Ich hab heute früh beim ADAC angerufen, ihnen mitgeteilt, dass ich schon seit 30 Jahren ein großer Fan von ihnen bin, alle Platten habe und außerdem gefragt, wo sie das nächste Mal auftreten und ob sie wieder „Highway to Hell“ spielen. Sie meinten nur, ich sei falsch verbunden.
Blöde alte Säcke, die! Verarschen kann ich mich alleine!
Am Wochenende gab’s wieder jede Menge Action. Meine Lieblingsband spielte in der Parkbühne Fürstenwalde, und ich durfte sie wieder begleiten. Nicht mehr als Roadie, das ist eher was für junge Leute und nichts mehr für meine alten, morschen Knochen. Aber als königlicher Hoffotograf, als welcher ich, mit begehrtem Backstagepass ausgerüstet, auch an Orte vordringen durfte, die noch nie zuvor ein Fan gesehen hat. Doch schaut selbst:









































Das Spektakel endet mit einer (halben) Signierstunde von Zolli (Rhythmusgitarre), Sara (Leadgitarre), Dennis (Schlagzeug), Matze (Gesang) und Lars (Bass).






Falls Ihr diese Action auch mal erleben wollt, fragt einfach beim Management an. Denn im Gegensatz zum Original kann man sich diese hervorragende Tribute Band auch leisten.
Nach langer Zeit war ich heute mal wieder bei einem Konzert. Als Gast, und nicht wie die letzten acht Jahre als Roadie.
Pink Floyd, man höre und staune! Nein, nein – nicht das Original, sondern eine Coverband. Sie hieß Who’s Pink? und hatte ganze neun Mitglieder. Nun bin ich nicht sooo der Pink-Floyd-Fan, ich habe nur ein paar Hits auf Kassette (das sind diese altmodischen Dinger, wo zwei Spulen mit Magnetband drehen tun), und die höre ich auch nicht sehr oft. Aber wenn so ein Konzert schon nebenan in meinem Urlaubsort stattfindet und kein Eintritt verlangt wird, kann man ja ruhig mal vorbeilöwen.
Ich setzte mich auf die erste Bank ganz vorn, dem Platz mit dem besten Sound und Ausblick, etwas später gesellte sich noch eine mittelalterliche Dame hinzu, um mucksmäuschenstill die Musik zu genießen.
Das Konzert lief noch keine halbe Stunde, da schickte mir das garstige Schicksal wieder den Trottel vorbei, der immer wie von Geisterhand plötzlich auftaucht, egal wo ich hingehe und egal was ich tue. Und der sich wohin setzte? Genau! Nicht auf eine der anderen hundert Bänke. Sondern direkt neben mich. Günter Grünwald würde sagen: Ich bin ein Deppenmagnet.
Sofort fing er an, loszutrotteln, wie Trottel das eben so tun. Er nickte im Takt der Musik mit dem Kopf, wippte mit den Beinen, bis die ganze Bank anfing, zu schaukeln und zu vibrieren.
Leider passiert mir so was ständig, wie Ihr in meinem Reiseverführer nachlesen könnt. Man könnte meinen, das Schicksal hat es auf mich abgesehen. Aber nicht diesmal! Diesmal habe ich es nicht damit durchkommen lassen! Heldenhaft stürzte ich mich auf den Trottel, prügelte ihn windelweich, schraubte ihm genüsslich den Kopf ab, massakrierte anschließend Musiker und Publikum, brannte die Bühne nieder, planierte den Ort platt und plätter und schickte zuletzt den gesamten Landkreis zu Hackfleisch verarbeitet in die Hölle.
Siehst Du, Schicksal, Du elendes Miststück? Ich kann auch anders als flauschig!
Um mich beim Jobportal anzumelden, bei dem mein Arbeitgeber seine Stellenanzeigen schaltet, muss ich inzwischen eine Dreifaktorauthorisierung über mich ergehen lassen. Zuerst fragt die Seite nach der E-Mail-Adresse. Dann nach dem Passwort. Anschließend muss eine Captcha-Sicherung überwunden werden: „Klicken Sie alle Bilder an, die Ampeln zeigen.“ Zuletzt schickt die Seite einen Code an meine E-Mail-Adresse, die ich auf der Seite eingeben muss. Erstaunlich viel Aufwand dafür, dass es nur um Stellenanzeigen geht.
Dafür ist die Bezahlung der Tankrechnung über 42,80 Euro soeben erstaunlich locker über den Tresen gegangen. Keine PIN, keine Unterschrift, die Zahlung wurde einfach so akzeptiert. Hätte Al Capone persönlich meine geklaute Karte durch den Schlitz gezogen, wäre er wohl damit durchgekommen.
Irgendwas läuft verkehrt in dieser Welt.
Wie lange ist das her, dass die Deutsche Bahn Schlagzeilen machte, mit ausgefallenen Klimaanlagen, mitten im Hochsommer? Fünf Jahre? Zehn Jahre? Auf jeden Fall eine gefühlte Ewigkeit. Geändert hat sich anscheinend nicht sehr viel, wie Bernadette Conrad in der Berliner Zeitung zu berichten weiß. Hinzugekommen sind Zugausfälle, durch Verspätungen verpasste Anschlüsse und eine miese Logistik im Hintergrund, die es nicht mal mehr schafft, das eigene Bordrestaurant zu beliefern, was angesichts der happigen Preise, die deshalb nicht für die überteuerten Speisen und Getränke eingenommen werden können, eindeutig ein Verlustgeschäft für die Bahn ist.
Immer mehr wird mir klar, wie wertvoll so ein Führerschein nebst Auto heutzutage ist. Die beiden bringen einen überall hin – schnell, bequem, voll klimatisiert und mit all den Annehmlichkeiten, die man in so einem Auto unterbringen kann, wie etwa einen Strandstuhl und eine Kühlbox mit Speisen und Getränken.
Ach, noch was, Deutsche Bahn: Gute Reise! Ich hoffe, wir sehen uns nicht so bald wieder.
Mein geheimer Privatstrand an der Müritz, mit der Bahn unerreichbar:
In meinem Golfilinchen gibt es sogar ein Schlafabteil. Selbstverständlich voll klimatisiert und mit Musik nach Wunsch:
Heute war es ganz schön waaam! Aber gestern war’s noch wärmer. 39 Grad Celsius vor dem Bürofenster sind schon ’ne Ansage. Trotzdem hab ich nach der Arbeit noch meinen abendlichen Spaziergang gemacht. Die Hitze störte mich dabei eigentlich nicht sonderlich, da ein leichter Luftzug Luft zog. Es fühlte sich an, als würde einem ein heißer Backofen ungeniert ins Gesicht rülpsen. Und so was macht man ja nicht. Das ist unanständig!
Nachdem Paypal nach einigen anderen Fehltritten zuvor nun auch noch dem systemkritischen Journalisten Boris Reitschuster das Spendenkonto gekündigt hatte, reichte es mir. Was mischt sich diese Bank in politisch-gesellschaftliche Angelegenheiten ein? Wo waren die Kontosperrungen bei George W. Busch, Donald Rumsfeld und Co., als diese völkerrechtswidrig den Irak überfallen hatten?
Soeben habe ich mein Konto gekündigt, nach über zwanzig Jahren als zufriedener Kunde. Sicher, der Finanzdienstleister hat das Einkaufen im Internet deutlich vereinfacht. Aber zuletzt funktionierte das auch nicht mehr so zuverlässig wie früher. Kürzlich bestellte ich ein paar Turnschuhe, bezahlte mit Paypal, dieser übertrug diensteifrig gleich die Lieferadresse an den Shop. Blöd nur, dass dort die wichtigste Zeile ganz oben, nämlich der Firmenname, wo ich tagüber weile und die Ergebnisse meiner Onlineshoppingtouren entgegennehme, nicht mit übertragen wurde. In weiser Voraussicht klebte ich also zusätzlich zum Firmennamen meinen Familiennamen unten ans Klingelschild, damit der DHL-Paketbote wenigstens den Hauch einer Chance hat. Dieser kam dann auch, gleich doppelt per E-Mail angekündigt, und – nutzte die Chance nicht, denn er war zu blöd zum Lesen. Bei ausländischstämmigen Mitbürgern, deren Muttersprachen keine lateinischen Buchstaben kennen, hätte ich ein Auge zugedrückt, aber bei einem, dem Dialekt nach, gebürtigen Tschechen? Der hätte das bestimmt gefunden, wäre er nicht zu faul gewesen. Deutschland 2022, das Land in dem man gut und gerne lebt.
Andererseits – warum soll der Bote die Fehler von Paypal ausbaden? Im Zeitalter von alternativen Dienstleistern und kostenlose Kreditkarten ist der amerikanische Konzern so unnütz wie ’ne dritte Arschbacke. Somit falle ich glücklicherweise nicht zurück ins Zeitalter der Bar-Barbaren. Also, Paypal – geh nach Hause!
Der Bundestag hat soeben ein neues Gesetzpaket auf den Weg gebracht, das unter anderem die Nutzung von Elektroautos als Energiespeicher für die Allgemeinheit ermöglicht. Oder anders formuliert: Wenn Wind und Sonne mal nicht genügend Energie liefern, soll das Versorgungsnetz auf die Batterien von Elektroautos zurückgreifen können.
Ich bin jetzt schon gespannt wie ein Flitzebogen, was Millionen von Autofahrern frühmorgens wohl sagen werden, wenn sie zur Arbeit fahren müssen und feststellen, dass der Akku ihres Autos leer ist. Zusammen mit anderen Torheiten dürfte diese Maßnahme wohl als eine der größten politischen Dummheiten in die Geschichte eingehen.
Heute Nacht hatte ich einen ganz tollen Traum, hier in der Summer Night City: Ich als offiziell akkreditierter Fotograf auf einem ABBA-Konzert. Die vier Musiker waren wirklich furchtbar nett und flauschig, Agnetha war so süß, Björn ein wahrer Gentlemen, Benny machte grinsend Faxen am Klavier und Frida ließ ihre Hifi-Stimme glänzen. Ich konnte Backstage mit ihnen gemeinsam abhängen, es gab Schnittchen, Champagner (den ich eigentlich nicht mag), und später, während des Konzerts, machte ich vor der Bühne, mit der Kamera in der Hand, die Dancing Queen.
Gegen fünf Uhr bin ich aufgewacht, aber der Traum was sooo schön, dass ich mich sofort umgedreht und weitergeschlafen habe. Mit ganz viel Konzentration landete ich wieder in diesem Traum, und er war weiterhin himmlisch, musikalisch und voll die Siebziger.
Lediglich das Erwachen gegen 6.30 Uhr war nicht so angenehm. Zurück in der grauen, lieblosen Realität.
