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Zurück in die Zukunft

Ich hatte gestern ein ganz starkes Deja-vu. Als in den Nachrichten vermeldet wurde, daß sich Gewerkschaften europaweit auf einen Generalstreik vorbereiten und in Portugal sogar die Armee gegen die politischen Zustände demonstriert, bekam ich plötzlich einen Erinnerungsflash, ich fühlte mich, wie zurückversetzt nach 1989 in die DDR, als es überall brodelte und an jeder Ecke getuschelt wurde; als an einem Morgen mal wieder einer nicht zur Arbeit erschien, weil er nach Ungarn abgehauen war; sich hinter vorgehaltener Hand herumsprach, daß die angebliche Erfüllung der Wirtschaftspläne erstunken und erlogen war und die Politiker, erblindet durch Arroganz und Machtgeilheit, die desaströsen Zustände nicht mehr sahen oder sehen wollten. Und niemand rechnete damit, daß nur wenige Monate später das Kartenhaus in sich zusammenfallen sollte.
So fühlt sich das heute wieder an: Wie kurz vor dem großen Umbruch. Ich denke, das läuft so keine fünf Jahre mehr, ohne daß es knallt.

Nach 007 nun einfach mal nur 7

Im letzten Beitrag ging es um James Bond 007, heute mal nur um die 7, also ohne Nullen. Ich habe nämlich soeben eine Probefahrt mit dem neuen Golf 7 gemacht. Ich muß schon sagen, das ist ein wirklich feines Stück Technik. Er fährt sich ganz leicht, ganz sanft, nicht so zickig wie die Mercedes B-Klasse. Insgesamt ist der Innenraum gut gedämpft, allerdings sind die Fahrgeräusche als tiefe Vibrationen recht störend hörbar. Und die Pedale machen auch irgendwie komische Geräusche, tendierend zu „billig“, aber vielleicht täuscht das auch. Die Gangschaltung ist mehrfach nicht richtig im ersten Gang eingerastet, beim Anfahren hatte ich dadurch kleinere Probleme (besonders mit den ganz Eiligen hinter mir). Auch an die Feststellbremse muß man sich erst gewöhnen, es wird nämlich nicht gleich klar, wie man die wieder löst. Nach einem Absaufer startete der Motor übrigens wieder von selbst. Erstaunlich!
Bei den von meinem Mac auf eine SD-Karte kopierten Musiktitel erkannte das Radio die Cover nicht, wie soetwas passieren kann, ist mir ein Rätsel. Bestimmt haben die Entwickler alle Windows-Rechner. Der Sound ist aber recht gut abgestimmt und kann über drei Klangregler verändert werden. Ein Subwoofer ist somit vielleicht doch nicht nötig.
Ich hatte ganz schön Bammel, so das erste Mal alleine mit einem Auto zu fahren. Aber nach ein paar Metern schon legte sich das wieder.
Au man, ich freu‘ mich schon total …

James „drei Sterne“ Bond

Als 1994 Luc Besson seinem Freund Jean Reno ein großes Geschenk machte und ihm mit dem Killer Leon, der sich in ein kleines Mädchen verliebt, die Rolle seines Lebens auf den Leib schrieb, schuf er den in meinen Augen perfekten Film: Langsam und schnell, lustig und traurig, sensibel und knallhart, dazu großartige Filmmusik, die sich in die Seele gräbt, und grandiose Bilder, die sich in die Netzhaut einbrennen. Der Abspann war noch nicht ganz zu Ende, da stand ich schon wieder an der Kinokasse und kaufte eine zweite Karte für die nächste Vorstellung. An diesen Film erinnere ich mich gern, wenn ich versuche, neu gesehene Filme einzuordnen. Wohin nun also mit Skyfall, dem aktuellen James-Bond-Film?
Schlecht ist er nicht, aber der beste Film der Reihe, wie ihn einige Kritiken beschreiben, ist er auch nicht. Was ihm am meisten fehlt, ist die „große Story“. Der Bösewicht, der die Weltherrschaft an sich reißen will oder mit Atombomben um sich wirft. Nein, es ist diesmal nur ein enttäuschter Xavier Bardem, der sich an M rächen will, weil diese ihn an die Gegenseite verfüttert hat. Als Bösewicht jedoch nicht böse genug, mehr eine Karrikatur, fast eine Comicfigur, zu nett, zu lustig und zu schwul, niemand, vor dem man sich fürchten würde.
Daniel Craig hingegen sieht erschreckend alt aus; während ich ihm bei seinen anderen Filmen die Rolle abgenommen habe, schien er mir diesmal irgendwie etwas neben der Spur. Vielleicht liegt das daran, daß Skyfall insgesamt wieder mehr Humor, besonders in Form von Selbstironie mitbringt, sich nicht so ernst nimmt, wie zu Zeiten Roger Moores. Beispielsweise wenn der neue Q, gespielt von Ben Whishaw, aber leider zu nerdig und damit unglaubwürdig kostümiert, James Bond seine neuen Spielzeuge überreicht: Eine Walther PPK mit Fingerabdrucksensor und einen Sender, der dem MI6 die Positionsdaten Bonds übermittelt. Auf dessen Verwunderung angesichts dieser übersichtlichen Auswahl antwortet Q nur: „Was haben Sie erwartet, explodierende Kugelschreiber? Bringen Sie bitte alles wieder heil zurück“.
Ansonsten gibt es eine Menge Action, Verfolgungsjagden (die man anderswo aber auch schon gesehen hat), einen alten Aston Martin aus früheren Bond-Filmen, der diesen allerdings nicht heil überlebt, tolle Bilder (besonders von den schottischen Highlands), einen beeindruckenden, albtraumhaften Vorspann, eine unglaubwürdige Miss Moneypenny (unglaubwürdig, weil eine solche Powerfrau nur schwer als Büromaus vorstellbar ist) sowie eine wieder mal völlig überflüssige zwanzigminütige Pause.
Ich hätte Skyfall gern meinen Segen gegeben. Ich wartete verzweifelt auf die eine Szene. Zum 50. Jahrestag der Serie hätte ich als Produzent alles Geld der Welt für diese Szene gegeben! Egal, wieviel sie kostet, egal wie kurz oder wie unwichtig die Szene gewesen wäre. Es wäre die eine, die größte, die beste Szene des Films geworden und vielleicht die letzte Chance, diese Szene überhaupt zu ermöglichen! Und fast schon dachte ich, es wäre soweit: In den schottischen Highlands (Schottisch! Schottland!!!), als Bond und M ein altes Haus betreten, taucht er plötzlich aus der Dunkelheit auf. Ganz langsam, erst die Beine, dann der Lauf der Schrotflinte, die Hände, der Oberkörper und als letztes … nein – nicht das Gesicht von Sean Connery.
Verpatzt! Vertan!! Verschenkt!!! Hätten Sie ihm zu Ehren doch wenigsten eine kleine Szene eingebaut, Sean Connery mit einem Rollator, der am völlig zerstörten Aston Martin vorbeikommt und murmelt: „Das wäre mir nicht passiert“! Die Massen hätten getobt vor Freude! Und ich hätte dem Film fünf von fünf Sternen gegeben. So reicht es leider nur für drei.
Deshalb lautet mein Fazit: Einmal würde ich mir den Film ansehen. Zweimal nicht. Und „Leon – der Profi“ habe ich im Kino zehnmal gesehen!

2:1 für Sunlion!

Die Auseinandersetzung des 1. FS* Sunlion gegen die Dekra-Devils** endete heute Vormittag mit einem Spielstand von 2:1 für Sunlion. Während Sunlion das erste Drittel des Spiels durch stupides Auswendiglernen für sich entscheiden konnte und mit 1:0 in Führung ging, konnten die Devils im zweiten Drittel mit einem überraschend aus dem Ärmel gezogenen doppelten Linksabbieger den Gegner vorzeitig an den rechten Straßenrand verweisen. Durch diesen Achtungserfolg zu selbstsicher und unaufmerksam geworden, vielleicht aber auch bedingt durch unangebrachtes Mitleid, ließen sie im entscheidenden letzten Drittel zu sehr die Zügel schleifen und verlegten den Schauplatz der erbarmungslosen Schlacht auf bucklige Nebengassen und zweitklassige Landstraßen. So gelang es dem FS Sunlion nach einem nervenzerfetzenden Duell letztendlich doch, den zickigen B-Klasse-Mercedes weit in den Hinterhof der Dekra-Devils zurückzumanövrieren.
Sunlions ganz großes Dankeschön geht deshalb an Trainer Ralf T. vom Trainerteam S & T für seinen unbeirrbaren Glauben, einem unbelehrbaren Irren wie mir das Autofahren beibringen zu können, sowie an Co-Trainer Jan S. für das Zeigen der kleinen fiesen Hinterhalte der näheren Umgebung.
Sunlions Kommentar zum Ausgang des Spiels: „Nie! Wieder!! Prüfungen!!!“

* Fahrschüler
** das ist wirklich nicht so böse gemeint, wie es aussieht

Vorbei und vorbei!

Da triffst Du einmal einen interessanten Menschen. Einmal in tausend Jahren. Auf dem Heimweg. Er kommt Dir entgegen … lächelt … und geht vorbei. Du schaust ihm hinterher, aber er blickt nicht zurück. Zwei Sekunden. Drei. Vorbei. Für immer verloren in der Zeit.
Echt schade.

Musik mit Esprit

Der Name des Gewinners des diesjährigen Sunlion-Musik-Ehrenpreises 2012, der mit rein gar nix dotiert ist, lautet (und diesen Satz habe ich deshalb so umständlich formuliert, damit nach „Der Gewinner des diesjährigen Blabla-Preises, der mit nix dortiert ist,“ nicht gleich noch ein „ist“ folgt) … äh …
Ach was soll’s! Also der Gewinner ist der berühmte Filmkomponist John Williams. 1979, also lange vor der Erfindung von Internet, Mobiltelefon und kleinen putzigen Sesselchen, die man im Internet bestellen und sein Mobiltelefon reinstellen kann, gelang es dem Regisseur John Badham, dem damals bereits abgedroschenen Dracula-Thema neues Leben einzuhauchen, indem er die Hauptrolle nicht, wie sonst üblich, mit irgendeinem Gruselmonster sondern dem verflucht attraktiven Schauspieler Frank Langella besetzte, der mit seiner unterschwellig gefährlichen Präsenz und den wahrlich hypnotisierenden Augen den Kinobesuchern das Fürchten lehrte. Verstärkt wurde dieses Schaudern durch die geniale Komposition John Williams: Im Abspann sind die im Film auftauchenden Themen noch einmal sehr schön, wie in einer Ouvertüre versammelt, zu hören (ab 11:16 min.). Von der unschuldigen, melancholischen Klarinette, die bereits von den pulsierenden Bässen bedrohlich eingekreist wird, über die zunehmend unruhiger werdenden, von Hörnern flankierten Streicher, bis hin zum schmerzhaft gesteigerten Finale, das nach seinem Höhepunkt sanft ausklingt. Ein echtes Meisterwerk.

Sunlion internäschennell

Heute möchte ich mal alle Leser meines Blogs persönlich begrüßen! Die kommen laut Statistik aus immerhin 14 verschiedenen Staaten, nämlich aus (wer hätte das gedacht) Deutschland – hallöchen! Aus Frankreich – bonjour madame et monsieur! Von der weit entfernten Insel Mauritius – hello Jean Marie and Benjamin, it was nice to meet you! Hope your keyboard is still playing.
Sie kommen aus Polen – Dzien dobry, śliczny Aleksandra! Aus der Russischen Förderation – добрый день, дорогие друзья! Ich habe auch ein paar Leser in Schweden – god dag! In der Schweiz – Grüezi Dana, wie gahts der? Erstaunlicherweise sogar in Thailand – sawad-di! In der Ukraine – доброго дня! In Österreich – gruess Gott Micha, Du alter Bergaffe! Wir sehen uns Montag. Besucher aus Lettland – labdien, kā tev iet? Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten – لسلام عليكم, see you next month in Dubai! Und natürlich sind da auch noch ein paar Leser im Vereinigten Königreich – Good afternoon ladies and gentlemen! Sowie in den Vereinigten Staaten. Aber das ist wohl nur der CIA, der ein argwöhnisches Auge auf meinen Blog gerichtet hat.
Hab ich sonst noch jemanden vergessen? Falls ja, fühlt euch hiermit einfach liebevoll geknuddelt!