Und wieder mal hat mich das Schicksal am Schlafittchen gepackt und tritt mir kräftig in den Hintern. Ich bestellte nämlich noch vor Weihnachten auf einer deutschen Website ein hübsches Vintage-Technikprodukt aus den Achtzigern zum An-den-Arm-Binden. Von da an ging’s bergab!
Angegeben wurde ein Lieferzeitraum von vier Tagen. Die ersten beiden Tage lagen noch innerhalb, die letzten zwei außerhalb meiner Betriebsferien. In einem Anfall von Gutgläubigkeit bestellte ich das scharfe Teil zu meiner Privatadresse. Erst nach der Bestellung erhielt ich den Hinweis, dass die Lieferung in den letzten beiden Tagen stattfinden würde. Na schön, das kann passieren. Ein namhafter Logistikdienstleister wie UPS bietet selbstverständlich die Möglichkeit an, eine Lieferung auch an eine andere Adresse umzuleiten. Dummerweise geht das aber erst nach dem ersten erfolglosen Zustellversuch! Warum nicht bereits vorher?
Somit stand der Fahrer vor verschlossener Tür, denn ich war auf Arbeit. Statt einen weiteren Zustellversuch zu unternehmen, brachte der Fahrer das Paket in einen Paketshop. Aber nicht mal eben nebenan, sondern ganz weit draußen, hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, an einem Ort, wo nie die Sonne scheint.
Und nun kommt der Knaller: Dieser Paketshop ist weder mit Bahn noch Bus gut erreichbar. Es gibt einen Bahnhof, hoch im Norden, wo die Gleise schnell Rost ansetzen, weil so selten eine Bahn vorbeikommt. Von dort sind es aber auch noch mal zwei Kilometer zu Fuß.
Halt, halt, das beste kommt noch! Die Öffnungszeiten sprechen nämlich eine deutliche Sprache: Montag bis Freitag von 10 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr. Samstag, Sonntag und an Feiertagen selbstverständlich geschlossen.
Das bedeutet, ein normaldurchschnittlicher Bürohengst wie ich, mit Arbeitszeiten von 9 bis 17 Uhr, kann seine Lieferung nicht vor der Arbeit abholen, da hat der Laden nämlich noch zu. Er kann sie aber auch nicht nach der Arbeit abholen, es sei denn, er arbeitet in der Nähe. Doch wer außer Schneewittchen hat schon einen Job hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen? Und in der Mittagspause schafft man es auch nicht, denn da hat die Bude ebenfalls zu. Samstags, wie bereits erwähnt, geschlossen. Ich muss also, da ich es nach meiner Arbeit nicht rechtzeitig von Berlin-Mitte bis zu Schneewittchen schaffe, früh zwei Stunden später zur Arbeit erscheinen, was zusätzlich zum teuren Porto auch noch mal Geld kostet, denn Time is Monkey oder so ähnlich.
Ihr dämlichen Suppenhühner, sowohl bei UPS als auch im Paketshop, jetzt passt mal schön auf: Wenn Ihr keinen Bock auf Dienstleistung habt, dann sucht Euch gefälligst einen anderen Job! Ach, haltet den Schnabel, sonst kommt Ihr in‘ Topp! Und UPS kommt auf meine ganz persönliche Schwarze Liste. Die gibt es wirklich! Wer stand da noch drauf? Ja, richtig – die DHL!
Wobei … die neue Live-Verfolgung des DHL-Lieferfahrzeugs ist schon ganz geil. Die zeigt einem am Liefertag nämlich an, wo genau gerade das Auto abgestellt ist. Und wenn man’s eilig hat, läuft man dem Fahrer einfach entgegen, der einem die Lieferung dann freundlich herausreicht.
Trotzdem bleibt Ihr vorerst auf der Liste. Der schwarzen.
Inzwischen hat sich mein neues Buch von der Quelle, also von dort, wo es hochgeladen wird, über die glitzernd-funkelnden geheimen digitalen Kanäle auch zu den meisten Online-Buchhändlern durchgeschlagen, beispielsweise zu Amazon, wo das Einkaufen ja bekanntlich sehr unkompliziert ist. Außerdem habe ich eine Leseprobe zusammengestellt, für alle, die vorab mal reinschnüffeln wollen, bevor sie ihr Portemonnaie aufknöpfen. Ich empfehle ja in der Regel, sich ein Buch, das einen interessanten Eindruck macht, bedenkenlos zuzulegen. Falls es dann doch doof ist, findet sich immer jemanden, den man ganz doll hasst und dem man es schenken kann. Besonders jetzt zu Weihnachten macht Schenken doch besonders viel Spaß!
Ich weiß nicht, wie viel dramatischer man eine Überschrift noch formulieren muss, damit sie Aufmerksamkeit erregt. Aber „Ende der Welt“ und „Gott“ miteinander kombiniert sollten schon einige neugierig-verängstigte Klicks provozieren können. Nur Katzencontent läuft im Allgemeinen noch besser, daher habe ich unten ein passendes Foto angeheftet. Sogar mit Großkatze! Also wenn das nichts bringt, weiß ich auch nicht weiter!
Wie bereits vor einem Monat angekündigt, ist es heute endlich soweit: Mein neues Buch ist erschienen! Menschheit – kurz vor Deinem Untergang und nicht ohne Stolz präsentiere ich nach zehnmonatiger fleißiger Arbeit den Abenteuerroman „Messias Elias“. Und wie versprochen geht es tatsächlich um Gott und die Welt:
Er ist zurückgekehrt! Nach über 8000 Jahren besucht Gott wieder mal die Erde und ist angesichts der verlotterten Menschheit ziemlich ungehalten. Da er sich nebenher auch noch um die anderen Probleme des Universums kümmern muss, ernennt er den arbeitslosen Elias Young kurzerhand zu seinem Sohn und beauftragt ihn damit, die Menschheit an seine Dreißig Gebote zu erinnern. Viel Zeit bleibt der Welt nicht, um auf den Pfad der Tugend zurückzufinden, denn der Tag des Jüngsten Gerichts steht praktisch unmittelbar bevor. Wird es Elias gelingen, die Menschheit zu bekehren und so vor dem sicheren Untergang zu retten?
Der Abenteuerroman „Messias Elias“ versucht auf humorvolle Weise, die alten Geschichten aus den heiligen Schriften mit rationalem wissenschaftlichem Verstand auf Basis aktueller Forschungsergebnisse zu betrachten. Gleichzeitig ist das Buch eine bissige Parabel auf die derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnisse. Ein heilloser Spaß für Atheisten, Agnostiker und alle, die es werden wollen.
Im letzten Satz versteckt sich übrigens ganz diskret ein Warnhinweis, der wirklich ernstgenommen werden sollte, daher formuliere ich es an dieser Stelle noch einmal etwas deutlicher: Für Gläubige aller Religionen ist dieses Buch möglicherweise ungeeignet, da es sich kritisch mit dem Thema Religion auseinandersetzt und somit religiöse Gefühle verletzen könnte! Also kommt bitte nachher nicht angeritten und beschwert Euch!
Das Buch gibt es in wenigen Tagen in gedruckter Form oder als Ebook bei den bekannten Onlinehändlern. Wer’s jetzt sofort ordern will, kann das bereits hier tun.
Ach, und liebes nichtgenanntwerdenwollendes Element, falls Du hier noch mitliest: Du kommst auch ganz kurz an einer Stelle im Buch vor. Winke-winke!
Ein paar Literaturkritiker und Personen, denen ich die Gelegenheit gegeben hatte, meinen Roman vor der Veröffentlichung zu lesen, äußern sich wie folgt:
Sterm: „Wie kann er es wagen, man sollte den Autor ans Kreuz nageln!“
Der Speigel: „Hätten wir auch eine Schlechtsellerliste – dieses Machwerk wäre garantiert auf den vorderen Plätzen zu finden!“
Tagesspiel: „Welch ein unchristliches Pamphlet! Als Protestanten sind wir eigentlich keine Freunde der Heiligen Inquisition. Aber seit dieses blasphemische Machwerk erschienen ist, plädieren wir geschlossen dafür, sie wieder einzuführen!“
Bildt: „Oh! Mein!! Gott!!!“
Radio Jerewan: „Mögen Pech und Schwefel auf diesen verruchten Schmierfink herniederregnen!“
Verein Bibelträumender Christen: „Also wenn Gott den Kerl wirklich damit durchkommen lässt, dann treten wir geschlossen aus der Kirche aus!“
Papst Francini: „Wäre dieser ketzerische Schriftsteller katholisch, würde ich ihn exkommunizieren lassen! Ich habe dieses Buch nicht autorisiert und das werde ich auch niemals, da soll mich doch der Blitzzzzzzzzzzz…“
Bleibt mir nur noch, Euch beim Lesen viel Spaß zu wünschen! Zeit genug haben wir ja momentan alle. Dafür ein herzliches Dankeschön an Rumpelflittchen und die sechzehn Zwerge!

Dem mutmaßlich teuersten Rundfunk der Welt geht die Puste aus! Die Öffentlich-Rechtlichen benötigen einen fetten Nachschlag, weil sie mit den jährlich zur Verfügung stehenden acht Milliarden Euro nicht mehr zurechtkommen. Darüber regt sich in der Bevölkerung Unmut, und die CDU in Sachsen-Anhalt will der Erhöhung um 86 Cent monatlich nicht zustimmen, was in etwa der Position der AfD entspricht und nun zu den üblichen hässlichen Nazi-Diffamierungen führt, nach dem Motto: Wenn die Nazis dagegen sind, darfst du nicht auch dagegen sein. Wie auf diese Art noch vernünftige Politik möglich sein soll, ist mir schleierhaft, denn wenn alle Politprotagonisten immer reflexartig die Gegenposition der AfD einnehmen müssen, dürfte es der AfD nicht schwerfallen, die Politik nach ihrem Geschmack zu lenken, indem sie einfach immer entgegen ihren Interessen Position beziehen.
Was mich an der Debatte um den Rundfunkbeitrag stört, ist das Fehlen einer sachlichen Analyse der Ursachen des stetigen Geldmangels. Da geht es immer nur um die teilweise unangemessenen Gehälter von „Spitzenkräften“. Vor dreißig Jahren kam der Öffentliche Rundfunk mit den zwei Sendern ARD und ZDF sowie einer Handvoll Dritten Programmen und ein paar Rundfunksendern aus. Heute gibt es Das Erste, One, ARD Alpha, Tageschau 24, ZDF, ZDF Neo, ZDF Info, 3Sat, Arte, WDR, NDR, BR, SWR, HR, MDR, RBB, Phoenix, Deutsche Welle, Kika und unzählige Radiosender.
Nicht, dass ich was gegen Programmvielfalt hätte. Aber eine derartige Dekadenz kann sich nur erlauben, wer die für den Unterhalt erforderlichen Kosten auch selber aufbringen kann und nicht über Zwangsgebühren eintreiben lässt.
Also, liebe öffentlich-rechtlichen Medienfuzzis: Bevor Ihr immer mehr Kohle in fragwürdigen Sendungen verbrennt, empfehle ich dringend eine Schlankheitskur. Abspecken!
Soeben überflog mich, hier im schönen, neuerdings stillen Pankow, ein einmotoriges Propellerflugzeug. Die Richtung entsprach in etwa der, die früher von den in Tegel landenden Linienmaschinen geflogen wurde.
Die mir leider nicht bekannte Kommunikation des Piloten der Propellermaschine mit der Flugsicherung in Tegel per Funk stelle ich mir ungefähr so vor:
„Hallo, Tegel, hier Chesna NC 5180 im Anflug auf Tegel, Landebahn 1 aus Ost, erbitte Landeerlaubnis.“
…
„Hallo, Tegel, könnten Sie mich hören?“
…
„Tegel, bitte melden, ich befinde mich im Anflug und benötige dringend Landeerlaubnis!“
Knirsch! Kracks! Piiieeep!!! Spratzel! „Hallo?“
„Ja? Tegel? Hier Chesna NC 5180 mit Bitte um Landeerlaubnis!“
Kracks!! Knirsch! „Wieso?“
„Äh … weil wir landen wollen?“
„Wo?“
„In Tegel? Landebahn 1?“
„Boah, unta welch’m Stein sin‘ Sie denn hervorjekroch’n, ey?“
„Wie bitte?“
„Hier is‘ niemand!“
„Oh, äh … ah! Verstehe – Mittagessen! Wann werden die Fluglotsen denn zurück sein?“
„Niemals! Die sin‘ jetz‘ alle in Schönefeld. Der Fluchhafen wurde dauerhaft jeschlossen. Wusst’n ‚Se dit nich‘?“
„Ähhh … das ist ein Scherz, oder?“
„Nöö!“
„Und wer sind Sie dann?“
„Ick bin vom Umßuchsuntaneh’m. Ick bau hier nur dit Funkjerät ab. Und ick muss jetz‘ ooch weitamach’n! Viel Affolg!“ Piiieeep! Knirsch!
„Äh … danke! Es hat sich auch gerade erledigt! Wir haben auf einem Acker aufgesetzt, dort wo kürzlich noch die Landebahn war.“
Die Deutsche Bundesregierung will die Corona-Maßnahmen zur Eindämmung des gefährlichen Virus weiter verschärfen. Ab kommenden Montag soll nun auch beim Onlineshopping eine Maskenpflicht vorgeschrieben sein. Das Einkaufen bei Amazon und Co. von Milliarden Menschen, die nicht zu einem Haushalt gehören und trotzdem keine Maske tragen, nahm in den letzten Monaten bedenkliche Ausmaße an und war so nicht länger zu tolerieren.
Wer zukünftig ohne Maske am Computer erwischt wird, bekommt ein 30-tägiges Computernutzungsverbot und muss zur Strafe wieder in den Geschäften der Innenstädte einkaufen.
Wir haben Mitte November, Weihnachten ist noch eine Weile hin, aber es schadet wohl nicht, schon jetzt darüber nachzudenken, wem man etwas schenken möchte. Wer starke Nerven hat und noch zwei, drei Wochen warten kann, dem empfehle ich mein neues Buch, das bald erscheint. Der Inhalt dreht sich um Gott und die Welt, und das ist nicht einfach so locker flockig dahergesagt, sondern es geht tatsächlich um Gott und die Welt! Mehr verrate ich noch nicht! Es gibt aber jede Menge Äktschn, Spannung und ganz viel Humor. Mein Lektorat hat sich gerade schnüffelnd auf die Fehlersuche begeben, mal sehen, was die Damen und Herren noch so alles aufspüren.
Ach so – wichtiger Hinweis: Für strenggläubige religiöse Zeitgenossen ist das Buch eher nicht geeignet, und zwar egal, welcher Konfession. Es ist eher was für Weihnachtshasser, Atheisten und Agnostiker. Und solche, die es werden wollen.
Nicht nur der Inhalt, auch der Titel ist noch geheim! Aber den aktuellen Entwurf fürs Cover zeige ich Euch hier schon mal:
Heute geht eine Ära zu Ende: Der Flughafen Tegel wird für immer geschlossen. Dieser so praktische Stadtflughafen, prima erreichbar, besonders für die Nordberliner, war schon zu Lebzeiten eine Legende, um die bis zuletzt heftig gestritten wurde. Ende der Vierzigerjahre diente er als Ziel für die Luftbrücke, mit welcher das von der sowjetischen Besatzungszone abgeriegelte Westberlin aus der Luft versorgt wurde. In den Neunzigern gab es eine erste Volksbefragung um das weitere Schicksal des Standorts, die zugunsten Schönefelds und des BER ausging. Damals hatte ich für Tegel gestimmt, einfach wegen der guten Erreichbarkeit. Nach Schönefeld ist man von Pankow aus nämlich dreimal so lange unterwegs. Im Nachhinein habe ich mich darüber geärgert, denn wie oft fliegt man schon weg? Den Lärm der Maschinen hat man hingegen jeden Tag in den Ohren. Zeitweise alle zwei bis drei Minuten. Und in den letzten Jahren sogar bis weit nach Mitternacht. Wie muss es erst den Menschen ergangen sein, die nur wenige hundert Meter von der Landebahn entfernt wohnten, wo ihnen die riesigen Brummer im Tiefflug direkt über die Köpfe donnerten?
Ich gehörte zu denjenigen, die ein halbes Jahrhundert lang direkt in der Einflugschneise wohnten. Direkt über mir klappten die Flugzeuge ihre Fahrwerke aus. Dabei waren sie bereits so tief, dass man die Namen der Fluggesellschaften erkennen konnte. Was für Kinder noch ein spannender Spaß ist, wird mit zunehmendem Alter und permanent ansteigender Ruhebedürftigkeit allmählich zum Problem.
In der Schule sahen wir die Air Force One mit Präsident Reagan an Bord landen. Und wir sahen die Concorde starten. Majestätisch zog sie direkt über unser Schulgebäude und sah mit ihren ungewöhnlichen Deltaflügeln aus wie von einem anderen Stern. Nicht erwähnenswert ist der Umstand, dass unsere Klassenlehrerin es nicht vermochte, uns auf den Plätzen zu halten. Bei derartigen Ereignissen stürzten wir Schüler natürlich sofort an die Fenster.
Den letzten Kampf inszenierte die Berliner FDP mit dem festen Willen, Tegel weiterhin offenzuhalten. Dabei ignorierte sie anscheinend alle rechtlichen Hintergründe, denn zu diesem Zeitpunkt war das Ende bereits beschlossene Sache und unumkehrbar. Die notwendige Sanierung hätte außerdem Unsummen verschlungen.
Heute nun starten die letzten Maschinen. In Zukunft werden sie das in Schönefeld tun. Damit haben nun die Südberliner das Problem. Mindestens für die nächsten fünfzig Jahre. Dafür mein aufrichtiges Beileid!
Nachtrag von 17 Uhr: Das letzte Flugzeug überflog uns gegen 15.41 Uhr und wurde von vielen Pankowern mit heftigem Feuerwerk verabschiedet. Der Albtraum ist endlich zu Ende. Zumindest für Pankow.

Nun, im Moment bin ich beides. Geschüttelt und gerührt.
Mein Cousin ist Taxifahrer. Er hat es zur Zeit nicht leicht. Aus verschiedenen Gründen. Einer dieser Gründe sind Rollkoffer. „Wenn ich den Mistkerl erwische, der auf die Idee gekommen ist, Rollen an Koffer zu schrauben, reiße ich ihm den Kopf ab!“ Reisende brauchen heutzutage nicht mehr zwingend ein Taxi, um ihre schweren, unhandlichen Koffer zum Bahnhof zu bewegen.
Da könnte man meinen, ich hätte es besser erwischt. Ich sitze in einem Büro, an einem Computer mit zwei bunten Bildschirmen und genieße das leichte Leben. Wenn da nicht der Blödmann gewesen wäre, der meinte, man müsse die Zwischenwände aus Büros entfernen.
Großraumbüros sollen angeblich die Produktivität erhöhen, wegen der kürzeren Wege, und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Was für ein Unfug! Ich habe in meinen 35 Jahren Berufserfahrung noch nirgends so viele vermeidbare Konflikte erlebt, wie in Großraumbüros.
Da gibt es zum Beispiel Wilhelm: Er ist Programmierer und kann die unmöglichsten Wünsche, betreffend unserer Firmenwebseite schnell hinbekommen, was mich regelmäßig staunen lässt. Aber ansonsten hat er eine unangenehme Angewohnheit zu einer erstaunlichen Marotte herangezüchtet, die einzigartig ist. Zu den unschönen Angewohnheiten von Großraumbürokollegen gehört es unter anderem, rücksichtslos irgendwelche Fenster aufzureißen, sobald sie den Großraum betreten. Sommer wie Winter. Es interessiert sie nicht, ob sich diejenigen, die sich bereits in dem Raum befinden, akklimatisiert haben und nun anfangen, zu frieren. Sie kommen von draußen, haben sich durch die Bewegung aufgeheizt und empfinden das vorherrschende Klima als viel zu warm. Statt also erst mal Jacke und Pullover auszuziehen und sich ein paar Minute anzupassen, sorgen sie für frostigen Durchzug.
Wilhelm treibt diese Unsitte zur Vollendung. Anhand einer geheimen Strichliste konnte ich ihm nachweisen, dass er an einer „Fensterstatusquokontrazwangshandlungsstörung“ leidet. Ich nenne dieses Verhalten einfach mal so. Es geht ihm nämlich nicht darum, das Fenster einfach nur zu öffnen oder zu schließen, um es wärmer oder kühler werden zu lassen. Nein, er muss zwanghaft den vorherrschenden Zustand ändern! Ist das Fenster offen, wenn er kommt, macht er es zu. Ist es geschlossen, öffnet er es. Und zwar unabhängig davon, ob es gerade warm oder kalt im Büro ist. Zwei Wochen lang habe ich dieses Treiben penibel aufgelistet, und erst als ich ihm die Liste mit den zu 99 Prozent zutreffenden Ergebnissen präsentieren konnte, ließ er den Unsinn sein.
Dafür hat er sich nun auf anderen Unsinn verlegt: Anfangs öffnete er mehrmals täglich das Fenster an seinem Schreibtisch und fing an, in Richtung Fenster zu pusten. Nachdem ich ihn bei diesem Treiben einige Zeit beobachtet hatte, fragte ich nach, was er damit bezwecken würde. Es meinte, er wolle so den Luftaustauschkreislauf in Gang setzen, damit die schlechte Luft schneller aus dem Büro entweicht. Es kostete reichlich Mühe, ihn davon zu überzeugen, dass dies vollkommen nutzlos ist, besonders, wenn er entgegen des hereinströmenden Luftstromes pustet (auf der anderen Büroseite sind immer ein paar Fenster geöffnet, was automatisch zum Durchzug führt).
Seit einiger Zeit stellt er nun stattdessen ein oder zwei Ventilatoren an. Natürlich auch entgegen des Luftstromes. Ich sitze also in einem Büro und werde alle paar Minuten genötigt, meine bereitliegende Fliesjacke aus- oder anzuziehen, weil sich durch das ständige Öffnen und Schließen von Fenstern, sowie das An- und Ausschalten von Ventilatoren einfach kein gleichmäßiges Büroklima einstellen kann. Diese täglichen Nervereien mit Kollegen können einem den Spaß an der Arbeit wirklich gehörig vermiesen!
Ich habe noch einen Kollegen. Er stinkt. Wegen ihm habe ich nun schon zum zweiten Mal den Schreibtisch gewechselt. Mir ist ein Rätseln, was an der Aussage – du musst die Wäsche mit 60 Grad waschen, sonst geht das nicht weg – so schwer zu verstehen ist.
Wenn ich den Mistkerl erwische, der auf die Idee gekommen ist, Zwischenwände in Büros zu entfernen, reiße ich ihm den Kopf ab!

