Schon gewusst? Es gibt nicht nur zwölf Sternzeichen, es gibt auch noch ein dreizehntes! Der Stiesel: Geboren zwischen Neujahr und Silvester. Verträgt sich mit keinem anderen Sternzeichen, nicht mal mit sich selbst. Hat immer nur Pech und ist daher äußerst schlecht gelaunt.
Erkennen Sie sich wieder? Dann habe ich hier Ihr Horrorskop für diese Woche: Es wird Scheiße regnen, von früh bis spät, 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Und zum Start ins Wochenende tritt Ihnen das Schicksal noch mal so richtig mit Anlauf in den Arsch! Da kann ihnen auch der liebe Gott nicht weiterhelfen.
Früher hatte ich das interessante Automagazin Vox Auto Mobil immer im Fernsehen geschaut, bis irgendein Quatschkopp auf die Idee kam, das gerade mal zehn Jahre alte DVB-T sei qualitativ nicht mehr gut genug und müsse gegen DVB-T2 ausgetauscht werden. Natürlich konnte mein Fernseher das nicht, also musste ich mir besorgen, was ich schon immer gehasst hatte – einen neuen Receiver, was zu einer unpraktischen Hantiererei mit zwei Fernbedienungen führte. Vor allem aber führte es dazu, dass ich die Privatsender nicht mehr empfangen konnte, denn die waren der Ansicht, ihr werbeverseuchtes inhaltsloses Verblödungsprogramm für ohnehin schon mental gehandicapte Unterschichten nun verschlüsseln zu müssen und nur noch gegen einen geringen Obolus von fünf oder sechs Euro feilzubieten.
Ich gebe gern zu, eine kurze Weile hatte ich Entzugserscheinungen, aber das legte sich rasch. Die öffentlich-rechtlichen standen bereits eilfertig bereit, um mich mit ihrem spannenden, höchst anspruchsvollen, hust, Fernsehprogramm, bestehend aus Propaganda, Spielshows, Propaganda, politischen Umerziehungssendungen, Propaganda und Propaganda treusorgend aufzufangen. Deshalb schaue ich inzwischen praktisch gar kein Fernsehen mehr und surfe eher im Internet oder schreibe an neuen Büchern.
Vox Auto Mobil entdeckte ich aber doch irgendwann auch im Internet, eingebettet in einen technisch aufwendigen Rahmen aus Werbung, der nicht immer und in jedem Browser fehlerfrei funktionierte. Besonders wenn der Browser einen Werbeblocker, verschiedene Trackingstörtechniken und einen Cookie-Saboteur installiert hat. Die letzten Monate lief die Sendung aber weitestgehend störungsfrei. Bis heute. Anscheinend hat Vox solch penetranten Werbeverweigerer und Gratisleistungserschleicher wie mich satt und die Sendung nun hinter einer Premium-Bezahlschranke versteckt. Eintritt: Fünf Euro.
Da werden die sympathischen Moderatoren Alexander Bloch, Andreas Jancke, Albert Königshausen, Lance David Arnold und ich uns nun wohl nicht mehr so oft sehen. Echt schade! Wenigstens die Autodoktoren bleiben mir aber erhalten. Den beiden genialen Technikfreaks kann man auch weiterhin kostenlos auf die Finger sehen.0
Nachtrag vom 28. Juni: Vox hat die Sendung wieder freigeschaltet. Anscheinend lief die Aktion nicht so gut. Gut für mich!
Schon gewusst? Der Führer hatte gar keinen Führerschein! Er hatte einen Chauffeur. Der wiederum hatte einen Führerschein. Verrückte Welt, oder?
Dieses Land ist verloren! Jetzt fängt auch noch meine Bank an, mich zu duzen! „Ey, Digga, voll krass, Alta, wir schiggen Dir jetzt Deine voll fette neue Kreditkarte zu, weißu?“ Ich fand diese Duzerei schon bei Apple und Ikea unhöflich, anmaßend und distanzlos.
Dazu war das Schreiben, zeitgeistgerecht, auch noch katastrophal falsch gegendert. Bei „Mitarbeiter*in“ mag das ja noch funktionieren, denn das Wort enthält sowohl die männliche als auch die weibliche Form von Mitarbeiter, nämlich Mitarbeiter und Mitarbeiterin. Aber was bitte ist ein Kund? Die männliche Form von Kunde? Bei diesem Begriff kommt nämlich, wie wir sehen, nichts Gescheites mehr heraus, sobald man das Sternchen einsetzt: Kund*in. Wenn überhaupt, ist hier noch die weibliche Form erkennbar. Männliche Personen werden also ausgeschlossen. So geht Gleichberechtigung im Jahre 2021!
Mit einem Blutdruck von 176 zu 90 habe ich sofort einen laaangen Beschwerdebrief an den Vorstandsvorsitzenden der Bank geschickt, mit vielen sachdienlichen Hinweisen. Geantwortet hat natürlich seine Pabblick-Riehläischns-Mitarbeiterin, mit den üblichen Floskeln – es sei ja das höfliche „Du“, man wolle alle Geschlechter ansprechen, blabla-blabla. Vielleicht war der Herr Vorstandsvorsitzende ja zu beschäftigt. Mit Geld zählen. Vielleicht sollte er seinen Blick mal von schnödem Mammon und Zeitgeist ab- und den Statistiken zuwenden: Ein Großteil der Bevölkerung ist mit dieser Verunstaltung der Sprache nämlich nicht einverstanden! Welcher kluge Kaufmann, der noch alle Münzen im Safe hat, legt sich denn ohne Not mit einem Großteil seiner Kund#en*_Innen/Eren an?
Wo kriege ich jetzt ’ne neue Bank her? Vom Baumarkt? Oder im Internet? Mal schauen …
Es gibt Dinge im Internet, die gibt es gar nicht. Nachdem ich mich vor über zehn Jahren mal freiberuflich mit dem Thema Sprachausgabe beschäftigte, hat dieser Bereich dank verbesserter Technologien inzwischen beachtliche Fortschritte gemacht. So kann man heute eigene Texte in Sprache umwandeln lassen und erhält, in Abhängigkeit von Stimme und Sprachmodul, mehr oder weniger natürlich klingende Sätze. Besonders lustig wird es, wenn man die Stimmen unorthodoxe Dinge sagen lässt, die vielleicht auch, sagen wir mal, politisch nicht ganz korrekt sind.
Die fertigen Sounddateien kann man sich herunter- und beispielsweise auf den Anrufbeantworter laden: „Willkommen bei Sunlions Sonnenseiten! Wenn Sie Pickel im Gesicht haben, wählen Sie bitte die 1. Anrufer mit Plattfüßen wählen bitte die 2. Bei Inkontinenz wählen Sie bitte die 3 oder bleiben Sie in der Leitung.“
Am besten gefiel mir die deutsche Stimme von Patrick bei Voicemaker. Einfach links auf „Neural TTS“ klicken, darunter die Stimme „German“ auswählen, rechts daneben „Patrick, Male“, oben in das große Feld den gewünschten Text eingeben und abschließend auf „Convert To Speech“. Viel Spaß beim Experimentieren!
Schon aufgefallen? Früher gab es ein super Fernsehprogramm, tolle Filme, starke Serien … aber keine so tollen Fernseher wie heute. Heute hingegen gibt es super Fernseher, aber nüscht mehr, was sich anzuschauen lohnt.
Man hat halt nie alles gleichzeitig beisammen.
Heute mal eine kleine Reise in die Vergangenheit: Mein Opa arbeitete bei der Reichsbahn, und als er uns mal in Berlin besuchte, nahm er mich mit auf das nahegelegene Bahngelände. Bereits die vielen Warn- und Betreten-verboten-Schilder jagten mir kleinem Fratz eine Heidenangst ein. Aber mein Opa lief unbekümmert daran vorbei und besuchte mit mir den Lokschuppen. Davor stand eine Dampflok mit riesigen Rädern, die mich kleinen Knirps deutlich überragten.
Mein Opa plauderte ein wenig mit dem Lokführer und handelte mit ihm aus, dass ich mal ins Führerhaus hinaufsteigen durfte. Aber ich glaube, ich hatte eine so große Angst vor dem heißen, schnaufenen, schwarzen Ungetüm, dass ich mich nicht getraut habe. Oder doch? Ich weiß es nicht mehr. Diese Erfahrung hat übrigens in mein Kuschelbuch Eingang gefunden.
Bei meinen Fotoaufnahmen des Lokschuppens von der Heinersdorfer Brücke herab sprach mich kürzlich eine junge Frau an und verriet mir, dass man auch auf das Gelände und in den Lokschuppen hineinkommt. Sie beschrieb mir den geheimen Weg, und ich wollte mir diese einmalige Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Das Ergebnis könnt Ihr nachfolgend bewundern.
Vor zwanzig Jahren sah der Schuppen übrigens noch nicht so verfallen aus. Etwa so lange streiten sich der Inhaber von Möbel Krieger und das Land Berlin schon darum, wie das ehemalige Bahngelände bebaut werden soll. Auch wenn in dem verlinkten Artikel etwas von zehn Jahren steht, zieht sich das alberne Theater gefühlt schon deutlich länger hin. Wären die Streithammel sich schneller einig geworden, wäre der Lokschuppen sicher in besserem Zustand. Inzwischen stehen nun Gerüste außen herum, vermutlich versucht man, den weiteren Verfall jetzt endlich zu stoppen. Das Ding gäbe einen echt kultigen Musikklub ab.
Lieber großmütiger und spendabler Millionär mit dem äußerst stark ausgeprägten Hang zu sozialen Wohltaten, inbesondere für arme Dichter wie mich,
wie Du ja im vorvorletzten Beitrag lesen konntest, gibt es unglaublich nette Menschen, die sich für die Armen und Schwachen engagieren, ihnen großzügige Geschenke schenken und sie auch sonst irgendwie finanziell unterstützen. Am gestrigen Sonntag habe ich nun endlich den ruhigen Ort gefunden, an dem ich mich dereinst zur Ruhe setzen möchte, was natürlich prima zusammenpasst. Was nicht so zusammenpasst sind der Inhalt meines Finanzportfolios und der Preis für ein Haus am Strand meiner Träume. Selbst der Strand alleine wird wohl schon unfassbar teuer sein.
Und da kommst Du nun ins Spiel, als der reiche Gönner, der so viel Geld um sich herum angehäuft hat, dass er nicht mehr zu seiner Oldtimer-Sammlung durchkommt, ohne versehentlich irgendwelche Goldbarren-Stapel umzuwerfen. Wie wär’s also, wenn Du mal das eine oder andere Milliönchen locker machst und mir mein Traumhaus am Traumstrand baust?
Der befindet sich übrigens im Naturpark Müritz, weshalb eventuell noch einige Milliönchen mehr vonnöten sind, um die strengen Bau- und Naturschutzbehörden gütig zu stimmen. Aber ich bin sicher, Du kriegst das hin! Und wenn das Haus steht, lade ich Dich auch gern mal ein, zusammen mit mir an meinem Traumstrand ein Glas Champagner zu schlürfen und über das Leben, das Universum und den ganzen Rest zu philosophieren. Kriegst auch ’n Buch von mir! Natürlich geschenkt!
Mit goldigsten Grüßen
Dein Sunlion
Liebes Golfilinchen,
heute ist mal wieder Dein Geburtstag, herzlichen Glückwunsch! Acht locker-flockige Jahre hast Du nun schon auf dem formschön gestalteten Buckel. Von unten betrachtet zeigen sich zwar bereits die ersten braunen Stellen, aber das sei nicht so schlimm, meint der Autodoktor, das halte noch ein paar Jahre. Obendrauf siehst Du immer noch flott und frisch aus, was vor allem daran liegt, dass ich mich stets gut um Dich gekümmert habe. Mal hier eine kleine Politur, mal dort eine Lackreparatur, schon kannst Du wieder in die Welt starten. Dabei stellte ich erstaunt fest – die meisten Kratzer und Beulen stammen nicht wie befürchtet von anderen bösen Buben, sondern von mir selbst. Die kleinen Malheure des Alltags, reingeditscht aus purer Doofheit.
Und was wir zusammen schon so alles von dieser Welt gesehen haben, erinnerst Du Dich? Du hast mir Orte gezeigt, die ich mit Bus und Bahn niemals hätte erreichen können. Zum Beispiel gestern, den tollen einsamen Privatstrand hoch im Norden, der war wirklich klasse. Kein Mensch weit und breit, nur Ruhe und Entspannung.
Wie viel sind eigentlich acht Menschenjahre in Autojahren? Muss man das mal sieben multiplizieren? Oder grätschen einem die zurückgelegten Kilometer irgendwie mit einer komplizierten Formel ins Ergebnis hinein?
Ach, egal! Ich hab Dich trotzdem lieb, egal wie alt Du bist.
Bis nachher also, wenn es wieder heißt – guten Morgen, mein Golfilinchen, komm, bring uns zur Arbeit!
Dein Sunlion

Aus der Not eine Tugend machen: Statt zu Hause vor mich hinzukompostieren, habe ich den stetig andauernden Lockdown genutzt und ein weiteres Buch veröffentlicht. Ursprünglich war es als handelsübliches Fotobuch konzipiert, um ein Geburtstagsgeschenk für den heute anstehenden 85sten meiner Mum zu haben. Aber dann dachte ich – wenn ich mir schon die Arbeit mache, kann ich es auch als richtiges Buch anlegen und mein Portfolio damit etwas aufhübschen.
Texte und Bilder waren bereits fertig, ich musste sie nur an verschiedenen Stellen im Internet zusammensammeln, wo ich sie über die letzten acht Jahre verstreut hatte, unter anderem hier in diesem Blog. „Sunlions Reiseverführer“ fasst mehrere Blogtexte und Forenbeiträge zusammen und entführt den Leser in exotische Gefilde. Beschrieben und bebildert sind meine Reisen nach Abu Dhabi, Dubai und Mauritius, natürlich, wie bei mir gewohnt, in wenig ernsthaftem, flapsigem Tonfall.
Da das Buch nach dem Book-on-demand-Verfahren produziert wird, das heißt, es wird bei jeder Bestellung einzeln, individuell und höchst exklusiv vorbereitet, digital gedruckt und per Hand zusammengebastelt, entfällt der bei Offsetdruck übliche Mengenrabatt. Oder anders formuliert – es ist schweineteuer, vergleichbar mit etwa 350 übergroßen Farbkopien auf Kunstdruckpapier, händischem Falzen, Bügeln und zusammenpappen im Copyshop anne Ecke. Dabei sind das fast die reinen Produktionskosten, ich habe die schräge Summe nur leicht aufgerundet. Daher rate ich dringendst vom käuflichen Erwerb ab, außer Ihr seid reich oder verrückt. Oder beides. Stattdessen empfehle ich die kostenlose PDF-Datei für den extrabreiten Bildschirm. Der Trend geht eh in Richtung papierloses Büro!
Viel Spaß beim virtuellen Verreisen!

















