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Dr. Dilettant

Ich bin soeben, kurz vor dem Ausschalten des Fernsehers, versehentlich bei der ARD-Krankenhaus-Serie „In aller Freundschaft“ gestrandet. Was für ein Kontrast zu meiner Lieblingsserie „Dr. House“. Im Grunde genommen dasselbe wie „Dr. House“. Nur halt mit ganz viel Vicodin. Und ein paar Sanogran. Dazu noch Donormyl, Zolpidem, eine Handvoll Allunapret, eine Prise Ardeysedon und noch ein paar andere Schlaftabletten. Gemixt mit einem kräftigen Schuß LSD und einer Nase voll Koks. Verdünnt mit einem Glas Johnny Walker. Wenn man den schon so lange kennt wie ich, darf man ihn auch Jim nennen. Und vermutlich ist die Serie ohne diesen Cocktail auch kaum zu ertragen.
Unfaßbar – diese Langatmigkeit, dieser Mangel an Dramatik, das unnatürliche, pathetisch-theatralische Gehabe (schauspielern kann man das nun wirklich nicht nennen) sowie die völlige Abwesenheit von Atmosphäre und Stimmung durch die knallhell erleuchtete Szenerie, die anscheinend generell ein Markenzeichen der deutschen Film- und Fernseh-„Kunst“ ist. So als wenn den Beleuchtern beim Studium beigebracht wird – „viel hilft viel!“
Und für so was zahlt man dann GEZ.
Zum Glück gibt es ja an meinem Fernseher einen Ausschalter.
Klick!
Aus!

Yacoubas Wunder

Als besonders erfrischend empfand ich vor kurzem die Nachricht, daß die Zuschauerzahlen bei Sat1′ Promi-Big-Brother dramatisch eingeknickt waren. Mir persönlich war schon immer rätselhaft, wie man nur seine wertvolle Lebenszeit dazu verschwenden kann, um einem Rudel halbgarer Irrer beim Existieren zuzuschauen. Selbst eine Pamela Anderson, die dem Container für viel Geld noch einen Besuch abstattete, um die Quotenpleite abzuwenden, hätte bei mir nicht einen Funken Interesse wecken können, weil die pure Anwesenheit von silikonhupgenudelten, blondierten Simpelchen bei mir eher so eine Art panische Fluchtreaktion auslöst, statt den Fortpflanzungstrieb zu aktivieren.
Bisher ist es mir auch stets gelungen, das Treiben der Möchtegernpromis jeglicher Couleur aus meinem Blog fernzuhalten, weil ich finde, daß man Sondermüll nicht auch noch öffentlich erwähnen sollte, weil man sich sonst ebenfalls der schleichenden Verblödung der Menschheit mitschuldig macht. Doch heute möchte ich da eine Ausnahme machen, denn die Sat1-Resteverwertung kann mir wunderbar als Kontrast dienen, um zu illustrieren, wer für mich die wirklichen Stars dieser Welt sind. Im ARD-Weltspiegel lief gestern eine Reportage über Yacouba, einen alten Mann in den Siebzigern, der vierzig Jahre seines Lebens damit verbrachte, herauszufinden, wie man die Wüste begrünen könnte, und der tatsächlich einen Weg fand. Mit seiner Methode ist er nun berühmt geworden, sie wird von den Vereinten Nationen zum Nachahmen empfohlen, und auf einer Konferenz in Südkorea war er als Gastredner eingeladen.
Im Laufe seines Lebens hat er tausende von Bäumen gepflanzt und so der Wüste ein gutes Stück Land abgetrotzt.
Was für ein Star!

Ein Haus verbreitet Angst

In Duisburg kann man derzeit miterleben, welche Probleme häufig durch Zuwanderer entstehen. Dabei sind die Zuwanderer selbst aber nur ein Teil des Problems, viel schwerer wiegt die totale Ahnungslosigkeit der Politik, die keine Strategien zur Hand hat, um das Chaos in geregelte Bahnen zu lenken. „Unser Ziel ist es, die Roma über die Stadt zu verteilen“, na wenn das mal kein genialer Geistesblitz ist – wir verteilen die Probleme schön überall in der Stadt, damit alle etwas davon haben! So blöd muß man erst mal sein.
Und dann wundert sich die Politik, wenn die Bewohner von Stadtteilen, in denen Flüchtlingsheime entstehen sollen, vor lauter Angst Schwarz und Weiß* nicht mehr unterscheiden können und dagegen protestieren.
Sind bestimmt nur alles Nazis!

*Und damit ist nicht die Hautfarbe gemeint!

Rock ’n’… aua, nicht so laut!

… wo bin ich?
Was bin ich?
Und was mach ich da, wo ich jetzt bin?
Wie komme ich hierher?
Wieso ist es schon so spät?
Was ist das da für eine bleischwere Kugel auf meinem Hals?
Und wieso ist sie noch nicht heruntergefallen?
Woher kommt nur dieses fiese Piepen auf der linken Seite?
Piiieeep!
Aua!
Hör auf, geh weg!
Zu hell, zu laut!
Ich muß wohl gestern abend sofort ins Koma gefallen sein. Oder war es heute früh?
Was bedeutet das – „früh“?
Es regnete. Gestern Abend. Das weiß ich noch. Und direkt neben mir stand ein großer, schwarzer Kasten. Da kam irgendwas raus.
Etwas Lautes.
Etwas fuuurchtbar Lautes!
Ha, jetzt weiß ich’s wieder, das war ein Lautsprecher.
Ein großer Lautsprecher!
Ein fuuurchtbar groooßer Lautsprecher.
Und da kam Musik raus.
Laute Musik.
Fuuurchtbar laute Musik!
Und neben dem Lautsprecher stand eine Bretterbude. Daneben noch ein Lautsprecher. Ein fuuurchtbar groooßer Lautsprecher. Aus dem kam auch etwas raus. Etwas furchtbar Lautes!
Aua, mein Kopf!
Was war das nur für eine Bretterbude?
Ja genau, das waren die Bretter, die die Welt bedeuten!
Ich war wohl auf einem Konzert. Ja, jetzt fällt’s mir wieder ein, auf einem Rockkonzert. Mit der besten AC/DC-Coverband der Welt. In … äh … vorsichtig denken, dann tut es nicht so weh … Frankfurt/Oder.
Und es war höllisch kalt. Und höllisch laut. Und höllisch gut!
Deswegen gehe ich nächste Woche gleich wieder hin.
Aua!

Die Wahl aus dem Jammertal

Nun haben wir Mutti also weitere vier Jahre an der Backe. Naja, lieber mit Mutti kuscheln, als mit der Dogge vonne SPD. Das Interessanteste am Wahlergebnis ist für mich allerdings der Umstand, daß es doch tatsächlich den Zustand der Gesellschaft widerspiegelt: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und die Mittelschicht bricht weg. Die CDU stärker als zuvor, die Linke mit einem erfreulich hohen Ergebnis und die Partei der Besserverdienenden mit dem F… ist mehr oder weniger unerwartet verstorben. Fragt sich nur, wer die SPD gewählt hat! Hartz-4-Empfänger können es jedenfalls nicht sein. Aber der Vita des charismatischen Ex-Kanzlerkandidaten Steinbrück nach dürften es wohl eher die Schönen und Reichen gewesen sein. Schade, daß die AfD den Einzug so knapp verfehlt hat. Etwas mehr Druck auf den etablierten Politzirkus hätte nicht geschadet.
Sollte sich die zwiegespaltene Gesellschaft jedoch weiter in die eingeschlagene Richtung entwickeln, so könnten die Verhältnisse irgendwann wie in den USA enden – mit zwei großen Parteien, die sich gegenseitig das Leben schwer machen und so die politische Weiterentwicklung verhindern.

Haltet den Dieb!

Daß heutzutage nichts mehr sicher ist, weiß man ja schon aus der Zeitung, zum Beispiel von der Bahn, der laufend die Kupferkabel geklaut werden. Aber das Wertstoffdiebe nun auch vor Privathaushalten nicht mehr halt machen, ist mir neu.
Stürmten doch heute früh zwei Herren mit blauer Tarnbekleidung in mein Bad und klauten vor meinen Augen Waschbecken, Toilette (mit Mützchen) und die Rohre aus der Wand!
Offenbar empfanden sie das dann wohl auch als etwas übertrieben und brachten wenigstens die Rohre zurück. Da werd‘ ich mich wohl erst noch dran gewöhnen müssen, so ganz ohne Becken.

Der Erfinder des Heiligen Grals

Ray Dolby, der Erfinder des Heiligen Grals und Gottvater der Audiobranche ist tot. Er starb am 12. September im Alter von 80 Jahren in San Francisco. Sein Name wird untrennbar verbunden bleiben mit einigen der wichtigsten Innovationen bei der Übertragung von Tonsignalen im privaten, wie auch im professionellen Audiobereich. Nicht nur als genialer Techniker, sondern vielmehr auch als begnadeter Vermarkter schaffte er es, den Namen Dolby zu einer weltweit bekannten Marke zu machen. Das Symbol mit dem spiegelbildlichen Doppel-D auf der Frontplatte eines Kassettenrekorders beschleunigte in den Achzigern meinen Puls auf gefährlich hohe Werte und sorgte für heftige Schweißausbrüche. Zusätzlich mit dem Buchstaben „C“ versehen, ließ dieses Symbol das betreffende Kassettendeck zu einem anbetungswürdigen, heiligen Fetisch mutieren, der einen ähnlich Sog-artigen Haben-Wollen-Effekt auslöste, wie es das bis vor wenigen Jahren nur ein neues iPhone vermochte.
Nun ist er also gestorben, der heilige Medizinmann, der Woodoopriester des High Fidelity. Ruhe in Frieden, Ray Dolby, für mich warst Du einer der ganz Großen, ich werde Dich nie vergessen!

Am Nasenring durch die Manege geführt

Da verplappert sich der amerikanische Außenminister Kerry doch leichtfertig, und sofort schnappt sich sein russischer Gegenspieler und Politprofi Lawrow den Ball, schießt ihn zum syrischen Teamplayer Walid al-Mualem, der die Murmel dann auch tatsächlich im Tor des Gegners versenkt. Ich wette, Lawrow hatte das nicht mal vorher mit den Syrern abgesprochen, weil er sofort erkannte, daß die Amis gerade die Hose heruntergelassen hatten. Somit haben die Russen die kriegseifernden Amerikaner mal wieder herrlich vorgeführt und ihnen gezeigt, wie man Außenpolitik macht. Denn die tausenden Chemiewaffen zu kontrollieren und außer Landes zu bringen, dürfte Wochen oder Monate dauern. Viel Zeit, um im syrischen Bürgerkrieg eine Entscheidung zu erzwingen, während die Amerikaner und ihre Verbündeten tatenlos zusehen müssen. Denn solange sich die Syrer kooperativ zeigen, kann man sie nicht mit Bomben beschmeißen, das würde die moralische Verkommenheit der westlichen Politikamateure nur noch stärker zum Vorschein bringen, als sie es ohnehin schon ist.
Wirklich – so viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr beim Ansehen der Tagesschau!