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Musik mit Esprit 2018

Na, so was, auch diese Titelvergabe hatte ich letztes Jahr glatt vergessen! Dabei höre ich den Kerl jetzt schon eine ganze Weile. Und zwischen all der guten Chillout-Mucke, die sonst noch so mein weichgespültes Ohr umspült, hat er es sogar geschafft, einen unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Man hört ihn sofort raus. Auch ist er einer der fleißigsten Musiker, die ich kenne, allein im Jahr 2014 hat er drei Alben herausgebracht! Ehrlich gesagt kenne ich keinen anderen Musiker, der das geschafft hat. 2016 waren es zwei und ein Jahr später wieder drei plus eine EP!
     So viel Fleiß muss einfach belohnt werden! Und nein – ich habe mir seine Mucke nicht einfach so runtergeladen, in einer der Ecken des Internets, wo nie die Sonne hinscheint, sondern alles brav gekauft und bezahlt, bei Bandcamp nämlich.
Außerdem wohnt er, genau wie ich, in Berlin. Ich wünschte, ich hätte ihn als Nachbarn, statt des Pärchens, das kürzlich erst eingezogen ist und entweder Party macht oder sich anschreit. Was soll’s, ich mach einfach die Entspannungsmusik etwas lauter …
     Der Titel „Musik mit Esprit“ geht dieses Jahr an Mystic Crock.

Frau mit Esprit 2018

Sollte ich letztes Jahr tatsächlich vergessen haben, jemanden für den Titel „Frau mit Esprit“ zu nominieren? Wie peinlich! Dann wird’s jetzt aber langsam mal wieder Zeit!
     Dieses Jahr geht der Titel nämlich an eine Frau, die mir zwar schon vor Jahren aufgefallen war, aber nicht genug, um sich für den Titel in eine günstige Ausgangsposition zu bringen. Spätestens mit diesem Interview jedoch ist mir die Kinnlade runtergeklappt: Süß und schön! Eine Kombination aus zwei Eigenschaften, die sich nach meinen persönlichen Maßstäben normalerweise gegenseitig ausschließen, denn entweder ist eine Frau süß, oder sie ist schön, beides zusammen geht nicht. Dazu noch die Attitüde eines scheuen Rehs, mit den dazu passenden Rehaugen, und dennoch selbstsicher, durchsetzungsstark und erfolgreich! Neben ihrer Muttersprache Englisch spricht sie auch noch fließend französisch, ist denn das zu fassen?
     Es soll ja Männer geben, die kommen mit erfolgreichen Frauen nicht zurecht, weil sie sich dann zurückgesetzt fühlen, oder in ihrem Selbstbewusstsein verletzt, oder in ihrer Rolle als dominanter Familienoberaffe.
     Liebe Gemma, ich schwöre, ich gehöre nicht dazu! Du darfst mich gern dominieren! Wann immer Du möchtest.
     Der Titel „Frau mit Esprit“ geht dieses Jahr an Gemma Arterton.

Von allen EU-Trotteln der schlimmste

Da hat doch der allseits beliebte und geachtete US-Präsident soeben mit Pauken und Trumpeten die Verstrafzollung von nichtamerikanischem Stahl bekanntgegeben, ein Geschäftsbereich mit Umsätzen im mehrstelligen Milliardenbereich, vor allem für die EU. Und wie reagiert Europas oberster Klassenkasper und diensthabender Alkoholiker darauf? Nun, mit der Androhung vernichtend-drakonischer Strafzölle auf … äh … nun ja – Alkohol, Levis-Jeans … äh … Alkohol … ääähhh …
     … ach ja – und Motorräder von Harley Davidson!
     Wie viele Harleys wurden im letzten Jahr noch mal zugelassen? Ach so!
     Na, da werden die Amis jetzt aber todunglücklich sein!

GroKo = Großkotz

Was für ein Chaos! Erst sagt die SPD nee, dann will ’se doch. Genau wie Bulldogge Schulz, der erst ein Ministeramt kategorisch ausschloss und sich nun den Außenministerposten gekrallt hat, freilich ohne die SPD-Mitglieder zu fragen. Postenschacher einer Partei, die jegliche Hemmungen hat fallen lassen.
     Und nun hat sich die SPD zusammen mit der CDU auch noch dazu entschlossen, 43 Milliarden zu verpulvern, als Trostpflästerchen und Zuckerperlen unters Volk gestreut, ohne Konzept und ohne jegliche, echte Verbesserung für die jeweiligen Probleme. So soll beispielsweise eine Mindestrente eingeführt werden, die zehn Prozent über der Grundsicherung liegt. Das bedeutet konkret: ca. 400 Euro Lebensunterhalt + Warmmiete (zum Beispiel 400 Euro) = 800 Euro. Und diese würden nun um 80 Euro aufgestockt zur Mindestrente. Waaahhhnsinn! Allein in der letzten Legislaturperiode stiegen die Diäten (wieso heißen die fetten Dinger eigentlich „Diäten“?) unserer Abgeordneten um 875 Euro!
     Nur die SPD-Mitglieder können dieses erneute Unheil noch aufhalten.
     Liebe SPD-Mitglieder!
     Ich weiß, ich war nicht besonders nett zu Eurer guten, alten Tante. Das hat sie sich allerdings auch selbst zuzuschreiben!
     Aber wenn Ihr wollt, dass Eure Partei jemals wieder auf die Beine kommt und eine politische Zukunft hat, dann stimmt bitte gegen die große Koalition! Ansonsten werdet Ihr Euch wohl ein neues Hobby suchen müssen.

Ja, sind denn alle verrückt geworden?

Kleiner Schock, soeben am Backstand von Rewe:
– Pfannkuchen, 0,95 Euro. Haben die nicht immer so um die 30 Pfennige gekostet?
– Windbeutel, 1,95 Euro. Das sind fast 4 DM. Der letzte mir gegenwärtige Preis lag bei 1,19 Euro, und da habe ich auch schon gestaunt.
– Erdbeerschnitte, 1,99 Euro. Das sind noch viel faster 4 DM!
– Mandarinen-Sahneschnitte. Ein kleines Rechteck, kaum drei Happen. 2,49 Euro! Das sind fast 5 Mark!
     Wo hat denn zu DM-Zeiten ein Stückchen Kuchen jemals 5 D-Mark gekostet? Wahrscheinlich noch nicht mal im elitären Café Kranzler am Ku’damm! Ja, sind denn alle verrückt geworden?

Der Pi-Code: Ein mathematischer Albtraum

Eine unglaubliche Dokumentation kam gerade auf Tagesschau 24: Gigantische Korruption bei Regierungen, Banken, Geheimdiensten und der Justiz, so international, dass sie sogar Jelzin zum Rücktritt zwingen konnten. Dazu noch die Voraussage von Krisen, Kriegen und Zusammenbrüchen nach mathematischen Berechnungen …
     Also, diese Doku sollte man unbedingt gesehen haben!

Wenn der Strommann zweimal klingelt

„Aber heute nicht mehr, oder?“, fragte die etwas genervte Stimme am anderen Ende der Leitung. Gar nicht so leicht, am Freitag vor Silvester noch einen Elektriker ranzubekommen.
     „Doch, doch, heute noch, wenn möglich!“ antwortete ich. Immerhin steht das Wochenende vor der Tür, Montag ist Neujahr, vermutlich alles dicht, und damit meine ich nicht zwangsläufig wegen Alkoholmissbrauchs.
     Heute also. Denn jede Verzögerung würde mein Urlaubsprojekt zurückwerfen, im Flur einen weiteren Einbauschrank unter die Decke zu hängen. Am Vortag, bei der Planung, durchzuckte mich noch der Gedanke – Vorsicht, Stromkabel! Mach Dir lieber einen Merkzettel dran! Einen Tag später schon war der Gedanke wieder verlorengegangen, im Fluss der Zeit.
     Natürlich traf die Bohrspitze mit traumwandlerischer Sicherheit die eine Stelle, die nicht hätte getroffen werden dürfen. Was übrigens noch einige weitere Ereignisse nach sich zog. Denn als es knallte und die Bohrmaschine zum Stillstand kam, dachte ich erst, die Maschine sei kaputt. Statt sie erst mal genau zu überprüfen, fuhr ich sofort in den nächsten Baumarkt, um eine neue zu kaufen. Erst zu Hause bemerkte ich das Desaster, ich hatte nämlich ausgerechnet das Kabel angebohrt, welches die Steckdose versorgte, die wiederum die Bohrmaschine antrieb.
     „Rufen Sie in einer halben Stunde noch mal an“, sagte die genervte Stimme. Eine halbe Stunde später ist sie diejenige, die mich anruft: „Welche Hausnummer sagten Sie? Ich stehe schon vor dem Haus.“ Donnerwetter, da hatte sich die Stimme vorhin mit halbem Ohr sogar die Adresse gemerkt.
     Die Treppen hoch zum Wolkenschlösschen schleppte sich dann ein müder, alter Mann, nicht mehr weit entfernt von der wohlverdienten Rente. Selbständig, nur er allein mit sich selbst im Unternehmen. Wortkarg, meinen Blicken ausweichend, schaut er sich die von mir bereits aufgestemmte Wand an. Ich merke ihm den Unwillen an, es ist Freitagnachmittag, er mag nicht mehr, will nach Hause, endlich das Jahr beenden. Er zögert, rechnet im Kopf: Kann man das wieder zusammenklemmen? Oder muss eine Unterputzdose her? Womöglich die Wand weiter aufgestemmt und ein neues Kabel verlegt werden? „Ich hab heute noch mehr Termine …“ Er seufzt.
     Und dann, allmählich, passiert etwas Beeindruckendes: Seine Berufung meldet sich. Jene Eigenschaft, die ihn vor langer Zeit diesen Beruf ergreifen ließ. Genau diesen, und keinen anderen. Die Verantwortung, zu helfen. Der innere Zwang, das da, dieses Loch, oben in der Wand, mit den geschundenen Drähten, nicht so zurückzulassen, nicht einfach zu gehen, es auf später zu verschieben, sondern es verdammt noch mal in Ordnung zu bringen. Dieselbe Eigenschaft, die ich auch bei mir erkenne, wenn irgendetwas aus der Reihe tanzt, ein Buch, das schief zwischen den anderen steht, ein einzelner Fingerabdruck auf der gläsernen Tischplatte, der mich zum Putztuch greifen lässt, ein Rechtschreibfehler, der bisher unentdeckt geblieben, mich nun, nach seiner Enttarnung, nicht ruhig schlafen und genervt, mitten in der Nacht, noch einmal den Computer anwerfen lässt.
     Genau diese Eigenschaft lässt den Mann sich erst wieder der Tür zuwenden, treibt ihn dann doch die Leiter hoch und wieder herunter, erneut hinauf, lässt ihn mit den Fingern prüfend die Drähte betasten, um ihn schließlich grummelnd zum Werkzeug greifen und die Arbeit erledigen zu lassen. Sofort, ohne Verzug.
     Als er mir am Ende den Preis nennt, für diesen spontanen Rettungseinsatz, ist mir das fast ein wenig peinlich. Die überteuerten Phantasiepreise von Schlüsselnotdiensten im Sinn, von denen man gelegentlich mal im Fernsehen hört, lege ich dieselbe Summe noch als Trinkgeld oben drauf und freue mich über seine glücklich aufleuchtenden Augen, das traurige, genervte Gesicht, das plötzlich wieder freundlich strahlt, als hätte es all die Mühsal der Vergangenheit nie gegeben.
     Eine Geste der Anerkennung. Dafür, dass er zur Stelle war, als ich ihn brauchte. Dafür, dass er faire Preise hatte, in Zeiten, in denen manche Firmen völlig durchgedrehen. Und für ihn als Bestätigung, auch im neuen Jahr so zu verfahren. Weil sich gute Arbeit manchmal eben doch bezahlt macht.
     Den Kontakt gibt’s gern auf Anfrage.

„Geostorm“ oder „Wie konntet Ihr nur, Ihr Vandalen?“

Hört mal, Ihr Filmfuzzis, ich hätte Euch ja den Kitsch verziehen. Und die ewig gleich Masche, mit den Beziehungen, die an der Krise wachsen. Vielleicht auch das viele Krawumm. Eventuell sogar die teilweise lausigen Special Effects, immerhin 26 Jahre nach der ersten, nennenswerten Computeranimation der Filmgeschichte in Terminator 2.
     Aber dass Ihr einfach mein geliebtes Dubai flutet und dazu noch den göttlichen Burj Khalifa zerstört, das verzeihe ich Euch nie! Niemals, Ihr Barbaren!
     Möge es Feuer und Asche regnen über Hollywood! Und Hagel, Wasserfluten und kleine Dinoköttel.