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Es ist Wahljahr

Liebe Grünen,

noch mal zur Erinnerung – es ist Wahljahr! Da sollte man vorsichtig sein, womit man so an die Öffentlichkeit geht. Und Prostituierte im Pflegeheim auf Rezept lassen Euch irgendwie dastehen, als hättet Ihr nich‘ mehr alle Spermien im Kondom.
     Aber gut – bei Umfragewerten um die 10 Prozent habt Ihr ja noch ein bisschen Spielraum bis zur Fünfprozenthürde. Da kann man schon mal was riskieren, bevor man in der Bedeutungslosigkeit versinkt.
     Unabhängig davon, und damit meine ich, dass Ihr da nun wirklich nichts mit zu tun hattet, fand ich in den gestrigen RTL-Nachrichten, im Zusammenhang mit der angeblichen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl durch russische Hacker, den Spruch echt witzig: „Deutschland sorge sich, dass russische Hacker auch die deutsche Wahl beeinflussen könnten, um einem der letzten europäischen Stabilitätsanker, Angela Merkel, zu schaden.“
     Merkel, ein Stabilitätsanker? Der war gut!

Mit sonnigen Grüßen
Euer Sunlion

Na, dann muss es ja stimmen!

Das ZDF hat eine Umfrage anfertigen lassen, zum Thema Glaubwürdigkeit der Medien. Am schlechtesten schnitten dabei soziale Medien aus dem Internet ab. Darüber stehen private Anbieter, gefolgt von Zeitungen und Zeitschriften. Und auf Platz 1 mit der höchsten Glaubwürdigkeit steht – Achtung, Überraschung: Genau! Das ZDF!
     Das lass ich jetzt mal so stehen. Während ich pöser Purche mich lachend auf dem Fußpoden wälze.

Mit der Zeitmaschine zurück in die Vergangenheit

Wer wissen will, wie das damals war, als es nur Röhrenradios gab, oder später zentnerschwere Tonbandmaschinen, oder noch etwas später Kassettenrekorder und Plattenspieler, der sollte unbedingt die Zeitmaschine des Radioarchivs ausprobieren. Ich hab gleich mal direkt auf die Schlager der Woche mit Lord Knud verlinkt, die zu dieser Zeit auf Rias 2 wöchentlich ausgestrahlt und insbesondere von uns Ossis sehnlichst erwartet wurden. Denn sie waren für Menschen ohne Westverwandtschaft und Schallplatten aus dem nichtsozialistischen Wirtschaftsbereich die einzige Quelle, um an gute, aktuelle Musik zu kommen.
     Für mich wären insbesondere die Achtziger interessant, doch die Aufnahmen reichen sogar bis weit in die Fünfziger zurück, und das dämliche Gefasel von Moderator Lord Knud hatte damals Kultstatus. Unglaublich, wie ein Mann in so kurzer Zeit nur so viel Unsinn plappern konnte.

Der Stein der Weisen

Mein Verhältnis zu Zahnärzten war schon immer etwas gespalten. Einerseits wollen sie Dir helfen, andererseits aber bedienen sie sich hierfür aus einem erschreckenden Arsenal von Folterwerkzeugen, die jeden Patienten vor Angst erzittern lassen. Dabei leben wir noch in einem verhältnismäßig humanen Zeitalter, dank moderner Betäubungs- und Narkosemittel. Im Mittelalter dürfte es noch viel grausamer zugegangen sein.
     Die Kinderzahnärztin, nennen wir sie Frau Dr. B., ein Name den man getrost wieder vergessen kann, von der meine Eltern viel hielten, ich jedoch mittlerweile nicht mehr, mahnte bei jedem Besuch: „Du musst Dir die Zähne besser putzen“. Eine völlig sinnlose Maßnahmen, denn ein kleines Kind versteht die Bedeutung dieser Worte nicht. Da kann man den Satz auch genauso gut auf Chinesisch aufsagen, das hätte in etwa die selbe Wirkung, nämlich gar keine. Die Ärztin hätte sich von mir zeigen lassen müssen, wie genau ich mir die Zähne putze, hätte korrigierend eingreifen und die Anordnungen immer mal wieder überprüfen und von meinen Eltern mehr Kontrolle einfordern müssen. Tat sie aber nicht. Und so kam es, wie es kommen musste, heute begleiten mich ein Inlay (unter dem zweiten tobte sich munter die Karies aus, was zum Verlust des Zahnes führte) und vier Kronen, bei denen ich nur noch beten kann, dass sie nicht irgendwann auch hochgehen. Zu blöd, dass Zähne nicht nachwachsen.
     Am meisten litt mein Verhältnis zu Zahnärzten jedoch nach der ersten Weisheitszahnoperation. Eine ganze Stunde war der Mann, nennen wir ihn Dr. F., ein Name, den ich gern vergessen würde, unter anderem, weil er mir mit seinen ständigen Professionelle-Zahnreinigung-Angeboten gehörig auf die Pulpa geht, mit dem garstigen Wurzelzwerg unten links beschäftigt, mehrere Spritzen waren nötig, und halfen doch nicht, um das allmähliche stückweise Entfernen der einzelnen Splitter aus dem Kieferknochen möglichst schmerzlos zu gestalten. Doch immer wenn man denkt, schlimmer kann es nicht kommen, dann kommt ein zweiter Weisheitszahn daher, unten rechts, der fast zwei Stunden die Zeit des Extraktors in Anspruch nahm. Wer das persönlich überlebt hat, hat anschließend nie wieder Angst vor dem Zahnarzt. Dachte ich damals zumindest.
     Irritierend fand ich jedoch, dass Zähne angeblich einfach so zersplittern, obwohl sie nicht im geringsten kariös waren. Das ließ in mir den schlimmen Verdacht keimen, der Zahnarzt hätte womöglich den Zahn absichtlich zersplittern lassen, weil er vielleicht mehr daran verdient, wenn er die Einzelteile aufwendig rauspopeln muss. Ist aber wirklich nur ein Verdacht, ich habe diesbezüglich nicht bei der Krankenkasse nachgefragt.
     Doch aller „guten Dinge“ sind drei. Auch ich habe dummerweise einen Oberkiefer, und Gott hatte in seiner unergründlichen Weisheit die Idee, mir doch wenigestens noch einen dritten Weisheitszahn zu bescheren. Der war nun leider kariös, schon seit Jahren jammerten verschiedene Ärzte herum, er müsse dringend raus. Nach den schlimmen Erfahrungen mit den zwei anderen hatte ich mich jedoch bisher erfolgreich davor gedrückt. Als er im letzten Frühjahr ein paar Probleme bereitete, machte ich einen Termin zum Entfernen, sagte diesen aber mit windigen Ausreden vorher ab, aus purer Angst vor einem erneuten Albtraum. Doch seit Weihnachten hörte er gar nicht mehr auf, zu schmerzen, deshalb musste es nun sein.
     Getrieben von wilder Lust am unkalkulierbaren Risiko ernannte ich heute eine mir völlig unbekannte Zahnchirurgin zur Ärztin meines Vertrauens, nennen wir sie Frau Dr. Wolff vom Dentalzentrum Pankow, ein Name, den man sich unbedingt merken sollte, wenn man mal einen Zahn in Rente schicken will. Nach monatelangem mentalen Aufbautraining und intensiver gedanklicher Vorbereitung auf das stundenlange Grauen, dass mich heute erwarten sollte, legte ich mich schicksalsergeben auf den Folterstuhl und ließ die zwei unvermeidlichen Spritzen über mich ergehen, wobei die innen gesetzte wirklich sehr, sehr schmerzhaft war. Dann wurde schon mal das grüne Leichentuch über mich gelegt (vermutlich wird das gemacht, damit der Bestatter es anschließend etwas leichter hat), und die Chirurgin setzte beherzt die Zange an.
     Schwubs! Knirsch! Zack! „Das war’s schon, alles komplett raus. Ich nähe die Wunde dann mal zu.“
     Wie bitte? Das war’s schon? Fünf Sekunden und alles ist vorbei? Kein Bohren? Kein Stechen und kein Hacken? Kein Hauen und kein Fräsen? Weder sägen noch sprengen? Unglaublich! Sollte Frau Dr. Wolff vielleicht doch irgendwo in einem Zahnarztschränkchen ganz hinten in der Ecke versteckt den Stein der Weisen gefunden haben? Einen streng geheimen Trick, mit dem sich Zähne komplett in einem Stück entfernen lassen?
     Wie auch immer – es gibt sie also doch noch – die guten Zahnärzte!

Nervige Zeitgenossen

Da hatte ich doch im September endlich mal wieder einen Job gefunden, super mit den Öffentlichen zu erreichen, mit anständigem Gehalt, ohne Überstunden und überwiegend netten Kollegen. Aber nein, das Schicksal meinte es auch diesmal wieder nicht gut und setzte mir dazu noch einen tyrannischen Geschäftsführer vor die Nase. Oder sollte ich besser sagen, einen geschäftsführenden Tyrannen. Einen, der ständig antreibt, der Druck macht, selbst wenn Druck gar nichts bewirkt, weil manche Dinge nun mal ihre Zeit brauchen. Einen, der es sich mit wirklich jedem verdirbt, der es gut mit ihm meint, sogar mit seinem eigenen Sohn!
     Dabei müsste er es eigentlich besser wissen, als Arzt, promoviert und habilitiert, Professor mit Weltruf, die Nummer eins auf seinem Gebiet, die Patienten kommen aus der ganzen Welt zu ihm, und selbst in Harvard hatte er schon gelehrt. Da sollten Begriffe wie stressinduzierte Erkrankungen und Burnout-Syndrom für ihn eigentlich keine Unbekannten sein. Dennoch terrorisiert er Mitarbeiter und Dienstleister tagtäglich, während er zu seinen Patienten selbstverständlich nett und mitfühlend ist. Ein erstaunlicher Widerspruch!
     Von so einem Mann könnte man eigentlich erwarten, dass er intelligente Entscheidungen trifft. Nur mal so als Beispiel: Anfang des Jahres wies er einen Mitarbeiter an, den Vertrag mit dem Telefonanbieter zu kündigen, nachdem er mal versehentlich einen Blick auf die Rechnung geworfen hatte. Freilich ohne sich nach einem neuen Anbieter umzusehen. Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf. Anfang Oktober standen wir plötzlich ohne Telefonanschluss da. Nachdem die Telekom es auch nach fünf Wochen nicht geschafft hatte, den Anschluss wiederherzustellen, tobte der Tyrann sich per E-Mail aus und beschimpfte die Telekom-Mitarbeiter als Idioten, die sich geschäftsschädigend verhielten. Dabei war er doch eigentlich der geschäftsschädigende Idiot, der den Stein ins Rollen brachte. Dass es beim Umstieg von einem zum anderen Provider immer wieder Probleme gibt, ist ja nicht erst seit gestern bekannt, selbst wenn man es richtig macht und sich erst einen neuen Provider sucht und diesen dann den alten Vertrag kündigen lässt. Jeder Mensch im Land weiß das! Nur er nicht.
     Nun habe ich nach nur vier Monaten die Notbremse gezogen und bin ausgestiegen. Lieber kompostiere ich zu Hause faul auf der Couch herum, als mich tagtäglich von solchen Menschen schikanieren zu lassen. Stattdessen nutze ich die freigewordene Zeit lieber, um mein zweites Buch zu schreiben. Diesmal wird es ein interessantes Kinderbuch, der Titel steht auch schon fest, wird aber noch nicht verraten.
     Das Buch für Erwachsene findet Ihr hier. Und nicht vergessen – es ist ja gleich Weihnachten, so was kann man auch immer gut verschenken!

Ergänzung: Ich glaube, ich werde alt. Ich hatte nämlich schon ganz vergessen, dass ich den ganzen Mist schon mal in annähernd derselben Form veröffentlicht hatte. Aber wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann, könnt Ihr es vielleicht auch nicht, und niemand merkt es.

Howgh, ich habe gesprochen!

Eben, im Umkleideraum meines Fitnessstudios, stand ein aufgeplusterter Bodybuilder neben mir, mit einer großflächigen Tätowierung auf dem Rücken – einem kühn in die Weite der Prärie blickenden Indianer. Und ich fragte mich spontan: Wenn die amerikanischen Ureinwohner das jetzt sehen könnten, was würden sie wohl denken? Vermutlich würde sich Häuptling Qualmender Mokassin verwundert fragen: „Warum weiße Mann sich tapezieren seinen Rücken mit Indianer? Indianer doch auch nicht tätowieren weiße Mann auf Rücken!“

Zum dritten Mal Sauerstoff

Seit 1997 habe ich Jean Michel Jarre gemieden. Was er nach Oxygene 7–13 herausbrachte war für mich nur noch der verzweifelte Versuch, sich selbst zu übertreffen, und als das nicht klappte, auf die Techno-Welle aufzuspringen und sich damit beim jüngeres Publikum anzubiedern und hipp zu wirken. Geniale Musik wie die von Carbon Based Lifeforms hätte ich eigentlich eher von ihm erwartet.
     Nun hat er aber endlich wieder zu seinen Wurzeln zurückgefunden: Seit heute ist Oxygene 3 erhältlich, pünktlich zum 40. Jahrestag seines erfolgreichen Albums Oxygene von 1976. Wer Oxygene mag, wird das neue Album lieben – sphärische, unaufdringliche Klänge, wie man sie von seinen ersten drei Alben kennt. Wenn ich was zu bemängeln hätte, dann dass es mit knapp 40 Minuten leider viel zu kurz ist.

Ein Bombenjob

Ich bin schon wieder ganz schlecht drauf. Da hab ich nun seit gerade mal drei Monaten wieder einen Job, und schon nervt er. Ich bekomme zwar ein anständiges Gehalt. Und die meisten Kollegen sind auch sehr nett. Mit den Öffentlichen ist er leicht zu erreichen. Dafür aber hab ich jeden Tag Stress ohne Ende, ständig landet eine mittlere bis supergroße Bombe in meinem E-Mail-Postfach. Neben ein paar mehr oder weniger harmlosen kleineren Granaten. Dinge um die ich mich kümmern muss. Oder die ich an andere weiterdeligiere. An sogenannte Dienstleister. Die aber oft nichts von Dienstleistung verstehen und sich entsprechend benehmen. In dem sie sich zum Beispiel nie zurückmelden. Oder Aufträge verschludern und dann natürlich kein Geld verdienen. Oder unhöflich sind. Oder dumm. Oder beides.
     Dinge die so blöd gelaufen sind, dass mir beim Lesen der Mail fast der Kopf explodiert. Auch hier ein Beispiel: In einer zu unserem Imperium gehörenden Filialen hat ein Mitarbeiter dem Telefonanbieter gekündigt. Freilich ohne sich rechtzeitig nach einem neuen umzusehen. Er stand also von heute auf morgen plötzlich ohne Telefon da. Und den Fehler musste ich nun schnellstens beheben. So blöd kann man doch eigentlich gar nicht sein, oder? Gibt es in dieser Stadt eigentlich nur noch Bekloppte? Es ist echt zum aus der Haut fahren!
     Aber Ihr könnt mich retten! Mit nur 12,99 Euro könnt Ihr mich vom Arbeitsalltag befreien. Und damit von all den Menschen, die einem gehörig den Alltag vermiesen. Ja, mit nur 12,99 Euro! Ihr müsst einfach nur mein Buch kaufen. Also … sagen wir mal … hunderttausend von Euch. Es ist wirklich sehr unterhaltsam! Oder wenn Ihr es nicht selber lesen wollt, schenkt das Buch doch Euren Eltern. Oder Großeltern. Oder Euren Freunden. Schließlich ist bald Weihnachten!
     Nur noch 35 Tage, und Ihr habt noch kein Geschenk? Na, jetzt aber los!