderes, Außergewöhnliches kaufen, mußt Du Dir die Hacken ablatschen. Wie neulich, als ich einen zweiten Wäschetrockner für den Balkon kaufen wollte. Einfachstes Modell in Weiß? Keine Chance! Gleiches Modell, aber mit knallroten, blauen oder grünen Beinen, die gab’s billig überall. Aber nicht in Reinweiß. Ist das nun schon zuviel verlangt? Vermutlich steckt ein ganz einfaches Kalkül dahinter: Stell ein paar häßliche Billigprodukte hin, dann kaufen die Kunden vielleicht die teureren, besser aussehenden Markenprodukte.
Doch zurück zur Teekanne: Nachdem schon seit Jahren meine Lieblingsprodukte in den verschiedensten Bereichen immer mehr aus dem Programm verschwinden, läßt nun auch noch die Qualität des kümmerlichen Restes nach. Zum Beispiel eben bei den Erdbeeren: Zunächst freute ich mich noch über den relativ günstigen Preis, aber als ich nach einer Schale griff, explodierte ein gigantischer Schwarm kleiner Fruchtfliegen mitten in mein Gesicht hinein.
Fliegen ernähren sich auf folgende Weise: Da sie nur flüssige Nahrung zu sich nehmen können, lösen sie mit ihrem Mageninhalt die Nahrung auf, stampfen sie zu einem Brei und saugen die verflüssigte Nahrung wieder auf. Und wenn sie gerade mal nicht fressen, dann ficken sie. Nun können wir uns also alle mal einen Moment lang überlegen, was die da wohl gerade auf den Erdbeeren so alles getrieben haben …

Der von mir auf das Problem angesprochene Filialleiter sagte mir zu, er werde sich darum kümmern und es weitergeben, aber sein Hinweis, Erdbeeren seien nicht kühlpflichtig und der unbewegte Gesichtsausdruck machten mir klar, daß sich wohl, wie üblich, nichts ändern wird. Solange die ganzen dummen Äffchen auch weiterhin kommentarlos alles kaufen, was angeboten wird, egal in welcher Qualität, besteht vermutlich kein Handlungsbedarf.
Vielleicht wird es langsam mal wieder Zeit für einen Wechsel. Nach meinem Besuch bei einem in der Nähe befindlichen Supermarkt, der diesen Namen auch verdient, und der mich mit einer erstaunlichen, schon lange nicht mehr erhofften Markenvielfalt überraschte, bin ich doch recht froh, daß ich zum Einkaufen nun auch etwas weiter in der Gegend herumgolfen kann.