Ein Brandenburg! Als ich meine 83-jährige Mutter auf die Wahlplakate der SPD hinwies und fragte, ob diese sie an etwas erinnern, kam es wie aus der Pistole geschossen: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!“ So hatte man es ihr noch in der Schule eingetrichtert.
Es gibt aber noch etwas, was mich bei der SPD derzeit an die Nazis erinnert: Sie kämpft ums Überleben. Bekanntlich schickten die Nazis im finalen Aufbäumen noch die letzten Krüppel und Bekloppten, Alten und Kranken in den Endkampf. So auch die SPD: Pöbel-Ralle, ein bizarres Wesen mit dem Charisma einer Bulldogge mit Zahnersatz, und der sterbende Schwan, eine Frau im biblischen Alter von 176 Jahren, die praktisch schon so alt ist, dass sie Hitler noch persönlich hätte die Hand schütteln können, sollen nun den Endsieg bringen.
Die beiden also, das letzte Aufgebot der SPD.
Da hab ich ja was Schönes angerichtet!
Das hätteste Dir eigentlich auch denken können, dass die Richter das ablehnen werden! Mit einem kleinen bisschen Widerhall in der hohl scheppernden Glocke hätte Dir klar sein müssen, dass Deine Tochter, so sie denn aus einer Posaune herausposaunen tät, auch nicht in einem Trompetenquintett mitquietschen dürfte. Oder mit einer Oboe in einem Streicherzirkus. Oder mit einer Kirchenorgel in einer Rockband. Es handelt sich nämlich um unterschiedliche Instrumente.
Und genauso ist das auch mit Stimmen. Sie werden beim Singen eingesetzt wie Instrumente. Es gibt unterschiedliche Tonlagen, und zwischen Mädchens und Jungens sind die Tonlagen halt auch verschieden. So wie zwischen einem Erwachsenen- und einem Kinderchor.
Wenn Deine Kleine es also mit einem Knabenchor aufnehmen möchte, muss sie sich erst mal ein paar Eier wachsen lassen.
Jetzt verstanden?
Na fein!
Mit freundlichstem Getöse
Sunleier Sonnigtröt
Man soll ja bekanntlich nicht immer nur meckern. Man soll auch mal loben. Also lobe ich heute mal. Und zwar das italienische Restaurant L’Oasi in Oranienburg, gleich links neben dem Schloss.
Schon im letzten Jahr ist mir diese Gastronomie positiv aufgefallen, als ich nämlich im Frühjahr, weit vor der Sommersaison, dort auftauchte und ein Eis haben wollte. Sie waren darauf natürlich nicht vorbereitet, das Eis war noch gut verpackt im Tiefkühler verstaut, aber trotzdem zeigten sich die netten Herren außerordentlich gastfreundlich, indem sie sagten – kein Problem, es dauere nur etwas länger als üblich, um dann ins Lager zu spurten und mir eine blaue Schale mit leckerem Eis zu füllen. Ohne Aufpreis oder Herumgemaule, wegen des unerwarteten Aufwandes. Einfach so.
Letzen Sonntag dann erinnerte ich mich auf der Rückfahrt von Ganzweitweg über Oranienburg an das Restaurant, als abends mein Magen anfing zu knurren, also machte ich dort Zwischenstation und wurde nicht enttäuscht.
Schon beim Betreten fiel mir die angenehme, aber für meinen Geschmack einen Hauch zu laute Musik im Hintergrund auf, doch ich hatte mich kaum gesetzt, schon wurde sie leiser gedreht, ohne dass ich danach fragen musste. Musik, die den Namen auch verdient, so leise, dass man sie wirklich als Hintergrundmusik bezeichnen kann, denn diese hat einzig und allein die Aufgabe, die Stille zu übertönen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
Die ausnahmslos italienisch sprechenden Kellner kümmerten sich mit exzellenten Manieren sehr freundlich und aufmerksam um die Gäste. Weiße Tischdecken, ein angenehmes Ambiente sowie die akzeptable Preise rundeten den guten Eindruck vollkommen ab.
Nicht zu vergessen – die Qualität des Essens war natürlich hervorragend, im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in den Emiraten, Anfang des Jahres.

Ich weiß bis heute nicht, wie Johnny Weissmüller damals den Tarzanschrei hinbekommen hat. Seit Stunden stehe ich auf meinem Balkon und versuche, ihn nachzuäffen. Aber irgendwie will es mir einfach nicht gelingen, der Schrei klingt total anders.
Meine Nachbarn wissen anscheinend auch nicht, wie es geht. Sie schauen nur traurig zu mir rüber und schütteln den Kopf.
Moment mal! Es klingelt gerade. Ein Mann im weißen Kittel möchte mich anscheinend sprechen. Vielleicht hat er ja irgendeine verrückte Idee.
Bin gleich wieder da …
Die Straßenbahn kommt. Sie hält. Die Tür befindet sich auf den Millimetern genau vor dem blondbezopften Smombie. Aber anstatt erst mal einzusteigen, tippt Blondie munter weiter auf dem Handy herum und blockiert so den Zugang der anderen Fahrgäste.
Da soll noch mal jemand behaupten, Mobilfunkstrahlung sei nicht schädlich fürs Gehirn!
Wie sehr die Welt sich doch verändert, sobald man nur mal anderthalb Stunden später zur Arbeit fährt als üblich!
Da saß mir heute in der Straßenbahn eine junge Frau gegenüber, Anfang 20, klein, zierlich, mit einem ausgesprochen hübschen Blümchenkleid, lässigen Korkschlappen und einer stylischen Sonnenbrille auf der Stupsnase. Zusammen mit ihrem Schmollmund und der klassischen Hochsteckfrisur erinnerte sie mich an Jane March, die im Spielfilm „Der Liebhaber“ dem Kinopublikum den Kopf verdrehte.
So saß sie also da, lauschte ihrer Musik und schaute, die Beine übereinandergeschlagen, unbekümmert mit dem Fuß wippend, dem vorüberziehenden Treiben auf der Straße zu.
Mit dieser vollkommenen, natürlichen Schönheit erzeugte sie eine Ausstrahlung, die um so vieles größer war, als ihre zierliche Erscheinung, denn noch über Kilometer und Stunden hinweg begleitete sie mich in meinen Gedanken durch den Tag.
Ich hoffe, sie ist sich dieser unnachahmlichen Kostbarkeit bewusst, vor allem aber der Notwendigkeit, sie zu bewahren, denn ihr Esprit leuchtete unendlich mal heller, als die Drögheit der inzwischen leider alltäglichen Kreaturen, die mit ihren Totenkopftätowierungen und Nasenringen einem Hornochsen näherstehen, als einem Menschen.
Hihi, nicht zu fassen, was in dieser Welt so los ist! Die 16-jährige Gräte Thunfisch hat sich entschlossen, die Schule zu schmeißen. Also wenn das Schule macht!
Und das Beste – ihre Eltern erlauben das auch noch! Wäre mir so was vor 30 Jahren eingefallen, hätte ich gar nicht erst wiederkommen müssen. Oder ich wäre zum Psychodoc geschickt worden. Oder in den Jugendwerkhof.
Nicht zu fassen!
Liebe Selfieknipser,
es ist ein Irrtum, wenn Ihr glaubt, dass Ihr um so wichtiger seid, je mehr Selfies Ihr von Euch macht! Wichtig seid Ihr nur, wenn andere Euch fotografieren, und das möglichst oft.
Verstanden?
Nee, oder?
Ich musste gerade zu einer Messe nach Friedrichshafen …, ich hatte zwar ’ne fiese Erkältung mit hohem Fieber, garstigem Husten und dicken Augen, aber ich musste trotzdem hin, denn Messen pflegen nicht auf Rekonvaleszenten zu warten.
Hin- und Rückflug, jeweils mit Umsteigen und gebucht bei Lufthansa, gestalteten sich so: Erster Streckenabschnitt, von Berlin nach Frankfurt – 25 Minuten Verspätung, zweiter Abschnitt nach Friedrichshafen – 30 Minuten Verspätung.
Beim Rückflug legte Lufthansa – „Europas erste Fünf-Sterne Airline“ – so nennen sie sich selbst, inklusive fehlendem Koppel-Divis hinter „Sterne“, noch mal kräftig nach: Beide Flüge gestrichen. Keine Information über das Wieso und Warum, was geht das auch den Kunden an? Sie buchte die Flüge einfach um und fertig!
Der erste Abschnitt führte nun über Düsseldorf, bedient von British Airways in einer brummeligen alten Schnurre, einer Dornier 328, mehr Liebhaberstück als Flugzeug und mit höchstens 30 Sitzen ausgestattet. Die deutsche Stewardess mit Traumberuf seit über 30 Jahren was sooo nice und very british, ein picture book template für perfekten Service und makellose Freundlichkeit: „Möchten Sie noch etwas Tea, Sir? … darf ich noch mal nachschenken? … ist das Wetter nicht wundervoll?“ Hätte sie mir noch ein buntes Häkelkissen gereicht – ich wäre sofort in der letzten Sitzreihe eingezogen.
„Möchten Sie wirklich nichts von den ungenutzten Speisen mitnehmen?“ Und ich Idiot habe das dankend abgelehnt! Denn die Weiterreise verlief bretthart, knüppeldick und kernig deutsch: Fast pünktlich dabei, die Türen zu schließen, entdeckte Germanwings (ein deutsches Tochterunternehmen mit englischem Namen von … tadaa – Lufthansa!) ein paar Kerosintropfen an Teilen der Tragfläche, wo keine Kerosintropfen hätten sein sollen. Der flaumbärtige Pilot, bewaffnet mit giftgrün leuchtendem Ostfriesennerz (heutzutage ein gefährlich diskriminierender und nur noch als Satire zu entschuldigender Begriff) und gelb leuchtender Taschenlampe sah nicht begeistert aus, als er nach einem persönlichen Check der Tragfläche wieder das Flugzeug betrat: „Es tut uns wirklich leid, dass es uns leid tut, weil es uns wirklich, wirklich leid … entschuldigen wir uns vielmals … vielmals … entschuldigen … uns leid …“
Gestrandet in Düsseldorf. Das grausame Schicksal vieler Ruhrpöttler, nun geteilt von mir, einem waschechten Hauptstädtler! Keine weiteren Maschinen nach Berlin an diesem Abend. Erst am nächsten Morgen. Keine freien Hotelzimmer in der Stadt, aufgrund einer Messe.
„Dschörmänwinks“ organisierte immerhin blitzschnell drei Busse, welche die Acht-Stunden-Strecke in nur sechs Stunden schafften. Allerdings ersetzt dies nicht mein kuschelig warmes Bett, denn dieses hat einerseits keine schlecht ausgewuchteten Räder, welche den Bus heftig und mit hoher Frequenz durchschüttelten und dem Busbesitzer in nicht allzu ferner Zukunft teure Lagerschäden verursachen werden, und andererseits kommen in meinem Schlafzimmer nicht eine Handvoll Leute nachts um halb drei plötzlich auf die Idee, lustige Partys zu feiern, angeleitet von einer jungen Pseudo-Latino-Barbie im Leopardendress, mit Selbstwertdefiziten und extrem nerviger Stimme, was als Beschreibung keineswegs übertrieben, heutzutage jedoch auch schon als hochgradig rassistisch und völkerverachtend einzustufen ist.
An welcher Stelle fing es eigentlich an, schiefzugehen, mit all den guten Namen wie Deutsche Bundesbahn, Deutsche Lufthansa, Deutsche Telekom und Deutsche Bundespost? War das vor oder nachdem uns die Politiker erzählten, wie gut doch die Privatisierung für uns alle werden würde?
Wo nur ist dieses Land inzwischen … Achtung, Wortspiel – gelandet? Allein schon, dass ich auf solche Wortspiele hinweisen muss, stimmt mich traurig. Noch trauriger stimmt mich, dass derartige Alltagsbeschreibungen inzwischen ganz normal sind.

Benny hat uns verlassen. Der letzte der Olsenbande starb heute im Alter von 83 Jahren.
Es mag verrückt klingen, aber immer wenn ich die Olsenbande sehe, vermittelt mir das ein Gefühl von der „guten alten Zeit“.
Mach’s gut, Morten, und danke für Euren tollen Humor.
