In letzter Zeit erhalte ich wieder vermehrt E-Mails aus China. Mit Angeboten speziell für den Mann. Penis Enlargement Pills. Hab ich aber leider keinen Bedarf für. Ich suche eigentlich händeringend was ganz Anderes: Penis-Verkleinerungs-Pillen. Die hat aber keiner. Sind nicht zu kriegen. Gib es einfach nicht. Nirgendwo. Nicht mal in China.
Da frage ich mich, ob das ein Angebot-und-Nachfrage-Problem ist oder einfach nur die verdammte Planwirtschaft. Als DDR-Erfahrener tippe ich auf Letzteres.
Fast nichts hatte bei mir je eine Chance! Nicht der Alkohol, auch nicht der Tabak, und Drogen sind für mich sowieso ein Buch mit sieben Siegeln. Doch bekanntlich ist die Summe aller Laster konstant. Das Thema, bei dem ich mich einfach nicht beherrschen kann, sind Uhren. Wenn ich eine schöne Uhr sehe, die mir gefällt, dann quält mich der Gedanke an sie so lange, bis sie endlich an meinem Arm gelandet ist. Und irgendwann im Schrank vor sich hinrostet. Meine Uhrenschachtel beinhaltet bereits über 20 Stück, von sehr alt bis digital. Wobei digital irgendwie auch schon wieder alt ist. Und nein, liebe Einbrecher, es lohnt sich nicht, bei mir einzusteigen, denn es handelt sich ausnahmslos um billige Kaufhausmarken mit Quarzwerken. Würdet Ihr versuchen, diese irgendwo zu verscherbeln, würden Euch die Händler garantiert mit dem Knüppel vom Hof jagen!
Nun gibt es für Leute wie mich natürlich auch Selbsthilfegruppen in Form von Internetforen. Das Forum, in dem ich gelandet bin, hat eine eigene Abteilung, wo Uhrenverrückte andere Uhrenverrückten deren neue Uhrenverrücktheiten ausreden sollen. Das müsst Ihr Euch unbedingt durchlesen, denn was da so an negativen Rezensionen herauskommt, wenn versucht wird, anderen ihre Uhrenträume madig zu machen, ist teilweise zum Brüllen komisch.
Heute Nacht um drei werden wieder die Uhren umgestellt: Von der Anrichte auf den Kaminsims, vom Nachtschrank aufs Fensterbrett oder vom Küchentisch auf den Kühlschrank. Nicht vergessen, Leute, stellt Euch den Wecker, sonst gibt das morgen wieder tierischen Ärger!

Heute früh zogen die Vogelschwärme über Berlin in Richtung Süden, wärmeren Gefielden entgegen. Das ist immer ein ernstzunehmendes Zeichen, dass es bald sehr viel kälter werden wird. Daher habe ich heute schon mal vorsorglich und streng nach der O-bis-Z-Regel (Ostern bis Zugvögel) die Winterstiefelchen ans Golfilinchen geschraubt. Wie das abläuft, wisst Ihr ja bestimmt schon aus diesem und aus diesem Fachartikel.
Als ich heute früh gegen 5.30 Uhr erwachte, stellte ich neben der erstaunlichen Tatsache, einen angenehmen Traum gehabt zu haben, noch etwas anderes fest: Dass der Traum von meiner ehemaligen Traumwohnung ausgeträumt ist. Ungefähr 2005 war ich mit meiner Wohnung im ersten Stock, die ich damals schon an die 15 Jahre bewohnt hatte, zunehmend unzufrieden. Sie war zu klein, auch zu dunkel, und ein neuer Nachbar hatte sich unter mir einquartiert, dessen nervige Lebensäußerungen ich nun ungefiltert abbekam. Zum einen hatte er einen scheußlichen Musikgeschmack, zum anderen eine scheußliche Lebensgefährtin, mit der er sich öfter mal laut vernehmlich stritt. Und außerdem war er Raucher. Sein Rauch und auch die ätzenden Dämpfe seiner Küche zogen genau in meine Fenster darüber. Ich haderte also mit meinem Leben und begab mich halbherzig auf die Suche nach einer anderen Wohnung.
Nach ein paar Monaten traf ich zufällig im, von meinem Wohnbezirk am weitesten entfernten Berliner Stadtbezirk, einen Mitbewohner meines Hauses. Er besuchte mittags dieselbe Kantine und setzte sich zu mir an den Tisch. Wir kamen ins Gespräch, und irgendwann erzählte er, dass er zu seiner Freundin ziehen und die Wohnung aufgeben wolle. Natürlich setzte ich sofort alle Hebel in Bewegung und hatte Glück! Ich zog in meine Traumwohnung. Ein kleines Wolkenschlösschen, ganz oben, direkt unter dem Himmel. Im Sommer genoss ich die Nachmittagssonne auf dem Balkon, schaute in den Sonnenuntergang und erfreute mich mehr oder weniger meines neugewonnenen Lebens. Ein glücklicher Zufall, ein zufälliges Treffen hatte mir diesen Umzug beschert.
Heute, fünfzehn Jahre später, ist kaum noch etwas davon übrig. Zuerst wurde der Balkon „saniert“. Was vorher steinerne Wände waren, sind nun hässliche Kunststoffplatten in kreischenden Farben. Der Himmel über mir wird verdeckt durch ein Dach. Wozu benötigt ein Balkon ein Dach? Was gibt es Schöneres, als den blauen Himmel oder nachts das glitzernde Firmament über sich?
Die ehemals tolle Aussicht wurde zugebaut, sechs große betonale menschenverachtende Menschenverwahrungsbehälter wurden vor meinem Balkon hochgezogen. Den schönen Sonnenuntergang haben jetzt die anderen. Und um dem ganzen Schlamassel noch die Krone aufzusetzen, hat das grausame Schicksal mir neue Nachbarn beschert. Ein Pärchen mit scheußlichem Musikgeschmack und lauten Streitereien. Und rauchen tun sie auch. Die scheußliche Musik bekomme ich übrigens inzwischen von drei Seiten.
Ich würde so gern hier wegziehen. Wo nur bleibt mein nächster glücklicher Zufall?
Soeben war ich in einem gemütlichen Kaffeehaus, auf der Suche nach Süßem. Der Stil des Hauses war irgendwie alt, sehr alt. Abgewetztes Holzparkett, hohe Wände, kleine Tische überall im Raum verteilt, emsige Kellner, die dampfenden Kaffee und Kuchen zu den Gästen brachten.
Ich betrat also diesen großen Raum, fast schon eine Halle, und sofort nahm mich der Oberkellner in Empfang, fragt nach meinem Begehr. Ein Stück Kuchen wäre nicht schlecht, sagte ich, es dürfte auch Torte sein. Moment, antwortet der nette Mann, eilt hinüber zum Tresen und kam mit einem kleinen Teller, einem silbernen Löffel und einem Probierstück seiner neuesten Tortenkreation zurück. Weißes Zuckerzeug, vermischt mit ganz viel Fett und furchtbar lecker.
Leider kann ich Euch nicht verraten, wo dieses sympathische Kaffeehaus zu finden ist. Denn just in dem Moment, als ich das Tortenstück genussvoll in den Mund schob und mich noch darüber wunderte, dass niemand eine Maske trug, wachte ich auf.
Seit nun schon über dreißig Jahren betreibe ich diverse Kampfkünste. Aber immer, wenn ich auf Partys vor irgendwelchen Mädels damit angeben will, ernte ich beim Erwähnen der Namen der Kampfkünste, derer ich mich befleißigt habe, nur ratlose Blicke. Boxen zum Beispiel kennt vermutlich jeder. Karate auch. Aber was zum Teufel ist Ninjutsu? Daher an dieser Stelle mal eine kleines Kompendium, zur allgemeinen Weiterbildung.
Karate: Die ehrliche, aufrechte Art, Leute umzubringen. Nachdem man seinen Gegner umgehauen hat und der Verwesungsprozess einsetzt, verneigt man sich mit Respekt und Ehrfurcht vor dem Besiegten. Man stößt mit einem Glas Sake auf sein Wohl an, danach mit einem weiteren und noch einem und noch eins …
Ninjutu ist der Weg der Ninja, das sind die schwarz gekleideten Schattenkrieger aus Hollywood-Filmen, deren Kampfsystem außergewöhnlich grausam und gemein ist. Personen, die das Pech hatten, an oder mit einem Ninja zu sterben, nennen Ninjutsu daher auch „The dirty Way of Killing“. Im Grunde ist es dasselbe wie Karate, nur eben schmutzig, fies und hinterlistig. Nachdem man seinen Genger umgehauen hat, verneigt man sich nicht mit Respekt und Ehrfurcht, sondern beschimpft ihn noch unflätig, verhöhnt ihn in seiner Niederlage, streckt ihm die Zunge raus und verschickt unanständige Handy-Nachrichten an seine Hinterbliebenen, am besten rund um die Uhr.
Wing Tsun stammt aus der unüberschaubar großen Kung-Fu-Familie, erfunden von einem kleinen Mann namens Ip Man, was auf chinesisch „Kleiner Mann“ bedeutet. Die hervorstechendste Eigenschaft von Wing Tsun sind stundenlange Kloppereien, an deren Ende der Gegner unvermittelt vor Lachen zusammenbricht. Im Grunde so, wie im Kino – epische Schlägereien, aber keiner blutet.
Jeet Kune Do ist eine Ableitung aus dem Wing Tsun. Erfunden hat das Zeug der berühmte Bruce Lee. Nachdem er wegen rüpelhaften Benehmens bei seinem Wing-Tsun-Meister Ip Man rausgeflogen war, hatte er keine andere Wahl, als einen eigenen Kampfstil zu entwickeln, den er aber aus urheberrechtlichen Gründen nicht Wing Tsun nennen durfe. Auch hatte er keinen anderen Beruf erlernt, darum wurde es nix mit Tischler, Bäcker oder Gas-Wasser-Scheißer. Die Jüngeren unter Euch werden Bruce Lee vermutlich nicht mehr kennen – er ist der aus den Kinofilmen mit den episch langen Schlägereien. Genützt hat es ihm nichts, die Hauptrolle in der Siebziger-Jahre-Serie „Kung Fu“ bekam trotzdem David Carradine.
Dann wäre da noch Krav Maga, ein Selbstverteidigungssystem, erfunden vom Mossad. Da Geheimdienstler aber in der Regel etwas einfältig sind, beschränkt sich das System auf zwei Techniken: Wegschubsen und in die Eier treten. Ich hoffe inständig, dass meine koreanische Trainerin das nicht liest, sonst schubst sie mich beim nächsten Training und tritt mir in die Eier. Deshalb höre ich jetzt lieber auf mit der Lästerei und schreibe fleißig an meinem nächsten Buch weiter. Und wenn Ihr mich das nächste Mal auf ’ner Party trefft, wisst Ihr endlich Bescheid!
Mehrere Großstädte wollen jetzt flächendeckend Tempo-30-Zonen testen, unter anderem, um den Verkehr klimaschonender zu machen. Und sofort frage ich mich: Nanu? Wie das?
Rechnen wir mal: Für eine Strecke von 10 Kilometern benötige ich bei 50 km/h etwa 12 Minuten. Für dieselbe Strecke benötige ich bei 30 km/h rund 20 Minuten. Bei 50 km/h fahre ich mit etwa 1200 U/min im fünften Gang. Bei 30 km/h fahre ich mit ebenfalls 1200 U/min im dritten Gang. Der Motor läuft also gleich schnell, verbraucht dieselbe Menge Kraftstoff und emittiert dieselbe Menge CO2. Dafür halte ich mich bei 30 km/h aber länger im besagten Abschnitt auf, was bedeutet, es wird bei langsamem Fahren über die Zeit insgesamt mehr Kraftstoff verbraucht und mehr CO2 in die Luft geblasen. Im Grunde ist bei schnellerem Fahren nur der Luftwiderstand größer, was natürlich einen Einfluss auf alle Werte hat. Aber macht das bei modernen windschlüpfrig designten Autos wirklich einen so großen Unterschied?
Wo ist der verdammte Physiker, wenn man ihn mal braucht?
Russlands Staatspräsident Wladimir Putin hat sich mit Sputnik 5 gegen Corona impfen lassen. Er gibt an, keine Nebenwirkungen bemerkt zu haben. Ich schätze mal, die Nebenwirkungen haben ihn bemerkt.
Momentan sitze ich an meinem Schreibtisch, grübele bei offenen Fenstern über meinem nächsten Roman und bin umringt von lautem Gejohle. Fußball mal wieder, na klar!
Ich habe dieses Spiel nie verstanden! Da kloppen sich 22 bekloppte Halbaffen, die gerade erst den aufrechten Gang und eine einigermaßen humanoide Kommunikationsform erlernt haben, um einen einzigen Ball! Besonders schlau können die Halbaffen nicht sein, denn sonst kämen sie ja ganz von allein auf die Lösung dieses Problems: Warum bekommt nicht einfach jeder Spieler seinen eigenen Ball? Ist ja nun nicht so, wie zu DDR-Zeiten, wo’s nüscht gab!
Aber nöö, da muss ich erst wieder kommen, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Diese Typen sind blöd wie Torpfosten, haben aber Kohle ohne Ende! Dämliche Suppenhühner!
