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Waaam!

Heute war es ganz schön waaam! Aber gestern war’s noch wärmer. 39 Grad Celsius vor dem Bürofenster sind schon ’ne Ansage. Trotzdem hab ich nach der Arbeit noch meinen abendlichen Spaziergang gemacht. Die Hitze störte mich dabei eigentlich nicht sonderlich, da ein leichter Luftzug Luft zog. Es fühlte sich an, als würde einem ein heißer Backofen ungeniert ins Gesicht rülpsen. Und so was macht man ja nicht. Das ist unanständig!

Bar-Barbar

Nachdem Paypal nach einigen anderen Fehltritten zuvor nun auch noch dem systemkritischen Journalisten Boris Reitschuster das Spendenkonto gekündigt hatte, reichte es mir. Was mischt sich diese Bank in politisch-gesellschaftliche Angelegenheiten ein? Wo waren die Kontosperrungen bei George W. Busch, Donald Rumsfeld und Co., als diese völkerrechtswidrig den Irak überfallen hatten?
     Soeben habe ich mein Konto gekündigt, nach über zwanzig Jahren als zufriedener Kunde. Sicher, der Finanz­dienstleister hat das Einkaufen im Internet deutlich vereinfacht. Aber zuletzt funktionierte das auch nicht mehr so zuverlässig wie früher. Kürzlich bestellte ich ein paar Turnschuhe, bezahlte mit Paypal, dieser übertrug diensteifrig gleich die Lieferadresse an den Shop. Blöd nur, dass dort die wichtigste Zeile ganz oben, nämlich der Firmenname, wo ich tagüber weile und die Ergebnisse meiner Onlineshoppingtouren entgegennehme, nicht mit übertragen wurde. In weiser Voraussicht klebte ich also zusätzlich zum Firmennamen meinen Familiennamen unten ans Klingelschild, damit der DHL-Paketbote wenigstens den Hauch einer Chance hat. Dieser kam dann auch, gleich doppelt per E-Mail angekündigt, und – nutzte die Chance nicht, denn er war zu blöd zum Lesen. Bei ausländischstämmigen Mitbürgern, deren Muttersprachen keine lateinischen Buchstaben kennen, hätte ich ein Auge zugedrückt, aber bei einem, dem Dialekt nach, gebürtigen Tschechen? Der hätte das bestimmt gefunden, wäre er nicht zu faul gewesen. Deutschland 2022, das Land in dem man gut und gerne lebt.
     Andererseits – warum soll der Bote die Fehler von Paypal ausbaden? Im Zeitalter von alternativen Dienstleistern und kostenlose Kreditkarten ist der amerikanische Konzern so unnütz wie ’ne dritte Arschbacke. Somit falle ich glücklicherweise nicht zurück ins Zeitalter der Bar-Barbaren. Also, Paypal – geh nach Hause!

Hilfe, der Strom ist alle!

Der Bundestag hat soeben ein neues Gesetzpaket auf den Weg gebracht, das unter anderem die Nutzung von Elektroautos als Energiespeicher für die Allgemeinheit ermöglicht. Oder anders formuliert: Wenn Wind und Sonne mal nicht genügend Energie liefern, soll das Versorgungsnetz auf die Batterien von Elektroautos zurückgreifen können.
     Ich bin jetzt schon gespannt wie ein Flitzebogen, was Millionen von Autofahrern frühmorgens wohl sagen werden, wenn sie zur Arbeit fahren müssen und feststellen, dass der Akku ihres Autos leer ist. Zusammen mit anderen Torheiten dürfte diese Maßnahme wohl als eine der größten politischen Dummheiten in die Geschichte eingehen.

The Winner takes it all

Heute Nacht hatte ich einen ganz tollen Traum, hier in der Summer Night City: Ich als offiziell akkreditierter Fotograf auf einem ABBA-Konzert. Die vier Musiker waren wirklich furchtbar nett und flauschig, Agnetha war so süß, Björn ein wahrer Gentlemen, Benny machte grinsend Faxen am Klavier und Frida ließ ihre Hifi-Stimme glänzen. Ich konnte Backstage mit ihnen gemeinsam abhängen, es gab Schnittchen, Champagner (den ich eigentlich nicht mag), und später, während des Konzerts, machte ich vor der Bühne, mit der Kamera in der Hand, die Dancing Queen.
     Gegen fünf Uhr bin ich aufgewacht, aber der Traum was sooo schön, dass ich mich sofort umgedreht und weitergeschlafen habe. Mit ganz viel Konzentration landete ich wieder in diesem Traum, und er war weiterhin himmlisch, musikalisch und voll die Siebziger.
     Lediglich das Erwachen gegen 6.30 Uhr war nicht so angenehm. Zurück in der grauen, lieblosen Realität.

„Potenzpillen mit der Lieferung“

Ich erhalte wieder vermehrt Werbe-E-Mails. Tabletten für den Bereich untenrum. Wenn die Wirkung ähnlich schlecht ist wie die Rechtschreibung in den Mails, kann ich mir die Einnahme vermutlich gleich sparen.
     Witzig finde ich den Hinweis: „Lieferung an die Tür“. Welche da wohl gemeint ist? Die Wohnungstür? Die Schlafzimmertür? Bleibt der Bote gleich noch ein Stündchen da, um sich von der ordnungsgemäßen Einnahme und Funktion der Wundermedizin zu überzeugen? Am wichtigsten aber die Frage: Was macht der Lieferant, wenn ich nicht zu Hause bin? Klingelt er dann beim Nachbarn? „Ey, Digga, kannst du mal die Potenzpillen für den Herrn Sonniglöw‘ entgegennehmen? Hier unten bitte unterschreiben.“
     Daraus könnten sich ganz neue, ungeahnte Konstellationen gegenseitiger nachbarschaftlicher Unterstützung ergeben.

Im Norden ist sie nie zu sehen, …

… heißt es. Aber mit ganz viel Vorstellungskraft kann man die Sonne knapp unter dem Horizont entlangschleichen sehen, hier an meinem geheimen „Privatstrand“ an der Müritz, wo ich einen bedeutenden Teil meines letzten Romans „Rocketman Fred“ geschrieben habe.
     Für die nachfolgenden Bilder musste ich furchtbar bluten! Die Mückenschwärme waren unbeschreiblich, sodass ich mich in der Nachbearbeitung damit begnügt habe, nur die größten, störenden Insekten direkt vor der Linse wegzustempeln. Eigentlich hatte ich geplant, mir mehr Zeit zu nehmen und den beginnenden Sternenhimmel abzuwarten. Aufgrund der ständigen Stechangriffe habe ich mich nach etwa fünf Minuten dagegen entschieden und Reißaus genommen.
     Am nächsten Morgen waren die Mücken immer noch sehr zahlreich, bis der Wind auffrischte. Mann, da waren vielleicht Riesenviecher dabei, so was habe ich noch nie gesehen!
     Außerdem habe ich gestern bewiesen, dass man auch in einem Golf 7 übernachten kann. Einfach quer auf der Rückbank, die Beine weit angezogen. Aber besonders bequem ist das nicht gerade … aua, mein Rücken …

Wenn den geschenkten Gaul keiner haben will

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Leute erst mal den Arm hochreißen und „Hier, hier, ich, ich, ich …“ rufen, sobald es etwas zu verschenken gibt, dann aber doch nicht vorbeikommen, um es abzuholen. Da ich das bereits kenne, erstelle ich immer eine Liste und gebe den Interessenten 24 Stunden Zeit, bevor der nächste zur Abholung aufgefordert wird.
     Vor zwei Wochen gab es vier gebrauchte Bürostühle im Angebot, durch die jahrelange Benutzung etwas abgegrabbelt zwar, aber noch voll funktionsfähig. Eine Woche später standen sie immer noch im Büro herum, weil die sieben Interessenten nicht wie vereinbart erschienen waren. Nur einer stand wohl vor dem Haus, fand aber die Nummer 78 nicht, die auf einem große Blechschild an die Hauswand geschrieben steht. Was er fand, waren die Nummern 77 und 79.
     Wenn man vor einem Haus steht, mit zugegebenermaßen etwas zerklüfteter, unübersichtlicher Fassade, links jedoch die 77 und weiter rechts die 79 bereits entdeckt hat, wo zu Teufel wird die 78 dann wohl sein? Entweder gegenüber auf der anderen Straßenseite (in diesem Fall ist dort ein Park), oder eben genau zwischen den beiden bereits entdeckten Eingängen. Da muss man sich halt mal bewegen und ein wenig herumstöbern! Bescheuerte Menschheit!
     Ich habe danach einen Zettel an die Eingangstür gehängt – 4 Stühle zu verschenken. Nach wenigen Stunden haben die anderen netten Mieter sie abgeholt.

Nun muss ich auch mal meinen Senf dazugeben!

Liebe Bautz’ner,

da latschte ich doch heute Abend durch’s Kaufländle, steuerte hinten links die Würstchenschmierstoffabteilung an, und siehe da – kein Bautz’ne Senf! Einen Meter vertikal und zwei Meter horizontal gähnende Leere im Regal. Weder normal, noch süß oder scharf.
     Was’n da los? Wird jetzt auch schon Senf gehamstert? Oder streiken die Lieferfahrer, weil sie nicht scharf genug rangenommen werden?
     Also echt jetzt, das geht nicht! Ich bin auf Eure hellbraune Edelpaste eingestellt, schon seit über fünfzig Jahren! Ich kann nicht mal eben so auf eine ungewohnte Mischung umgestellt werden. Das ist gesundheitstechnisch viel zu riskant. Irgendwann vor langer Zeit, irgendwo im wilden Westen, also bei München, hat ein Hotel mal versucht, mir Löwensenf unterzujubeln. Da hat’s mir gleich den Stöpsel rausgehauen! Ersatzweise habe ich deshalb, nur um sicherzugehen, heute etwas gekauft, was auch aus Eurer Ecke kommt. Naja, vielleicht nicht ganz aus Eurer Ecke. Aber auch wieder nicht sooo weit weg. Born Thüringer Senf mittelscharf. Ökotest findet den „sehr gut“. Warum? Weil er keine Bäume umbringt, falls man mal in den Wald kackt?
     Egal, jedenfalls hätte ich gern meinen Bautz’ner Senf wieder. Den guten mit dem blauen Deckel. Also kommt mal bitte aus’m Knick. Ihr könnt mir den auch gern persönlich vorbeibringen, dann ist er vielleicht besonders frisch, womit er besonders scharf die Zunge zwiebelt.
     Also – bis nachher!

     Euer Sunlion Löwensenf … äh, Sonniglöw‘

Prinz Charles – welche Ehre?

Heute in der Berliner Zeitung: „Prinz Charles wird als Tronfolger in Stellung gebracht“. Ich habe den Artikel nicht gelesen, weil mir das unterwürfige Getue um die Monarchie schon immer auf die Socken ging. Aber das zum Beitrag gehörende Bild habe ich mir mal genauer angeschaut. Und Ihr solltet das auch tun. Fällt Euch was auf? Das viele Lametta? Die goldenen Schnüre? Die Würdenkette um den Hals? Die vielen Orden? Die Schulterstücke? Der Mann wurde mit Auszeichnungen geradezu überhäuft, und ich frage mich: Wofür? Er hat in seinem Leben vermutlich noch nicht ein einziges Möbelstück geschreinert. Keine Mauer hochgezogen. Kein Dach gedeckt. Kein Bad gefliest. Keine Tapete geklebt. Keine S-Bahn geführt, um Feiernde nachts nach Hause zu bringen. Keine gebrechlichen, alten Menschen gepflegt. Keine Unfallopfer gerettet. Keine Sterbenden begleitet. Keine Kinder in der Schule unterrichtet. Keine Kunden im Geschäft beraten. Keine Kleidung, keine Lebensmittel, kein einziges Auto im Werk produziert. Keine Waren mit dem Lkw an Supermärkte geliefert, nachts, bei Kälte, Nässe, Stau und schlechter Bezahlung.
     Oder anders formuliert: Der Mann hat noch nichts Nennenswertes in seinem Leben geleistet. Das meiste, was er angestoßen hat, werden wohl andere für ihn erledigt haben. Womit also hat er all die Ehren verdient? Warum darf er in Wohlstand leben, während andere hart arbeitende Menschen kaum über die Runden kommen? Und weshalb sind Monarchien mit dem Privileg ausgestattet, ihre Macht und ihren Einfluss einfach an die Kinder weiterzuvererben, egal ob die überhaupt dazu befähigt sind oder nicht? Warum müssen sie die Krone nicht auch mal an eine andere Familie weiterreichen, die sich wirklich durch herausragende Leistungen zum Wohle des Volkes ausgezeichnet hat? Ist das wirklich gerecht?

Willkommen in der Realität!

Nebenwirkungen? Bei den Corona-Impfungen? Nee, oder?
     Doch! Was schon seit Monaten durch die verschwörungstheoretisch-rechtspopulistisch-coronaleugnerisch-covidiotischen Alternativmedien geistert und von echten Fachleuten, also nicht den Pausenclowns vom RKI vorausgesagt wurde, ist nun auch im Mainstream angekommen. Kürzlich ließen sich MDR und ARD Plusminus herab, das Thema endlich einmal in verhaltenen Beiträgen zu behandeln. Heute stellt sich die Berliner Zeitung dem immer ernster werdenden Problem. Auf Achgut.com ist man da schon ein ganzes Stück weiter.
     Es bleibt nur zu hoffen, dass die echten Schwarzseher unter den Untergangspropheten nicht doch noch recht behalten, die vorausorakelten, dass alle Geimpften innerhalb von etwa fünf Jahren an den Folgen der Impfung sterben werden und dies auch wissenschaftlich und sachlich begründen können.