Eine unglaubliche Dokumentation kam gerade auf Tagesschau 24: Gigantische Korruption bei Regierungen, Banken, Geheimdiensten und der Justiz, so international, dass sie sogar Jelzin zum Rücktritt zwingen konnten. Dazu noch die Voraussage von Krisen, Kriegen und Zusammenbrüchen nach mathematischen Berechnungen …
Also, diese Doku sollte man unbedingt gesehen haben!
„Aber heute nicht mehr, oder?“, fragte die etwas genervte Stimme am anderen Ende der Leitung. Gar nicht so leicht, am Freitag vor Silvester noch einen Elektriker ranzubekommen.
„Doch, doch, heute noch, wenn möglich!“ antwortete ich. Immerhin steht das Wochenende vor der Tür, Montag ist Neujahr, vermutlich alles dicht, und damit meine ich nicht zwangsläufig wegen Alkoholmissbrauchs.
Heute also. Denn jede Verzögerung würde mein Urlaubsprojekt zurückwerfen, im Flur einen weiteren Einbauschrank unter die Decke zu hängen. Am Vortag, bei der Planung, durchzuckte mich noch der Gedanke – Vorsicht, Stromkabel! Mach Dir lieber einen Merkzettel dran! Einen Tag später schon war der Gedanke wieder verlorengegangen, im Fluss der Zeit.
Natürlich traf die Bohrspitze mit traumwandlerischer Sicherheit die eine Stelle, die nicht hätte getroffen werden dürfen. Was übrigens noch einige weitere Ereignisse nach sich zog. Denn als es knallte und die Bohrmaschine zum Stillstand kam, dachte ich erst, die Maschine sei kaputt. Statt sie erst mal genau zu überprüfen, fuhr ich sofort in den nächsten Baumarkt, um eine neue zu kaufen. Erst zu Hause bemerkte ich das Desaster, ich hatte nämlich ausgerechnet das Kabel angebohrt, welches die Steckdose versorgte, die wiederum die Bohrmaschine antrieb.
„Rufen Sie in einer halben Stunde noch mal an“, sagte die genervte Stimme. Eine halbe Stunde später ist sie diejenige, die mich anruft: „Welche Hausnummer sagten Sie? Ich stehe schon vor dem Haus.“ Donnerwetter, da hatte sich die Stimme vorhin mit halbem Ohr sogar die Adresse gemerkt.
Die Treppen hoch zum Wolkenschlösschen schleppte sich dann ein müder, alter Mann, nicht mehr weit entfernt von der wohlverdienten Rente. Selbständig, nur er allein mit sich selbst im Unternehmen. Wortkarg, meinen Blicken ausweichend, schaut er sich die von mir bereits aufgestemmte Wand an. Ich merke ihm den Unwillen an, es ist Freitagnachmittag, er mag nicht mehr, will nach Hause, endlich das Jahr beenden. Er zögert, rechnet im Kopf: Kann man das wieder zusammenklemmen? Oder muss eine Unterputzdose her? Womöglich die Wand weiter aufgestemmt und ein neues Kabel verlegt werden? „Ich hab heute noch mehr Termine …“ Er seufzt.
Und dann, allmählich, passiert etwas Beeindruckendes: Seine Berufung meldet sich. Jene Eigenschaft, die ihn vor langer Zeit diesen Beruf ergreifen ließ. Genau diesen, und keinen anderen. Die Verantwortung, zu helfen. Der innere Zwang, das da, dieses Loch, oben in der Wand, mit den geschundenen Drähten, nicht so zurückzulassen, nicht einfach zu gehen, es auf später zu verschieben, sondern es verdammt noch mal in Ordnung zu bringen. Dieselbe Eigenschaft, die ich auch bei mir erkenne, wenn irgendetwas aus der Reihe tanzt, ein Buch, das schief zwischen den anderen steht, ein einzelner Fingerabdruck auf der gläsernen Tischplatte, der mich zum Putztuch greifen lässt, ein Rechtschreibfehler, der bisher unentdeckt geblieben, mich nun, nach seiner Enttarnung, nicht ruhig schlafen und genervt, mitten in der Nacht, noch einmal den Computer anwerfen lässt.
Genau diese Eigenschaft lässt den Mann sich erst wieder der Tür zuwenden, treibt ihn dann doch die Leiter hoch und wieder herunter, erneut hinauf, lässt ihn mit den Fingern prüfend die Drähte betasten, um ihn schließlich grummelnd zum Werkzeug greifen und die Arbeit erledigen zu lassen. Sofort, ohne Verzug.
Als er mir am Ende den Preis nennt, für diesen spontanen Rettungseinsatz, ist mir das fast ein wenig peinlich. Die überteuerten Phantasiepreise von Schlüsselnotdiensten im Sinn, von denen man gelegentlich mal im Fernsehen hört, lege ich dieselbe Summe noch als Trinkgeld oben drauf und freue mich über seine glücklich aufleuchtenden Augen, das traurige, genervte Gesicht, das plötzlich wieder freundlich strahlt, als hätte es all die Mühsal der Vergangenheit nie gegeben.
Eine Geste der Anerkennung. Dafür, dass er zur Stelle war, als ich ihn brauchte. Dafür, dass er faire Preise hatte, in Zeiten, in denen manche Firmen völlig durchgedrehen. Und für ihn als Bestätigung, auch im neuen Jahr so zu verfahren. Weil sich gute Arbeit manchmal eben doch bezahlt macht.
Den Kontakt gibt’s gern auf Anfrage.

Mach’s gut, Malcolm, und danke für die beste Musik meines Lebens, die mich seit über dreißig Jahren begleitet.
Hört mal, Ihr Filmfuzzis, ich hätte Euch ja den Kitsch verziehen. Und die ewig gleich Masche, mit den Beziehungen, die an der Krise wachsen. Vielleicht auch das viele Krawumm. Eventuell sogar die teilweise lausigen Special Effects, immerhin 26 Jahre nach der ersten, nennenswerten Computeranimation der Filmgeschichte in Terminator 2.
Aber dass Ihr einfach mein geliebtes Dubai flutet und dazu noch den göttlichen Burj Khalifa zerstört, das verzeihe ich Euch nie! Niemals, Ihr Barbaren!
Möge es Feuer und Asche regnen über Hollywood! Und Hagel, Wasserfluten und kleine Dinoköttel.
Saach ma, Rachoi, wat erwarteste eijentlich von eenem, der „Putsch den Mond“ heißt?
Ick frare ja nua!
Der Winter steht vor der Tür. Die Temperaturen sinken allmählich ab, daher wollte ich die letzten Sonnenstrahlen in meiner Garage nutzen …

… um meinem pazifikblauen Spielmobil die Winterstiefelchen anzuziehen. Für diejenigen unter Euch, die das auch gern selbst machen würden aber nicht wissen, wie es geht, folgt hier eine bebilderte Anleitung.
Zunächst einmal brauchen wir Werkzeug. Das findet Ihr in Eurer Garage oder im Keller in dem pazifikblauen Wandschrank:

Besonders wichtig: Dicke Handschuhe! Die Räder mögen es nicht, abgeschraubt zu werden und anschließend ein halbes Jahr im Dunkeln herumzustehen, deshalb beißen sie gern mal.

Auch sehr hilfreich ist es, die zu demontierenden Räder zärtlich zu waschen, zu trocknen und danach ein wenig zu massieren, das sorgt für gelöste Stimmung. Zum Waschen unbedingt Eimer und Lappen in Wagenfarbe besorgen! Komplementärfarben führen schnell zum Kippen der Stimmung (das Übliche: Liebst Du mich nicht mehr? Hast Du eine andere? usw.).
Hier also Eimer und Lappen in Pazifikblau:

Ein Sicherheitsständer kann im Falle, dass die Stimmung kippt, hilfreiche Unterstützung leisten:

Auch seichte musikalische Unterhaltung sorgt für ein geschmeidiges Ambiente:

Keinesfalls sollte man versuchen, gleichzeitig das Auto anheben und die Räder wechseln zu wollen. Anatomisch betrachtet fehlt uns hierfür ein paar Extraarme. Stattdessen benutze man einfach diesen Hubelix. Dessen Farbe ist egal, da das Auto unten keine Augen hat.

Die Schrauben am Vorderrad sollten niemals mit Gewalt gelöst werden, siehe oben (Kippen der Stimmung). Sanftes Zureden und neckisches Liebkosen wirken hier oft Wunder.

Physisch und psychisch gelöste Schrauben:

Das demontierte Rad rolle man am besten in die hinterste, dunkelste Ecke der Garage. Dort bietet sie über die kalte Jahreszeit allerei Getier, wie Spinnen, Mäusen und Mardern ein schützendes Habitat.

Vor dem Befestigen des Winterrades betrachte man aufmerksam die Nabe. Befinden sich wie in diesem Fall kleine braune Punkte auf dem Metall, ist das Fahrzeug hoffnungslos verloren. In spätestens eintausend Jahren wird nur noch Roststaub vorhanden sein, es lohnt sich also im Prinzip nicht, weiterzumachen. Wer sich jedoch nicht sofort ein neues Fahrzeug leisten kann, dem sei geraten, vorsichtig weiterzumachen und zu hoffen, dass es die nächsten zwanzig Jahre noch gut geht.

Bei dieser Gelegenheit kann man auch gleich die Federn etwas höherschrauben, damit es die Marder nicht so schwer haben, in den angenehm warmen Motorraum zu gelangen. Während der kalten Jahreszeit frieren die armen Tiere sehr schnell und werden dann stinksauer. Hier sieht man das Gegenteil von „tiefergelegt“:

Doch halten wir uns nicht mit zu vielen Details auf, das nächste Rad wartet bereits:

Im Gegensatz zum Vorderrad lassen sich beim Hinterrad die Schrauben nicht durch gutes Zureden lösen. Hier geht es nur unter Androhung brachialer Gewalt:

Derart eingeschüchtert, geben die Streikenden schnell auf:

Den obligatorischen Rost (Fachausdruck: Rostlaube) ignorieren wir wieder …

… und schrauben schnell das Rad darüber.
Zum Anziehen der Schrauben benötigen wir einen Drehmomentschlüssel mit einer Kraft von 120 Kilometern.

Zweimal gestützt ist doppelt geschützt:

Die Garage sollte nicht zu knapp bemessen sein, damit man mit den Rädern schön vor oder hinter dem Auto zur anderen Seite durchkommt.

Noch ein vorletztes Rad, und dann noch eins:

Finales Herunterkurbeln – fertig!

Die SPD fragt sich derzeit auf ihrer Facebook-Seite, was sie tun muss, damit ihr die Menschen wieder vertrauen. In der Hauptrolle mit Büßergewand ausgerechnet Unsympath Stegner, hauptberufliche sowie ehrenamtliche Diplomhackfresse.
Also ich hätte da eine Idee. Wie wär’s, wenn Ihr Euch mal mit den Folgen Eurer Politik auseinandersetzt? Zum Beispiel mit den Opfern von Hartz 4? Dann werdet Ihr vielleicht erkennen, dass es nichts mehr gibt, was Ihr tun könnt. Tot ist tot, daran kann man nichts mehr ändern. Und Ihr seid die Hauptverantwortlichen dafür. Das wird Euch für immer an der Backe kleben, egal was für tolle Sprüche Ihr Euch für die nächsten Wahlplakate ausdenkt.
Die Vereinten Nationen klopfen sich gerade kräftig auf die Schultern, denn sie haben beschlossen, den in Myanmar verfolgten und nach Bangladesch geflohenen Rohingya mit 290 Millionen Euro zu helfen. Eine wahrlich gigantische Summe!
Allein die Commerzbank bekam übrigens mehr als 18 Milliarden Euro staatliche Hilfe.
Liebes Google, liebe Sicherheitsfanatiker, liebe Werbeschnuffis,
hat Euch heute schon jemand gesagt, dass Ihr gewaltig nervt? Es macht keinen Spaß mehr, im Internet zu surfen, ständig springen irgendwelche Fenster auf, die auf irgendetwas ganz, ganz Wichtiges hinweisen wollen, auf Cookies, kostenlose Abonnements oder sonstigen Kram. Besonders nervig sind die Werbebanner, die leicht verzögert geladen werden, wenn man schon mittendrin beim Lesen ist, und die dann den Text plötzlich einfach mal so um 300 Pixel nach unten verschieben. Am besten noch ein zweites Popup-Fenster darübergelegt, mit einem Schließen-Knopf ganz oben, an der Seite, hinter dem Banner, was hinter dem Banner, hinter dem Banner versteckt ist. Und da wundert Ihr Euch, wenn die Leute Werbeblocker einsetzen!
Ach, und Google – ich hab Dir das schon mal gesagt: Ich brauche keine Hinweise darüber, dass ich mich gerade in meinen Blog eingeloggt habe, weder per Mail noch aufs Handy. Es ist wirklich rührend, wie Du Dich um meine Sicherheit kümmerst, aber irgendwann reicht’s auch mal. Mach das gefälligst so, dass man es abschalten kann.
Ohne Freundlichkeit und Grüße, sondern einfach nur genervt:
Sunlion
Fünfundreißig Jahre ist es nun schon her, dass der originale Film Blade Runner in den Kinos lief. Was habe ich eigentlich damals gemacht, 1982, mit unschuldigen, süßen 14 Jahren?
Weiß nicht, schon so lange her. Im Kino habe ich den Film jedenfalls nicht gesehen, denn damals herrschte noch tiefste DDR. Vermutlich habe ich mich seiner erst nach der Wende am heimischen Bildschirm erfreut, mit 62 Zentimetern Bilddiagonale und per Videokassettenrekorder zugespielt, was jedes für sich heute auch nur noch ein technischer Witz ist.
Jedenfalls beeindruckte mich damals schon die bildgewaltige Story um künstliche Menschen, die einfach nur nach der Antwort suchen, die wir alle wissen wollen, auf die Frage: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wieviel Zeit bleibt mir?
An diese Geschichte schließt der neue Blade Runner 2049 an. Und er macht seine Sache gut. Der Film entwickelt sich langsam, nimmt sich viel Zeit und zieht den Betrachter allmählich in das Geschehen hinein. Der tolle 3D-Effekt hat sicherlich einen großen Anteil daran. Die optische Umsetzung ist überwältigend, ein Fest für Ästheten. Als Fotograf weiß ich, wie schwer es ist, attraktive Bilder zu erschaffen. Regisseur Denis Villeneuve und Kameramann Roger Deakins gelingt dies grandios, jede Szene ein visueller Volltreffer, ein Spiel aus Formen und Licht, man wird geradezu erschlagen von der opulenten Szenerie. Wer jedoch auf schnelles Krawumm und Balla-balla steht, wird mit dem Film wohl eher nicht glücklich. Blade Runner 2049 ist eindeutig für echte Cineasten gemacht.
Lediglich die Musik, komponiert von Benjamin Wallfisch und dem inzwischen schon legendären Hans Zimmer, schwächelt ein wenig. Sie passt zwar perfekt zum Film und lässt auch dieselbe Atmosphäre entstehen wie beim Original von 1982. Doch es fehlen die … sagen wir mal … Hits, die man sich auch zu Hause auf der Stereoanlage anhören würde. Wer Vangelis‘ Soundtrack verinnerlicht hat, dem wird beim „Anhören“ des neuen Films irgendwie was fehlen. Vielleicht hätte es nicht geschadet, die eine oder andere Komposition von früher ein wenig aufzubügeln und zu übernehmen. Macht James Bond ja auch nicht anders.
Doch halt – einiges wurde dann doch aus dem Originalfilm übernommen, nämlich …
Och nöö, das könnt Ihr gern selbst herausfinden. Der Film wirkt ohnehin besser in groß und 3D. Also ab ins Kino, angucken!
Dieser Film wurde nicht gesponsort. Von Niemandem. Dabei war es meine bislang teuerste Kinokarte. Fünfzehneurodreißig!!! Also echt, ey, Ihr habt ’se wohl nicht mehr alle!
