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Hände hoch!

Wer sitzt bei Konzerten seiner Lieblingsband so dicht am Geschehen, daß er die Füße auf die Bühne stellen muß, Hände hoch? Wer kann bei seiner Lieblingsband einen Wunschtitel bestellen, welchen sie dann auch tatsächlich extra einübt und mit auf die Playlist setzt, Hände hoch? Wer kennt die Musiker seiner Wunschband mittlerweile so gut, daß ihm der Rhythmusgitarrist seine liebste Trophäe schenkt – einen Original-AC/DC-Dollarschein von einem Livekonzert des australischen Originals – Hände hoch?

Das letzte offizielle Konzert der AC/DCs Tribute Band dieses Jahres im Rickenbackers war wieder einmal voll und laut und spektakulär. Auch die dank süßem Nachwuchs derzeit pausierende Rhythmusgitarristin Sara schaute extra vorbei und rockte ordentlich mit, allerdings nur als Zuschauer. Aber beim Anblick der Spielvirtuosität von Leadgitarrist Ralph jucke es ihr in den Fingern, bald wieder selbst auf der Bühne zu stehen, erzählte sie mir in der Pause, und verriet mir auch, daß sie in nur vier Jahren gelernt habe, so gut Gitarre zu spielen. Eine wirklich beeindruckende Leistung wenn ich bedenke, daß ich es in sechs Jahren Klavierunterricht kaum zu nennenswerten Erfolgen gebracht habe.
Nun ist also erst mal Winterpause, wie soll ich das nur aushalten ohne meine Lieblingsband? Zeigen sich da nicht bereits die ersten Entzugserscheinungen … Händezittern … Schweißausbrüche?

Kaufrausch

Soeben in der Berliner Abendschau vermeldet: Am Leipziger Platz entsteht ein neues Einkaufszentrum.
Na Gott sei dank, da bin ich aber froh! Es gibt ja in der Gegend noch keine Einkaufsmöglichkeiten. Außer vielleicht direkt daneben am Potsdamer Platz. Und nicht allzuweit entfernt massenweise in der Friedrichstraße. Und am Alex.
Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Meldung der Abendschau – neues Einkaufszentrum pleite.

Gebt uns mehr Fleisch!

Ich sitze gerade an der Gestaltung einer Broschüre und quäle mich mal wieder durch abertausende von nutzlosen Stockfotos. Dabei handelt es sich nicht um Fotos, auf denen Stöcke abgebildet sind, sondern um Fotos, die nicht extra beim Fotografen beauftragt wurden, sondern nach Themen geordnet bereits bei Online-Fotoanbietern fix und fertig „in stock“ – also auf Lager – vorrätig sind.
Und genau dieses „fix und fertig“ macht mich jedesmal auf’s Neue fix und fertig, denn die produzierenden Fotografen sitzen anscheinend daheim in ihrem Kämmerlein und versuchen sich als großartige Künstler, indem sie die Bilder perfekt bis auf die letzte Hautpore vorbereiten und glattbügeln, bis es nicht mehr den kleinsten Makel zu bemäkeln gibt. In gewisser Weise kann ich das in meiner Eigenschaft als Gelegenheitsprofifotograf (was nicht mehr bedeutet, als daß ich nicht nur privat knipse, sondern hin und wieder auch beruflich schnappschieße, in mal mehr und mal weniger guter Qualität) durchaus nachvollziehen und begrüße es da, wo es mir beim Nachbearbeiten den Aufwand reduziert. Aber als Gestalter raufe ich mir regelmäßig die Haare, denn ich kann nur in den seltensten Fällen etwas mit fertig beschnittenen Fotos anfangen.
Um ein Bild in ein Broschüre zu integrieren, benötige ich flexible Ränder, sowohl zur Seite hin, als auch nach oben und unten, allein schon um das Bild registerhaltig mit dem danebenstehenden Text zu arrangieren. Manchmal benötige ich Fotos im Hoch- und manchmal im Querformat. Das funktioniert aber nur, wenn um das Motiv herum möglichst viel „Fleisch“ ist, also Hintergrund, den ich dann im Layoutprogramm beliebig weit aufmachen oder zuziehen kann, indem ich den Objektrahmen vergrößere oder verkleinere. Oft scheitert die Verwendung eines spektakulär gut gelungenen Fotos einfach daran, daß ich es nicht in mein Layout einarbeiten kann. Gelegentlich gelingt es mir dann, wie bei untenstehendem Beispiel, mit Hilfe des Bildbearbeitungsprogrammes drumherum noch Hintergrund zu generieren, indem ich den vorhandenen Hintergrund mehrfach kopiere und so um das Motiv herum positioniere, daß es nicht auffällt. Ich klebe also das wieder an, was die Fotografen übereifrig weggeschnitten haben. Aber das klappt halt nicht immer. Deswegen, liebe Profifotografen: Gebt uns mehr Fleisch! Bitte nicht immer die Fotos so eng beschneiden, das können wir Grafiker auch selbst! Nur hinterher etwas drankleben … das wird schwierig!

Fotos: Fotolia

Goodbye!

Der Löwe durch die Gegend tigert …

Nee, Moment mal, ein Löwe tigert ja gar nicht, der löwt doch!
Also, nochmal:

Der Löwe durch die Gegend löwt
und seinem Golfi Reifen köft.
Als Winterstiefel angedacht
hat er sie heut gleich angebracht
Dann wurd‘ es aber Mitternacht
drum hat der Löwe sich gedacht
wie er nun dieses Reimgemacht,
ganz elegant zu Ende bracht‘!

Ich glaub, ich fang nochmal an:

Sag zum Abschied leis‘ „Goodbye“!
Der Sommer nämlich ist vorbei.
Der Winter ist uns einerlei.
Die Sommerreifen, fast noch neu,
trag ich nun in den Keller rein.
Dort ruh’n sie sanft bis Mitte Mai
und freu’n sich schon auf’s Golfilein.
Mit dem dann wieder frank und frei
ich durch die Gegend eierei.

Mein Gott, ich sollte echt Dichter werden.

Sie haben Post!

Nach langer Zeit und völlig unerwartet hat er mir nun doch noch geantwortet, unser aller Meisterbürger. Natürlich nicht persönlich, sondern über einen seiner Helfershelfershelfershelfer dessen Cousine seine Sekretärin. Und zwar:

“Bezirksamt Pankow von Bärchen*
Abteilung Stadtverwicklung
Tiefbau- und Nochtieferplanung
Stadtverwicklung
Bezirksoberchefchen
Dessen Cousine seine Sekretärin
Bezirksamt Pankow von Bärchen
Postfach 08154711, 12345 Bärchen (Postanschrift)
(keine Ahnung, warum das alles doppelt auftaucht)

Herrn
Sunlion Sonniglöw`

Sehr geehrter Herr Sonniglöw‘,

ich bedanke mich für Ihr Schreiben vom 11.08.2013 an den Bezirksbürgermeister Herrn Meisterbürger und möchte Sie als … ich kürz‘ das jetzt mal … zuständigkeitshalber folgend informieren.
Auf Grund der Haushaltssituation … nur noch eingeschränkt … müssen Arbeiten bevorzugt werden, die … gesetzlicher Verpflichtungen zu gewährleisten … Verkehrssicherheit … Gefahrenstellenbeseitigung … Kinderspielplätzen … Straßenbäume … Grünanlagen. Diesen Verpflichtungen … für Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen … Gesamteindruck der Stadt sicher förderlich … aber nicht immer in ausreichendem Maße Geld … leider … Einschränkungen … Erscheinungsbild … geschilderten Bereich … bemerkbar.
Die Beseitigung von Wildwuchs … beauftragt … größte Teil … abgearbeitet … Instandsetzung … Gehweg … Frühjahr … Überprüfung … Parkplatz … Regenabläufe … frei gespült … Ergebnis … offen.
Ich kann Ihnen aber versichern … kein Wasser im angegebenen Bereich … stehen wird.“

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
gez. Bezirksoberchefchen

Also dit find ick ja jetzt mal mächtich knorke, uast schau und voll geil, dit sich hier noch mal wat tut, wa? Oder auf Hochdeutsch: Damit habe ich gar nicht mehr gerechnet. Das Unkraut in der Gegend ist tatsächlich stellenweise gekürzt worden, wobei mit das eher aussieht, als wäre es wieder gemäht, statt gerupft worden. Der Gehweg ist nächstes Jahr erst dran und beim Parkplatz mußte ich gestern noch mit dem Schlauchboot zum Auto paddeln. Aber das macht nichts, wir haben ja Oktober, die Schlechtwetterzeit ist ja … längst … vorbei …
oder?

*Namen und Orte wurden zum Schutz der Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten unkenntlich gemacht.

Wie die Zeit vergeht

Neuerdings, wenn ich meinen Blog aufrufe, sehe ich immer öfter eine Werbung zum Thema „Pflegestufe 1, 2 oder 3. Wir informieren Sie über Ihre Ansprüche zu Pflegehilfsmitteln“. Ob die mir damit irgendetwas sagen wollen?
Gott, ich fühle mich manchmal so furchtbar alt.