Die Finanzkrise, Hungersnöte, Kriege, Überwachung, Genfood, warum es den Euro gibt, Bankenrettung, krankmachende Impfstoffe – für all das gibt es eine Erklärung, und offenbar hängen viele Dinge nicht nur miteinander zusammen, sondern entspringen derselben Quelle: Einer kleinen Zahl von machtgeilen Individuen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt zu kontrollieren. Der folgende Film erklärt in über zwei Stunden die Zusammenhänge und bietet Lösungen. Und von der typisch amerikanisch-übertriebenen Präsentation und den UFOs sowie Kornkreisen am Anfang sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen! Der Film wird im weiteren Verlauf erschreckend sachlich, nennt Namen und belegt die aufgestellten Thesen auch an verschiedenen Beispielen.
Gregor Gysi, Abgeordneter der Linken, sucht derzeit den Schulterschluß zu SPD und Grünen, indem er das Thema Reichensteuer wieder auf die Tagesordnung setzt. Damit soll der Spitzensteuersatz von 42 auf 43 Prozent angehoben werden. Unter der Regierung Kohl lag er noch bei 53 Prozent.
Meiner Ansicht nach sind diese Forderungen jedoch nicht mehr als Populismus, denn sie lösen die bedrohliche Finanzsituation des Staates nicht, sondern verschieben den unvermeidlichen Zusammenbruch nur etwas weiter in die Zukunft. Um das zu verstehen, ist nicht einmal ein Ökonomiediplom notwendig, lediglich ein wenig gesunder Menschenverstand:
In einem Staatshaushalt darf es nur eine bestimmte Geldmenge geben, sonst kommt es zur Inflation. Wenn nun ein paar Bürger extrem viel Geld haben, erhalten sie dafür natürlich Zinsen und Zinseszinsen. Da sie dieses Geld nicht komplett ausgeben, sammelt es sich auf ihren Konten und wo sie es sonst noch angelegt haben. Da die Geldmenge aber begrenzt ist, fehlt dieses Geld dann irgendwann im Topf, so daß der Staat Schulden machen muß, wofür er aber auch wieder Zinsen zahlt, und so weiter. Gleichzeitig muß er sparen, was dazu führt, daß Infrastruktur und soziale Belange immer stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis das ganze Gebilde zusammenbricht. Deswegen wäre es auch wichtig, alle Bürger an den Kosten zu beteiligen, nicht nur die unteren 90 Prozent. Das gilt übrigens auch für die Kranken- und Sozialversicherung. Daß Besserverdiener und Beamte sich hier heraushalten können, ist eigentlich der größte Schwachsinn. Und daß es für Besserverdiener eine Bemessungsgrenze gibt, noch viel schwachsinniger. Ausgerechnet diejenigen, die es sich leisten könnten, müssen sich nicht in ausreichendem Maße beteiligen. Wenn ein Manager zehn Millionen im Jahr verdient und neun Millionen Steuern zahlen müßte, hätte er immer noch eine Million übrig, was bei nur zwei Prozent Verzinsung rund 1666 Euro Zinsen im Monat abwirft, also mehr, als manch andere Leute Gehalt bekommen. Das nur mal zur Verdeutlichung, von welchen Größenordnungen wir hier reden.
Und dann werden auch noch die einzigen Gelddruckmaschinen in Form von Energieunternehmen und städtischen Wasserwerken privatisiert, weswegen diese regelmäßigen Einnahmen nun in privater, anstatt in staatlicher Hand landen. Kein Wunder, daß irgendwann kein Geld mehr im Topf ist.
Statt also nur den Spitzensteuersatz anzuheben wäre es viel sinnvoller, einfach die Höhe von privatem Vermögen zu begrenzen, beispielsweise auf 100 Millionen Euro. Erinnern wir uns – bei nur einer Millionen erhält man mit nur zwei Prozent Verzinsung 1666 Euro Zinsen pro Monat. Bei zehn Millionen wären das schon 16666 Euro. Bei einem solchen Monatseinkommen erhält man bei der Bank jeden Kredit, man müßte also nicht einmal auf Luxus verzichten. Das eigene Haus, der tolle Luxusschlitten, die goldene Rolex – nichts davon wäre unerreichbar. Gleichzeitig würde es vielen Menschen bessergehen, unsere Straßen wären sicherer, weil staatliche Organe wie die Polizei wieder besser funktionieren, Schulen wären in besserem Zustand, Schwimmbäder müßten nicht mehr schließen und so weiter.
Der Staat würde sich nicht länger kaputtsparen.
Unveröffentlichte Szene* aus dem gerade im Kino anlaufenden dritten Teil von Men in Black:
Agent J (Will Smith): (Dreht sich aus Versehen in Richtung der Kamera und erschrickt) „Hey K, schau mal, was sind denn das alles für Leute hier? Sind das auch Men in Black?“
Agent K (Tommy Lee Jones): (Dreht sich auch zur Kamera) „Nein, wie kommst Du denn darauf?“
Agent J: „Na wegen der Brillen, Mann!“
Agent K: „Das sind nur 3D-Brillen, wegen der … der … äh …“ (rudert ein wenig mit dem Arm in der Luft herum) „… 3D-Effekte!“ (greift mit der Hand in Richtung Kamera, das Kinopublikum zuckt kurz zusammen)
Agent J: „Ach so, verstehe.“ (kratzt sich unschlüssig an der Nase, und springt dann plötzlich mit dem Gesicht nach vorne) „Buh!“ (das Publikum quietscht vergnügt vor sich hin) „Soll ich die ein wenig … äh … blitzdingsen?“ (nestelt an seinem Blitzdings herum)
Agent K: „Nein, laß das mal, sonst müssen wir den Film nochmal starten!“
Agent J: „Ach ja, und an der Stelle hier bleiben sie dann für immer und ewig hängen. Wie in ’ner Zeitschleife.“
Agent K: „Nein, aber sie können sonst der Handlung nicht mehr folgen.“
Agent J: „Welcher Handlung?“
Agent K: „Na der Filmhandlung!“ (verdreht die Augen)
Agent J: „Der Film hat ’ne Handlung?“
Agent K: „Jeder Film hat ’ne Handlung!“ (wendet sich ab und schickt sich an, den Raum zu verlassen)
Agent J: „Echt jetzt?“ (erstaunt und ungläubig, läuft Agent K hinterher)
Agent K: „Ja!!!“
Agent J: „… kein Scheiß?“ (Beide entfernen sich und werden leiser)
Agent K: „Nein!“ (beide verlassen den Raum und sind nicht mehr im Bild, die Tür schließt sich)
Agent J: „Also ich hab bis jetzt noch keine Handlung gesehen!“
*unveröffentlicht, weil nie gedreht. Hollywood hat mich ja wieder mal nicht gefragt, ob ich das Drehbuch schreiben will! Grrr …
Kandisbunzlerin Merkel will die Energiewende nun energetisch…, äh Verzeihung – energischer vorantreiben. Gleichzeitig aber senkt sie die Subventionen in erneuerbare Energien.
Tja … ähm … ich denke … das wird helfen!
…
…
…
…
Ach sooo … nee, jetzt verstehe ich das erst! Energiewende zurück zu Kohle und Gas!
Nee, dann paßt das ja!
Liebe Linke,
selbst in der Schweiz ist man nun schon auf Euch aufmerksam geworden. Wie sollte es anders sein – natürlich geht es wieder mal um das altbekannte leidige Thema zerstrittener linker Parteien, ein Problem, das nicht nur in Deutschland seit der Weimarer Republik, sondern weltweit immer wieder auftaucht. Und zwar ganz besonders in Situationen, wenn es wirklich mal drauf ankommt. Dann verheddert Ihr Euch in irgendwelchen blöden Streitereien oder kneift gleich ganz den Schwanz ein!
Wollt Ihr denn den bald vor Freude überschnappenden Bankern, Spekulanten, Waffenfabrikanten und Kriegstreibern wirklich für immer und ewig die Macht überlassen? Könntet Ihr Euch bitte endlich mal zusammenreißen und vernünftige Politik machen, Euch auf das wirklich Wichtige konzentrieren und Euch später über den Kleinkram streiten? Sonst muß ich demnächst noch die Piraten wählen.
Diesmal ohne freundliche Grüße!
Euer Sunlion
Nachtrag vom 22. Mai: Hoppla-hoppla, Mensch Lafontaine, so war das hier nun auch wieder nicht gemeint! Mußt doch wegen dem bißchen Blog hier nicht gleich zurücktreten!
Wobei das wiederum auch nur meine These bestätigt: Wird es ernst, klemmt Ihr den Schwanz ein!
Manchmal denke ich, die bei Google haben zu viele bunte Bonbons genascht. Zum Beispiel wenn ich feststelle, daß die Pankower Achtermannstraße, in der mein Elternhaus steht, bei Google Maps jahrelang „Zur Grabenschlucht“ hieß, obwohl es eine Straße mit der Bezeichnung in ganz Berlin nicht gab. Deshalb schrieb ich an die verantwortliche Stelle eine klärende E-Mail, was dazu führte, daß nach nur einem halben Jahr (an dieser Stelle bitte alle mal genervt die Augen verdrehen – ja, genau so, danke!) die östliche Hälfte der Straße den korrekten Namen erhielt, während der Rest noch immer „Zur Grabenschlucht“ hieß. Es gibt dort weit und breit weder Gräben noch Schluchten, erstaunlich, wie sich so ein Fehler einschleichen kann. Mittlerweile haben sie’s aber wohl geschnallt und den Fehler korrigiert.
Fast scheiterte meine heutige Radtour an demselben Problem, denn die Neuenhagener Chaussee hieß auf der von mir ausgedruckten Google-Maps-Webseite fälschlicherweise Hönower Chaussee, was ebenfalls höchst verwunderlich ist, denn die Hönower Chaussee gibt es auf der Karte gleich nebenan ein zweites Mal. Vielleicht sollten die Programmierer doch lieber mal die Bonbonsorte wechseln.
Nach 26 Kilometern, einigen Umwegen und meinem, auf einem nutzlosen Gelsattel wundgesessenen Hintern kam ich dann im tiefsten Osten beim Grundstück eines ehemaligen Mitschülers an, den ich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen habe, und der sich auch gleich hartnäckig weigerte, mich zu erkennen. Bei meinem Namen klickerte dann aber wohl doch irgendwas bei ihm, und so saßen wir dann gemütlich in seinem Garten und stellten fest, daß er sich ein neues Hobby zugelegt hat. Seit einigen Jahren taucht er nämlich und hat auch alle möglichen Tauchscheine, Urkunden und Bewilligungen bis hin zum Divemaster, der wohl so etwas wie der schwarze Gürtel im Tauchsport ist. Während ich in jungen Jahren mein wohlverdientes Geld mit voller Wucht für Elektronik und Uhren aus dem Fenster warf, hat mein ehemaliger Mitschüler lieber mit vereinten Kräften von Bruder und Eltern ein Haus aus dem Boden gestampft, das nicht nur größer und schöner als das der Nachbarn ist, sondern sogar einen kleinen Swimmingpool im Garten besitzt. So kam ich also heute in den Genuß, das erste Mal im Leben zu tauchen. So richtig echt mit Anzug und Luftflaschen.
Bis heute habe ich gelegentlich in einigen der weiter hinten befindlichen Gehirnregionen darüber nachgedacht, ob ich nicht auch mal einen Tauchschein machen sollte; doch nun kann ich diese Frage wohl endlich als hinfällig betrachten. Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, gegen einen Lungenautomaten anzuatmen, der die lebensnotwendige Luft nur widerwillig mit leichter Verzögerung abgibt. Und beim Ausatmen blubbern einem die Luftblasen derart laut um die Ohren, daß die Taucherbrille wackelt! Somit wird sich dieser Sport nun doch nicht in meine persönliche Top 10 der beliebtesten Zeitvertreibe einreihen. Aber interessant war’s trotzdem da unten, einsachtzig tief im Wasser.
Also 828 und 368 Meter sind doch schon ein mächtig gewaltiger Unterschied, gelle? Wollte ich nur mal anmerken. Klaus 123 meinte jedoch, der Berliner Fernsehturm sehe nur kleiner aus, weil Berlin vom Kamerastandpunkt weiter weg ist. Nuja, wenna meint …
Liebe Hotels, anläßlich meines zurückliegenden Urlaubs wollte ich unbedingt noch Folgendes loswerden: In Dubai landete ich früh um Fünf und durfte dann sieben Stunden lang bis Mittags um Zwölf auf mein Zimmer warten, außer ich hätte für diese Zeit nochmal einen ganzen Tagessatz bezahlt. Und auf Mauritius mußte ich mein Zimmer um Zwölf Uhr Mittags verlassen, um anschließend sechs Stunden lang als Obdachloser auf dem Hotelgelände umherzuirrlichtern, bis abends endlich mein Taxi kam.
Für eine Branche, deren alleinige und ausschließliche Aufgabe es ist, Gäste zu beherbergen, ist das eine wirklich armselige Leistung. Und der Hinweis, daß weltweit alle Hotels das so handhaben, ist nicht nur ein schlechtes Argument, es ist vielmehr gar keins. Im Übrigen ist es mir auch scheißegal, ob Ihr die Zimmer erst noch herrichten müßt. Das ist Euer Problem, denkt euch gefälligst was aus. Hätte ich ein Hotel, würde ich den Gast selbstverständlich sofort auf sein Zimmer lassen, solange der Termin mit seiner Anmeldung übereinstimmt und das Haus nicht ausgebucht ist. Das kann man mit etwas gutem Willen und vernünftigem Management auch im Sinne der Gäste organisieren. Versucht einfach mal, Euch vorzustellen, wie sich ein Mensch fühlt, der seit 24 Stunden unterwegs ist, 10.000 Kilometer zurückgelegt hat, ohne Schlaf und die Möglichkeit, zu duschen oder wenigstens die Zähne zu putzen.
Die beiden Hotels jedenfalls, in denen ich meinen Urlaub verbracht habe, würde ich allein schon deswegen nie wieder besuchen.
Blick von heute morgen aus dem Fenster meines Hotelzimmers:
Hier auf Mauritius leben einige der seltensten Arten der Welt. Von dem hier abgebildeten Mauritianischen Schwarzhaubenpiepsling lebten nur noch 15 Stück. Nachdem ich ihn mit meinem Kobalt-60-O-Matik-Nature-NI-X-Blitzgerät fotografiert hatte, gab es leider nur noch 14. Dafür ist er das erste Lebewesen in der Geschichte des Universums, das von sich behaupten darf, daß es das weiße Licht sah, bevor es starb.
Doch eins nach dem anderen. Vom Flughafen zum Hotel sind es etwa 60 Minuten Fahrt mit dem Auto. Der Fahrer stellte sich als Rajesh und mauritianischer Eingeborener vor. Rajesh fährt grundsätzlich auf der linken Spur. Nicht etwa, weil er verrückt ist, sondern weil man das auf Mauritius aufgrund der Vergangenheit als britische Kolonie eben so tut. Trotzdem fährt er, wie ein Verrückter, auch wenn er das selber nicht zugeben würde, denn alle anderen fahren noch viel schlimmer. So etwas wie eine Straßenverkehrsordnung gibt es vermutlich auch hier, denn am Straßenrand stehen ein paar Verkehrsschilder, außer, sie wurden zu Wellblechhütten umfunktioniert. Von denen gibt es hier viele, die ganze Straße an der Küste entlang stehen sie zwischen fertigen bewohnten, halbfertigen bewohnten und fertigen oder halbfertigen unbewohnten, kleinen Betonhäusern, die selten verputzt sind, oft keine Fenster haben, und bei denen nicht sofort ersichtlich ist, daß sie keinen, in diesem Universum bekannten Bauvorschriften genügen. Es handelt sich um Slums, ich denke, anders kann man das nicht nennen. Zwischendurch werden diese immer mal wieder durch kleine, mit funzeligen Glühlampen erhellte Lebensmittel-und-dies-und-das-Geschäfte aufgelockert, vereinzelt sieht man auch Autos. Oder das, was davon übrig ist. Aber ansonsten ist das Ganze für einen Mitteleuropäer recht schockierend und bedrückend, so daß ich mich frage, ob meine Anwesenheit hier eher nützt oder schadet.
Die dort lebenden Menschen stehen abends zusammen an der Straße, Kinder spielen dazwischen oder laufen den Straßenrand entlang, um all das zu erledigen, was sie üblicherweise so erledigen. Und an ihnen vorbei rast nun in halsbrecherischer Geschwindigkeit Rajesh mit einem kreidebleichen, schockierten und bedrückten Mitteleuropäer auf dem Rücksitz, der sich nicht sicher ist, ob es eher nützt oder schadet, wenn er zwischendurch mal ein paar Fragen stellt.
„Gibt es viele Verkehrsunfälle auf Mauritius?“ „Oh ja, dieses Jahr sind schon 144 Menschen ums Leben gekommen“, antwortet Rajesh in bestem Was-guckst-Du-Ranjid-Slang. Und: „Für eine Insel dieser Größe ist das recht viel“, gibt er unumwunden zu. „Und warum?“, frage ich. „Crazy Drivers!“ meint Rajesh und überprüft nochmal sicherheitshalber, ob sein Gaspedal auch wirklich ordentlich bis zum Anschlag durchgedrückt und dort verriegelt ist, als ein klappriger alter Bus in sein Blickfeld wankt.
Auch scheint es in den Verkehrsregeln einen wichtigen Paragraphen zu geben, der besagt, je schlechter ein Fahrzeug zu sehen ist, desto weniger Licht darf es benutzen. Viele dunkle Autos oder schwarz gekleidete Motorradfahrer mit dunkler Hautfarbe (die Einwohner von Mauritius haben viel Ähnlichkeit mit Indern, nur mit viel dunklerer, fast schwarzer Haut. Und wie ich an meinem nun doch langsam versagenden Sunblocker feststellen muß, ist das auch dringend notwendig.) benutzen oftmals kein Licht, so daß man sie erst im letzten Moment erkennt. Abschließend vor dem Hotel gab mir Rajesh noch seine Karte, für den Fall, daß ich ein Taxi brauche. Ich kann ja mal im Internet recherchieren, ob es mehr tote Fußgänger oder Autofahrer auf Mauritius gibt und mich dann entscheiden.
Das Hotel selbst ist wirklich hübsch, im maurischen Stil errichtet, sehr sauber, große Zimmer mit Komplettanschluß an die moderne Welt. Auch die einheimischen Mitarbeiter sind auffallend höflich und zuvorkommend und sofort zur Stelle, wenn es etwas zu erledigen gibt. Leider gilt das auch für den Rettungsschwimmer, der zweimal mit seinem schicken Motorboot herangebraust kam, um mich mit meinem Kajak zum Umkehren zu bewegen, ich sei außerhalb der Reichweite seines Fernglases. Ich versuchte ihm klarzumachen, daß ich ein guter Schwimmer sei, eine Rettungsweste anhabe, mit der ich unmöglich untergehen könne, was bei dem hohen Salzgehalt des Wassers auch so schon schwierig ist, weil sich dadurch der Auftrieb erhöht, weswegen Taucher auch immer Bleigürtel umbinden. Und ich wies ihn auf den unterschriebenen Vertrag hin, in dem ich bestätigen mußte, daß alle Risiken zu meinen Lasten gehen und er und seine Sportschule für keinerlei Schäden haftbar zu machen sind.
Nach zwei Minuten hatte er mein erbärmliches Englisch satt und ließ mich weiterpaddeln.
Lediglich mit dem Essen bin ich bis jetzt nicht zufrieden. All Inclusive bedeutet hier nicht etwa, daß alles inklusive ist, nein-nein, es bedeutet nur, daß Softdrinks, Frühstück, Abendessen und lokale Biersorten gratis sind. Die Kekse in der Hausbar kosten schon wieder extra und vernünftiges Mittagessen gibt es nicht. Es gibt nur ein paar, nennen wir es mal „Kleinigkeiten“, aber nichts in der Art, wie man es aus Deutschland kennt, also Kartoffeln, Fleisch, Gemüse und Soße. Ich bestellte ein Steak mit „baked potatoes“. Es gab ein zähes Stück Fleisch, medium, statt wie gewünscht, richtig durch, ein stumpfes Messer, fünf Kartoffelecken, die zusammen nicht mal eine kleine Kartoffel ergeben, sowie die übliche Salatbeilage. Soweit ähnelte das Essen dann doch wieder deutschen Gepflogenheiten. Der Spaß kostete, sage und schreibe, 20 Euro! Aber nicht für mich, schließlich habe ich ja All Inclusive. Ich zahlte 10 Euro. Für ein nahezu ungenießbarer Steak!
Schauen wir mal, wie sich das heute entwickelt. Ist ja schon wieder Zeit für das Abendbrot.
Abends gibt es in jedem Urlaubshotel die obligatorische Abendunterhaltung, so auch hier. Der Musiker heißt Benjamin, spielt Klavier, und zwar ebenso klassisch wie auch populär und ist zudem noch ein echt cooler Typ.
Noch cooler aber wird es, wenn man ihm beim Spielen zuschaut. Seine Fingerbewegungen stimmen nämlich manchmal nicht mit der Musik überein. Der Grund hierfür ist simpel: Einige der Tasten sind defekt.
Somit bleibt ihm nichts anderes übrig, als das Keyboard die vor vielen Jahren einprogrammierten Musikstücke abspielen zu lassen und dazu die Finger zu bewegen.
Der Witz an der Sache ist – niemandem fällt es auf, alle haben ihren Spaß, einschließlich Benjamin, und ich verrate es niemandem weiter.
Falls also jemand ein funktionierendes Keyboard besitzt, es nicht mehr benötigt und es gern nach Mauritius schicken möchte, gebe ich gern die Kontaktadresse weiter. Schickt einfach eine Mail an mich: sunny.burnett (ät) live.de.
Vor ziemlich genau zehn Jahren war ich auf den Malediven, dort war es herrlich. Weißer Sandstrand, Kokospalmen, metallicblaues Wasser – alles perfekt. Nur wird es nach spätestens einer Woche so langweilig, daß man anfängt, die Stunden zu zählen, die einem noch bleiben, bis man wieder nach Hause darf. Die Inseln dort sind einfach zu klein, um genug Abwechslung zu bieten, in knapp 15 Minuten hat man sie zu Fuß einmal umrundet. Deswegen hatte ich mich damals entschieden, die nächste große Reise woanders hin anzutreten. Nun bin ich also auf Mauritius, eine Insel, auf der man verschiedene Dinge unternehmen könnte und bekomme meinen Hintern nicht hoch. Ich kann mich einfach nicht entschließen, aber zum größten Teil liegt das auch an den Leuten, welche die Erkundungsmöglichkeiten anbieten. Der örtliche Erlebnisveranstalter hat derartig gepfefferte Preise, daß mein Portemonnaie sich gleich winselnd in den Hotelsafe zurückgezogen hat. Am Strand sprach mich heute ein aus Indien stammender Taxifahrer an und versprach, mich überall hinzubringen, für nur 50 Euro am Tag. Ob das nun günstig ist oder nicht, kann ich ohne Vergleich noch nicht beurteilen, aber nachdem er mir zweimal alle Sehenswürdigkeiten aufgezählt, seine Familie vorgestellt und seine Freunde in aller Welt erwähnt hat, gelang es mir nach einer Stunde endlich, mich zu verabschieden und beim Hotelarzt meine blutenden Ohren notbehandeln zu lassen. Somit werde ich meine Entscheidung, die Insel eingehender zu untersuchen wohl davon abhängig machen, wie sehr mich in den verbleibenden vier Tagen die Langeweile quält. Deswegen könnte es sein, daß sich auch weitere Impressionen auf das Strandleben beschränken.
Heute wollte ich hier eigentlich ein wenig die Sau rauslassen. Nachdem ich mich heute früh spontan dazu entschlossen hatte, mich von einem Taxi auf der Insel herumkutschieren zu lassen, war ich am Ende des Tages eher müde und enttäuscht, statt hellwach und begeistert. Aber nach längerem Nachdenken und auch, weil ein guter Freund mal sagte, ich solle bei dem, was ich rede, das Negative einfach weglassen, denn der Rest sei ja ganz interessant, habe ich mich entschlossen, die Meckerei sein zu lassen und nur ein paar Fotos zu zeigen. Ich finde nur halt, bei der Beschreibung der örtlichen Sehenswürdigkeiten wurden in den Hochglanzkatalogen vom Marketing etwas zu oft die Wörter „spektakulär“ und „überwältigend“ benutzt, wofür die Sehenswürdigkeiten aber nichts können. Und das Mauritius auch nicht ganz meinen romantischen Vorstellungen einer tropischen Insel entspricht, dafür kann nun wiederum die Insel nichts. Tatsache ist aber, daß Mauritius die Einnahmen aus dem Zuckerexport immer mehr einbrechen und der Tourismus damit zunehmend wichtiger wird. Also beschränke ich mich auf das Zeigen von einigen Fotos.
Im Black-River-Nationalpark versuchte ich, einige interessante Vögel zu fotografieren. Leider erwies sich das als schwierig, denn man hört sie zwar um sich herum, aber man sieht sie nicht. Und falls doch, sind sie schneller wieder verschwunden, als man die Kamera hochreißen kann. Aber immerhin gelang mir ein Foto des extrem seltenen Mauritianischen Stubentigers:
Wild umherlaufende Hunde gibt es hingegen sehr viele, hier kann man auch sehen, warum:
Die Maßnahmen, welche die Regierung nun gegen diese ausufernde Plage beschlossen hat, würde man hierzulande wohl als „unpopulär“ bezeichnen.
Und so sehen auf Mauritius Baustellenampeln aus. Wenn der Gegenverkehr an der Reihe ist, wird das Schild einfach per Hand umgedreht.
Auch Reifenplatzer können hier im öffentlichen Nahverkehr vorkommen. Das verschafft den Fahrgästen Zeit für angeregte Unterhaltungen:
Alle größeren Weltreligionen sind hier zahlreich vertreten und leben in friedlicher Eintracht miteinander. Besonders farbenfroh und mit unzähligen Figuren präsentiert sich dieser Hindutempel:
Und hier noch ein Detailfoto des für seine Regenbodenfarben berühmten Wasserfalls. Gibt man sich beim Hingucken ganz viel Mühe, kann man die Farben sogar erkennen:
Chamarel – die siebenfarbigen Erden. Nachgezählt habe ich nicht, aber es sieht immerhin schon etwas bunter aus, als beim Wasserfall:
Ansonsten kann ich diesen Beitrag damit wohl beenden, viel passiert hier nicht mehr. Morgen werde ich den ganzen Tag am Strand herumlungern, genau wie heute, und meinen Sonnenbrand ein wenig pflegen. Soll ja zu Hause schließlich jeder sehen, daß ich weit, weit weg und noch viel, viel weiter weg war. Freitag geht’s zurück nach Berlin, angeblich bessert sich das Wetter dort auch mittlerweile. Wie komisch das klingt – dort in Berlin!
Also hiermit noch einen letzten Gruß an die in meiner Statistik aufgeführten drei Leser meines Blogs, vom anderen Ende der Welt.
Mal zwischendurch ein paar Bilder von unterwegs:
Um meinem tollen Aufenthalt die Krone aufzusetzen, fliegt der Pilot extra noch mal über das Burj Khalifa, und ich sitze auch noch auf der richtigen Seite. Na, wenn das kein Glück ist! Adieu Dubai, Du Schöne!
Die Reise geht weiter über Wüsten …
… und Gebirge.
Ein einsames Schäfchen:
Das Ende der Arabischen Halbinsel und Beginn des Indischen Ozeans:
Ein paar einsame Seemänner:
Die Seychellen. Ich dachte, die wären größer. Da kann man mal sehen, was gutes Marketing bewirken kann:
Der Eisberg, der vor genau 100 Jahren die Titanic versenkte. Mittlerweile ist er in viele kleinere Teile zerbrochen:
Gleich wird der große silberne Metallvogel wie ein fetter Dodo auf die Insel plumpsen. Eine Insel, noch viel, viel weiter weg:



































