Zweiundvierzig. Laut Douglas Adams und seinem Bestsellerroman „Per Anhalter durch die Galaxis, einem der schrägsten und lustigsten Bücher des bekannten Universums, ist das die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Und auch in den folgenden vier Romanen wird nebenbei immer wieder versucht zu ergründen, was genau die Antwort denn nun eigentlich bedeutet.
Letzten Freitag hatte ich nun durch Zufall eine viel bessere Idee (Geistesblitze leuchten in dunklen Hohlkörpern am hellsten) und verständlichere Antwort auf die letzte aller Fragen. Ich stiefelte, noch immer hinkend und von Schmerzen geplagt, frühmorgens mißmutig zu meinem Arbeitsplatz, dessen einziger Zweck es ist, Geld für den nächsten Dubai-Urlaub herbeizuschaffen, als mir plötzlich in der Nähe vom Anhalter Bahnhof ein Mann mit zwei Kühen aus einem Hausflur entgegenkam. In Wirklichkeit waren es zwei riesige Doggen, gestaltet im schnieken Dalmatiner-Design, weswegen sie aussahen, wie Kühe.
Als Hunde- und Hundehalterhasser schüttelte ich in meiner unnachahmlich-intoleranten Art natürlich gleich wieder den Kopf und fragte mich, wie man nur so bescheuert sein und solche Riesenkühe auch noch zu zweit in einer ausgesprochen rindviehungeeigneten und generell tierunfreundlichen Stadt halten kann. Im selben Moment schossen mir Fragmente des oben erwähnten Geistesblitzes durch den Hohlkörper, so etwa in der Art: „schuf … nach seinem Bilde“! Und als ich die Fragmente mit Hilfe geistiger Gehirnpuzzelei zusammensetzte, erschien mir die Antwort aller Fragen plötzlich so klar und deutlich, wie ein Baum, der einer Dogge ans Bein pinkelt: Im Alten Testament (Genesis 1,26f) heißt es „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde“. Oder anders ausgedrückt, wir sind wie er. Und im Umkehrschluß – er ist genauso wie wir! Genauso klug und ebenso bescheuert. Freundlich oder rüpelhaft. Liebend, hassend, sanft und gewalttätig. Gott ist uns gleich, er ist nicht schlechter aber auch nicht besser als wir Menschen.
Das erklärt doch alles! Also ich meine wirklich alles! Oder?
Der Kommunismus bedroht die Welt? Ein neuer, demokratisch gewählter Präsident bedroht Ihre Geschäftsinteressen? Das Öl im eigenen Land wird langsam knapp? Kein Problem, hier kommt die Lösung: „Kriegs-ABC für Dummies“ – mit Lügen und Intrigen die Medien und den normalerweise friedliebenden Pöbel zackig auf Linie bringen und in den Krieg ziehen lassen. Die ultimative Videoanleitung für den Hobbykrieger und Massenmörder von morgen, jetzt exklusiv in der ZDF-Videothek auf Youtube.
Auch wenn ich hier immer über unser durchgeknalltes Politikerpack herziehe, die Auswüchse des Raubtierkapitalismus verfluche, dem maroden Gesundheitssystem die hübsche Maske vom häßlichen Gesicht reiße und auch sonst immer nur herummeckere – auf die Berliner Behörden lasse ich nichts kommen. Wann immer ich mit denen zu tun hatte, egal ob Finanzamt, Arbeitsamt, Wohnungsamt, Gewerbeamt oder beim Bürgeramt, stets wurden die Angelegenheiten schnell und zuverlässig erledigt, nie gab es größere Probleme.
Zum Beispiel heute: Am Freitag auf der Webseite des Bürgeramtes Pankow einen Termin vereinbart, heute pünktlich dort erschienen, nach 12 Minuten aufgerufen, Führerschein und neuen Reisepaß beantragt, mit Karte am Automaten bezahlt, nach zehn Minuten war alles erledigt. Supermodern. Ohne Warten. Ohne Bestechung. Ohne Beziehungen und Günstlingswirtschaft. Einfach so.
Das ist doch wirklich mal ein dickes Lob wert, oder? Da hört man aus manchen Ländern ganz andere Geschichten …
Vor einiger Zeit staunte ich in der Puttkamerstraße, nahe der Berliner Friedrichstraße über eine dickbäuchige, etwa einen Meter hohe, bunt bemalte Tonvase, die eines Tages plötzlich auf dem Gehweg vor einer Schule stand. In diesem Augenblick wußte ich bereits, daß sie verloren war. Tatsächlich füllte sich die Vase in den nächsten Tagen zunehmend mit Unrat, irgendwann war dann am oberen Rand eine Stück abgeplatzt, später fehlte die obere Hälfte und bald darauf lag die Vase komplett zerschlagen auf dem Gehweg.
In der TAZ schreibt heute die freie Autorin Isolde Charim über das kürzlich vom Kölner Landgericht erlassene Beschneidungsverbot. In dem Artikel ist die Haltung der Autorin gegen das Verbot, also für die Beschneidung deutlich herauszulesen. Allerdings stehen ihre fadenscheinigen, von religiösem Irrsinn umnebelten Argumente dabei auf wackeligen Beinen, so schreibt sie zum Beispiel: „Für den Gläubigen ist dieses sichtbare Zeichen kein Defekt, der einer Reparatur bedarf“, und meint dabei die nach der Beschneidung fehlende Vorhaut. Liebe Frau Charim, würden Sie auch noch so urteilen, wenn Sie eines Morgens feststellen, daß man Ihnen Klitoris und Schamlippen abgeschnitten hat? Kenne Sie eigentlich neben beschnittenen Männern, denen der Verlust nichts ausmacht auch welche, die sehr wohl ein Problem damit haben? Nun ich schon, und ich kann Ihnen versichern, sie hassen und verfluchen ihre Eltern oder machen ihnen zumindest heftige Vorwürfe. Denn nicht jeder möchte den Weg gehen, der von den Eltern vorgezeichnet ist, egal ob es sich dabei um die Religion oder andere Dinge handelt.
Weiter schreibt sie: „Solche Jahrtausende alten Praktiken – die die Kinder einer Gemeinschaft eingliedern und den Bezug zu den Ahnen garantieren soll – sind nicht durch einen richterlichen Beschluss aufzulösen.“ Sie meinen also, nur, weil Praktiken Jahrtausende alt sind, sind sie richtig und unveränderlich? Wenn dem so wäre, würden wir unser Feuer heute noch mit Feuersteinen entfachen. Ich halte es vielmehr für dringend notwendig, die alten, verstaubten Rituale immer und immer wieder neu zu hinterfragen und auf ihre Sinnhaftigkeit hin abzuklopfen.
Als nächstes folgt das Totschlagargument: „Dann wird die Durchführung der Beschneidungen wieder in die Gemeinden zurückverlegt: vom OP-Saal zurück auf den Küchentisch.“ Nur mal zur Erinnerung: Wir haben unter anderem Gesetze, die Vergewaltigung, Totschlag und Mord verbieten, und die auch nicht hundertprozentig funktionieren. Aber dürfen wir sie deshalb abschaffen? Es wird immer Menschen geben, die sich über Verbote hinwegsetzen, deshalb sollten wir aber trotzdem nicht darauf verzichten. Die Ausrede „Verbot sinnlos, weil dann immer noch …“ ist vermutlich so alt, wie die Verbote selbst und wird immer dann aus der Schublade geholt, wenn es darum geht, auf gute alte Gewohnheiten verzichten zu müssen. Zuletzt war das der Fall bei der Finanztransaktionssteuer („… dann weichen die ja auf andere Marktplätze aus!“), beim Rauchverbot („… dann gibt es ja noch so viel andere schädliche Stoffe, wie Alkohol und Autoabgase!“) und jeweils nach den verschiedenen Amokläufen der letzten Jahre, wenn wieder mal eine Verschärfung des Waffenrechts droht und die Waffenlobby erschrocken aus den kolonialen Ledersesseln aufspringt, mit dem „Argument“, es sei ja nicht die Waffe, die tötet, sondern der Mensch, der den Abzug drückt, und es gäbe ja außerdem noch Messer und Äxte und … und … und …
Das Verbot der Beschneidung ist richtig, es ist Körperverletzung von wehrlosen, schutzbedürftigen Kindern. Wenn sie volljährig sind und es für richtig halten, können sie sich immer noch frei für eine Beschneidung entscheiden. Eine Religion wird an einer Änderung dieser Rituale nicht zerbrechen. Vielmehr sollten sich Anhänger der betreffenden Religionen einfach mal Folgendes fragen: Wenn Gott oder Allah allmächtig, allwissend und weise ist, und in seiner unendlichen Weisheit den Mann erschaffen hat, wie er ist, und zwar mit Vorhaut, wird er sich nicht vielleicht etwas dabei gedacht haben? Könnte es sein, daß sie eine wichtige Funktion erfüllt und doch besser nicht abgeschnitten werden sollte? Wie weit darf Religionsfreiheit gehen? Wenn der Beschnittene sich später für eine andere oder gegen Religion entscheidet, ist er dann nicht in seiner Freiheit eingeschränkt, weil die fremdbestimmt entfernte Vorhaut nicht mehr nachwächst? Und in den Leserkommentaren zum Artikel von Isolde Charim hinterfragt Heribert Hansen sehr richtig: „Wenn ich also jetzt ’ne Religion gründe, deren Erkennungszeichen ist, dass schon kleinen Kindern die Ohren abgeschnitten werden, soll ich das dürfen?“
Mir hingegen drängt sich angesichts des Zeitungsartikels und meiner Beobachtung mit der zerbrochenen Vase nur eine Frage auf: Woher kommt nur diese in uns steckende Zerstörungswut? Dieses destruktive Zerschlagen und Abschneiden, ist das genetisch bedingt? Ist es vielleicht ein wichtiger Baustein für das Vorankommen der Evolution, dient es vielleicht auf besondere Art der Erhaltung der eigenen Spezies? Oder ist es letztendlich doch nur ganz gewöhnliche, handelsübliche Dummheit?
Und – nicht ganz passend zum Thema – aber auch wiederum nicht allzu weit davon entfernt, an all die religiösen Spinner (und damit meine ich auch Verbrecher von der Sorte George W. Bushs), die da meinen, sie müßten ihren allmächtigen (!) Gott/Allah verteidigen, in dem sie Andersdenkende und Ungläubige töten, eine einfache Frage: Wenn Ihr dereinst mal vor Euren Schöpfer tretet und dieser Euch fragt, „Welchen Teil von Du sollst nicht töten, hast Du eigentlich nicht verstanden, mein Sohn?“, was werdet Ihr ihm dann antworten?
Nachtrag vom 14. September: Ein Betroffener schreibt in der Taz über seine Erlebnisse mit und ohne. Ein Bericht der – sozusagen – unter die Haut geht.
Vor 20 Jahren, nach dem Zusammenbruch der DDR, stürzten sich die westlichen Massenmedien wie die Geier auf die Reste des untergegangenen Staates und trampelten auf den qualmenden Ruinen herum, indem sie den Zerfall minutiös beschrieben, so als hätten sie’s schon immer gewußt. Auch das Gesundheitswesen bekam seinen Teil ab, völlig marode und kaputt, sei es gewesen.
Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme: Mit schmerzendem Rücken, Gehbeschwerden und beginnender Taubheit im rechten Bein quälte ich mich heute morgen zu einem Orthopäden, den ich vor etwa zehn Jahren zuletzt aufsuchte, und der mir aufgrund seiner Freundlichkeit und Kompetenz im Gedächtnis geblieben ist. Heute jedoch empfing mich eine sauertöpfisch dreinschauende Sprechstundenhilfe, die nicht mal einen Hauch von Freundlichkeit oder den Anflug eines Lächelns erkennen lies. Mies gelaunt erklärte sie mir, daß Doktor G. bereits vor über acht Jahren seine Lizenz für Kassenpatienten zurückgegeben habe. Oder anders formuliert – er behandelt nur noch Privatpatienten. Mies gelaunt erklärte ich ihr, daß Doktor G. ja dann schon über acht Jahre Zeit gehabt hätte, diesen Umstand auf seiner Webseite und in den vielen Internetbranchenbüchern zu kommunizieren. So humpelte ich also mit meinem schmerzenden Rücken und dem sich zunehmend tauber anfühlenden Bein zu der von ihr genannten Alternative, nicht allzu weit weg und dennoch etwa zwei Kilometer entfernt von jeglichem öffentlichen Nahverkehr. Das dortige Ärztehaus gab sich sofort und ungeniert als Zufluchtsort für Kassenpatienten zu erkennen – der Fahrstuhl war defekt und der lange Flur in der dritten Etage gänzlich unbeleuchtet. Nur mit Hilfe meines Mobiltelefons konnte ich das Eingangsschild ausreichend lesbar beleuchten. Die Sprechstundenhilfe, ein ebenso freundliches wie bizarres Wesen aus einer anderen Dimension mit einem hinreißend häßlichen, bunten Gestrüpp auf dem Kopf, ließ mich wissen, daß diese Woche leider keine Termine verfügbar seien. Und ich solle mich an meinen Hausarzt oder eine Notfallklinik wenden.
Nun sitze ich also hier beim Hausarzt, mußte ein zweites Mal zehn Euro Praxisgebühr bezahlen, weil die zehn Tage alte Quittung eines anderen Arztes nicht ausreicht, nein-nein – es muß ja unbedingt eine Überweisung mit dabei sein! Von einem fachfremden Facharzt zum Hausarzt! Was für ein Schwachsinn!
Nachdem der Arzt mich untersucht, einen eingeklemmten Ischiasnerv diagnostiziert und außerdem beschlossen hat, mich aus Mitleid umgehend einzuschläfern, lasse ich, während meine Augenlieder, verursacht durch das finale Narkosegas, immer schwerer werden, meine Erfahrungen mit dem DDR-Gesundheitswesen Revue passieren. Und ich sage es wirklich nur ungern, aber: Es war nicht alles schlecht!
Einen kleinen und interessanten Einblick in die Arbeitsweise der Bild-Redaktion liefert uns Ingrid Heinisch, freie Journalistin und ehemalige Bild-Praktikantin in einem Artikel der Zeitung Neues Deutschland.
Die fünf großen Konten, das Versagen der SPD, die Finanzkrise und das drohende Ende Europas durch den Fiskalpakt: Die Auswüchse des Finanzkapitalismus, verständlich erklärt durch Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup, Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen. Der Film zur Krise:
Etwas mehr Musik in meiner Küche könnte eigentlich nicht schaden, dachte ich mir und bestellte bei meinem Lieblingshändler Amazon ein paar Philips-Lautsprecher, die durch Zauberei und Magie die von meinen mittlerweile reichlich vorhandenen Apple-Produkten abgespielte Musik ohne Kabel in Empfang nehmen und dem geneigten Ohr des Hörers zu Gemüte führen. Sollten.
Und hier nun das Tagebuch des Scheiterns:
Mittwoch, 16. Mai 2012
Bestellung bei Amazon.
Freitag, 18. Mai 2012
Lieferung wird durch Amazon verschickt.
Montag, 21. Mai 2012
Zustellversuch durch DHL. Wegen meiner Berufstätigkeit kann ich nicht zu Hause anwesend sein, der Fahrer nimmt die Ware wieder mit und liefert sie in der DHL-Filiale Berlin-Pankow ab. Laut Sendungverfolgung auf der DHL-Webseite soll eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten sein, es ist aber keine da. Die wird erst am nächsten Tag eingeworfen, was bei mir die Frage aufwirft, ob der Fahrer extra deswegen nochmal bei mir gehalten hat, und ob er vielleicht die Lautsprecher gleich noch einmal dabei hatte.
Abends schicke ich eine E-Mail an DHL und bitte um eine Zweitzustellung am Samstag, dem 26. Mai. Diese wird zugesagt, ich halte mir den Samstag extra frei, verschiebe dafür einen wichtigen Termin auf den Pfingstmontag, was dazu führt, daß ich einen anderen Termin, der kurzfristig für Montag angesetzt ist, nicht wahrnehmen kann. Das nur mal zur Verdeutlichung, welche Folgen das Ganze nach sich zieht.
Samstag, 26. Mai 2012
Der DHL-Lieferfahrer kommt vorbei, um ein anderes Paket abzuholen. Die Zweitzustellung hat er nicht dabei. Und angeblich liegt diese auch nicht mehr in der Filiale, sonst hätte er sie mitgebracht, sagt er.
Ich rufe abends den Kundenservice von Amazon an, ein freundlicher junger Mann fragt live bei seinem Kontaktpartner von DHL nach, der bestätigt, daß die Ware bereits von DHL als unzustellbar zurückgeschickt wurde. Er veranlaßt eine erneute Versendung und verspricht, mit DHL einen Zustelltermin für Samstag, den 09. Juni zu machen. Ich kann mich entscheiden zwischen vormittags und nachmittags, ich entscheide mich für das Erste. Der Servicemitarbeiter notiert sich noch meine E-Mail-Adresse und Mobilfunknummer und verspricht, mir am folgenden Montag oder Dienstag Bescheid zu geben.
Montag, 04. Mai 2012
Amazon versendet erneut die bestellte Ware. Der versprochene Anruf bezüglich des Zustelltermins am Samstag bleibt aus, auch am Dienstag keine Rückmeldung oder Bestätigung des Termins.
Dientag, 05. Mai 2012
Abends rufe ich erneut bei Amazon an, um nach dem vereinbarten Termin zu fragen. Die nette Mitarbeiterin findet in Ihren Unterlagen keine derartige Verabredung. Da ich ihren Kollegen vom 26. Mai aber auf der Tastatur klappern hörte, frage ich mich, was er da wohl geschrieben hat und wohin die entsprechenden Daten verschwunden sind.
Sie verspricht mir, sich bei DHL um einen Liefertermin für kommenden Samstag zu kümmern und läßt sich ebenfalls noch einmal meine Kontaktdaten geben.
Mittwoch, 06. Mai 2012
Ich erhalte von Amazon eine E-Mail mit folgendem Inhalt: „Wie vereinbart habe ich Ihnen für Ihre Bestellung für folgenden Artikel (Samsung SyncMaster … LED Monitor …) wie gewünscht eine Samstag-Zustellung für den 09.06.12 veranlasst.“
Bitte? Samsung-Monitor? Hatte ich nicht eigentlich Philips-Lautsprecher bestellt? Ich schreibe zurück, um nachzufragen, ein dritter Amazon-Mitarbeiter antwortet, ich hätte eine fehlgeleitete E-Mail erhalten und solle diese ignorieren. Da dies nun aber auch bedeutet, daß nicht nur E-Mail und Samsung-Monitor sondern auch der Samtagstermin nicht für mich bestimmt waren, schreibe ich erneut eine E-Mail an DHL und bitte um Zweitzustellung. Ich erhalte keine Antwort.
Samstag, 09. Juni 2012
Wie nicht anders zu erwarten, traf wieder keine Ware bei mir ein.
Da platzt einem doch wirklich der Kragen:
Liebe Amazon-Mitarbeiter, wollt Ihr oder könnt Ihr Euch nicht vernünftig um Eure Kunden kümmern? In der Fußzeile Eurer Service-E-Mails steht: „Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein.“ Tja, also freundlich seid Ihr, aber leider nicht zuverlässig! Wenn Ihr versprecht, die Kunden anzurufen, solltet Ihr das auch einhalten. Dann hätte man das Versehen mit dem Samsung-Monitor auch gleich aufklären können. Und da Euch in diesem Fall durch das Versagen der DHL fast 700 Euro verloren gehen, solltet Ihr diese Trottel vielleicht mal auf Schadensersatz verklagen. Soviel Unvermögen ist absolut geschäftsschädigend, schlecht für den Umsatz und noch schlechter für den guten Ruf, denn bisher war ich mit Amazon immer sehr zufrieden.
Und nun zu Dir, DHL, eines wollen wir mal klarstellen: Ihr habt doch eigentlich nur eine einzige, simple Aufgabe: Den Transport von Dingen von A nach B. Und damit das auch prima klappt, habt Ihr eine milliardenteure Infrastruktur: Ihr habt automatische Förderbänder, moderne Computer, maßgeschneiderte Software, Barcode-Lesegeräte, digitale Unterschriften und so weiter und so fort. Und trotzdem seid Ihr nicht in der Lage, ein einfaches Paket termingerecht auszuliefern. Und das gleich zweimal hintereinander! Das kann man ja nun wirklich nur noch als totales Versagen und oberpeinliche Unfähigkeit bezeichnen. Aber was erwarte ich auch anderes von der Deutschen Post, die sich mit dem Kürzel DHL einfach nur ein neues Mäntelchen umgehängt hat. Wird Zeit, daß Ihr endlich pleite geht und den Markt den flinkeren und zuverlässigeren Transportunternehmen überlaßt. Ich verlasse mich jedenfalls nicht mehr auf Euch.
In der Sendungsverfolgung auf der DHL-Seite steht übrigens: „Fr, 08.06.12, 14:22 Uhr, Die Sendung wurde abgeholt. Fr, 08.06.12, 14:23 Uhr, Auf Wunsch des Empfängers erfolgt ein 2. Zustellversuch.“ Aha! Am Freitag? War niemand hier, sonst wäre ja eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten gewesen. Und falls die Zustellung für Samstag vorgesehen war, wurde der DHL-Fahrer wohl von Wegelagerern überfallen und ausgeraubt. Weiter heißt es: „Die Sendung wurde fehlgeleitet und konnte nicht zugestellt werden. Die Sendung wird umadressiert und an den Empfänger weitergeleitet.“ Und wenig später: „Rücksendung eingeleitet … Die Sendung entspricht nicht den Versandbedingungen.“ Verstehe, das kommt wohl von den Blutspuren des Lieferfahrers und der zerfetzten Verpackung vom Überfall der Wegelagerer.
Was für ein Scheißunternehmen!
So bleibt mir anscheinend nichts Anderes übrig, als mit meinen von wertlosen Eurobanknoten ausgebeulten Hosentaschen hier herumzusitzen und die tollen, aber unerreichbaren Lautsprecher weiter aus der Ferne anzuschmachten …
Dieser Beitrag wurde nicht gesponsort von Amazon, Philips, Samsung oder Apple. Und von DHL? Naja, schweigen wir lieber …
Soeben lief ich an der recht großen und unübersichtlichen Berliner Kreuzung Prenzlauer Promenade/Ostseestraße entlang, wo es jeweils zwei Fahrspuren plus Linksabbiegerspur, Radfahrwege mit eigenen Ampeln, Fußgängerwege, Straßenbahn- und Bushaltestellen und dazwischen unendlich viele, kreuz- und querlaufende Straßenbahnschienen gibt. Zudem noch eine komplizierte Ampelreglung für alle Verkehrsteilnehmer, zusätzlich verschärft durch temporäre Straßenbahnpriorität und Pipapo, sodaß man eigentlich nie genau sagen kann, wer da nun eigentlich wann genau fährt. Und über dieses Machwerk des Teufels fuhr nun einfach in aller Seelenruhe ein Radfahrer quer, also von rechts unten nach links oben, ohne jegliche Beachtung von irgendwas, was auch nur andeutungsweise mit Verkehrsvorschriften zu tun hatte, und ohne auch nur mal nach links und rechts zu schauen!
Bescheuerter Mensch!
Sollten beim morgendlichen Frühstück der Kaffee, die Kornflakes, das Eis, die Babynahrung oder einige der über 80 anderen Produkte der Firma Nestlé merkwürdig schmecken, also irgendwie nach Blut – nur keine Sorge! Das liegt vermutlich nur an den unerfreulichen Zuständen in Kolumbien, wo aufsässige Gewerkschaften den störungsfreien Produktionsablauf durch lästige Forderungen behindern. Das ist natürlich nicht hinnehmbar, da muß man eisern durchgreifen.
Wohl bekomm’s! Oder wie Nestlé sagen würde: Good Food, Good Life!


