Während ich schon befürchtete, daß der letzte Winter aller Zeiten angebrochen ist, scheint sich die Großwetterlage nun doch noch entschlossen zu haben, sich für Deutschland zu erwärmen. Die Temperaturen steigen, es wird heller und die Sonne scheint wieder öfter zu scheinen. Dabei deckt sie mit ihrem analytischen Blick allerdings auch die Versäumnisse der letzten Monate gnadenlos auf: Überall liegt Staub, die Fensterscheiben sind aufgrund der ungewohnten Helligkeit erblindet, im Bad blättert die Farbe von der Decke, die Türschwellen erinnern mich stellenweise daran, daß in den fünfziger Jahren Dunkelbraun der letzte Schrei war, und im Wohnzimmer verliert der Teppich an einer kleinen Stelle leider schon seinen Winterpelz. Zeit für Veränderung:
Ich wohne in einer kleinen Zweizimmerwohnung, die mal wieder auf Vordermann gebracht werden müßte und suche deshalb eine
Reinigungskraft (m/w)
Sie haben einen manischen Putzfimmel im Sinne einer psychiatrischen Zwangserkrankung. Sie ertragen nicht das kleinste Staubkörnchen, kleinteilige Jalousien absolut keimfrei zu reinigen, betrachten Sie als die Berufung Ihres Lebens. Ein von Ihnen auf Hochglanz poliertes Bad erfüllt höchste medizinische Hygienestandards. Der Anblick abblätternder Wandfarbe läßt Sie wie in Trance nach Pinsel und Farbe greifen, wie den Sheriff nach der Flinte. Und von Ihnen geputzte Fenster sehen anschließend aus, als hätten sie gar kein Glas mehr im Rahmen. Sie haben auch keinerlei Probleme damit, daß Ihnen der Wohnungsinhaber während Ihrer Tätigkeit kartoffelchipskauend auf der Couch liegend zuschaut. Ihre hervorstechendsten Eigenschaften sind jedoch Ihre Menschenliebe und Selbstlosigkeit, aufgrund derer sie jegliche Vergütung für Ihre Reinigungstätigkeit zum Wohle der Menschheit kategorisch ablehnen und auf einer Zusammenarbeit auf ehrenamtlicher Basis bestehen.
Wenn Sie sich in der Beschreibung wiedererkennen, freue ich mich über Ihre Bewerbung. Senden Sie diese bitte an sunny.burnett (ät) live.de. Zur noch offenstehenden Bewerbung für Millionäre geht’s übrigens hier lang.